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Full text of "Handbuch der Klavier-Literatur 1450 bis 1839 : historische-kritische Übersicht"

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Brigham Young University 



Iittp://www.archive.org/details/handbucliderklavi001908pros 



yc^l HANDBUCH 

l'JOB DER 




KLAYIER-IITERATIJR 



1450 BIS 1830. 



HISTORISCH-KRITISCHE ÜBERSICHT 

VON 

ADOLF PROSNIZ 

PROFESSOR ^^\ WIENER KONSERVATORIUM i. P. 



ZWEITE, VERBESSERTE UND VERMEHRTE AUFLAGE. 



LEIPZIG— V^IEN. 

L. DOBLINGER (BERNHARD HERZMANSKY). 

1908. w. 



Der Verfasser behält sich alle Kechte, insbesondere die des Nachdrucks, der 
Bearbeitung und Übersetzung, vor. 



Buohdruckerei Carl Gerold's Sohn in Wien. 



THE LIBRARY 

BRIGHAM YOUNG üNIVER^fTT 

PROVO. UTAH 



Inhalt. 



Seite 
Abkürzungen. 

Vorwort III 

Einleitung: 

Geschichtliche Entwicklung der Klaviermusik V 

Plan des Werkes XVIII 

Vorbemerkungen XXI 

Vorbereitungs-Epoche 1450 — 1600: 

(Paumann, Schlick, Wiilaert, Amerbach, Gabriel!, Merulo usw. 
Anhang. Laute.) Verzeichnis der Tonsetzer 1 

Erste Epoche 1600—1750: 

(Sweelinck, Frescobaldi, Couperin, Dom. Scarlatti, Händel, Seb. Bach, 
Scheidt, Froberger, Buxtehude, Rameau usw.) Verzeichnisse 19 

Zweite Epoche 1750—1830: 

(Em. Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Glementi, Hummel, Weber, 
Schubert, Dussek, Gramer, Pield, Kalkbrenner, Gzerny, Moscheies usw.) 67 
emeines Register 164 



Abkürzungen. 

(Auswahl.) 



A. M. =AUe Meister. 

Arch. d. G. d. M. = Archiv der Gesellschaft 

der Musikfreunde. 
Art. = Artaria. 



Br.'& H. = Breitkopf & Härtel. 

Ca. := circa. 

Cah. = Cahier. 

Cemb. = Cembalo. 

Diab. = Diabelli. 

do. := detto. 

Ed. = Edition. 

Ersch. = Erschien. 

Fl. = Flöte. 

Gew. = Gewidmet. 



Hasl. = Haslinger. 

Hofm. = Hofmeister. 

Kat. = Katalog. 

Klav.-M. a. a. Z. = Klavier-Musik aus alter 

Zeit (auch bloß Ed. Litolff.) 
Klar. = Klarinette. 
Man. = Mannskript. 
Mech. = Mechetti. 
Op. = Opus. 

Riet.-Bied. = Rieter-Biedermann. 
Schles. = Schlesinger. 
Simr. = Simrock. 
Var. = Variations. 
Verl. = Verleger. 
Vierh. — Vierhändig. 



Vorwort. 



i)er klavierspielenden Welt eine vollständige, historisch und 
sachlich gruppierte Übersicht ihrer reichen Literatur zu bieten, 
die Musikfreunde im allgemeinen auf diesem Gebiete bequem zu 
orientieren, ist der Zweck dieses Werkes. 

Ein flüchtiger Blick in dasselbe wird genügen, um es von 
den zahlreichen „Führern, Wegweisern durch die Klavierliteratur", 
wie auch von den Musikalien-Katalogen aller Art (erstere an sich 
schätzbar, letztere für ihren Zweck unentbehrlich) zu unterscheiden. 
Es ist weder, wie erstere, ausschheßlich pädagogischem Gebrauche 
gewidmet, noch will es, wie letztere, mechanischem Nachschlagen 
dienen, dem Alphabete folgend, welches Altes und Neues, Werth- 
voUes und Nichtiges, Klassisches und Modisches zahl- und wahllos 
aneinander kettet. Was es aber ist und will, wird sich bei näherer 
Einsichtnahme von selbst erschließen. Ist es doch nicht für den 
Anfänger, den oberflächlichen Dilettanten, sondern für den denkenden 
Musiker, den fertigen oder strebenden Klavierspieler bestimmt. 
Diese werden hiemit in einem handhchen Kompendium den ge- 
samten Besitzstand dieser Literatur überblicken, sie werden in und 
zwischen den Zeilen, den Eeihen von Namen und Titeln, mannig- 
fache Belehrung und Erinnerung schöpfen. Dem Lehrer und 
Lernenden wird es als Leitfaden für Literaturstudien nicht unwill- 
kommen sein. 

Wollte ich nun in eine ausführUche Begründung und Er- 
läuterung des hier Gebotenen eingehen, so hätte ich eine Ge- 
schichte und kritische Darstellung der Klavierliteratur zu schreiben. 
Dies lag nicht in meinem Plane. Es schien mir jedoch unerläßlich 
eine flüchtige Skizze der historischen Entwicklung der Klavier- 
musik, ferner eine motivierende Erläuterung zum Verständnis und 
zur Benützung dieses Werkes vorauszusenden. Die folgenden ein- 
leitenden Blätter mögen somit als Einführung und eine Art Ge- 
brauchsanweisung für das Werk gelten. 

Eine umfassendere Behandlung dieses Stoffes hat bisher nur 
0. F.Weitzmann in seiner Geschichte des Klavierspiels und der 

1 



IV 

I 

Klavierliteratur unternommen, einem Werke, welches mit Aus- 
zeichnung zu nemien ist.*) Für die Erforschung der alten Instru- 
mental-, insbesondere der Orgelmusik, haben ferner 0. v. Winter- 
feld, 0. F. Becker, Eob. Eitner, J. W. v. Wasielewski, A. G. Eitter 
u. a. Wichtiges geleistet. 

Was nun hier an Vollständigkeit und zweckdienlicher An- 
ordnung erstrebt wurde, welche wissenschaftliche und praktische 
Brauchbarkeit dieser Arbeit innewohnt, wird fachmännisches Ur- 
theil und die Zeit zu entscheiden haben; ich darf nur sagen, daß 
es mir an redlichem Willen und Fleiß dabei nicht gefehlt hat. 

WIEN, im Mai 1884. 

A. P. 



Vorwort zur zweiten Auflage. 



fechon längst war eine vervollständigte Neuauflage dieses ersten Bandes 
der Elavierliteratur wünschenswerth ; nach der kürzlicli erfolgten Herausgabe 
des zweiten Bandes (Handbuch der Klavierliteratur 1830 — 1904) ist sie uner- 
läßlich geworden. In den zwei Dezennien seit dem Erscheinen der ersten Auf- 
lage sind durch die Spezialforschung so manche ältere Tonsetzer in ein klareres 
Licht gerückt worden und ist so manche bedeutende Veröffentlichung ihrer 
Werke erfolgt. Auch mußte das kritische Urtheil des Verfassers durch tieferes 
Eindringen in den Stoff mehrfach Korrekturen erfahren. In beiden Eichtungen 
war daher eine Verbesserung und Vermehrung des Inhalts anzustreben. Von 
materieller Vollständigkeit war auch in dieser Neuauflage abzusehen. Ebenso 
konnte von den neuen Ausgaben alter Werke, welche dem Zeiträume bis 1904 
und noch weiter entstammen, nur eine (allerdings genügende) Auswahl hier zur 
Aufnahme gelangen. Endlich habe ich es mir, mehr noch als in der früheren 
Auflage zur Aufgabe gemacht, aus dem Gebiete der älteren Klavierliteratur 
auf die heute noch wirksamen und unserem Empfinden näherstehenden Ton- 
stücke aufmerksam zu machen. 

WIEN, im September 1908. 

Der Verfasser. 



*) Seitdem ist eine von dem verdienstvollen Forscher Max Seiffert 
vollständig umgearbeitete Neuausgabe des älteren Theils dieses Werkes, die 
Klaviermusik bis 1750 umfassend, erschienen (Br. & H. 1899), eine Arbeit, 
welche mehr einem Neubau als einem Umbau gleicht. 



Einleitung. 



Gescliiclitliche Entwicklung der Klayiermusik. 

Die geschichtliche Entwicklung der Instrumentalmusik läßt sich 
in den Einen Satz zusammenfassen: 

Von der Gebundenheit zur Freiheit! 

Die früheste Instrumentalmusik war gebunden, einerseits an die 
mehrstimmige Vokalmusik, andererseits an die Volksmusik. Sie er- 
scheint ferner als eine unterschiedslose Masse, in welcher die einzelnen 
Instrumente aufgehen. 

Allmählich bildet sich ein instrumentaler Stil, eine für Instrumente 
gedachte und auf diesen auszuführende Musik: die selbständige 
Instrumentalmusik. Auch lösen sich aus der Gemeinsamkeit die 
einzelnen Instrumente zur Besonderheit ab. Die gebundene (kontra- 
punktische) Setzart der alten mehrstimmigen Vokalmusik entwickelt 
sich nun instrumental zur kontrapunktischen Instrumentalmusik. 
Erfindung und Ausdruck erscheinen noch unfrei, gebunden, dem Geiste 
ihrer Zeit entsprechend. — So war durch eine lange Epoche der all- 
gemeine Charakter der Instrumentalmusik. 

Da tritt eine neue Strömung in diese ein, es lösen sich die 
Fesseln der Kontrapunktik, freiere Formen bilden sich, freieres und 
mannigfaltigeres Empfinden ergießt sich in die instrumentale Tonwelt. 
Die Instrumentalmusik hat nun ihre eigene, rein musikalische Sprache 
gewonnen, in Tönen schaffend und webend, in klaren, schönen Formen 
sich aussprechend. Es ist die Glanzepoche dieser Kunst. 

Bald kommen neue Elemente zur Erscheinung. Die poetisch- 
romantische Kunstrichtung dringt auch hier ein. Immer freier, 
ungebundener macht sich inneres Leben, persönliches Empfinden in 
dieser Kunst geltend, immer freier und vielseitiger wird, durch den 
Inhalt bestimmt, die Formgestaltung, bald aphoristisch gedrängt, bald 
schrankenlos ins Weite strebend. 



Die Klaviermusik in ihren Anfängen erforschen heißt: die 
Anfänge der instrumentalen Kunst erforschen. Beide haben einen 
gemeinsamen Ausgangspunkt der Zeit und Art nach. 

Die Instrumentalmusik ist die spät nachgeborene Schwester der 
Vokalmusik. Erst seit dem Ende des 16. Jahrhunderts ist ihre 

1* 



VI 

I 

selbständige Entwicklung im Zusammenhange zu verfolgen. Nicht, daß 
es den vorangegangenen Zeiten an Instrumenten und Instrumenten- 
spiel gemangelt hätte. Im Gegentheil; die Zahl der Instrumente war 
eine größere als heutzutage, das Spiel auf mannigfachen Instrumenten 
wurde seit den frühesten Zeiten ausgeübt. Doch die Instrumente selbst 
waren meist roh, ihre Behandlung unentwickelt. Was auf ihnen musi- 
ziert wurde, verliert sich einestheils in dem Dunkel der Volksmusik, 
anderentheils entbehrt es der Selbständigkeit und Eigenart — eine 
kümmerliche Begleitung des Gesanges, oder eine unvollkommene Nach- 
bildung der herrschenden mehrstimmigen Gesangsmusik. 
Diese Nachbildung bestand entweder aus einer Übertragung der Sing- 
stimmen auf mehrere Instrumente oder der Zusammenfassung der- 
selben auf ein Instrument (Orgel, Laute, Klavier). Solche Übertragungen 
bilden den wesentlichen Inhalt und Charakter der Frühzeit instrumentaler 
Kunst und ihrer Literatur. Es ist die des 16. Jahrhunderts. Proben 
einer selbständigen Instrumentalmusik aus früherer Zeit fehlen. Nur die 
Handschrift des Konrad Paumann aus dem 15. Jahrhundert und 
das gleichzeitige „Buxheimer Orgelbuch" stehen als historische Frage- 
zeichen da*). 

Zwei Instrumente sind es, die in dieser Epoche in den Vorder- 
grund treten; sie repräsentieren den gemeinsamen Charakter der Instru- 
mentalmusik, bilden den Inbegriff derselben im 16. Jahrhundert: Orgel 
und Laute. Die Orgel, ehrwürdig durch Alter und Bestimmung, die 
Laute, das Instrument aller Welt, der Mode. Beider Pflegekind ist das 
Klavier. Die Orgel übernimmt die Erziehung des Klaviers, ihr Einfluß 
umgibt das weit jüngere Instrument**). Orgel und Klavier haben die- 
selbe Behandlung, denselben Stil, Die Orgelspieler sind zugleich die 
Klavierspieler, die Werke für die Orgel sind auch die für das Klavier. 
Und dieses Verhältnis der Gemeinsamkeit erhält sich bis in das 17. Jahr- 
hundert. Die Laute ist die Vorgängerin des Klaviers in der Gunst des 
Tages und in mancherlei Gebrauch, sie ist das Klavier des 16. Jahr- 
hunderts. Doch rasch nachstrebend wird das Klavier bald ihr ßival und 
endlich ihr Überwinder. Die Literatur der Orgel und Laute im 
16. Jahrhundert ist als die Vorhut jener des Klaviers zu betrachten. 

Die Orgel- und Lauten-Tabulaturen des 16. Jahrhunderts 
sind ein Spiegelbild der mehrstimmigen Vokalmusik des 15. und 16. Jahr- 
hunderts. Sie bilden ihre Formen nach, übersetzen ihren Inhalt nach 
bestem Können, nur daß sie mit Vorliebe das Volkselement, Tanz und 
Volkslied pflegen. Wir finden in ihnen mehrstimmige Kirchen- und 
Kammerstücke der Zeit, wie deren Tanz- und Volkslieder in Tabulatur 
(Partitui") gesetzt, wohl auch koloriert, d. h. mit Verzierungen angeblich 
ausgeschmückt, nebst wenigen Instrumental-Tänzen und Sätzchen ähn- 
licher Art. Auch schüchterne Ansätze eines instrumentalen kontra- 



*) S. Anm. S. 1. 

**) Die Orgel ist im 7. oder 8. Jahrhundert in das Abendland eingeführt worden, das 
Klavier ist seit dem 15. Jahrhundert iDekannt. Es unterschied sich in zwei Arten : das 
Clavichord (mit Metallstilten und gleichlangen Saiten) und das Virginal (mit Federkielen 
und harfenartigem Saitenbezug). Format und Umfang waren anfangs klein und beschränkt und 
nahmen sehr langsam zu. Die Flügelform kommt schon im 16. Jahrhundert vor. 



VII 

punktischen Stils kommen zum Vorschein. Die Orgel spricht in diesen 
Stücken eine weit verständlichere Sprache, der gegenüber jene der Laute 
nur ein Stammeln ist. (Orgel-Tabulaturen von: Schlick, Amerbach, 
Schmid. Paix usw.; Lauten-Tabulaturen von: Judenkunig, Gerle, 
Ochsenkuhn usw. *) 

Neben den Orgel- und Lauten-Tabulaturen sind uns auch eine 
Anzahl von Tabulaturen für mehrere Instrumente erhalten, deren 
Inhalt sich von den vorigen nicht unterscheidet. Es sind auf Instru- 
mente übertragene Stimmen; nur der Umfang, nicht der Charakter der 
Instrumente ist bei der Wahl derselben maßgebend. Manche Instrument- 
Tabulaturen tragen auch die Bezeichnung, daß sie „zu singen oder auf 
allerhand Instrumenten zu spielen" sind. Andere sind für Orgel oder 
Instrumente (ohne spezielle Angabe derselben) bestimmt. (Instrument- 
Tabulaturen gedruckt bei Susato in Antwerpen, bei Attaignant in 
Paris, dann von Gastoldi, Morley usw.) 

Gegen das Ende des 16. Jahrhunderts beginnt die Instrumental- 
musik zu selbständigem Leben zu erwachen. Die Venetianische 
Schule ist es, welche in ihren Kirchen werken zuerst die Instrumental- 
von den Singstimmen bestimmter auseinanderhält; ihre Orgel- und In- 
strumentalstücke nähern sich schon mehr dem instrumentalen Stil, wenn 
sie sich auch nach Form und Inhalt noch an die Vokalmusik anlehnen 
(Willaert, Andrea und Giovanni Gabrieli). Die Sonate für Instru- 
mente, ein vollstimmiges „Klingstück" (ohne jede Vorbedeutung unserer 
heutigen Sonatenform) entsteht innerhalb dieser Schule. Allmählich 
werden auch die Tasteninstrumente sich ihrer Eigenart bewußt, die sich 
in kleinen Läufen, Trillern, TJmspielungen, den sogenannten Diminutionen 
kundgibt; es sind die ersten Eegungen des instrumentalen Stils. Dieser 
kommt in der Toccata, einer rein instrumentalen Form, zur Er- 
scheinung (Merulo). Das Klavier tritt hier schon aus dem Hinter- 
grunde der Orgel deutlich hervor. 

Gleichzeitig taucht auch bei einer fernen, musikfremden Nation, 
den Engländern, eine selbständige Klavier- (Virginal-) Musik auf. 
Schon zur Zeit der Königin Elisabeth finden wir mehrere Tonsetzer für 
dieses Instrument mit einer Anzahl, zum Theil dem Volkslied und Tanz 
entstammenden Stücken, denen sich die Variation als instrumentale 
Form beigesellt (Tallis, Bird u. a. m.). Die Virginalmusik der Eng- 
länder des 16. und 17. Jahrhunderts gewinnt einen deutlichen Einfluß 
auf die nordischen Orgel- und Klaviermeister, wie auf Sweelinck u. a. 
Was in den deutschen Tabulaturen und in der englischen Virginalmusik 
sich auf Lied und Tanz bezieht, erscheint uns anmuthender als die noch 
ungelenke Instrumentalkunst der Venetianer. 

Und somit vollendet sich die Vorbereitungs-Epoche der In- 
strumentalmusik, zugleich die der Klaviermusik: Die Instrumental- 



*) Die Orgel- nnd Lauten-Tabulaturen hatten ihre eigene Tonschrift, bestehend aus 
Buchstaben für die Töne und Zeichen für die Zeitwerthe, für die Laute auch Ziffern usw.; sie 
hieß die deutsche Orgel- oder Lauten-Tabulaturschrift und unterschied sich von der 
Wensural-^Notensctirift der Vokalmusik, wie auch von der italienischen Noten-Tabulatur der 
Instrumentalmusik. Die deutsche Orgeltabulaturschrift erhielt sich noch in beschränkter An- 
wendung bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. 



VIII 

I 
musik im Zustande der Gebundenheit, nebst dem Übergang zur 
Selbständigkeit. Ihr Zeitraum erstreckt sich bis zum Ende des 
16. Jahrhunderts. Ihre Literatur läßt sich in drei Gruppen zu- 
sammenfassen: die Orgel- und Lautentabulaturen der Deutschen, die 
Orgel- und Instrumental werke der Venetianer, die Virginalstücke der 
Engländer. 

Das 17, Jahrhundert eröffnet der Tonkunst eine neue Aera. 
Der Sologesang auf harmonischer Grundlage, das musikalische Drama 
tauchen als neue Erscheinungen am Horizonte auf. Entscheidende Fort- 
schritte und Wandlungen vollziehen sich in diesem Jahrhundert: 
Nach der ausschließlichen Herrschaft der Polyp honie in der Kunst- 
musik tritt das Prinzip der Harmonie in den Vordergrund, unsere 
Tonarten, unsere Notenschrift gehen aus den alten hervor, neue Formen 
entstehen. Die Instrumentalmusik schreitet auf der Bahn selb- 
ständiger Entwicklung fort. In stetig ansteigender Linie, in einheit- 
lichem Zusammenhang nach Eichtung und Charakter, Form und Inhalt, 
erstreckt sich diese bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts: Die 
Erste Epoche der Instrumentalmusik (Klaviermusik). 

Der großen Epoche vokaler Kontrapunktik folgt nun die der 
instrumentalen Kontrapunktik. Die alten kontrapunktischen Formen 
erhalten ein instrumentales Gepräge, neue rein instrumentale Formen 
gehen aus ihnen hervor. Die Orgel nimmt den Mittelpunkt dieser Ent- 
wicklung ein; unter ihrem Einfluß steht die gesamte Instrumentalmusik. 

Doch gleichzeitig wirft schon die Morgenröthe einer neuen 
Kunst ihren Widerschein auf das Gebiet der Instrumente. Mit der zu 
Beginn des 17. Jahrhunderts aufsteigenden Herrschaft des Sologesanges 
und der Oper wird auch den Instrumenten eine neue Wirkungssphäre 
eröffnet: die harmonische Begleitung. Die Orgel in der Kirche, 
Laute und Klavier auf der Bühne, im Hause, übernehmen diese Auf- 
gabe. Es bildet sich eine harmonische Praxis aus. Indem nun weiter 
das Instrument die Melodie mit der harmonischen Begleitung in sich 
zu vereinen strebt, ist ein neuer instrumentaler Stil geschaffen. Dem 
kontrapunktischen Stil gegenüber ersteht der harmonisch-melodische 
Stil. Dieser noch unfrei und beschränkt, verharrt lange in unter- 
geordneter Bedeutung. 

Während so alte und neue Kunst ihren Einfluß auf die Instru- 
mentalmusik des 17. Jahrhunderts üben, macht sich auch jenes Element 
in ihr geltend, welches schon die Frühzeit derselben umgibt: die 
Volksmusik. Geschichtlich wenig erforscht, fühlen wir ihr Leben und 
Weben in der Kunstmusik seit dem 15. Jahrhundert. — Kunst- und 
Volksmusik, das sind die beiden Ströme, welche die Jahrhunderte 
der Entwicklung durchziehen, der eine uns zuweilen sichtbar, der andere 
uns tief verborgen. Endlich nimmt die Kunstmusik die Volksmusik in 
sich auf. Und von da an vermögen wir erst ihr Wesen zu erkennen. 
Denn wie man in dem Hauptstrome den sich ergießenden Nebenfluß, 
obwohl mit ihm vereinigt, noch lange an Strömung und Farbe verfolgen 
kann, so auch in der Kunstmusik des 15. und 16. Jahrhunderts die 



IX 

Strömung der Volksmusik. Die Volksmusik in Lied und Tanz war es, 
aus welcher die Instrumentalmusik jener Zeit reichlichen Lebensstoff 
bezog; sie war es auch, deren Formen, Khythmus und Charakter, end- 
lich zum Durchbruch gekommen, den späteren Aufschwung dieser Kunst 
herbeiführte. 

Durch die Vervollkommnung des Baues der Instrumente und die 
steigende Kunstfertigkeit in der Behandlung derselben entwickelte 
sich seit dem 17. Jahrhundert eine instrumentale Technik, welche 
ihrerseits fördernd auf die schaffende Produktion einwirkte. 

Aus allen diesen Elementen hervorgegangen und Lebenskraft 
schöpfend, rang sich die Instrumentalmusik allmählich zur Gleich- 
berechtigung mit der Vokalmusik empor. 

Die Zusammengehörigkeit von Orgel und Klavier ist im 17. Jahr- 
hundert noch vorherrschend, doch außerhalb derselben hat das Klavier 
schon ein eigenes Gebiet gewonnen. 

Die Klavier Instrumente dieser Epoche kommen in mannig- 
fachen Arten vor, welche aus den beiden Hauptgattungen, Clavichord 
und Virginal, abzweigen, als: Clavecin, Spinett, Clavicembalo usw. Das 
Hammerklavier (Pianoforte), dessen Erfindung der ersten Hälfte des 
18. Jahrhunderts angehört, hatte hier noch nicht jene Werthschätzung 
und Verbreitung gefunden, um bei den Klavierwerken dieser Zeit in 
Betracht zu kommen. 

Die Formen der Orgel- und Klaviermusik in dieser Epoche, 
theils kleinere oder einfache, theils größere oder zusammengesetzte 
(cyklische), lassen sich in folgende Gruppen zusammenfassen: 

a) Die kontrapunktischen (fugierten) Stücke; sie kommen in 
mannigfaltigen Gestaltungen vor, strenger oder freier, auch von har- 
monischen Sätzen durchbrochen, auf eine Grundstimme (Cantus firmus) 
gebaut oder frei erfunden. Sie tragen verschiedene Benennungen, als: 
Eicercari, Fuge, Canzone, Fantasie, Capricci usw. Zahlreichen kontra- 
punktischen Stücken liegt der Choral zugrunde (Choralbearbeitungen). 

b) Figurierte Stücke. Die Figuration ist ausschließlich durch- 
geführt, wie in vielen Präludien, oder sie durchzieht einzelne Partien 
der Fantasien, Capricci etc. Die Variationen (Doubles, Partien); sie 
enthalten nebst Figurationen auch kontrapunktische Umbildungen. Der- 
selben Gattung gehören auch die Passecaille, Ciaconna usw. mit ihren 
knappen Grundgedanken und vielgestaltigen Veränderungen an. 

c) Toccaten. Von dem kurzen, mit allerhand Läufen und Figuren 
ausgestatteten Spielstück ausgehend, erweitert sich die Toccata zu einer 
mehrgliedrigen Form, welche kontrapunktische Sätze, auch Fugen, in 
sich aufnimmt. 

d) Lied- und Tanzformen. Diese sind Übertragungen von 
Volksliedern und Tänzen, oder sie erscheinen zum Charakterstück frei 
entwickelt. Melodie und Ehythmus sind hier vorherrschend. Melismatische 
Verzierungen umranken häufig die Melodie. 

Als erste cyclische Form findet sich: 

e) Die Suite. Eine „Folge" kleinerer Stücke, Tanzformen und 
Charakterstücke, in sinnvoller Anordnung zusammengestellt. Sie ent- 



X 

wickelte sich im 17. Jahrhundert aus den Liedern und Tänzen der 
Orgel- und Lautentabulaturen. Die Suite kommt auch unter den Be- 
zeichnungen: Partie, Partita, Ordre vor. Die Blüthezeit der Suite fällt 
in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Mehrzahl der Suiten 
gehört der Klaviermusik an. Die Suite verschwindet von 1750 an, 
um erst in neuester Zeit in verändertem Charakter wieder aufzutauchen. 

/) Die Sonate. Die Suite ist die Vorgängerin der Sonate. Der 
Name „Sonata" ist jedoch weit älter. Im 16. und 17. Jahrhundert 
bezeichnete man ein Tonstück für mehrere Instrumente überhaupt als 
Sonata oder Sinfonia. Eine bestimmtere Form erhielt die Sonate erst 
mit der Bildung eines instrumentalen Kammerstils in der zweiten 
Hälfte des 17. Jahrhunderts. Diese ist es, welche zu Ende desselben 
Jahrhunderts auf das Klavier übertragen wurde; VoUstimmigkeit und 
homophones Wesen bilden die Hauptmerkmale dieser Form. Mit unserer 
heutigen Sonatenform hat sie bloß die Mehrsätzigkeit gemein. — Die 
Kammersonate für Streichinstrumente entwickelte sich andererseits zur 
Konzert form (Concerto grosso), welcher sich auch die (alte) Form 
des Klavierkonzertes mit Begleitung anschloß. 

g) Die Ouvertüre. Auch diese, der Oper angehörige und für 
mehrere Instrumente bestimmte Form kommt als Übertragung für das 
Klavier vor. Man unterschied sie, je nach dem Charakter und der An- 
ordnung ihrer Theile, in die französische und italienische. 

An der Entwicklung der Orgel- und Klaviermusik nehmen die 
Italiener, Deutschen. Franzosen und Engländer Theil. In 
diesem nationalen Konzert gehen die Italiener voran, die Deutschen, 
immer bedeutender eingreifend, übernehmen nach ihnen die Führung, 
während die Franzosen in einer speziellen Sphäre verharren, die 
Engländer bald vom Schauplatze abtreten. 

Schöpferisch in der Bildung der selbständigen Instrumentalmusik 
erschienen zu Ende des 16. Jahrhunderts die Italiener (Venetianer) ; 
eine spezifische Klaviermusik fanden wir .^ gleichzeitig bei den Eng- 
ländern. 

An der Schwelle des 17. Jahrhunderts erscheint, aus der Vene- 
tianischen Schule hervorgegangen, doch auch von den englischen Vir- 
ginalisten beeinflußt, der Niederländer Sweelinck, dessen Orgelkunst 
ihre Nachfolge in Deutschland findet. Die Italiener besitzen in Fresco- 
baldi ihren größten Meister der Orgel im 17. Jahrhundert. Weniges 
hat sich von den Orgelwerken Sweelinck's erhalten, genug, um ihn 
als achtunggebietenden Tonsetzer, als Pionier der Orgelfuge, wie als 
Virtuosen auf seinem Instrument zu erkennen. Zahlreich sind dagegen 
Frescobaldi's Orgelstücke, unter denen sich Fugiertes in strenger und 
freier Form (Ricercari, Canzonen), Toccaten mit regellosem Laufwerk, 
Variationen, Tänze usw. vertreten finden. Erfinderisch und vielseitig, 
wurde Frescobaldi bestimmend für die Formentwicklung der Orgelmusik. 
Inhaltlich imponiert er durch Züge von Größe, ohne uns innerlich näher 
zu treten. Beider Meister bedeutendste Schüler waren Deutsche. Aus 
Sweelinck's Schule ging Scheidt hervor, Frescobaldi's Schüler war 
Pro berger. Scheidt' s vielgestaltige Choralbearbeitungen und Variationen 



XI 

zeigen den bedeutenden und vorgeschrittenen Meister. Froberger ist aa- 
muthender als sein großer italienischer Vorgänger, namentlich in der 
Toccata, welche er zur mehrsätzigen Form erweiterte. Noch eine Keihe 
bedeutender Organisten und Orgel-Komponisten brachte Deutschland 
im 17. Jahrhundert hervor; sie gehören fast ausschließlich der prote- 
stantischen Kunst an. So Pachelbel in seinen zahlreichen sinnigen 
Choralbearbeitungen und Fugen, Buxtehude, den großen nordischen 
Orgelmeister, dessen Choralbearbeitungen, Fugen, Passecaglia durch 
Kraft und Kunst imponieren, Georg Muffat, der in seinen Toccaten 
hervorragend ist. 

War Deutschland im 17. Jahrhundert das Land der großen Orgel- 
kunst, so nahm in Italien gleichzeitig die Instrumentalmusik einen 
Aufschwung nach anderer Richtung. Durch die Entwicklung der Oper 
zu gesteigerter Vielseitigkeit und Charakteristik wurde die Theilnahme 
der Instrumente eine lebhaftere, die Behandlung des Orchesters be- 
reichert und verfeinert. Hier war vor allem Monte verdi bahnbrechend. 
Als selbständige Instrumentalform entstand die Ouvertüre. In Italien, 
der Heimath der Violine und der Saiteninstrumente überhaupt, bildete 
sich ferner, an die Venetianer anknüpfend, eine instrumentale Kammer- 
musik, als deren Begründer Corelli anzusehen ist. Eine Reihe ita- 
lienischer Tonsetzer folgt ihm auf dieser Bahn. Die Kammersonate für 
mehrere Instrumente entwickelt sich bei ihnen zur bestimmten Form, wie 
später Vivaldi der tonangebende und mustergiltige Vertreter der alten 
Konzert form wird. Beide Formen, Sonate und Konzert, werden auch 
von der Klaviermusik aufgenommen. Die erste Übertragung der Sonate 
für mehrere Instrumente auf das Klavier wurde von Kuhn au Ende 
des 17. Jahrhunderts versucht; es ist die älteste Klaviersonate. 
Kuhnau's Sonaten und Partien gehören zu den historisch wichtigsten 
Erscheinungen der Klavierliteratur. 

Auch in Frankreich findet sich zur Zeit Ludwig XIV. eine 
instrumentale Kammermusik in den „24 Violons du Roy" und die Oper 
Lully's enthält nebst einer unerheblichen Begleitung des Gesanges selb- 
ständige Instrumentalstücke, Ouvertüren und Tanzformen. Gleichzeitig 
entsteht eine spezifisch französische Klaviermusik, klein, zierlich, 
dem französischen Geschmack und der Zeit entsprechend. Hier herrscht 
der harmonisch-melodische Stil (mit nur schwachem polyphonen 
Einschlag) in Lied und Tanzweise; die Melodie ist mit zahlreichen Ver- 
zierungen geschmückt, welche sie wie mit einem durchsichtigen Ge- 
webe von Spitzen und Stickereien überdecken. Es weht aus diesen 
Stücken die Hofluft Ludwig XIV. mit ihrer steifen Etikette, ihrer zier- 
lichen lind gezierten Galanterie. 

Begründer dieser Schule ist Chambonnieres, Hof-Klavierspieler 
Ludwig XIV.; ihren Höhepunkt erreicht sie aber in Francois 
Coup er in. Seine zahlreichen kleinen Stücke, in Suiten (Ordres) zu- 
sammengefaßt, Rondeaux, Tanzformen usw. sind meist beschreibender 
und darstellender Tendenz. Originell, gemüthvoll, oft von feiner Melodik 
und Charakteristik, bewegen sich diese Stücke in einer eng begrenzten 
Manier. Ihren letzten Ausklang fand die französische Klavierschule in 



XII 

( 
Eameau. Weniger innerlich als sein Vorgänger, überbietet er diesen an 
Charakteristik, Lebendigkeit und äußeren Glanz. Couperin's Stil wurde 
auch in der deutschen Klaviermusik nachgebildet und mit deren Eigenart 
verschmolzen. 

Mit dem 18. Jahrhundert taucht in der Klaviermusik Italiens 
eine freiere, lebendigere Bewegung auf, es kündigt sich in ihr der ver- 
heißende Übergang zu dem neueren Klavierstil an. Auch die Grund- 
züge unserer Sonatenform kommen zur Erscheinung. Durante's Sonaten 
in zwei Sätzen gehören dieser neuen Richtung an; andere Italiener 
lassen sie von ferne gewahren. Vor allem ist es der geniale Dom. 
Scarlatti, der eine ganz neue Bahn in seinen zahllosen (einsätzigen) 
Sonaten einschlägt. Erfindungsreich und kühn, aber ohne besondere 
Tiefe, enthalten diese Stücke, welche den ersten Satz der Sonate 
in den Umrissen vorstellen können, bis dahin ungeahnte Fortschritte 
in der Technik und Eigenart des Instrumentes. Wie sich bei Scarlatti 
kaum eine künstlerische Abstammung nachweisen läßt, so deuten auch 
seine Werke prophetisch in weite Fernen. 

Die großen deutschen Tonmeister Händel und Bach beschließen 
diese Epoche. Händel 's Instrumentalmusik, freier und sinnlicher, ist 
von italienischem Wesen beeinflußt. Seine Orgel-Konzerte, seine Klavier- 
Fugen und Suiten tragen jene individuellen, weithin erkennbaren Züge, 
welche Händel's Musik charakterisieren, und die in ihrer Klarheit und 
Natürlichkeit wieder wie etwas allgemeingiltiges, wie die Züge ihrer 
Zeit erscheinen. Händel's Klavier-Fugen sind energisch, gedrungen und 
von plastisch klarer Gestaltung; seine Suiten, dem homophonen Wesen 
sich zuneigend, schließen Einzelnes von klassisch-einfacher Schönheit 
in sich; die Orgel-Konzerte, aus der italienischen Konzertform hervor- 
gegangen, sind kraftstrotzend und gediegen, doch vorwiegend forma- 
listisch und durch häufige Wiederholungen ermüdend. 

In Bach erkennen wir Vollendung und Abschluß der alten 
Instrumentalmusik. Alle nationalen Richtungen, auch die Errungen- 
schaften seiner bedeutendsten Vorgänger in sich aufnehmend und mit 
seiner Individualität verschmelzend, alle instrumentalen Formen aufs 
Reichste ausgestaltend, hat Bach dieser Kunst auch den tiefsten Ausdruck 
verliehen. Die kontrapunktische Setzart, die Fuge finden in ihm ihren 
Beherrscher. Bach's Fugen lassen durch die Natürlichkeit des logischen 
Baues, und die Vielseitigkeit des Ausdruckes ihre Künstlichkeit ver- 
gessen. Die Klavier-Suite, die Toccata, die Fantasie, das Klavier-Konzert 
alter Form, haben in den Schöpfungeu Bach's ihren Höhepunkt ge- 
funden. In seinen Orgel-Fugen, Toccaten, Passacaglien, Konzerten ver- 
einen sich unbeschränkte Kunst mit gewaltiger Kraft und Tiefe des 
Geistes zu unvergleichlicher Wirkung. Er ist der größte Meister der 
Klaviermusik dieser Epoche, der größte Meister der Orgel für 
alle Zeiten. 

Die alte Instrumentalmusik in ihrer vorwiegend künstlichen, ge- 
lehrten Haltung war fast ausschließlich nur den Fachmusikern zugäng- 
lich; sie stand dem Verständnis und der Theilnahme des Volkes ferne, 
welches nur durch die Kirche mit ihr in eine äußerliche Beziehung 



XIII 

trat. Bach's Kunst erglänzte zu ihrer Zeit nur einem begrenzten Kreise 
und verschwand bald fast ganz vom Horizonte. 

Der Instrumentalmusik brach ein neuer Morgen an. Ein warmer, 
belebender Hauch zog über sie hin. Ungebundener und freier ist 
die Atmosphäre, welche sie durchdringt, freiere, flüssigere und klar 
gegliederte Formen bilden sich, welche eine freiere, wärmere Empfindung 
in sich aufnehmen. Der gebundene, kontrapunktische Stil tritt nun auch 
in der Instrumentalmusik in den Hintergrund, während der freie, har- 
monisch-melodische, der leitende wird. Die Fuge tritt den Vor- 
rang der Sonate ab. Nun kommt der Einfluß der Volksmusik in 
Melodie und Ehythmus zum Durchbruch. Die Instrumentalmusik erreicht 
ihre volle, unmittelbare Wirkung. Mit dieser wächst ihre Verbreitung 
und Volksthümlichkeit in überraschendem Maße. Die Instnimentalmusik 
wird zur herrschenden Kunst. 

Dieses Aufblühen der Instrumentalmusik um die Mitte des 
18. Jahrhunderts eröffnet ihr und der Tonkunst im allgemeinen 
eine neue Epoche. 

Die Klaviermusik nimmt an der neuen Richtung der Instru- 
mentalmusik nicht bloß Theil, sie geht ihr in dieser voran. In Italien 
vorbereitet, spricht sie sich zuerst deutlich in Em. Bach, dem Meister 
der Klaviermusik aus. 

Wie dessen Vater Sebastian Bach den Abschluß der alten In- 
strumentalmusik bedeutet, so erscheint Emanuel als der wichtigste Vor- 
läufer der großen Meister der neueren Instrumentalmusik. 

In Em. Bach tritt uns der neuere Klavierstil als etwas Fertiges 
in seiner Frische und Ursprünglichkeit entgegen. Em. Bach's Klavier- 
musik ist vorherrschend melodisch; sie ist auch rhythmisch höchst 
mannigfaltig, oft kompliziert, erfindungsreich und lebendig, theils von 
sinniger Empfindung, theils humoristisch, reich an frappanten Wen- 
dungen und Modulationen, die zuweilen einen Anflug von Bizarrerie 
annehmen. Gesangmäßiges wechselt mit lebhaften Figuren und Passagen, 
welche den Spielreichthum des Instrumentes entfalten. Wie bei Dom. 
Scarlatti herrscht auch bei Em. Bach die Zweistimmigkeit vor, daher 
die Klangwirkung oft leer erscheint. Auch finden sich unter seinen 
zahlreichen Klavierwerken viele von geringerem Werth und Interesse. 
Em. Bach schuf die Grundzüge der modernen Sonatenform. Diese ist 
noch knapp und wenig entwickelt; die Mittelsatz-Gruppe fehlt fast 
gänzlich. Einflußreich wie seine ganze Eichtung und seine Klavier- 
werke, wurde auch sein Schulwerk „Versuch über die wahre Art das 
Klavier zu spielen" zur Autorität für musikalische Generationen. 

Universeller und weit bedeutender ist Haydn. Die Klaviermusik 
bildet nur ein kleineres Gebiet seiner schöpferischen Thätigkeit. In 
diesem nach dem Muster Em. Bach's gebildet, wird er dessen Nachfolger. 
Während aber Em. Bach uns entlegener, fremdartiger erscheint, blicken 
wir hier in vertraute, anheimelnde Züge. Haydn' s Klaviermusik ist 
musikalisch anmuthender, geschmeidiger und rhythmisch klarer als die 
Em. Bach's. Frische, Originalität und Humor bilden ihren Grundcharakter, 



XIV 

I 
während in den Adagios mancher tiefere Zug der Empfindung hervor- 
tritt. Die Form ist im wesentlichen jene Em. Bach's, nur selten etwas 
ausgeführter. Haydn hat zahlreiche Sonaten und Klavier -Trios ge- 
schrieben ; letztere zeigen einen entschiedenen Fortschritt über seinen 
Vorgänger hinaus. 

Breitere Melodie, größere Wärme bilden vor allem die Steigerung 
in der Mozart'schen Klaviermusik. Jene Formschönheit, Klangrein- 
heit und spielend leichte Erfindung, welche Mozart eingeboren sind, 
zeichnen auch seine Klavierwerke aus. In den Gedanken wechseln edler 
Ausdruck mit harmlosem Tonspiel toU kindlicher Naivität; in der Aus- 
führung herrscht ungetrübte Harmonie und jenes keusche Maß, welches 
die Modulation, wie die Polyphonie durchdringt, und niemals in barocken 
Einfällen und Launen sich verliert. Mozart erweiterte die Sonatenform 
durch einen ausgeführten gesangsartigen Mittelsatz. Einige seiner 
Sonaten, sowie eine Reihe anderer seiner Klavierstücke sind von bleibender 
Schönheit, den Schwerpunkt seiner Klaviermusik bilden aber die Klavier- 
Konzerte. Ihre Neuheit in Form und Stil ist eine vollständige. Er- 
scheint auch der Klavierpart zuweilen in den Gedanken klein, in den 
Passagen verblaßt, so adelt die symphonische, mit dem Hauptinstrument 
konzertierende, zauberhafte Behandlung des Orchesters diese Werke, 
welche wahrhafte musikalische Schätze bergen. Auch hat Mozart die 
ersten bedeutenden vierhändigen Klavierstücke in seinen unvergleich- 
lichen Sonaten usw. geschaffen. 

Beethoven erfüllte die Instrumentalmusik mit dem bedeutendsten 
Inhalt. Die tiefsten Empfindungen der Menschenseele, die gewaltige 
Tragik des Lebens, wie die beseligenden Eindrücke der Natur, sie 
spiegeln sich in seiner Musik. Das Tonspiel wird ihm zur Tonsprache, 
und in dieser ward es ihm gegeben zu sagen das Unsagbare. Indem 
Beethoven das Klavier zum Dolmetsch seiner tiefinnerlichen Ideen er- 
wählte, erhob er es in eine ideale Sphäre. Wie Bach in der alten 
Klaviermusik, so läßt Beethoven in der neueren alles Vorher- 
gegangene weit hinter sich. Seine Klavier -Sonaten bilden neben 
Bach's Fugen den theuersten Besitzstand der Klaviermusik. Die Form 
der Sonate erweiterte Beethoven durch breitere Ausspinnung der Ge- 
danken und episodische Partien bis an ihre Grenzen ; zugleich schwinden 
unter der Fülle des Inhaltes die scharfen Konturen der Form, welche 
beide zu einem einheitlichen Organismus verschmelzen. Eine bis dahin 
ungeahnte vielseitige Charakteristik offenbart sich in diesen Werken, 
deren jedes ein individuelles Leben in sich birgt, während die Energie 
und Geistestiefe des Meisters sie mit einem gemeinsamen Band um- 
schlingt. Beethoven bereicherte die Klaviermusik ferner durch seine 
glänzenden Konzerte, seine Trios, Sonaten mit Violine und Cello, 
in jeder dieser Gattungen eine beherrschende Stellung einnehmend. 

Em. Bach, Haydn, Mozart, Beethoven bilden eine an- 
steigende Linie der Entwicklung der Klaviermusik in ihren hervor- 
ragendsten Erscheinungen. Sie umfassen die Epoche 1750 — 1830. 

Ihnen zur Seite stehen jene Meister der Klaviermusik, welche 
ihre Eigenthümlichkeit und spezielle Bedeutung selbst neben den größeren 



XV 

Zeitgenossen behaupten, Meister, welche Technik und Wirkung des In- 
strumentes förderten, neue Seiten des Klavierstils entfalteten, oder ihren 
Werken ein bedeutendes individuelles Gepräge verliehen und somit 
wesentliche Glieder des Fortschrittes darstellen. 

Glementi, ein Zeitgenosse Mozarts, den er um vier Dezennien 
überlebte, ist hervorragend in der Klavier so na te. In dieser Form 
ungemein fruchtbar, förderte er ihre Entwicklung namentlich in tech- 
nischer Beziehung. Erfindung, Lebhaftigkeit und Vielseitigkeit sind 
seinen Sonaten eigen, deren manche sich auch in Charakter und Aus- 
druck zum Bedeutenden erheben. Glementi, auch künstlerisch von ita- 
lienischer Abkunft, in der Sonate ein Nachfolger seiner Landsleute 
Scarlatti und Paradies, wurde später durch Mozart' s Einfluß vertieft 
und erwärmt. Seine Studien werke sind werthvoll zur Bildung einer 
gediegenen Technik. Glementi hat Schule gemacht und wurde weithin 
bestimmend für die technische Gestaltung der Klaviermusik. 

Hummel, in Schule und Stil nach Mozart gebildet, entfaltete 
die volle Eigenthümlichkeit des Instrumentes, seine Klangschönheit, seine 
eleganten, gefallsamen Wirkungen; er pflegte den weichen Gesang, wie 
die zierliche oft kokette Ornamentik. Seine Musik enthält Edles, auch 
Äußerliches bis zur modischen Oberflächlichkeit. Unter seinen zahl- 
reichen Werken ragen seine Konzerte durch Feuer und Eleganz, 
dann mehrere Sonaten und das Septett als gediegene, klargeformte 
Kompositionen hervor. 

Weber, dessen kunstgeschichtliche Hauptbedeutung auf dem Ge- 
biete der Oper liegt, kann auch in der Klaviermusik durch seine 
Originalität einen bevorzugten Eang beanspruchen. Auch durch seine 
Klavierstücke geht ein volksthümlicher, natürlicher Zug, auch hier ge- 
wahren wir jene melodischen Wendungen, die uns aus seinen Opern 
vertraut sind. Oft erinnert seine Klaviermusik geradezu an den Opernstil. 
Feurig und bravourös, von anmuthigen, graziösen Partien durchzogen, 
dabei oft äußerlich und leer, zaweilen an das Triviale streifend, so 
erscheint Weber's Klaviermusik. Seine Sonaten, sein Konzertstück, nebst 
der populären „Aufforderung zum Tanze" repräsentieren Weber als 
Klavier-Komponisten. 

Schubert, der Meister des Liedes, ist auch als Instrumental- 
komponist hervorragend. In seinen bedeutendsten Instrumental werken 
erscheint er, der Einzige unter den Zeitgenossen, fast ein Eivale 
Beethoven's. An Tiefe und Idealität des Inhaltes von diesem übertroffen, 
in bezug auf Form, logische Entwicklung und organischen Bau weit 
loser und flüchtiger als dieser, steht Schubert doch in seiner un- 
vergleichlichen Eigenthümlichkeit neben diesem Meister. Unerschöpflich 
an schönen Gedanken, fesselnd durch den natürlichen Reiz der Melodie, 
oft mächtig ergreifend durch kühne Harmonie, Stimmung und Tiefe des 
Ausdruckes, wirkt Schubert 's unreflektierte Musik unmittelbar und 
eigenartig. Auch in seiner Klaviermusik ist es die mühelose 
Fruchtbarkeit, die uns vor allem mit Staunen erfüllt. Aus dieser 
folgt auch der ungleiche Werth seiner Stücke; viele unter ihnen sind 
schwächer in Erfindung und Haltung, einförmig, durch Wiederholungen 



XVI 

( 
ermüdend. Seine Klavier-Sonaten in ihren bedeutendsten Sätzen, einige 
der kleineren Stücke, das Klavier-Quintett, die beiden Trios, dann viele 
seiner zahlreichen vierhändigen Stücke sichern aber Schubert einen der 
ersten Plätze unter den Meistern der Klaviermusik. 

Um diese Meister ersten Ranges gruppieren sich zunächst 
jene Tonsetzer, welche, theils deren Bahnen folgend, theils in spezieller 
Eigenthümlichkeit, sich zur Bedeutung erheben. Ein weiterer Kreis 
zahlreicher Klavier-Komponisten füllt und vervollständigt das Ge- 
samtbild dieses Gebietes; ein bunter Kreis, mannigfaltig abgestuft an 
Bedeutung, Richtung und Individualität. Ernstes und Hochstreben- 
des, wie Heiteres und Gefallsüchtiges, Gediegenes, Modisches 
bis zum Alltäglichen und Flachen sind darin vertreten. Alle Formen 
und Gattungen dieses Kunstzweiges erscheinen in mehr oder minder 
ausgedehntem Maße gepflegt. Kontrapunkte und Fugen treten immer 
mehr in den Hintergrund, dagegen ergießt sich eine Fluth von Kia Vier- 
sen aten mit und ohne Begleitung in die Klavierliteratur. Immer 
üppiger gedeihen auch die leichteren, gefälligen Lied-, Tanz-, Varia- 
tionen-, ßondo-Formen, welche der leichtlebigen Muse des Dilet- 
tantismus dargebracht werden. Zahlreiche Klavierschulen und 
technische Studien kommen dem stets wachsenden Bedürfnisse des 
Kunstbetriebes entgegen. 

In den Reihen dieser Klavier-Komponisten verfolgen wir den Ent- 
wicklungsgang von den letzten Ausläufern der alten Schule und der 
Vorhut der neueren Richtung zu den Zeitgenossen der großen 
Meister bis zu den Grenzlinien der modernen Klaviermusik. 

Der Frühzeit dieser Epoche gehören an: die Söhne Bach's, 
der tiefsinnige, wenig fruchtbare Friedemann, und der modernere, 
galante, vielschreibende Christian; Bach's Schüler: der kontrapunktisch 
geschulte J. Ludw. Krebs und der Theoretiker Kirn b er g er; der 
gelehrte Marpurg, der Italiener Paradies, dessen Sonaten der Vor- 
bereitung des neuen Stils angehören, der patriarchalische Wagen seil 
mit seinen pedantisch steifen Konzerten und Sonaten, der fruchtbare 
E. W. Wolf, der gediegenere Wilh. Hässler. 

Die Zeitgenossen Haydn's und Mozart's stehen alle mehr 
oder minder vollständig unter dem Einflüsse dieser großen Meister, 
während Beethoven, seine Zeit überragend, einsamer, erst auf das 
kommende Künstlergeschlecht entscheidend einwirkt. 

Direkt an Haydn schließt sich sein Schüler Pleyel, dessen 
zahllose gefällige Werke die Mode der Zeit beherrschten. Die Wiener 
Komponisten Kozeluch, Abbe Gelinek, Eberl, Wanhal bewegen 
sich geistlos in der Haydn-Mozart' sehen Bahn. Edler und bedeutender 
ist Dussek, der sich in seinen Sonaten an die Koryphäen anschließt, 
während Steibelt, gewandt und gefällig bis zum Flachen, und Wolf 1, 
technisch unternehmend, ohne Tiefe, der Virtuosen- und Mode-Richtung 
angehören. Diese letzteren waren Zeitgenossen, zum Theil Rivalen Beet- 
hoven' s in der Gunst des Tages. 

Interessante Erscheinungen sind: Krommer, Prinz Louis Fer- 
dinand, L. Berger. Ries, ein Schüler Beethoven's, folgte einer 



XVII 

ernsten, aber wenig eigenthümlichen Eichtung. Gramer, aus Clementi's 
Schule hervorgegangen, ist nicht bloß durch seine gediegenen Etüden, 
sondern auch durch seine Sonaten den bedeutenden Klavier-Komponisten 
beizuzählen. 

Gharakterköpfe bestimmt ausgesprochener Physiognomie sind: 
John Field, der durch seine sentimental-schwärmerischen Not- 
turnos eine weite Perspektive der Zukunft eröffnete; 

Spohr, auf anderen Gebieten ein Meister ersten Ranges, dessen, 
in Mozart' s Geist getauchter, eigenthümlicher Stil auch seine Klavier- 
musik durchdringt; 

n s 1 w , dessen Kammermusik vornehme Haltung und interessante 
Arbeit auszeichnet; 

Moscheies, der in langgestreckter Laufbahn vom flachen Mode- 
Komponisten zum Bewunderer Beethoven's und Mitstreber der klassischen 
Eichtung sich erhebt, dann in schärferer Charakteristik, zuweilen bizarr, 
zur Eomantik vordringt; 

Tomaschek, dessen derb -kräftige, dabei naive Klavierstücke 
ihre prägnante Eigenthümlichkeit besitzen. 

Die Technik des Instrumentes förderten im allgemeinen alle 
großen Meister durch ihre Werke, welche den Fortschritt auch in dieser 
Beziehung anbahnten. Speziell in dieser Eichtung haben Em. Bach, 
Clementi, Hummel Hervorragendes geleistet. In erster Linie sind 
auch die Etudenwerke von Gramer und Moscheies zu nennen, welche 
am Schlüsse dieser Epoche erschienen und in bleibendem Ansehen sich 
erhielten. 

Von den älteren Klavierschulen sind hervorzuheben: Jene von 
A. E. Müller, welche auch neuere Bearbeitungen fand, und die Pariser 
Schule von L. Adam, dessen Schüler Kalkbrenner den Glanz der 
französischen Virtuosenschule bezeichnet. 

Die Wiener Klavierschule, welche sich durch brillante Aus- 
bildung der Technik, wie durch klangseliges Tonspiel charakterisiert, 
fand in Karl Gzerny ihren Großmeister, dessen zahllose Studien werke 
von weitreichendem Einfluß auf die technische Gestaltung des Klavier- 
spieles und die Unterrichtsmethode der Zeit wurden. Die Eichtung 
seiner sonstigen massenhaften Produktion seichter Modeware trug zur 
Gedankenleere und Verflachung der Klaviermusik Vieles bei. Gzerny's 
Herrschaft im Eeiche des Klavierspieles beginnt ebenfalls mit dem 
Schlüsse dieser Epoche und reicht in die folgende hinein; seine Schule 
fand in dem späteren Virtuosenthum eine glänzende Fortsetzung. 

Technik und instruktive Zwecke förderten noch: Logier, der 
Erfinder einer eigenthümlichen Unterrichtsmethode, Kiengel in seinem 
großen Kanon- und Fugen werke, AI. Schmitt in seinen gediegenen 
Etüden. 

Instruktive Unterrichts- und Unterhaltungsmusik leichtester Art 
lieferten gleichzeitig: Diabelli in Wien (der modernere Wanhal), 
Kuh lau, später Jak. Schmitt. 



XVIII 

Während die große Masse der Klavier-Komponisten theils in geist- 
losem Formalismus, theils in leerem Getändel behaglich und breit ver- 
harrte und so ein Bild der Stagnation bietet, erblicken wir in den 
Werken der großen Meister die verbindenden Übergänge zur angrenzenden 
neuesten Epoche der Klaviermusik. In ihnen dämmert auch schon 
die romantische Eichtung auf; so vor allem in Beethoven, Schubert, 
Weber, Pield. 

Die romantische Schule mit Mendelssohn, Schumann 
an der Spitze und dem späteren Brahms, welche unter dem unmittel- 
baren, mächtigen Einfluß Beethoven^s steht, wendet sich aber zugleich 
zur Bach'schen Kunst zurück und findet in dieser ihren eigentlichen, 
charakteristischen Hintergrund, — Der schwärmerische Chopin läßt 
sein Vorbild in Field erkennen. — Aus der virtuosen Eichtung Hummel's, 
Czemy's, Weber's gehen die neuesten Koryphäen Thalberg, Henselt, 
Liszt hervor. — 

An diese verbindenden Fäden knüpft die Portsetzung dieser ge- 
schichtlichen Skizze im zweiten Bande dieses Werkes an, welcher die 
Klaviermusik von 1830 bis zur Gegenwart zum Gegenstande hat. 



Plan des Werkes. 

Eine umfassende und detaillierte Motivierung des Inhaltes vorliegenden 
Werkes, des Planes, der Anordnung und Auswahl in demselben, würde die 
Grenzen einer Einleitung überschreiten. Nur allgemeine Gesichtspunkte, dem 
nächsten Verständnis dienend, dann Andeutungen zur praktischen Verwerthung 
können Gegenstand derselben sein. 

Es bedarf nur einer flüchtigen Erwähnung, daß, wie in jeder geschicht- 
lichen Darstellung, auch hier die Eintheilung nach Epochen nicht in 
allzu scharfer Abgrenzung aufzufassen ist, daß auch hier zahlreiche feine Über- 
gänge dieselben durchziehen und verbinden; ebensowenig darf die Rangord- 
nung und Gruppierung der einzelnen Meister schablonenhaft und ohne 
nuancierte Unterscheidung aufgenommen werden. 

Die unserer Übersicht der Klavier-Literatur zugrunde gelegten Zeit- 
epochen ergeben sich aus der historischen Entwicklung natürlich und un- 
gesucht. Ein unbestimmter Zeitraum (hier aber durch das älteste bekannte 
Instrumentalwerk begrenzt) geht als Vorbereitungs-Epoche dem Jahre 
1600, diesem Angelpunkt einer neuen Kunstrichtung, voran; in dieser Epoche 
nimmt die Instrumentalmusik einen untergeordneten Rang ein und geht nur 
aUmählich zur Selbständigkeit über. — Die volle Selbständigkeit ungefähr mit 
1600 antretend, entwickelt sich die Instrumentalmusik in stetigem Zusammen- 
hang, ihrer Formenbildung und inneren Beschaffenheit nach, bis zu ihrem 
Höhepunkte Seb. Bach, mit dessen Todesjahre 1750 die Erste Epoche 
abschließt. — Nach Bach schlägt die Instrumentalmusik eine neue, grund- 
verschiedene Bahn ein, welche ihren deutlichen Ausgangspunkt in dessen Sohn 
Em. Bach nimmt, sich durch die Klassiker Haydn, Mozart (und die gleich- 
zeitigen Meister) bis zu Beethoven erhebt, dessen Tod (1827) den Abschluß 
der Zweiten Epoche mit 1830 motiviert. 

Die Anordnung und Gruppierung der Meister innerhalb dieser 
Epochen folgt dem jeweiligen inneren Charakter der Entwicklung, wie dem 
Zusammenhang und der Stellung der Meister untereinander. — In der Vor- 



XIX 

bereitungs-Epoche. in welcher die noch erhaltenen oder bekannt gewordenen 
Werke spärlicher sind und in längeren Zeitintervallen einander folgen, erschien 
die rein chronologische Ordnung als die angemessenste. Ein Anhang ent- 
hält besondere, aus der chronologischen Folge geschiedene Werke der Zeit. Die 
Literatur der Laute ist getrennt gegeben. — 

Die Darstellung der Ersten Epoche stellt jene Meister voran, welche 
als die Höhepunkte der fortschrittlichen Entwicklung innerhalb derselben 
erscheinen, und zugleich die wichtigsten Vertreter der nationalen ßichtungen 
bilden. Ihnen zunächst folgen jene Tonsetzer, deren Werke an geschichtlicher 
Bedeutung und Kunstwerth sich an die der Koryphäen anreihen. Da die Ge- 
samtentwicklung hier eine vorherrschend nationale ist, in welcher sich be- 
stimmte Typen und Eichtungen zusammenschließen, so erschien die Gruppierung 
der Meister nach Nationen als eine sachgemäße. Während ferner in der 
Vorbereitungs-Epoche die Anführung von Instrumentalwerken überhaupt 
durch die unterschiedslose Gemeinsamkeit der Instrumentalmusik geboten war, 
zieht sich nun die Darstellung auf die Literatur der Orgel und des Klaviers 
zurück, welche sich nun deutlich aus der Gesamtheit ausscheiden. Im 17. Jahr- 
hundert, wo das Klavier schon sein eigenes Gebiet besitzt, ist die Orgelmusik 
nicht mehr vollständig aufgeführt. — Ein Verzeichnis von neueren Werken, 
welche Tonstücke dieser Epoche enthalten, findet sich angeschlossen. 

Die Gesamtentwicklung in unserer Zweiten Epoche folgt den Bahnen 
der großen Tonmeister. Ihr Genie, ihr individueller Stil wirken bestimmend 
auf den Fortschritt der Kunst. Nationale Eichtungen treten in den Hinter- 
grund; die Instrumentalmusik dieser Epoche ist fast ausschließlich deutsch. 
Das Anwachsen und die selbständige Bedeutung der Klaviermusik läßt uns 
nun das Gebiet der Orgelliteratur vollständig verlassen. In der Gruppierung 
der Klavier-Komponisten dieser Epoche gehen, dem Charakter der Entwicklung 
entsprechend, die Koryphäen voran. Ihnen folgen die nächstbedeutenden 
Meister. Die dritte und zahlreichste Gruppe setzt sich bunt aus jenen Klavier- 
Komponisten zusammen, die aus verschiedenen Gesichtspunkten für diese Kunst- 
gattung wichtig oder interessant sind. Die überwiegende Masse der Werke 
dieser Komponisten erscheint uns aber altmodisch und inhaltslos. Innerhalb 
dieser Gruppe wäre eine nuanciertere Unterscheidung nur bei einer aus- 
geführten Darstellung thunlich gewesen. — Von episodischer Bedeutung sind 
jene Meister, deren Schwerpunkt in anderen Kunstgattungen liegt und welche 
die Klaviermusik nur vorübergehend berührten, ferner solche Erscheinungen, 
welche als Curiosa gelten können; sie bilden eine vierte Gruppe. Die zahl- 
reichen Autoren von Klavierschulen und technischen Studien, welche 
eine besondere Literatur repräsentieren, sind in der fünften und letzten 
Gruppe zusammengefaßt. 

Bei der Einreihung der Komponisten in die verschiedenen Epochen war 
in einzelnen Fällen ein Zurück- oder Übergreifen in die benachbarten 
Epochen nicht zu vermeiden; diese Ausnahmsfälle rechtfertigen sich durch 
die Übergänge in der organischen Entwicklung und die untrennbare Zu- 
sammengehörigkeit der betreffenden Meister. Auch war bei dieser Ein- 
reihung nicht immer die Lebenszeit, sondern die Schaffungsperiode oder 
das Erscheinen der wichtigsten Werke der Meister maßgebend. 

Vollständigkeit in materiellem Sinne war bei der enormen Aus- 
dehnung der Klavierliteratur weder beabsichtigt noch erreichbar. Die leitenden 
Grundsätze bei der Auswahl der Komponisten und ihrer Werke können hier 
auch nur angedeutet werden. Vor allem waren alle jene Meister, die wesent- 
liche Glieder in der Entwicklung der Klaviermusik bilden, zu geben; ebenso 
sollten auch die anderen bedeutenderen oder namhafteren Klavier-Komponisten 
sämtlich vertreten sein. Zur Vervollständigung des Literaturbildes war es auch 
unerläßlich, minder bedeutende, selbst nichtige Komponisten, solche, die bloß 
der Mode der Zeit oder dem Tagesbedürfnisse dienten, solche, die in irgend 
einer Beziehung charakteristisch für ihre Zeit sind, endlich auch solche, an 
deren Namen sich ein spezielles Interesse knüpft, aufzunehmen. In der Vor- 
bereitungs- und Ersten Epoche, in welchen das historische Interesse überwiegt 



XX 

und in welchen die Ausbeute spärlicher ist, schien es zweckmäßig, fast alles 
Erreichbare zu nennen. 

Was die von den Tonsetzern aufgenommenen Werke betrifft, so sind 
diejenigen der Meister ersten Eanges vollständig verzeichnet, die der an- 
deren in einer Auswahl gegeben, welche bezweckt, das Bedeutende nebst dem 
Charakterischen und literarisch Interessanten hervorzuheben. In vielen Fällen 
soUte bloß die Wirkungssphäre des Komponisten oder seine quantitative 
Produktion angedeutet werden. In der Anordnung der Werke der ein- 
zelnen Komponisten wurde eine übersichtliche Gruppierung beobachtet. Diese, 
mannigfaltig gestaltet, folgt der Wirkungssphäre der einzelnen Komponisten 
und praktischen Gesichtspunkten. Historische und bibliographische Notizen 
über einzelne Werke wurden theils eingeschaltet, oder wo sie einen größeren 
Raum beanspruchten, nachträglich gegeben. — Die durchgängige Angabe der 
Verleger lag im allgemeinen außerhalb der Bestimmung und dem Charakter 
dieses Werkes ; sie sind jedoch sehr häufig, besonders bei alten und seltenen 
Werken, oder wo eine praktische Rücksicht es wünschenswerth erscheinen ließ, 
genannt. Der Nachweis über das Vorhandensein oder Fehlen der einzelnen 
Stücke wäre von unüberwindlicher Schwierigkeit gewesen. — Die Angabe des 
Preises der Werke lag ganz außerhalb des Rahmens dieser Arbeit. — Die 
Titelbezeichnungen sind bei den älteren Werken in den Original- 
Sprachen, sonst aber, mit wenigen Ausnahmen, deutsch gegeben. Wo die 
Titel für den Zeitgeschmack oder sonst charakteristisch erscheinen, sind 
sie vollständig, andernfalls gekürzt aufgeführt. — Übertragungen und 
Arrangements aller Art von Orchester-, Chor- und anderen Werken für 
Klavier, zwei- oder vierhändig, haben in diesem Handbuch der Klavier-Literatur 
keinen Platz gefunden. Ausgenommen sind nur die ältesten Übertragungen 
von Vokalmusik und einige wenige historisch oder literarisch erwähnens- 
werthe Fälle. 

Dem Verzeichnisse der Werke der einzelnen Komponisten sind kurze 
Notizen vorangestellt, welche die wichtigsten biographischen Daten, 
zuweilen auch die Angabe der wichtigsten Werke oder eine andeutende 
Charakteristik enthalten. Diese Notizen sind nach Form und Inhalt flüchtig 
und aphoristisch gegeben. In den biographischen Daten war nur bei ferner- 
liegenden und weniger bekannten Tonsetzern eine größere Ausführlichkeit ge- 
boten, während es überflüssig erschien, bei jenen Meistern, deren Biographien 
allgemein bekannt und leicht zugänglich sind, wie bei Haydn, Mozart, Beet- 
hoven, Schubert etc., mehr als die Hauptzüge zu bieten. Die Würdigung und 
Charakteristik der Meister und ihrer Werke war aber, dem Zwecke des Buches 
entsprechend, auf die engsten Grenzen angewiesen. 

Daß zur Ausführung dieses Werkes zahlreiche und verschiedenartige 
Quellen in Anspruch genommen wurden, ist selbstverständlich. Historische 
Werke, ältere und neuere Kataloge wurden in großer Zahl benützt. Eine 
spezielle Aufzählung derselben wäre weitläufig und überflüssig. Wo bei ein- 
zelnen Meistern die neueren thematischen Kataloge als Grundlage dienten, ist 
die Quelle an den betreffenden Stellen genannt. 

Es liegt in der Natur einer Arbeit, wie die vorliegende, daß sie auf 
Unfehlbarkeit keinen Anspruch erheben kann. Das Gebiet ist ein zu aus- 
gedehntes, um nicht manches Detail zu übersehen. Die kritische BeurtheUung 
der Bedeutung und Stellung der verschiedenen Komponisten und ihrer Werke 
kann ferner immer nur als subjektive gelten, ist daher anfechtbar. Zudem 
liegt, selbst bei der weitreichendsten Literaturkenntnis, die spezielle Bekannt- 
schaft mit allen hier aufgeführten Werken außer dem Bereiche der Möglich- 
keit. Es sei daher gerne zugestanden, daß dieses Buch an zahlreichen Stellen 
Vervollständigung und Verbesserung bedarf; diese mögen der Zukunft 
vorbehalten bleiben. 



XXI 



Vorbemerkungen. 



Zur Vorbereitungs-Epoche. 

Die voranstehende Jahreszahl bezeichnet die Zeit des Erscheinens 
des Werkes (beziehungsweise des ersten Werkes) des Tonsetzers. 

Die unter dem Namen des Tonsetzers stehenden Jahreszahlen geben 
dessen Lebenszeit an; wo diese nicht vollständig bekannt, bezeichnet die 
Zahl vor dem Querstrich dessen Geburts- und jene nach demselben dessen 
Todesjahr. Zweifelhaftes ist als solches ersichtlich. 

Die groß gedruckten Namen sind jene der wichtigeren hieher ge- 
hörigen Meister. 

Die Bibliotheken und sonstigen Standorte, in welchen sieh Werke 
dieser Epoche befinden, sind, soviel bekannt, angeführt. 

Neuere Drucke und Ausgaben dieser alten Werke sowie neuere Werke 
und Sammlungen, in welche solche aufgenommen wurden, sind möglichst voll- 
ständig angegeben. 

Bei einigen Tonsetzern und Werken erscheint die Grenze der Epoche, 
1600, überschritten; es ist dies bei Merulo (—1604), bei den Engländern 
Bird, Bull usw., dann bei den Tabulaturbüchern von Beruh. Schmid d. J. 
und Woltz der Fall. Gerechtfertigt ist diese Überschreitung durch den eigent- 
lichen Schwerpunkt dieser Komponisten, ihrer Zeit nach, und die Zusammen- 
gehörigkeit der Werke mit anderen ähnlichen. 

Die Literatur der Laute ist, als eine mehr außerhalb stehende Spezia- 
lität, getrennt gegeben. 

Am Schlüsse der Epoche ist eine Übersicht der Tonsetzer nach Na- 
tionen (für die Laute ebenfalls getrennt), dann das alpha b. Eegister 
derselben beigefügt. 



Zur Ersten Epoche. 

Die Gruppierung der Tonsetzer, einerseits nach ihrer Wichtigkeit, 
anderseits ihrer Nationalität nach, ist hier vorangestellt. Innerhalb der ein- 
zelnen Gruppen ist die Eeihenfolge der Komponisten nach ihrem Geburts- 
jahr oder der chronologischen Folge ihrer Werke, soweit diese nachweisbar, 
geordnet. 

Bei den Koryphäen ist möglichste Vollständigkeit angestrebt 
worden. Die Angabe der Originaldrucke ist von denen der neueren Ausgaben 
überall getrennt. In den neuen Ausgaben der alten Werke ist manches 
doppelt und mehrfach enthalten, zuweilen in verschiedenen Bearbeitungen. Die 
Ed. Litolff (Klaviermusik aus alter Zeit) z. B. reproduziert vieles aus den von 
Pauer herausgegebenen Stücken. — Die größte Ausführlichkeit ist den Werken 
Seb. Bach 's gewidmet. Hier mußte mannigfachen historischen und praktischen 
Rücksichten Rechnung getragen werden; diese erklären sich durch die Dar- 
stellung selbst. Angabe der Originalwerke, Gruppierung der Klavierwerke nach 
ihren Gattungen, dann der Orgelwerke für sich, Inhaltsverzeichnisse der Aus- 
gabe der Bach-Gesellschaft und der Edition Peters zur bequemen Auffindung 
der einzelnen Stücke, wichtige oder interessante neuere Ausgaben und Be- 
arbeitungen sollen die Übersieht und Benützung Bach'seher Klavier- und Orgel- 
musik in jeder Richtung ermöglichen. 



XXII 



Zur Zweiten Epoche. 

Die große Ausdehnung, weiclie die Klavierliteratur in dieser Epoche 
erlangt, macht eine Überschau der Komponisten und ihrer Gruppierung 
vor allem zum Bedürfnis. Diese steht an der Spitze der Darstellung. Die 
Motivierung derselben ist in der Einleitung gegeben. Ebenso sind dort die 
leitenden Grundsätze bei der Auswahl der Tonsetzer und ihrer Werke an- 
gedeutet. 

Die Eeihenfolge der Komponisten innerhalb jeder einzelnen 
Gruppe ist nach ihrem Geburtsjahr chronologisch geordnet. Bei den 
Koryphäen macht nur Clementi, der sinngemäßer nach Mozart und Beet- 
hoven gestellt ist, eine Ausnahme. Wo das Geburtsjahr nicht bekannt, war 
die muthmaßliche chronologische Folge der Werke entscheidend. 

Die Koryphäen sind in ihren Werken am ausführlichsten behandelt; 
diese sind vollständig gegeben. Die vorhandenen thematischen Kata- 
loge wurden dabei als Grundlage benützt. Bei den älteren Meistern ist auch 
ßücksicht auf Autographe und Original-Ausgaben genommen. Von den 
Autographen im Privatbesitz ist bei ihren kaum nachweisbaren Wande- 
rungen in dieser Auflage abgesehen worden. Abschriften, welche in diesem 
Zeitraum noch eine große EoUe spielen, mußten häufig angeführt werden. 
Historische und bibliographische Notizen sind, wo sie erforderlich waren, 
eingeflochten. Die Hinweisung auf Bibliotheken und Sammlungen ist hier 
seltener, weil sie größtentheils überflüssig erscheint. Es ist ferner begreiflich, 
daß die Wiener Sammlungen, die dem Verfasser am nächsten lagen, vor- 
zugsweise berücksichtigt sind. 

Des inneren Zusammenhanges wegen mußten die Zeitgrenzen dieser 
Epoche nach beiden Richtungen hin öfters überschritten werden. Meist ist 
diese Überschreitung unbedeutend und bedarf keiner Motivierung. In den 
wichtigeren Fällen war der Zeitraum, in welchen die Werke oder die Haupt- 
wirksamkeit der betreffenden Tonsetzer fallen, ferner der untrennbare Zu- 
sammenhang mit dem Stile der Zeit und anderen Komponisten derselben 
Epoche maßgebend. In die erste Epoche greifen, ihrer Lebenszeit nach, zum 
Theil zurück: Friedem. Bach, Krebs, Wagenseil, Hasse, Galuppi. — In die 
folgende (dritte) Epoche reichen theilweise hinein: Kalkbrenner, Gramer, 
Tomaschek, Czerny, AI. Schmitt, Kiengel, Onslow, Spohr, P. Pixis, Böhner, 
Diabelli, Jak. Schmitt, Hauptmann, Moscheies etc. Die Rechtfertigung dieser 
Überschreitungen ergibt sich aus dem oben Gesagten. So bei Gramer, Mo- 
scheies etc., deren wichtigste und charakteristische Werke der zweiten Epoche 
angehören, bei Tomaschek, AI. Schmitt etc., die ihrem Stile nach in dieser 
Zeit wurzeln, bei Czerny, Kalkbrenner, welche als Vorgänger der modernen 
Schule zu betrachten sind. 

Endlich ist noch über die Bedeutung und Anwendung des Zeichens * 
zu bemerken: In der Vorbereitungs- und ersten Epoche, wo fast alles 
historisch interessant erscheint, ist dieses Zeichen nur bei leicht zugäng- 
lichen und heute noch zu praktischen Zwecken geeigneten, zugleich ästhe- 
tisch wirkenden Stücken angebracht. In der zweiten Epoche werden die 
hervorzuhebenden Werke theils in der jeden Komponisten begleitenden Notiz 
genannt, oder in dem Verzeichnis selbst mit * versehen. Bei Bach und Beet- 
hoven konnte jede derartige Bezeichnung entfallen. 



Vorbereitungs - Epoche. 

1450—1600. 



Früheste Instrumentalwerke. 

Tabulaturen. 
Instrumente, Orgel, Klavier, Laute. 



1452. Konrad Paumaun. 

(Ca. 1410—1473.) 

Konrad Paumann soll blind geboren sein. Organist bei S. Sebald 
in Nürnberg, dann in München. Sein Grabmal an der Frauenkirche daselbst. 
Die Handschrift vom Jahre 1452 bildet das älteste bisher bekannte Denkmal 
notierter Orgel- und Instrumentalmusik überhaupt, zugleich das älteste in 
deutscher Tabulatursehrift (Diskant in Mensuralnoten, die anderen Stimmen in 
Buchstaben). Sie enthält praktische Beispiele zur Kunst des Orgelspieles im 
einfachen Kontrapunkt, nebst einer Eeihe kirchlicher und weltlicher Orgel- 
stücke. Alles dies erscheint noch steif und formlos.*) 

Fundamentum organisandi magistri Conrad! Paumanns eeci de Nurenberga, 
anno 1462. Handschrift. Ältestes bekanntes Orgelwerk. 

(Enthält 24 Stücke von Paumann und 3 Stücke von Putenheim, Wilh. Legrant und 
Paumgärtner.) 

(In der Bibl. des Grafen Stolberg in "Wernigerode.) 

Neu-Äbdruck: 
In Chrysander's Jahrbüchern für musik. Wissenschaft, 2. Band 1867. 
Ein Beispiel in Ritter's Gesch. d. Orgelspiels 1884 (N. 57). 

Ca. 1450—1460. 

„Buxheimer Orgelbuch". Handschrift in der k. Staatsbibliothek in 
München. Früher in dem Karthäuserkloster zu Buxheim. Enthält für die Orgel 
bearbeitete Lieder und Gesänge, nebst selbständigen Orgelsätzen und An- 
weisungen zum Orgelspiel. Ältere deutsche Orgeltabulaturschrift (wie bei Pau- 
mann). Es kommen darin von Komponisten vor: Paumann, Paumgärtner, Joh. 
Götz, Wilh. Legrant u. a. Die Orgelsätze sind ebenso primitiv und formlos 
wie in der Handschrift Paumann's. 

Neu-Äbdruck: 
In Bob. Eitner's Monatsh., Beil. 1887. 



*) In neuester Zeit hat sich in einer Handschrift des Brit. Museum in London ein 
etwa 100 Jahre älteres Fragment einer Orgeltabulatur gefunden; es enthält 3 rein instrumentale 
Sätzchen und 3 Übertragungen und ist in der älteren Tabulatursehrift notiert. (In Faksimile 
abgedruckt in Woolridge's »Early english Harmony«, London 1897.) Nicht ausgeschlossen 
wäre eine künftige Entdeckung noch älterer Spuren der Orgeltabulatur. 



1512. Arnold Schlick. 

(1460—....) 

Aus Böhmen. Organist des Kurfürsten von der Pfalz in Heidelberg. 
War erblindet. Verfasser des „Spiegel der Orgelmacber und Organisten" 1611. 
Ältester Druck eines Orgelwerkes. In deutscher Tabulatur notiert. Meist 
Übertragungen von Chormusik. Mit wenigen Ausnahmen hart und unbiegsam, 
können diese Stücke doch als Vorläufer des späteren echten Orgelstils gelten. 
Tabulaturen etlicher lobgesang und liedlein uff die Orgeln und lauten. Druck. 
Mainz bei Peter Schöffer. 1512. Ältestes gedrucktes Orgel-Tabulaturbuch. 
(Enthält 9 Stücke für die Orgel und 14 Stücke für die Laute.) 

(In der Leipziger Stadtbibliothek und in der k. 13ibliothek in Berlin.) 

Neu-Äbdruck : 
In Roh. Eitner's Monatsheften für Musikgeschichte. 1869. 
Ein Beisp. in ßitter's Gesch. d. Orgelsp. (N. 59). 

Paul Hofhaimer und seine Schule. 

Hofhaimer (1459 — 1537), geb. in Eadstadt im Salzburg'schen, Organist 
Maximilian I. in Wien, lebte zuletzt in Salzburg. Von ihm sind keine selb- 
ständigen Orgelstücke erhalten, doch verrathen manche seiner mehrstimmigen 
Lieder den Orgelstil. Von seinen zahlreichen Schülern sind zu erwähnen: 
Kleber, Kotter, Buchner. 

Leonhard Kleber, geb. in Göppingen (Württemberg), ca. 1490. Wirkte 
von 1521 als Organist in Pforzheim, wo er 1556 starb. Handschriftliche Samm- 
lung von Orgel- und Klavierstücken, 1520 — 1524 entstanden. Darin Über- 
tragungen von Stücken Josquin's, Isaac's, Senfl's, Hofhaimer's u. a. Ältere 
deutsche Tabulaturschrift. 

Hans Kotter, Organist in Freiburg (Schweiz) und Bern. Von ihm 
eine handschr. Sammlung von Orgelstücken, zwischen den Jahren 1513—1532 
angelegt. Darin sind Liedbearbeitungen Hofhaimer's, Stücke von Buchner u. a. 
in Orgeltabulatur enthalten. 

Johann Buchner (ca. 1485 — 1550), geb. in Süddeutschland, studierte 
bei Hofhaimer, wahrscheinlich in Wien, und wirkte als Organist in Konstanz. 
Sein großes Werk, ein Orgelbuch mit Anweisungen und zahlreichen für die 
Orgel bearbeiteten Gesängen in Orgeltabulatur, das Ganze unter dem Titel 
Fundamentum zusammengefaßt, dürfte gegen 1550 geschrieben sein. Einzelne 
Übertragungen weltlicher Lieder finden sich in Kleber's und Kotter's Hand- 
schriften. 

Die Leistungen der Schule Hofhaimer schließen sich an jene von 
Paumann und seiner Jünger in verwandter Art an. Buchner ist der fort- 
geschrittenste dieser Gruppe. 

(Von Hofhaimer befinden sich auch einige Stücke in der Wiener Hofbibl. — 
Kleber's Handschrift in der k. Bibl. in Berlin, Kotter in der Univ.-Bibl. in Basel, in 
derselben auch Buchner's Fundamentbuch.) 

Neu-Äbdruck : 
Hofhaimer Liedbearbeitung „On frewd verzerich" in Eitter's Gesch. des 
Orgelspiels (Beisp. N. 58). — Kleber, aus seinem Orgelbuch, in Eitner's 
Monatsh. Beil. 1887 und in Ritter (N. 60-62). — Buchner, Fundament- 
buch, in Vierteljahr seh. f. Musikwiss. (von C. Paesler) Jahrg. 1889. 

1529 — 1531. Sammlungen bei Pierre Attaignant. 

Buchdrucker in Paris, der älteste Notendrucker Frankreichs. Seine 
Tabulaturen für Tasteninstrumente, zum Theil Kirchliches, meist aber Lieder 
und Tänze enthaltend, sind Übertragungen von Vokalstücken mit Verzierungen 
ausgestattet, nebst einigen Originalstücken und reihen sich der Setzart nach 
den deutschen und italienischen Tabulaturen der Zeit an, sind aber gefälliger 
und volksthümlicher. Die Tonschrift ist in Noten, auf zwei Systemen. 



Six Gaillards et six Pavanes , . . Paris 1529. 

(In der k. Bibl. in München.) 

7 Hefte Sammlungen von Instrument- Tabulaturen: 1. Magnificat 
avec Te Deum et deux Preludes, le tout mis en tabulature des Orgues, Espi- 
nettes et Manicordions etc. 1530. — 2. Tabulature pour le jeu d'Orgues sur 

le plain-chant — 3. Treze Motetz musicaulx avec ung Prelude, reduict 

en la tabulature des Orgues etc. 1531. — 4. Dix neuf chansons musicales, red. 
en la tabulature des Orgues etc. 1530. — 5. Vingt et cinq chansons musicales 
red. etc. 1530. — 6. Vingt et six chansons mus., red. etc. 1530. — 7. Quatorze 
Gaillardes, neuf Pavanes, sept Branles et deux Basses Dances, le tout reduit 
de musique en la tabulature de jeu d'Orgues etc. (Die Titeln auszugsweise 
gegeben.) 

(In der k. Bibl. in München.) 
Neu-Äbdruck : 
Stücke aus diesen Sammlungen sind enthalten in: Eitner, Monatshefte (Bei- 
lage zu Jahrgang VII, 1875, Tänze des 15.— 17. Jahrh. N. 10—21. — 
*N. 16); Wasielewski, Gesch. d. Instrumentalm. 1878 (N. 4); Ritter, 
Gesch. d. Orgelsp. 1884 (N. 36—40); Böhme, Gesch. d. Tanzes 1886 
(3 Beisp.); Schlecht, Gesch. d. Kirchenm. 1871. 

1547. Jakob Buns. 

(1. Hälfte des 16. Jahrh.) 

Niederländer. 1541 Organist der Markuskirche in Venedig. Wendete 
sich später nach Wien, wo er 1553—1564 als Hoforganist wirkte. Von ihm 
die ersten in Italien gedruckten Orgelstücke. 
Ricercari da cantare e suonare d'Organo e altri stromenti. Lib. L Venetia 

apresso di Ant. Gardano. 1647. (Enth. 10 vierstimmige Ricercare.) 
Lib. II. Gardano 1549. 

(In der k. Bibl. in München.) 
Neu-Äbdruck: 
1 Ricercar in Wasiel., Gesch. d. Instrumentalm. im 16. Jahrh. 1878 (N. 18). 
1 Beisp. in Schlecht, Gesch. d. Earchenmusik 1871. 

1549. Hadrian Willaert. 

(1490(80)— 1562.) 

Einer der berühmten niederländischen Meister. Geb. in Brügge oder 
Roulers. Ging 1516 nach Rom, dann nach Venedig. Dort wirkte er 1527 bis 
1562 als Kapellmeister bei S. Marco. Man betrachtet ihn als den Stifter der 
Venetianischen Schule. Von ihm sind zahlreiche Kirchenstücke, auch 
Madrigale, nebst diesen auch Instrumentalstücke. — Sein Schüler war Cyprian 
de Rore, Niederländer, geb. 1516 in Mecheln, Nachfolger WiUaert's an der 
Markuskirche, gest. in Parma 1565. Er gilt als Förderer der chromatischen 
Setzart. — Die Stücke von Buus und Willaert sind „zum Singen und 
Spielen" bestimmt. Bei der Ausführung auf der Orgel wurden sie mit im- 
provisierten Koloraturen ausgestattet. Sie sind in italienischer Notentabulatur 
aufgezeichnet. Der Kontrapunkt ist starr, die Stücke sind reizlos und ent- 
behren des Wohlklanges. 

Fantasie o Ricercari daU' eccellentissimo Adr. Vniglart e Cipr. Rore suo disce- 
polo a quattro e cinque voci. In Venetia, appr. Ant. Gardane 1549. 
(Nach Winterfeld, Joh. Gabrieli, 2. Band: f. Orgel oder Instrumente.) 

Fantasie, Ricercare, Contrapunte a tre voci di M. Adriano et altri autori, 
appropriati per cantare e sonare d'ogni sorte di stromenti etc. Venetia, 
Gardano 1559. 

(In der k. Bibl. in München.) 
Neu-Äbdruck : 
1 Ricercar in Wasiel. 1878 (Nr. 17). 



1551. Sammlung bei Tylman Susato. 

Notendrucker in Antwerpen, Herausgeber bedeutender Sammelwerke. 
Er war auch Instrumentalist und Komponist. Seine Sammlungen enthalten 
meist Lieder und Tänze, ursprünglich zum Singen bestimmt, für Instrumente 
abgesetzt; ihre Behandlung ist ähnlich der bei Attaignant. 
Allerhand Tänze in 4 Stimmen (Bassedansen, Allemaingien, Pavanen, ßonden, 
Gaillarden) sehr lustig und bequem auf allen musik. Instrumenten zu 
spielen, auf Instrumenten gestellt durch Tielman Susato. Gedruckt in Ant- 
werpen bei T. Susato. 1551. 3 Bücher. (Holländischer Titel.) 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 
Neu- Abdruck: 
16 Stücke in den Monatsh. von R. Eitner, Beil. zu Jahrg. 1875, Tänze des 

15.— 17. Jahrb. (N. 22-37. — *N. 23 u. 26). 
(Ähnliche Sammlungen bei anderen Verlegern der Zeit.) 

1551. Intabulatura nova di varie sorte di balli, da sonare per Arpichordi, 
Clavicembali, Spinette e Monachordi, raccolti de diversi eccellentissimi 
Autori. Libro primo. Gardano. 

(In der Bibl. des Liceo musicale in Bologna.) 

Neu-ÄbdrucJc: 
2 Stücke in Wasiel. 1878 (N. 29). 

1553. Francesco Bendusi. 

Opera nova de Balli a quattro accomodati da cantare et sonare d'ogni sorte de 
stromenti etc. Venetia, Gardano 1553. 

(In der k. Bibl. in München.) 
Neu-Abdruclc: 
2 Stücke in Wasiel. 1878. 

1560. Simon Gorlier. 

Buchdrucker und Musiker in Lyon. 
Premier livre de tablature d'Espinette, Chansons, Madrigales et Gaillardes. 
Lyon, Gorlier 1560. 

1571. El. Nie. Ammerlbach. 

Elias Nicolas, genannt Ammerbach, geb. gegen Mitte des 16. Jahrh. in 
Sachsen, um 1570 Organist der Thomaskirche in Leipzig. Sein Buch ist in 
der neueren deutschen Tabulaturschrift (alle Stimmen in Buchstaben) gedruckt 
und enthält auch Erläuterungen derselben. Die Stücke sind zum Theü mit 
steifen Koloraturen ausgestattet. 

Orgel- oder Instrument-Tabulatur. Ein nützliches Büchlein, in welchem not- 
wendige erklärung der Orgel oder Instrument Tabulatur, sampt der Appli- 
cation, Auch fröliche deutsche Stücklein und Muteten, etliche mit Colara- 
turen abgesatzt, desgleichen schöne deutsche Tentze, Galliarden und 
Welsche Passometzen zu befinden etc. Desgleichen zuvor in offenem Druck 
nicht ausgegangen. Jetzundt aber der Jugend und anfahenden dieser 
Kunst zum Besten in Druck verfertiget. Durch Eliam Nicolaum sonst 
Ammerbach genannt, Organist zu Leipzig in S. Thomas Kirchen. 
Gedruckt zu Leipzig durch Jakob Berwald's Erben. Anno 1571. 

(Enthält 88 Tonstücke.) 
(Im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. In der Leipziger Stadtbibl.) 2. Auf- 
lage. Nürnberg 1583. 

(* : 1. Abth. N. 17. Frisch auf gut Gesellen, N. 42. Insbruck, ich muß dich 
lassen. — 2. Abth. N. 3. Herzog Moritz Dantz, N. 7. Die Megdlein sind 
von Flandern.) 



Ein new künstliches Tabula turbuch ; 

darin sehr gute Muteten und liebliche deutsche Tenores jetziger Zeit vor- 
nehmer Komponisten auf die Orgel und Instrument abgesetzt etc. 
Gedruckt zu Leipzig durch Johann Beyer, in Verlegung Dietrich Gerlach 's 
zu Nürnberg 1575. 

(Enthält 40 Toostücke von J. Berchem, Gl. non Papa, Th. Crequillon, Orl. Lassus, 
Scandelli etc.) 

Neu-Abdi-ucJc: 
In G. F. Becker's Gesch. der Hausmusik 1840: 

Herzliebstes Bild von Paul Hofheimer, figuriert von Ammerbach, 

Deutscher Tanz und Herzog Moritz Tanz. 
In Ambros' Gesch. d. Musik, 2. Band, 1864: Ein Beispiel. 
In Kitter, Gesch. d. Orgelsp. (N. 64). 
In Böhme, Gesch. des Tanzes (6 Beispiele). 

1577. Bernh. Sehmid d. 'Alt. 

(1522—1592.) 

Vor 1560 Organist in Straßburg. Seine Art schließt sich an die Ammer- 
bach's an. 

Zwei Bücher einer neuen künstlichen Tabulatur auf Orgel und Instrument. 
Strasburg bei Bernh. Jobin, 1577. 

(Das erste Buch enthält jSIotetten von berühmten Komponisten, Orlando Lassus, Clem. 
non Papa, Arcadelt, Cypr. de Rore etc., abgesetzt. — Das zweite Buch enth. deutsche, 
italienische, französische geistl. und weltl. Lieder und Tänze.) 
(In der Bibl. nationale in Paris; in der k. Bibl. in München: in den Bibl. zu Leipzig und 
Wolfenbüttel.) 

Neu abgedruckt : 
Hupfauf-Tanz in Forkel's Gesch. d. Musik. II. 1801. 
*Englischer Tanz in Becker's Hausmusik. 
6 Stücke in den Monatsh. für Musikgesch. von Eob. Eitner 1875. (Beilage, 

Tänze des 15.— 17. Jahrb. N. 42—47. — *N. 45 u. 46.) 
Beispiel in Bitter (N. 65) und 6 Beisp. in Böhme. 

1577. Bernh. Fabricius. 
Organist in Straßburg in der 2. Hälfte des 16. Jahrb. 

Tabulaturae organis et instrumentis inservientes. Argentorati (Straßburg) 1577. 

1578. Antonio Cabezone. 

(1510—1566.; 

Geb. in Madrid. Berühmter Tonkünstler am Hofe Philipp 11. Gest. 1566 
in Madrid. Musikwerk, herausgegeben und mit einer theoretischen Einleitung 
versehen von seinem Sohne Hernando. 

Obras de Musica para tecla, barpa y viguela. (Musikbuch für Klavier-, Harfen- 
und Viola-Spiel.) Gedruckt, Madrid 1578. 

(In den Bibl. zu Berlin und Wolfenbüttel.) 
Neu- Abdruck: 
In Ritter (N. 47—52), von Hernando C. (N. 54). 
In Hispaniae Schola musica sacra, herausg. von F. Pedrell. 4 Bände. Br. & H. 

1580. Ant. Valente. 

Mit dem Beinamen Cieco (blind), Organist in Neapel. 
Versi spirituali sopra tutte le Note con diversi Capricci per sonar negli Organi. 
Napoli 1580. 



1583. Jakob Paix. 

(1556— ) 

Geb. in Augsburg. Wahrscheinlich niederländischer Abkunft. Organist 
in Lauingen. Wichtige Tabulaturbücher. Interessant durch Übertragungen von 
Stücken berühmter Meister. Die Manier unterscheidet sich nicht von jener der 
früheren Tabulaturbücher und ist ebenso steif. 

Ein schön nutz und gebreuchlich Orgel-Tabulaturbuch etc. Lauingen 1583. 

(Enthält Motetten verschiedener Komponisten, Niederländer, Italiener, Deutsche, für 
Orgel gesetzt, nebst Liedern und Tänzen. 70 Stücke.) 
(Im Arch. d. Ges. d. Musikfr. in Wien, in den Bibl. zu Leipzig und Wolfenbüttel.) 

Neu- Ab druck : 
6 Stücke in Eitner's Monatsh. (Beil. 1875 Nr. 48—52). 
2 Stücke in Schlecht, Gesch. der Kirchenm. — Beispiele in Eitter (N. 66 u. 67) 

und Böhme. 
Selectae, artificiosae et elegantes fugae etc. partim ex veteribus et recen- 
tioribus musicis collectae, partim compositae a Jacobo Paix. Lauingen 1587. 
(Enthält für die Orgel eingerichtete Tonstücke verschiedener Meister, Josquin's, Ocken- 
heim's, Hobrecht's etc. und eigener Komposition.) 

(Mehrere seiner Werke in d. Bibl. in München.) 

1585. Ottavio Bariola. 

Organist in Mailand. 
Ricercate per suonar d'Organo. In Milane 1585. 
Capricci, ovvero canzoni a 4, libri 3. 1594. 

1591. S. Bertholdo. 

(1530— ) 

Eichtig Bertoldo Spirindio, geb. in Modena. Organist in Padua. 

Toecate, Eicercari e Canzoni francesi in Tavolatura per l'Organo. In Venegia 
1591. 

1571. 

1593. Andrea und GrioTanni Grabrieli. 

1595 

1596. (Ca. 1510—1586.) (Ca. 1540—1612.) 

Andrea Gabrieli, geb. in Venedig um 1510, aus Willaert's Schule 
hervorgegangen, Organist an der Markuskirche 1566, gest. 1586. Onkel des 
Giovanni G. Bedeutender Kontrapunktist. Er war bahnbrechend für die Ent- 
wicklung der Instrumentalmusik. Einer seiner Schüler war der deutsche Orgel- 
spieler Hans Leo Hasler, vielleicht auch der Niederländer Sweelinck. 

Giovanni Gabrieli, geb. gegen Mitte des 16. Jahrh. in Venedig. 
Neffe und Schüler Andrea G's. — Einer der bedeutendsten Komponisten des 
16. Jahrh. und der größte Meister der venet. Schule. Er kam nach Merulo an 
die Markuskirche. G. schuf zahlreiche Kirchenwerke, Madrigale, Instrumental- 
werke. — Der deutsche Tonsetzer Heinr. Schütz war sein Schüler. Beide 
Gabrieli haben den kontrapunktischen Orgelsatz der Zeit weitergeführt. Der 
Stil ist noch unfrei, die Stimmen sind reichlich mit Koloraturen ausgeschmückt. 
In der Canzone Giov. Gabrieli's erscheint die Fuge vorgebildet. 
Andrea G. : Canzoni alla francese per l'Organo. In Venetia, Gardano 1571. 

2. Aufl. 1605. 

(^In der Bibl. des Liceo mus. in Bologna.) 
Andrea und Giov. G.: Intonationi d'Organo di Andrea G. et di Giov. suo 

Nipote etc. In Venetia, Gardano 1593. 

(Enthält 8 Intonationen und 4 Toccaten von Andr. 11 Inton. von Giov. G.) 



Andr. und Giov. G.: Eicercari di Andrea Gabrieli. Composti et tabulati per 
ogni Sorte di stromenti da Tasti. Libro secondo. Venetia, Gardano 1595 
(1585?). 

(Daranter 2 Stücke von Giov. G.) 

(In der Bibl. des Liceo mus. in Bologna.) 

Andr. G.: Eicercari d'Organo, libro terzo. Insieme uno Motetto, due Madri- 
galetti et uno Capriccio sopra il Passemezo antico, in cinque modi variati 
et tabulati per ogni sorte di stromenti da Tasti. Venetia, Gardano 1596. 
(In der Bibl. des Liceo mus. in Bologna und in der Univ. -Bibl. in Basel.) 

Neu abgedruckt : 

Andrea G.: 
In Wasielewski 1878: Eicercar (N. 20), Fantasia allegra (N. 22), Canzon arioso 
(N. 23), Eicercar (N. 24), Canzon francesa (N. 25), Intonation (N. 27), 
Toccata (N. 28). — In Eitter: Fantasia (N. 1). 
Giov. G.: 
2 Canzonen in Winterfeld's „Gabrieli" 1834, — Eicercar in Kömer's „Der 
Orgelvirtuos" Heft 81. — Eicercar in Wasiel. (N. 21), 2 Beisp. in Eitter 
(N. 7 u. 8). 

Andere Instrumentalwerke: 
Sonate a cinque per i stromenti von A. Gabrieli. 1586. 
Sacrae Sympnoniae für 8—16 Stimmen von G. Gabrieli. 1597. 
Canzoni et Sonate für 5 — 22 Stimmen von G. Gabrieli. 1615. 

1591. G. Gastoldi. 

Balleti a cinque con li suoi versi per cantare, suonare et ballare. Venedig 
1591 (1595 et 96). 

1593. Maschera (Florentino). 

\ Canzoni da sonare a quattro voci. Venedig 1593. 

(In der k. Bibl. in Brüssel.) 
Neu-AhdrucTc: 
2 Canzonen in Wasiel.: Die Violine im 17. Jahrb., 1869 etc. (Beispielbuch.) 

1594. F. Stivori. 
II secondo libro de Eicercari. Venedig 1594. 

Pedro Pimentel. 

Portugiesischer Organist, gest. in Lissabon 1599. 

Livro de Cifra de Varias obras parase tangerem no Orgaö. 

(Soll gedruckt sein.) 

1598. Claudio Merulo. 

(1533—1604.) 

Claudio Merulo da Coreggio, geb. 1533 in Coreggio, Schüler von 
Willaert. Von 1557 an Organist bei S. Marco in Venedig. Als Merulo 1584 
nach Parma ging, kam Giov. Gabrieli an seine Stelle. M. starb in Parma 1604. 
Er war der erste Orgelmeister seiner Zeit. Seine Orgel-Toccaten nähern sich 
dem kiaviermäßigen Stil. Es sind harte, reizlose Stücke, deren akkordliche 
Unterlage von zahlreichen Koloraturen, Trillerchen und laufenden Figuren 
überdeckt ist. Der Stil der Canzonen schließt sich an A. Gabrieli an. Die 
Notierung ist in zwei Systemen angeordnet. 

Canzoni d'intavolatura d'Organo. Gardano 1592. 

(In der Univ.-Bibl. in Basel.) 



8 

Toccate d'intavolatura d'Organo di Claudio Merulo da Coreggio etc. Libro primo. 

In Roma ap. Simone Verovio 1598. 
Libro secondo. 1604. 

(Beide in der k. Bibl. in Berlin.) 

Eicercari d'intavolatura d'Organo. Venetia 1605 u. 1607. Secondo livro 1608. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 
(Kach Becker's Literatxir schon 1567.) 

Neu abgedruckt: 

Toccata e Eicercario (1598 e 1605) modern, transcr. da A. Catalani. Mailand 
bei Eicordi 1859. 

Toccata per l'organo (1604) in Wiuterfeld's Gabrieli. 

Toccata l'' per l'organo in Commer's Musica sacra 1839. 

Toccata in Fetis' Traite de la Theorie. 

Toccata in Farrenc, Tresor des pianistes 1861. 

Toccata Vlll. tuono in Eeissmann's Gesch. der Musik, 1. Band, 1863. 

Toccata (1598) in Weitzmann's Gesch. des Klavierspiels und der Klavier- 
literatur 1863. 

Toccata nona in R. Schlecht's Gesch. der Kirchenmusik 1871. 

Toccata in Eitter (N. 3). 

1607. Giov. Franc. Anerio. 

(1567— ) 

KapeUm. am Lateran in Eom. 
II libro deUe Gagliarde a 4 voci intavolatae per sonar nel Cembalo e Liuto. 
In Venetia 1607. 

(Nach Becker.) (In der k. Bibl. in Berlin.) 

Neu- Abdruck: 
1 Stück in Eitner's Monatsh. (Beil. 1875). 



1608. Constanze Antegnati. 

(1650—1619.) 
Orgelbauer und Komponist in Brescia, auch Schriftsteller 
Inni d'intavolatura d'organo. 

L'Antegnata, intavolatura di ricercata. Venetia, Magni. 
L'arte organica. Brescia 1608. 



(In der Bibl. in Bologna.) 



Canzoni de sonare a quattro e otto voci. Ven. 1619. 



1593 

1609! Grirolamo Diruta. 

Geb. um die Mitte des 16. Jahrb. in Perugia, in Venedig ausgebildet 
und Schüler Merulo's. Organist in Chioggia, dann in Gubbio. Er war Franzis- 
kaner. Der Titel „II Transilvano" bezieht sich auf den Dialog mit einem 
im Auftrage des Fürsten Siegmund Bathory von Siebenbürgen (Transylvania) 
in Venedig weilenden Siebenbürgers. Es ist das wichtigste und reichhaltigste 
Lehrbuch des Orgel- und Klavierspieles der Zeit, welches die Theorie und 
Praxis im 16. Jahrb. beleuchtet. Diruta ist auch als tüchtiger Orgelkomponist 
zu schätzen. 

II Transilvano, Dialogo sopra il vero modo di sonare Organi e stromenti da 
Penna. 

Parte I. (1593.) 1597. Venetia, Vincenti. Gew. dem Fürsten Bathory. 
(Erste Ausg. nicht vorhanden. Zweite Ausgabe im Liceo mus. in Bologna und im Brit. 
Museum, London.) 



Inhalt: Theor. Anweisungen. Praktische Vorschriften für das Orgelspiel. 
Unterschied der Behandlung der Orgel und der Klavierinstrumente. Die 
Orgelpartitur (Intavolatura). Die Verzierungen (Diminutionen). Zahlreiche 
Notenbeispiele, Übungsstücke. Toccaten von Diruta, Merulo, A. u. G. Ga- 
briel!, Luzzaschi etc. 

Parte II. 1609. 1622. Vincenti. Gew. der Herzogin Sforza. 
(Beide Ausg. in Bologna.) 

Inhalt: Theor. Regeln, Gesänge in die Orgeltabulatur zu übertragen, 
Anweisungen zum Diminuiren. Tonarten und Transpositionen. Notenbei- 
spiele. Kompositionen von Fattorini, Banchieri, Mortaro, Diruta. 
Neur-AbdrucJc : 
In der Vierteljahrschr. f. Musikw. Jahrg. 1892 (Abhandlung von Karl Krebs) 

mehrere Beispiele und Kompositionen aus dem Transilvano. 
In Eitter's Gesch. d. Orgelsp. (N. 11 u. 12). 

Luzzasco Luzzaschi. 

Einer der größten ital. Orgelspieler des 16. Jahrh., geb. in Ferrara, am 
Hofe Alfonso II, in Ferrara angestellt und dort im 62. Lebensjahre gestorben. 
Von ihm mehrere Sammlungen Madrigale. Seine Orgelstücke meist unbekannt. 
Ricercari, Orgelstücke. 

Neu- Abdruck: 
Toccata (aus II Transilvano) in Ritter (N. 4). 

Gioseffo Guammi. 
(Ca. 1550—....) 

Geb. in Lucca. Organist in München, in Lucca, endlich an S. Marco in 
Venedig. Erscheint nicht ohne Bedeutung. 
2 Canzonen in Woltz, Tabulaturbuch 1617. 

Neu- Abdruck: 
Canzona in Ritter (N. 5). 

Giacomo Brignoli. 

(Ca. 1550— ) 

Tüchtiger Orgelkomponist. Erinnert an Frescobaldi. 
2 Canzonen in Schmid d. J. Tabulaturbuch 1607. 

Neu-Abdruck: 
Canzona in Ritter (N. 6). 

Adr. Banchieri. 

(1567—1634.) 

In Bologna. Schüler von Guammi. 
Fantasie o canzonette francese per suonare nel organo, ossia altro stromento 
a quattro. 2. Aufl. Venetia 1603. 
Neu-Abdruck: 
2 Ganz, in Wasiel. 1874 (Beispielbuch). 

Giov. Paolo Cima. 

Ricercate per l'Organo. Milano 1602. — Partite dl Ricercari e Canzoni alla 

Francese. Milano 1606. 
Canzoni, consequenze, e contrapunti. 1609. 



10 

Giov. Maria Trabacci. 
Eicercari per l'Organo. In Napoli 1603 u. 1615. 

F. Podio. 
Eicercari per l'Organo. In Palermo 1604. 

Hans Leo Hassler. 

(1564—1612.) 

In Nürnberg geboren. War 1584 in Venedig, um bei A. Gabrieli zu 
studieren, kehrte aber im nächsten Jahre nach Deutschland zurück, wirkte in 
Nürnberg, später am Hofe Eudolf II. in Prag, endlich in Dresden. Er starb 
in Frankfurt a. M. H. war einer der großen protestantischen Tonsetzer des 
16. Jahrb. Eine Anzahl Instrumental-, Orgel- und Klavierstücke ist zum Theil 
handschriftlich erhalten. 

Lustgarten neuer teutscher Gesang etc. mit 4—8 Stimmen. (Darin 11 Instru- 
mentalstücke, d. i. 10 Intraden und 1 Galliarda zu 6 Stimmen.) Nürnberg 
bei Paul Kauffmann 1601. 
Handschriftl. Orgel- und Klavierstücke in den Bibl. zu Berlin, München, Padua. 

Neu-Äbdruck : 
In den Publ, f. Musikforschung, 15. Band 1887. (Lustgarten.) 
Beisp. in Ritter (N. 75). 
Fuge in A, W. Gottschalg's Eepertorium f. Orgel, Heft 25. 

Christian Erbach. 

(1570— ) 

Organist bei Fugger in Augsburg. Vorzugsweise Vokalkomponist, hat 
aber auch Orgel- und Klavierstücke geschrieben. Sein Schüler war Job. Klemm, 
Hoforganist in Dresden. 

Handsehr. Orgel- und Klavierstücke (Eicercari, Canzonen, Toccaten). 

(In den Bibl. zu Berlin, München. Padua.) 

Neu-Äbdruck: 
2 Beisp. in Ritter (N. 92 u. 93). 

1603. Melchior Franck. 

Deutscher Kirchenkomponist, geb. 1580, Kapellmeister in Coburg, 
gest. 1639. 
Newe Paduanen, Galliarden usw. auff allerley Instrumenten zu gebrauchen. 

Neu-Äbdruck: 
Ein Beisp. in Böhme Gesch. d. Tanzes. 

1607. Beruh. Schmid d. Jung. 

Organist in Straßburg 1564. 
Tabulaturbuch von allerhand auserlesenen schönen Präludiis, Tokkaten, Mo- 
tetten etc. auf Orgel und Instrument. Straßburg 1607. 

(Enthält Orgel-Kompositionen von Gabrieli, Diruta, Brignole, Banchieri, Maschera etc.) 

(In den Bibl. in Paris, München, Berlin etc.) 

Neu-Äbdruck : 
1 Stück in Eitner's Monatsh. (Beil. 1875. N. 53). 



11 

1617. Joh. Woltz. 

Organist und Pfarrverwalter in Heilbronn. Seine Übertragungen sind 
ohne Koloraturen gesetzt. 

Eine newe Art teutscher Tabulatur. Für Orgeln, Positiff und anderen clavirten 
musik. Instrumenten. Drei Theile. Basel 1617. 

(Enthalten zusammen 215 Stücke von verschiedenen Komponisten, Italienern, Fran- 
zosen und Deutschen, darunter auch Stücke von Hans Leo Hasler, ferner 10 Canzonen 
von Merulo.) 

(In der Leipziger Stadtbibl., in Breslau, Basel, Gotha usw.) 
Neu-AhdrucJc : 
In Eitter (N. 68—71). 

Eob. White. 

Gest. 1581 in London. Einer der bedeutendsten engl. Kirehenkomponisten, 
Vorgänger von Tallis und Bird. 

Fancies for Instruments. 

(In der Bibl. von Christ. Church in Oxford.) 

Thomas Tallis. 
( — 1585.) 

Um 1575 Organist und Virginal- (Klavier-) Spieler in der Kapelle der 
Königin Elisabeth von England. War schon Organist unter Heinrich VIII., 
Eduard VI. und der Königin Maria. Kontrapunktist, schrieb Kirchenmusik. 
Orgelstücke im Virginal-Buch. (S. unten.) 

Neu- Abdruck: 
Stücke in Fitzwiiliam Virginal Book (s. d.). 

William Bird. 

(1538[46]— 1623.) 

Schüler von Tallis. Ebenfalls Organist und Virginalspieler in der Kapelle 

der Königin Elisabeth um 1575. Auch Kirchenkomponist. Bird's Klaviermusik 

erscheint ziemlich plump und geschmacklos. Sie besteht meist aus Bearbeitungen 

englischer Nationalweisen mit vielgestaltigen Variationen. Am erquicklichsten 

sind die Volksmelodien selbst. 

Klavier- und Orgelstücke im Virginalbuch. 

Klavierstücke in Lady Nevil's Musik Book. Manuskript. 

Klavierstücke in der Parthenia, gedruckt. (S. unten). 
Neu abgedruckt: 

2 Stücke in ßurney's Gesch. d. Musik, 1776. 

8 Stücke (aus der Parthenia) in der Herausgabe der Mus. Antiquarian Society 
von E. F. Eimbault. London 1847 (*N. 6 Pavana „The Earle of Salis- 
bury"). 

*The carman's whistle in: Burney, Weitzmann's Gesch. des Klavierspiels, 
Pauer's Alte Klaviermusik, 2. Folge, 6. Heft, 1867, Ed. Litolff Klavier- 
musik aus alter Zeit, 13. Heft. 

Viele Stücke in Fitzw. Virginal Book (*N. 10 Var. „John, kiss me now"). 

Thomas Morley. 

Mitglied der Kapelle der Königin Elisabeth. Schüler Will. Bird's. Gest. 
um 1604. Seine Madrigale waren sehr beliebt. Die Ballets sind auch für Gesang. 
Ballets for five voices. 1595. 

Neu abgedruckt: 
In Mus. Ant. Society 1842. — 2 Stücke in Fitzw. Virg. B. (*Nancie). 



12 

' Peter Philips. 

(Ca. 1550— ) 

Engländer. Wirkte zuletzt in Antwerpen. Lebte noch 1624. Von ihm 
wurden Madrigale und ein Klavierstück gedruckt. Andere Klavierstücke sind 
handschriftlich erhalten. 

Klavierstücke im Virginalbuch. 

Neu-AbdrucJc : 
Viele Stücke in Fitzw. Virg. B. 
In Ritter (N. 28). 

John Bull. 

(1563— 1623[28].) 

Dr. John Bull war ebenfalls Organist der Königin Elisabeth. 1596 wurde 
er Professor der Musik in Gresham College. 1601 verließ er England und begab 
sich auf Reisen, überall als Virtuose bewundert, und trat endlich in die Dienste 
des Statthalters der Niederlande als Organist in Antwerpen. Von seinen zahl- 
reichen Orgel- und Klavierstücken sind nur wenige (in der Parthenia) gedruckt 
worden, die anderen sind handschriftlich vorhanden. Sie sind technisch sehr 
schwierig für ihre Zeit. 
Klavierstücke im Virginalbuch. 
Klavierstücke in der Parthenia. 
Handschriftliches in den Bibl. in London, Berlin, Wien. 

Neu abgedruckt: 
Variationen über das Hexachord in Burney's Gesch. d. M. 
The Jewel in Busby's Gesch. d. Musik (deutsch 1822) und in Burney. 
7 Stücke (aus der Parthenia) in Mus. Ant. Soc 

The Kings Hunting Jigg in Pauer's Alte Klav.-Musik. II. 6. Heft und in 
'Ij Kl.-M. a. a. Z. 13. Heft, Ed. Litolff. 
•Viele Stücke in Fitzw. Virg. B. 

Karl Luython. 
(Ca. 1550—1620.) 

Geb. wahrscheinlich in England. Lebte in Belgien und seit 1579 als 
Organist Rudolf II. in Prag. Künstlich fugierter, dabei beweglicher Satz, in 
der Art Sweelinck's. 
Fuga in Woltz Tabulaturbuch 1617. — Handschriftliches. 

Neu- Abdruck: 
Fuga suavissima in Ritter (N. 29). 

Pieter Cornet. 

Belgier. ^Lebte noch 1625. Organist in der Hofkapelle zu Brüssel. 
Handschriftlich erhalten sind Orgelstücke (Fantasien, Variationen). Bewegliche, 
theils kontrapunktische, theils figurierte Setzweise. 

(Handschr. In der k. Bibl. in Berlin.) 

Neu- Abdruck: 
In Ritter (N. 30). 

Giles Parnaby. 
Klavierstücke im Virginalbuch. (Ein Stück für zwei Virginale.) 

Neu abgedruckt: 
In Fitzw. Virg. B. 



13 
Orlando Gribbons. 

(1583—1625.) 

Geb. in Cambridge. Organist der kön. Kapelle. Gest. 1625 in Canterbury. 
Komponist von Kirchenstüeken, Madrigalen und Instrumentalstücken. 
Klavierstücke in der Parthenia und im Virginalbucli. 
Fantasies in three parts, for the Viols. Gedruckt. 

Neu abgedruckt : 
6 Stücke (aus der Parthenia) in Mus. Ant. Soc. 1847. 
Preludium und Galliarde in Pauer's Alte Kl.-M. II. 6. Heft; dieselben in Ed. 

Litolff 13. Heft. 
The queens command in Weitzmann. 
Fantasies in three parts in Mus. Ant. Soc. 1843. 
Stücke in Fitzw. Virg. B. 



Anhang. 



Ein Liederbuch aus dem 15. Jahrhundert in der k. Bibl. in Berlin. 

Enthält Tänze (ob Instramental-Tänze?). Benennungen: Der ratten schwantz. Der 
pawir schwantz. Der Krauch schnabil. Der Fochs swantz etc. 

Neu abgedruckt: 
7 Stücke in Eitner's Monatsh. Beil. 1875. 

Ein Liederbuch in der k. Bibl. in München, geschrieben 1461 — 1467. 

Enthält Lieder ohne Text und tanzartige Tonsätze ohne Worte. (Ob Instrumental- 
Tänze?) 

Neu abgedruckt: 
2 Stücke in Eitner 1875. 

(Beide Liederbücher von Rob. Eitner in den Monatsheften 1874—75 beschrieben.) 

Palestrina (der große Kirchen-Komponist im 16. Jahrhundert). Eicercari 
sopra li toni. Abschrift. (Wird als echt angesehen.) 
(S. Eitner's Monatsh. 1874.) 

Neu-Äbdruck: 
In A. W. Gottschalg's Eep. f. Orgel Heft 13 (Eicercata), Heft 25 (2 Sätze). 
In Eitter: Eicercar (N. 2). 

Ghirlanda di fioretti musicali, composta da diversi eecellenti musici a 3 voci, 
con l'intavolatura del Cimbalo e Liuto. In Eoma 1589. 

(Enthält Kompositionen von Palestrina, Soriano, Anerio etc., arrangiert für Klavier 
oder Laute, oder mit Begleitung derselben.) 

(In den k. Bibl. in Berlin und München.) 

Neu abgedruckt: 
Lied von Zucchelli in Eeißmann's Gesch. d. M. I. Theil. 

Canzonette a 4 voci etc. con l'intavolatura del cimbalo e del liuto, Eom 1591. 

(Enthält: Anerio, jMarenzio, Nanini, Palestrina etc.) 
(Im British Museum in London und in der Bibl. der k. Ritterakademie zu Liegnitz.) 

Handschrift aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. 

(Enthält 67 Orgelstücke von Joh. Gabrieli, [4 Stücke] Orazio Vecchi, Ouagliati, Fresco- 
baldi [Italiener]; James, Philippi, Brown, Jonn Bull, Luython [Engländer]; Bodenstein, 
Abr. Strauß, H. L. Hassler, Christ. Erbach [Deutsche]; Peter Swelink. Comet [Nieder- 
länder].) (In der k. Bitl. in Berlm.) 

Queen Elizabeth's Virginal Book. Manuskript. 

Nach der Zeit der Kön. Elisabeth geschrieben. (Enthält gegen 300 Klavier- und Orgel- 
stücke von Thom. Tallis, William Bird, Giles Famaby, John Bull. Thom. Morley, John 
Mundy.) (Im Fitzwilliam JMuseum zu Cambridge.) 

3 



14 

Neu-Äusgabe: 
The Fitzwilliam Virginal Book. Edited by W. Barclay Squire and M. A. 
Fuller-Maitland. 2 Bände. London und Leipzig. Br. & H. 1899. (Enth. 
297 Stücke von John Bull, Mundy, Eichardson, Bird, Morley, Farnaby, 
Gibbons, Philips, Sweelinck, Tallis etc. etc.) 

Andere Virginal-Bücher. Manuskript: 
des Earl of Leicester, 
der Lady Neville. 

(Beide ehemals in der Bibl. von Rimbault in London.) 

Parthenia, or the Maidenhead of the first Musiche that ever was printed for 
the Virginalls. Composed by three famous masters: William Bird, Dr. John 
Bull and Orl. Gibbons, Gentlemen of her Majesties most illustrious Chappel. 
Ingraven by Will. Hole. 1611. Dann 1613, 35, 50, 59. 
(Das erste auf Kupfer gestochene Werk in England.) 

(Im British Museum in London.) 
Neue Ausgabe: 
Parthenia, Mus. Ant. Soc. 1847. 

Populär Music of the olden time. London, Chapell 1855 u. w. 



Laute. 

1507. Intabulatura de Lauto. Libro primo. Gedruckt von Petrucci in 
Venedig 1507. 

(Enthält 21 Stücke und 17 Ricercari.) 

(Ältestes Lautenbuch, zugleich ältestes gedrucktes Instrumentalwerk überhaupt.) 
(Ottav. Petrucci, aus Fossombrone im Kirchenstaate, Erfinder des Notendruckes mit 
beweglichen Metalltypen. Erster Druck vom J. 1502.) 

Libro secondo. 

(Enth. 33 Tonstücke und 10 Ricercari.) 

In beiden Büchern Stücke für die Laute eingerichtet von Franc. Spinaccino. 

Libro quarto. (Das 3. Buch unbekannt.) 1508. 

(Enth. 36 Stücke, Padoane, Calate, Ricercari, von Dalza in Mailand.) 
(Die zwei ersten Bücher in der k. Bibl. in Berlin, das vierte in der Wiener Hofbibl. 
und in der k. Bibl. in Brüssel.) 

Neu-Äbd^'uclc: 
2 Stücke in Wasiel. 1878 (N. 2 u. 12). 

15Ö9. Franciscus Bossinensis (aus Bosnien). 

Lautenbuch, enthaltend 70 Lieder (Frottole) von verschiedenen Komponisten 

für Gesang mit Begleitung der Laute und 26 Ricercari für die Laute. 

Venedig, Petrucci. 

(In der Wiener Hofbibl.) 

Neu-Ahdruch: 

1 Stück in Wasiel. 1878 (N. 13). 

1512. Arnold Schlick. 

Orgel- und Lauten-Tabulatur (s. oben). 

(Enthält auch Lautenstücke »mit zweien stimmen zu zwicken und die drit dartzu 
singen«.) 

1523. Hans Judenkunig. 

Lebte in Wien Anfangs des 16. Jahrb. Gest. 1526. 
Ein schöne künstliche Unterweisung etc. auf die Lauten und Geygen; mit 
Fleiss gemacht durch Hans Judenkunig, pirtig von Schwebisch Gmünd. 
Wien bei Hans Syngrinne. 

(Enthält Präludien, Lieder und Tänze.) (Im Arch. der Ges. d. Musikfr. in Wien.) 



15 

Neu abgedruckt: 
1 Stück in Ämbros' Musikgesch. II. 
1 Stück in Wasiel. 1878 (N. 3). 

1529. 18 basses dances etc. Eeduyt en la tabulature du Lutz. Paris, 
P. Attaignant. 

Nett- Ab druck. • 
1 Stück in Wasiel. 1878 (N. 4). 



(In der k. Bibl. in Berlin.) 



1532. Haus Grerle. 

Geigen- und Lautenmacber in Nürnberg. Gest. 1570. 
Musika teutsch, auf die Instrument der grossen und kleinen Geygen, auch 
Lauten. Nürnberg, Formschneider 1532. 

(Enthält auch Stücke für i Geigen.) 2. Theil. 1533. 2. Aufl. 1546.) 

(1. Theil in der k. Bibl. in Berlin.) 

Ein newes sehr künstliches Lautenbuch. 1552. 

(Enthält 31 Vorspiele und 38 Tänze von verschiedenen Lauten-Komponisten, meist 
Italienern.) (In der Wiener Hofbibl.) 

Xeu abgedruckt : 

4 Stücke in Eitner's Monatsh. 1875. 

5 Stücke in Wasiel. 1878 (N. 7—11). 

1536. Hans Neusiedler. 

Geb. in Preßburg. Bürger in Nürnberg, berühmter Lautenist im Anfange 
des 16. Jahrh. Gest. 1563. 

Ein neugeordnet künstlieh Lautenbuch. 2 Theile. Nürnberg, bei Petrejus. 

(Enth. 67 Tonstücke.) 

(In den k. Bibl. in München und Berlin und in der Leipziger Stadtbibl.) 

Keu- Abdruck: 
1 Stück in Wasiel. 1878 (N. 6). 

(S. :Monatsh. f. Musikg. 1871 u. 1875.) 

Francisco da Milano. 

Intabolatura di Liuto. Venedig bei Marcolini. 1536. 
Intabolatura de Lauto de diversi Autori. Mailand, bei Casteliono. 

(Enth. 42 Stücke. Toccate, Fantasie etc.) (Beide in der Wiener Hofbibl.) 

Xeu- Abdruck: 
1 Stück in Wasiel. 1878 (N. 14). 

Don Luys Milan (Spanier). 

Libro de musica de vihuela de mano. Valencia 1536. 

(Ein guittareartiges Instrument.) (In der Bibl. nation. in Paris.) 

Xeu-Abdruck: 
1 Stück in Wasiel. 1878 (N. 5). 

1546. Tabulaturbücher bei Peter Phalesius in Leuwen. 

(Pierre Phalese, berühmter Buchdrucker und Alusikverleger in Löwen.) 
Tahulatura Carminum pro testudine. 1546. 

Pratum Musicum etc. omnia ad testudinis tabulaturam tideliter redacta. Von 
Em. Hadrianus (Adriansen, Niederländer). Antwerpen, bei Phalesius 1584. 

3. Aufl. 1600. 

(Enthält 195 Tonstücke von Berchem, Ferabosco, Lassns, Palestrina, Rore etc.) 

(In der k. Bibl. in Brüssel.) 
Xeu-Abdruck : 
1 Stück in Wasiel. 1878. 



16 

1550. Tabulaturbuch uflf die Lauten. Zürich, bei R. Wyssenbach. 

Italien. Tanzlieder »mitsampt dem Voglgesang und einer Feldschlacht«. Aus der ital. 
in die deutsche Tabulalur übersetzt. (In der Leipziger Stadtbibl.) 

Eolta Anton, Intabolatura del Lauto. Venedig 1546. 
Le Roy Adr., Tabulature du Luth. Paris 1551. 
Morlage Guill., Tabulature du Luth. Paris 1552—58. 

(Alle drei in der k. Bibl. in München.) 

1558. Sebastian Ochsenkuhn. 

Lautenspieler des Kurfürsten von der Pfalz Otto Heinrich. Gest. 1574 
in Heidelberg. 

Tabulaturbuch auf die Lauten, 4 Theile. Heidelberg, 1558. 

(Enth. 49 Motetten von Gombert, Josquin, Mouton etc., 37 deutsche Lieder von Hoi- 
heimer, Isaac, Mahu, Senfl etc. Franz. u. ital. Lieder u. Tänze.) 

1562. Wolf Heckel. 

Lautenbuch von mancherley und lieblichen Stücken mit zweyen Lauten zu- 
sammenzuschlagen. Btraßburg bei Christ. Müller. 
Neu-Äbdruck : 
Beisp. in Böhme, Gesch. d. Tanzes. 

1569. Sixtus Eargel (in Mainz). 

Lautenbücher. Straßburg 1569, 74, 75, 86. 

1574. Melchior Neusiedler. 

Soll bei Fugger in Augsburg angestellt gewesen sein. Gest. in Nürnberg 
gegen 1590. 

Teutsch Lautenbuch. Straßburg bei Jobin. 1574. 
Dasselbe in ital. Tabulatur. Venedig, Gardano 1576 u. 95. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 

6 Motetten von Josquin, arrang. für die Laute. Straßburg 1587. 
Teutsch Lautenbuch. Straßburg 1596. 

(S. Eitner's Monatsh. 1871.) (In der k. Bibl. in München.) 

Neu-Äbdruck .* 
Beisp. in Böhme. 

1584. Tincenzo Gralilei. 

Vater des berühmten Astronomen Galileo Galilei; geb. 1540 in Florenz, 
Mitglied des florentinischen Vereines, aus welchem die Oper hervorging. Kom- 
ponist der ältesten Monodien. Schriftsteller. 

Fronimo, Dialogo sopra l'arte del bene intavolare, e rettamente sonare la 
musica negli strumenti artificiali si di corde come di fiato, et in parti- 
culare nel Liuto. Venedig, Scotto 1584. 
(Lehrbuch mit Lautensätzen.) 

(In der Bibl. des Liceo mus. in Bologna und in der Bibl. S. Cecilia in Rom.) 

Neu-Abdruck: 
1 Stück in Wasiel. 1878 (N. 15). 

1594. Lauten -Sammelwerk von Adrian Denss: Florilegium etc. Köln, 
Greuenbruch. 

(Enthält 84 Tonstücke von Ferabosco, A. Gabrieli, Hasler, Lassus etc.) Die Laute als 
Begleitung des Gesangs. 



17 



1595. 



John Dowland. 



Berühmter englischer Lautenspieler und Komponist, besonders von Madri- 
galen, geb. 1562 in London, gest. 1615. 
The first Booke of Songes or Ayres with Tablature for the Lute. London 1595. 

Second Book 1600. — Third Book 1603. 

1600. Sammlung von Eudenius: Flores musicae etc. 2 Theile. Heidelberg. 
(Enth. A. u. G. Gabrieli, Lassus, Marenzio etc.) 

1603. Sammlung von J. B. Besardus: Thesaurus Harmonicus. 10 Theile. 
Köln, Greuenbruch. 

(Enth. 404 Tonstücke von Besardus, Dowland etc.) Die Laute als Begleitung des Gesangs. 



Denis Gaultier. 

(Ca. 1600—1670.) 
Franz. Lautenist. 
Pieces de Luth. Paris, Eicher (gestochen). 

(Bibl. nat. in Paris.) 

Handschrift, in dem Kupferstichkabinet der k. Museen in Berlin. (In franz. 
Lautentabulatur. ) 
Neu- Abdruck: 

In der Vierteljahrschr. f. Musikw. 1886 (mit einer Abhandlung von Ose. 
Fleischer). Enth. 62 Lautenstücke (mit Überschriften) in moderne Noten- 
schrift übersetzt aus der Handschrift und aus gedr. Werken. 

(Andere Handschriften in der B. nat. in Paris.) 



Die Tonsetzep dieser Epoche 
nach Nationen gruppiert. 

(Instrumente = J. Orgel = 0. Klavier = K. Laute = L.) 

Niederländer. 



Willaert J. 
De Rore J. 
Buus 0. u. J. 
Susato (Sammel.) J. 



Italiener. 



A. Gabrieli 0. 
G. Gabrieli 0. 
Merulo 0. 
Bendusi J. 
Valente 0. 
Bariola 0. 
Bertholdo 0. 
Gastoldi J. 
Maschera J. 
Stivori 0. 
Anerio K. u. ] 
Antegnati 0. 
Diruta 0. u. 
Luzzaschi 0. 
Banchieri 0. 
Cima 0. 



K. 



Trabacci 0. 
Podio 0. 
Palestrina 0. 
Gardano (Samml.) K. 

Deutsche. 
Paumann 0. 
Buxheimer Orgelbuch. 
Schlick 0. u. L. 
Hofhaimer 0. 
Kleber 0. 
Kotter 0. 
Buchner 0. 
Ammerbach 0. u. K. 
Bernh. Schmid d. Alt. 

0. u. K. 
Fabricius 0. u. J. 
Paix 0. u. K. 
Hassler 0. u. J. 
Erbach 0. 
Franck J. 
Bernh. Schmid d. Jung. 

0. u. K. 
Woltz 0. u. K. 



Engländer. 

White J. 
Tallis 0. 
Bird K. 
Morley J. 
Philips K. 
Bull K. 
Farnaby K. 
Gibbons K. u. J. 

Belgier. 

Luython 0. 
Cornet 0. 

Franzosen. 

Gorlier K. 

Attaignant (Samml.) 
J. u. K. 

Spanier u. Portugiesen. 

Cabezone (Span.) K. 
Pimentel (Portug.) 0. 



18 



Niederländer. 

Phalesius (Samml.) 

Italiener. 

Petrucci (Samml.). 
Franc. Bossin. (Petrucci). 
Fr. da Milano. 
Kolta. 
V. Galilei. 



Deutsche. 



(Laute.) 

Judenkunig. 

Gerle. 

H. Neusiedler. 

Wyssenbach (Samml.). 

Ochsenkulin. 

Heckel. 

Kargel. 

M. Neusiedler. 

Denss (Samml.). 

Budenius (Samml.). 



Engländer. 



Franzosen. 

Attaignant (Samml.). 
Le Eoy. 
Morlage. 

Besardus (Samml.). 
Gaultier. 



Spanier. 

Luys Milan. 



Schuck. 



Dowland. 



Alphabetisches Verzeichnis 

der Tonsetzer (Herausgeber) der Vorbereitungs-Epoehe. 



Ammerbach. 


Gabrieli A. 


Paix. 


Anerio. 


Gabriel! G. 


Palestrina. 


Antegnati. 


Galilei V. 


Paumann. 


Attaignant. 


Gardano (Samml.). 


Petrucci (Samml.). 


Banchieri. 


Gastoldi. 


Phalesius (Samml.). 


Bariola. 


Gaultier. 


Philips. 


Bendusi. 


Gerle. 


Pimentel. 


Bertholdo. 


Gibbons. 


Podio. 


Besardus (Samml.). 


Gorlier. 


Eolta. 


Bird. 


Hassler. 


De Bore. 


Buchner. 


Heckel. 


Le Eoy. 


Bull. 


Hofhaimer. 


Budenius (Samml.). 


Buus. 


Judenkunig. 


Schlick. 


Buxh. Orgelb. 


Kargel. 


Schmid d. Ältere. 


Cabezone. 


Kleber. 


Schmid d. Jüngere. 


Cima. 


Kotter. 


Stivori. 


Cornet. 


Luys Milan. 


Susato (Samml.). 


Denss (Samml.). 


Luython. 


Tallis. 


Diruta. 


Luzzaschi. 


Trabacci. 


Dowland. 


Masch«ra. 


Talente. 


Erbach. 


Merulo. 


White. 


Pabricius. 


Morlage. 


Willaert. 


Farnaby. 


Morley. 


Wyssenbach (Samml.). 


Francesco da Mil. 


Neusiedler H. 


Woltz. 


Franciscus Bossin. 


Neusiedler M. 




Franck. 


Ochsenkuhn. 





Erste Kpoclie. 

1600-1750. 



Selbständige Insfpumenfalmusik. 

Kontrapunktischer Stil. 

Orgel. Klavier. 

Alte Klaviermusik. 



Koryphäen. 

Sweelinck. 

Frescobaidi. 

Couperin. 

Scarlatti. 

Händel. 

Bach. 

Komponisten nächster Bedeutung. 

(In chronologischer Reihenfolge.) 

Scheidt. Pachelbel. 

Chambonnieres. Kuhnau. 

Froberger. Rameau. 

Buxtehude. Durante. 
Muffat Greorg. 



20 



Die Komponisten dieser Epoche nach Nationen 
gruppiert.*) 



Italiener. 



AI. 
Dom.) 



(Frescobaldi.) 

Castello D. 

Rossi. 

Spiridione. 

Aresti. 

Pasquini. 

Poglietti. 

Scarlatti 

(Scarlatti 

Zipoli. 

Porpora. 

Marcello. 

Alberti. 

(Durante.) 

Castello Giov. 

Pescetti. 

Martini. 

Deutsclie. 

(Scheidt.) 

Steigleder. 

Kindermann. 

Scheidemann. 

(Froberger.) 

Ebner. 

Bach Heinr. 

Scherer. 

Keinken. 

Schultheiss. 

Kerl. 

Heinlein. 

Flor. 

*) (Die mit ( 
Gruppen enthalten.) 



(Buxtehude.) 

Bach Joh. Christ. 

(Muffat Georg.) 

Speth. 

Richter F. T. 

Krieger. 

(Pachelbel Joh.) 

Reutter d. Alt. 

Fux. 

Böhm. 

Zachau. 

Bruhns. 

Buttstedt. 

(Kuhn au.) 

Murschhauser. 

Fischer J. C. 

Bach Joh. Bern. 

Petzold. 

Mattheson. 

Telemann. 

Graupner. 

Walther. 

Kirchhoff. 

(Händel.) 

(Bach Sab.) 

Gebel d. Alt. 

Pachelbel W. H. 

Muffat Gottl. 

Maichelbeck. 

Stölzel. 

Graun. 

Agrell. 

Scheuenstuhl. 

Tischer. 



Schaffrath. 
Gebel d. J. 
Kellner J. P. 



Sammlungen. 

Franzosen. 

(Chambonnieres.) 

Dumont. 

Couperin L. 

Le Begue. 

LuUy. 

D'Anglebert. 

Loeilly. 

(Couperin Fr.) 

Marchand. 

(Rameau.) 

Dandrieu. 

D'Agincourt. 

Daquin. 

Niederländer. 

(Sweelinck.) 

Noordt. 

Fiocco. 



Coelho (Portug.) 

Engländer. 

Blow. 
Purcell. 



Sammlungen. 



) eingeschlossenen Namen sind schon in den vorangehenden 



21 



Jan Peter Sweelinck. 

(1562[1540]— 1621.) 

Jan Pieters Sweelinck (die Schreibart des Namens variiert mannigfach 
z. B. Sweling, Schweling usw.) wurde nach neueren Forschungen 1561 oder 1562 
(nach früherer Angabe gegen 1540) zu Deventer in Holland geboren. In seiner 
Jugend kam er nach Italien, zu Zarlino in Venedig. Nach seiner Rückkehr 
wurde er Organist an einer Hauptkirche in Amsterdam. Er war der Lehrer 
vieler nachmals berühmter deutscher Organisten und ist als der Gründer der 
großen deutschen Orgelschule und so gleichsam auch als Ahnherr Seb. Bach's 
zu betrachten. Seine berühmtesten Schüler waren: Heinrich Scheidemann in 
Hamburg, Vorgänger und Lehrer Adam Reinken's, Melch. Schild in Hannover, 
Jac. Prätorius, Samuel Scheidt. — Sweelinck starb in Amsterdam 1621. Von 
seinen zahlreichen Kompositionen (Psalmen, Chansons, Orgelstücken verschiedener 
Art), welche bloß handschriftlich vorhanden waren, sind erst in neuerer Zeit 
einige an das Licht gezogen worden; sie sind von der „Vereenigung vor 
Nederlandsche Muziekgeschiedenis" in Amsterdam herausgegeben. Es folgte 
dann eine Gesamtausgabe der Werke Sweelinck's, deren erster Theil die 
Kompositionen für Orgel und Klavier enthält. Die Orgelstücke offenbaren 
eine bedeutende Meisterschaft und eröffnen die Orgelkunst des 17. Jahrhunderts 
in achtunggebietender Weise. Die Variationenform und das klaviermäßige 
Figurenwerk deuten auf den Einfluß der englischen Virginalmusik, andere 
Formen und die Diminutionen auf die italienischen Vorgänger hin. S.'s Stücke 
sind theils in Mensuralnoten, theils in deutscher Tabulaturschrift aufgezeichnet. 
(S. Max Seiffert's Einleitung zum 1. Theil der Gesamtausg.) Die Orgel- und 
Klavierwerke Sweelinck's bilden in technischer Hinsicht emen großen Fort- 
schritt, formell gewahren wir in ihnen die Grundzüge der Fuge, dann die mannig- 
faltige Gestaltung der Variation; inhaltlich erscheinen sie uns meist leer, ohne 
innere Wärme. Von den „Fantasien" sind Nr. 1 und 10 der Gesamtausg. 
die interessantesten, die erstere, eine kunstreiche Fuge, deren Schluß imposant 
ist. Mehrere Fantasien sind mit Echoeffekten ausgestattet. Die Toccaten 
stehen den Fantasien nach. In den Variationen sind die Themen (1. Var.) 
am anregendsten; so in Nr. 27, 28, 31 der Gesamtausgabe. Am meisterlichsten 
sind die Variationen *Nr. 27 (Mein junges Leben hat ein End'). Die Variationen 
über „Fortuna" haben dasselbe Thema, wie jene von Scheidt. 

Orgelstücke in einem Manuskript aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. 

(Im Grauen Kloster in Berlin.) 

(Enthält von Sweelinck 5 Toccaten, 3 Fantasien, 6 Variationen (gemeinschaft- 
lich mit S. Scheidt), Paduana et Hispania mit 4 Variationen (mit Scheidt) 
ferner auch Stücke von Scheidt, Steigleder, Haßler. 

Andere Orgelstücke in Handschriften des 17. Jahrhunderts, 

(In der k. Bibl. und im Joachimsthaler Gymnasium in Berlin, in der Bibl. der 
Niederl. Ges. für Musikgesch. in Amsterdam, im Fitz-William-Museum (Virginalbuch) 
in Cambridge usw.) 

Neue Ausgaben: 

Fantasie auf die Manier eines Echo für Orgel (Bruchstück im Autograph und 
Übersetzung) in Heinr. Bellermann, Der Kontrapunkt, 1862. 

Drei Fantasien, drei Toccaten und vier Variationen (zwei von Scheidt) für 
Orgel, nach einem Manuskript des Grauen Klosters zu Berlin, aus der 
Orgeltabulatur übersetzt und herausgegeben von Eob. Eitner, 1870. 

Fantasie in ßitter, Gesch. d. Orgelsp. (N. 34). 

Fantasien für Orgel, herausgegeben von Alex. Guilmant, Paris, Durand. 

Gesamtausgabe der Niederl. Ges. f. Musikgesch. 1. Theil: Werke für Orgel 
und Klavier, herausg. von Dr. Max Seiffert. Br. & H. 1894. (Enthält: 
13 Fantasien, darunter 5 in der „Manier eines Echos", 11 Toccaten, 
2 Choralbearbeitungen, 6 variierte weltliche Lieder; Fragmente: Capriccio, 
Fantasie, Variationen über „Fortuna", Paduana Hispania, zusammen 
36 Stücke. 



22 

Grirölamo FreseobalclL 

(1583—1644.) 

Geb. in Ferrara. Schüler Luzzaschi's. Nachdem er einige Jahre in den 
Niederlanden zugebracht hatte, war er von 1608—1628 als Organist an der 
Peterskirche inEom angestellt. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Florenz 
kehrte er 1633 auf seinen früheren Posten in Eom zurück, den er fast bis zu 
seinem Ende 1644 bekleidete. Frescobaldi war der größte Orgelspieler und 
Orgelkomponist Italiens im 17. Jahrhundert und erfreute sich eines glänzenden 
Rufs. Sein bedeutendster Schüler war der Deutsche Froberger. Die Kom- 
positionen Fr es CO bald i's, zahlreich erhalten, sind erfindungsreich und gehen 
ihrer Zeit durch neuartige Formenbildung, Größe und Kühnheit, wie auch durch 
virtuostechnische Ausbildung voran ; uns erscheinen sie aber größtentheils hart, 
unschön, einzelnes auch bizarr. Am anmuthendsten sind seine Canzonen, 
fugierte Stücke mit melodischer Führung und freien Zwischensätzen. Seine 
Werke sind in Notenschrift, und zwar für die rechte Hand auf 6 Linien, für 
die Linke auf 8 Linien in zwei Schlüsseln geschrieben. 
Libro di Fantasie a due, tre e quattro. Milano 1608. 

(Enth. 12 Fantasien, auf 4 Systemen gedruckt, nebst prakt. Anweisungen.) 

(In der Bibl. in Bologna.) 

Ricercari e Canzoni francese, fatte sopra diversi oblighi, in partitura. Eom, 
bei Borboni 1615. 
(Enth. 10 Ricercari und 5 Canzonen, ebenso gedruckt.) 

(In den Bibl. zu Berlin, Paris, Rom.) 
Toccate d'intavolatura di Cimbalo et Organo. Partite di diversi Arie, Correnti, 
Balletti, Ciacone, Passacagli etc. Libro I. Rom, Borboni 1615 (1627, 1637). 
(Enth. 12 Toccaten, 4 Partiten über weltl. Lieder, 4 Correnten und einen An- 
hang mit Tanzformen. In 2 Systemen gestochen.) 
(In den Bibl. zu Berlin, Rom, Bologna, Wiener Hofbibl. und Arch. d. Ges. d. Musikfr.) 

11 secondo libro di Toccati, Canzoni, Versi d'Hinni, Magnificat, Gagliarde, 
Correnti et altre Partite d'intavolatura di Cimbalo ed Organo. Rom, 
Borboni 1627 (1637). 
(Enth. 12 Toccaten, 6 Canzonen, 4 Hymnen, 2 Magnificat, Aria „La fresco- 
balda" etc. Mit dem Porträt F.'s.) 

(In der Wiener Hofb. und Arch. d. G. d. M., auch in Berlin und Wolfenbüttel.) 

II primo libro di Capricei, Canzon francese e Ricercari fatti sopra diversi 
soggetti et Arie, in partitura, Eom 1624 (Venedig, AI. Vincenti 1642). 
(Enth. u. A. Capriccio cromatico, C. di durezze, ein C. zum Mitsingen.) 
(In den Bibl. zu Berlin, Paris, London, Rom, Bologna, Wien.) 

II primo libro delle Canzoni a 1 — 4 voci 1628. 

(Enth. 35 Canzonen, in 5 Stimmheften gedr. Dasselbe Werk in Partitur, 
herausg. von F.'s. Schüler Grassi.) 

(In den Bibl. zu Berlin, Breslau, Wolfenb., Bologna.) 

Fiori musicali di div. Compositioni, Toccate, Kirie, Canzoni, Capricei e Eicer- 
cari in Partitura a quattro, utile per Sonatori. Ven., E. Vincenti 1635. 

(In den Bibl. zu Berlin, München, Wien usw.) 

Canzoni alla francese. Libro^,IV. Ven. 1645 (nach F.'s. Tode ersch.) 
(Enth. 11 Canzonen mit Überschriften. Partiturmäßig gedr.) 
Neuere Ausgaben: 
Canzona in Hawkins Hist. of Music, 4. Theil. 1776. 
Fugen in Clementi's Sammlung von Klavier- und Orgelstücken. London. 
7 Präambula, 1 Eicercar, 5 Toccatae für Orgel in Commer's Musica sacra. 

1. Band 1839. 
13 Orgelstücke in Commer's Kompositionen für die Orgel des 16., 17. und 

18. Jahrh. 1. Heft. Leipzig, Geißler. 
Fuge in Fetis' Traite de la Theorie und in La Science de l'Organiste. 
Toccata in Eeißmann's Gesch. der Musik. 2. Theil. 1863, 
Canzone und Capriccio di durezze in Weitzmann's Gesch. des Klavierspiels. 

1863. 



23 

Canzone e Corrente in L'arte antica e moderno etc. Mailand, Eicordi 1865. 
Canzone, Corrente, Fuga e Toccata per l'Organo in Antologia classica musicale. 

Mailand, Eicordi. 
La canzona, la courante et la Frescobalda in Amad. Mereaux' Les clavecinistes 

de 1637 ä 1790. Paris 1867. 
Canzone und Corrente in Pauer's Alte Klaviermusik. 1. Folge, 1. Heft. 1867. 

Leipzig, Senff. 
( Corrente und Canzone in Klaviermusik aus alter Zeit. 7. Heft. Ed. Litolfif. 
Passacaglia, für das Harmonium übertragen von L. A. Zellner, in der Antho- 
logie etc. Wien, Spina. 
14 Orgelstücke in Eiegel's Kirchl. Orgelspiel etc. Brixen 1869. 
Fuga und Canzone für Orgel. Herausgeg. von S. de Lange. Eieter-Biederm. 
Passacaglia, Capriccio und Canzone in A. W. Gottschalg's Eepert. für die 

Orgel. 13. Heft, Toccata crom, in do. 25. Heft, 5 Orgelsätze in do. 

37. Heft. Schuberth. 
Canzone G-moU. Herausg. von J. H. Bonawitz (Histor. Klaviermusik). Wien, 

Kratochwill. 
9 Capricen, 5 Canzonen und 10 Eicerearen für die Orgel. Herausg. von J. B. 

Litzau. 3 Hefte. Eotterdam. 
Passacaglia. Herausg. von J. G. Zahn (Album für Orgelspieler). 58. Heft. 

Leipzig, Kahnt. 

3 Stücke in Ecole du Conserv. ä Bruxelles. 

In Schlecht, Gesch. d. Kirchenm. : Capr. sopra üt, re, mi, fa, sol la; Kyrie de 

Beata; Christe Domenicale; Tocc. cromatica. 
In Farrenc, Le Tresor des Pianistes: 6 Canzonen, 3 Fugen, 5 Gagliarde etc. 
In Eitter, Gesch. d. Orgelsp. : 2 Toccaten, 1 Canzone, 2 Capricci (N. 13—17.) 
jThree Pieces for the Harpsichord by Frescobaldi, Froberger, Kerl. Herausg. v. 
I Shedlock, London, Novello. 
Gr. Ausgabe. Sammlung von Orgelsätzen aus den gedruckten Werken Fres- 

cobaldi's, herausg. von F. X. Haberl. Br. & H. 1889. 
Passacaglia f. Pfte. bearbeitet von Aug. Stradal. Schuberth. 

4 Couranten und eine Fuge, herausg. von Ales. Guilmant. Durand. 

Aria detta la Frescobalda mit 5 Var., herausg. von Jul. Epstein. Wien, 
Üniv.-Ed. 

Fraiicois Couperin. 

(1668-1733.) 

Fran^ois Couperin, geb. 1668 in Paris. Schüler Chambonnieres. Der 
bedeutendste Meister der altfranzösischen Kiavierschule. Hofklavierspieler 
Louis XIV. Seine zahlreichen kleinen Stücke in dem ihm eigenthümlichen 
melodisch-verzierten Stil sind meist bestimmten Darstellungen gewidmet; es 
sind musikalische Porträts, Naturszenen, Genrebilder. Die kleinen Stücke, auch 
Tänze, sind zu Suiten (Ordres) vereinigt. C.'s Musik zeichnet sich durch 
Feinheit der Melodik und Phrasierung aus, ein poetischer Duft durchweht sie. 
Doch sind seine Stücke großentheils so ähnlich in Form und Manier, daü eine 
längere Folge derselben den Eindruck der Einförmigkeit hervorbringt. Die 
Stücke tragen die buntesten, oft bizarren Überschriften. — Die Kunst der 
Verzierungen findet sich bei Couperin in vollster Ausbildung. Sein Klavierstil 
"wurde von bedeutendem Einfluß auf die Zeitgenossen, auch auf Seb. Bach. 
Pieces de Clavecin. 4 Livres. Liv. I. 1713. Liv. IL 1716 (1717). Liv. III. 

1722. Liv. IV. 1730. Paris, grave par F. du Plessy. 

(Enth. Liv. I. 1.— 5. Ordre [Suiten] und Explication des Agrements [Verzierungen] et 

desSignes; Liv. II. 6.— 12, Ordre [darin ein Stück für 2 Klaviere] ; Liv. III. 13.— 19. Ordre 

und 4 Concerts Royaux für Klavier mit Begleitung der Violine oder Flöte od. Oboe. 

Viole und Basson; Liv. IV. 20.— 27. Ordre. In den 27 Ordres zusammen 218 kleine Stücke 

und 4 Concerts [Suiten].) 

(In der Hofbibl. u. in dem Arch. der Ges. der Musikfr. in Wien, in Paris, Berlin etc.) 

L'art de toucher le clavecin. Paris 1716 (17). 

(Enth. Regeln und Anweisungen. Fingerübungen, Fingersatz der Skalen. Beispiele. 
8 Preludes.) (In der Bibl. nat. in Paris und in der k. Bibl. in Berlin.) 



24 

L'apotheose de l'incomparable Lully. Paris 1724. 

Les gouts reunis ou nouveaux concerts, augmentes de l'apotlieose de Corelli, 
en Trio (2 Viol. et Basse). Paris 1717 (30). 

Neuere Ausgaben: 
Gesamtausgaben: 

Pieces de Clavecin, rev. par J. Brahms et Fr. Chrysander. 4 Livres. 

London, Äugener ca. 1880. 
(Vervollständigung einer älteren Ausgabe von Brahms, in den „Denkmälern der 

Tonkunst", Hamburg 1869.) 
Pifeces de Clavecin. 1. Theil (56 Stücke) in Farrenc, Le Tresor des Pianistes. 

Paris 1861—1872. 
Pifeces de Clavecin, Edition complete, rev. par L. Diemer. 4 volumes. Paris, 

Durand. 

Einzelausgaben. (Bearbeitungen): 
8 Pieces (Les graces naturelles, les vendageuses, l'Artiste, les Barrieades my- 
sterieuses, la Bourbonnaise, la Tenebreuse, la Nointele, les Bergeries). 
Leipzig, B. Senff. 1857. 

12 Stücke in Klass. Klavier-Kompositionen aus älterer Zeit. Gesammelt von 

Scbletterer. Eieter-Biederm. 1866. 
Pieces Edited by L. Sloper. (Book I. G-moll, Book II. D-molL) London. 

(Hamburg, Cranz.) 
La Favorite, la tendre Nanette, la TtJnebreuse in Pauer's Alte Klav.-M. I. 

6 Heft. 
La Bandoline, les Agrements in Pauer's Alte Meister. 14. Heft. Br. & H. 
La Bersan, l'Ausonienne, les Charmes, le BavoUet-flottant, in do. 38. Heft. 
Suite G moll (Allem., Cour. 1 et II, Sarab., Gav., Gigue) in Pauer's A. M. 

N. 41. 
La Florentine, la Terpsichore, la Garniere, la tendre Fanehon, la Lugubre, 

Passepied in Pauer's A. M. N. 42. 
Gavotten N. 1 G moll, N. 2. La Bourbonnaise in G, N. 3. C moll. Herausg. 

von Pauer (Alte Tänze). Br. & H. 
Gavotte, herausg. von Karl Werner. Schuberth. 

13 Stücke (9 vrie in Pauer, und Les Moissoneurs, le Eeveil-matin, les Papillons, 

les Bergeries) in Klav.-M. a. a. Z., 10. Heft, Ed. Litolif. 
Soeur Monique, le Eeveil-matin, la tendre Nanette in Perles musicales N. 54, 

55, 59 Br. & H. 
La Voluptueuse in Eeißm. Gesch. d. M. 2. Band. 
Prelude in Weitzm. Gesch. d. Klav. 
La de Croissy (Courante) in den Klavierstücken, herausg. von Wilhelmine 

Clauss-Szarvady. 2. Heft. 
Eondeau D moll. Herausg. von J. Fischhof. In Klass. Studien, 17. Heft. 

Haslinger. 
La Bersan, Sarabande, l'Anguille in Etudes classiques, herausg. von J. Dachs. 

2. Heft. Spina. 
La Bersan. Sarabande A moll. Schlesinger. 
Le Dodo, Eondo. In Histor. Klaviermusik N. 5. Herausg. von Bonawitz. 

Wien, Kratochwill. 
13 Stücke in Am. Mereaux' Les Clavecinistes. 

Couperin-Album, Herausg. von C. Reinecke. Br. & H. (Volksausg.). 
Marsch aus Gris-vetus, einger. v. E. Pauer. Br. & H. 
Le Eeveil-matin. Soeur Monique. Schott. 
In Les Clavecinistes Pranfais, transcr. p. L. Diemer. 2 vol. (zu 20 Stücken). 

Enth. einz. Stücke von Couperin, Daquin, Eameau usw. Durand. 
Pieces choisies (40 Stücke). Paris, Fromont (Heugel). 
8 Preludes, Paris, Costallat. 

Einzelne Stücke bei Durand, Augener, Schlesinger, Br. & H. etc. 
Passecaille H moll und La Bandoline in „Alte Meisterstücke" (Epstein), Wien. 

Univ.-Ed. 



25 

AUemande f. zwei Klaviere, herausg. von Ad. Prosniz. "Wien, Doblinger. 

CoDcerts royaux f. Klav., Viola und Cello, rev. par G. Marty. Durand. 

r Apotheose de Corelli f. 2 Viol. und Klavier, Durand. 

Hervorzuheben sind folgende, insbesondere die mit * bezeichneten 

Stücke aus den vier Büchern derPieces de Clavecin (nach den Gesamt- 
ausgaben): 

Livre I: *La Majestueuse, Menuet, *Ies Abeilles, *les Sentiments, la Bour- 
bonnaise, la Manon, * la fleurie oii la tendre Nanette, la Laborieuse, * la 
Voluptueuse, les Papillons, *la Tenebreuse, la Lugubre, l'Espagnolette, 
*la Favorite, ilarche des Gris-vetus, le Reveil-matin, la Logiviere, *la Dan- 
gereuse, la tendre Fanchon, *la Bandoline, la Villers. 

Livre II: *Les Moissoneurs, le Gazouillement, la Bersan, les Bergeries, 
l'Ausonienne, *rUnique, *Passecaille, * AUemande ä deux clavecius, la 
Kafraichissante, *le Bavollet flottant. 

Livre III: Les Lis naissans, l'Ame en peine, le Kossignol en amour, la Linote 
effarouchee, les Fauvetes plaintives, la Conti, les petits Moulins, la Verne- 
ville, Soeur Monique, 'l'Attendrissante. 

Livre IV: La fine Madeion, la Reine des coeurs, la Bondissante, la Couperin, 

TAnguille, le Croc-en-jambe, l'Audacieuse, les Tricoteuses, l'Arlequine, 

*les vieux Seigneurs, les jeunes Seigneurs, les Dars-homicides, les Ombres 

errantes, la Pantomime, TExquise. 

(Die genannten Stücke sind größtentheils auch in den angeführten 

Einzelausgaben [Bearbeitungen] enthalten.) 

Domenieo Scarlatti. 

(1683—1757.) 

üomenico Scarlatti, geb. 1683 in Neapel. Sohn Aless. Scarlatti's, des 
Gründers der Neapol. Schule. Schüler seines Vaters und Gasparini's in Korn. 
Um 1721 war er in Lissabon. Von 1729 an lebte er in Madrid am spani- 
schen Hofe in glänzender Stellung. Er starb daselbst 1757. — Scarlatti 
war der größte Klaviervirtuose Italiens und zugleich einer der originellsten 
Tonsetzer für sein Instrument. Seine Technik ist kühn und von lebendigster 
Frische. Seine ungemein zahlreichen Kompositionen, meist Sonaten genannt, 
wurden bahnbrechend für die fernere Entwicklung der Klaviermusik; sie sind 
geistreich und lebendig, doch ohne Tiefe. Die Sonaten sind einsätzig und re- 
präsentieren den ersten Satz dieser Form in ihren Anfängen. Die Ähnlichkeit 
vieler Stücke und die vorherrschende Manier gibt einer Reihe derselben einen 
etwas einförmigen Charakter. Von seinen Fugen ward die sogenannte „Katzen- 
fuge" berühmt. 
Essercicy per gravicembalo di Don Dominico Scarlatti etc. 

f30 Stücke. Gewidmet der Prinzessin von Astnrien.) 

Original- Ausgabe. Ohne Orts- und Zeitangabe (Venedig, Amsterdam?). Wahr- 
scheinlich vor 1746. (Sehr selten.) 

(K. Bibl. in Berlin, Konserv. in Paris, Ges. d. M. in Wien.) 

Andere alte Ausgaben, u. A. : 
2 Hefte in Paris bei Mme. Boivin (gegen 1730.) 
2 Hefte, herausg. von Roseingrave, London, Cooke 1730 — 35. 
VI Sonate per il Cembalo solo, comp, del Sign. Dom. Scarlatti etc. alle spese 

di Giov. Ulrico Haffnero in Nurimberga. Gegen 1760. 
Sonaten und Suiten. London, Johnson 1750. 

(Einzelne dieser alten Ausgaben in Cambridge, Berlin, Brüssel, Paris etc.) 
Handschriften: 
349 Stücke, ehemals in der Sammlung des Abb^ Santini in Eom. 
48 Stücke, ehemals im Besitz der Musikhandlung von J. C. Westphal in Ham- 
burg. 
308 Stücke in 7 Bänden in dem Arch. d. Ges. d. Musikfr. in Wien. Davon 
sind 200 Stücke in der Czerny'schen Ausgabe enthalten. 
(Ehemals im Besitze von Joh. Brahms. Wahrscheinlich die Sammlung Santini.) 

Viele handschr. Stücke in der Bibl. Marciana in Venedig. 



26 

Neuere Ausgaben und Bearbeitungen. 
Große Ausgaben: 
*Sämtliclie "Werke für das Pianoforte von D. Scarlatti, redigiert von C. Czerny. 
Wien. Haslinger. (Enth. 200 Stücke aus der Sammlung Santini.) Ersch. 
seit 1839. 

(In der Wiener Hofb. und im Arch. d. G. d. M. in Wien.) 

Große Ausgabe bei Launer (Girod) in Paris. 

(Enth. die Stücke der Ausg. Czerny, nebst anderen, in verbesserter Fassung.) 
In Farrenc, Le Tresor des Pianistes (Enth. ungef. 130 Stücke, darunter die 

30 der Originalausgabe). 1864. 
*60 Sonaten. Br. & H. 186(5—68. (Volksausg.) 
*Elavierwerke. Herausg. von Heinr. Barth. Univ.-Edition, Wien. (Enthält 

70 Stücke in 4 Bänden.) 
*Opere complete, rev. und in Suiten geordnet von Aless. Longo. 6 Bände. 

Eicordi 1906. (Enth. 300 Stücke in 60 Suiten, darunter 216 noch unver- 

öifentlichte, meist aus der Markusbibl. in Venedig.) 
Einzelausgaben: 
Oeuvres compl. de D. Scarlatti, Cah. 1 — 8, Wien, Eiedl. Ersch. seit 1803. 

(Andere alte Wiener Ausgaben.) 
18 Klavierstücke, herausg. von Schletterer. Ried.-Bied. 
28 Stücke (8 Hefte). Andre in Offenbach 1866. 
18 Klavierstücke in Form von Suiten gruppiert und bearbeitet von H. v. 

Bülow. Peters. 1864. 
30 Sonaten, bearbeitet u. herausg. von Karl Banck. Kistner. 
12 Sonaten und Fugen, bezeichnet von L. Köhler, Schuberth. 1863. 
6 Stücke in L'arte antica e moderna. Ricordi. 
Stücke in Amad. Mereaux' Les Clavecinistes. 
3 Studien in Pauer's A. Cl.-M. IL 1. 

2 Studien in Pauer's A. M. N. 36. 
Compositions (Köhler). Ed. Litolff. 
Sonata in Weitzm. Gesch. d. Klav. 

3 Stücke in Etudes classiques, herausg. von J. Dachs, Spina. 

2 Stücke in den Klavierstücken, herausg. von Wilhelmine Clauss-Szarvady. 
Sonate in A dur. | 

Katzenfuge in G moll. > Vielfach aufgelegt. 
Tempo dl Ballo D dur. ) 

50 Harpsichord lessons, herausg. von E. Pauer. Augener. 
20 ausgew. Sonaten. Br. & H. (Volksausg.) 
24 Stücke in 8 Suiten, herausg. von AI. Longo. Rahter. 

5 Sonaten, bearbeitet von C. Tausig. — Pastorale und Capriccio do. Peters. 
Br. & H. 

8 Sonaten, rev. v. Jul. Epstein und Aug. Sturm. Schles. 

9 her. Kompositionen, bearb. von H. Riemann. Steingräber. 

4 Sonaten, bearb. v. Aug. Winding. Hansen. 
Sonate in A, herausg. v. Th. Leschetizky. Rahter. 

Sonate in D. f. d. Konzertvortrag bearb. von Sofie Menter. Senff. 
Einzelne Stücke, herausg. v. Germer. Hug. 

Hervorzuheben sind folgende, insbesondere die mit * bezeichneten 
Stücke (Sonaten*): 

Ausgaben: Br. & H. = B, Peters = P, Üniversal-Edition = 
U, Longo = L. 

D moll 4/4 (B. 1, U. 3), G dur s/g (B. 2), *D m % (B. 9, D. 10), C m ^/^ (B. 11), 
Gm */4 (ß. 12), Gd 2/^ (B. 13, P. 2, U 12), Gd % (B. 14), Em 3|g 

*) Bei dem Umstände, als eine vollständige Gesamtausgabe der (etwa über 500 be- 
tragenden) Werke D. Scarlatti's fehlt, ferner die große Ausgabe Czerny-Haslinger ver- 
griffen ist, muß sich die Liste der hervorzuhebenden Stücke auf die leichter zugänglichen 
Ausgaben beschränken. Jene von Br. & H., Univ. -Ed. (Barth) und Longo geben den 
Text am ursprünglichsten wieder, während die Ausgabe Peters' (Bülow) als Bearbeitung an- 
zusehen ist. 



27 

(B. 15, U 14), Pd 3/g (B. 17, U. 16), *Ed ^U (B- 20, U 18), *Ad */4 
(B, 24), Hm 3/^ (B. 27), *D d ^U (B- 29, P. 13, ü. 25), Gm c/g Katzen- 
fuge (ß. 30), *Ad % (B. 31, ü. 27), Cd % (B. 32, U. 31, L. 104), *Gm 
4/4 (B. 34, P. 4), *Dd 3/g Tempo di Ballo (ß. 33, U. 26), Gm s/g (B. 35, 
U. 36, L. 128), *Dd 3/g (B. 38, P. 18), Gm s/g (ß. 39), G d. % (B. 40, 
U. 30, L. 290), Cd 3/« (B. 41. U. 37, L. 282), Fm % (B. 44, P. 10, 
L. 175), D m (p (B. 50, L. 266), *G m s/^ (B. 51), B d (B. 52), F d s/^ (B. 53, 
L. 285), *Fd e/g (B. 54, P. 12, U. 40, L. 188), *Fm % (ß. 55, U. 62), 
Bd 3/^ (B. 56), Gm ^/^ (B. 57, L. 235), Gd 3/^ (ß. 58, P. 5, L. 103), 
*Gd 3/, (B. 59, P. 6, ü. 48), *Hm 2/^ (B. 60, P. 16, U. 49, L. 263), 
Fd % (U. 41), Bd 3/g [* Mittels. Fd], (ü 42), *Bd e/g (U. 47), Am 3/g 
(U. 56, L. 223), Cd(I? (U. 57), endlich aus Longo: Gd 3/^ N. 82, Gd 3/^ 
83, G d ^/4 84. G d (p 86, C d ^U 101, C d % 105, Es d d? 111, D d 122, G d 
s/g 123, A d (j) 131, A d % 132, C d (j) 137, A d 3/g 139, B d (t? 145, H m 146, 
Cm V4 Fuge (^ 158, Cm 3/g 16O, Gd e/g 180, Gm 3/g 18I, *Gd 2/^ 182, 
D d % 183, G d 3/^ 184, As d^*/4 186, C d ^/^ 202. Es d c]} 216, A m 3/g 239, 
A m 3/g 245, D m ■^U -6^. E m ^/^ 271, G d 272, E d s/^ 273, C d 3/g 274, 
*Em (p 275, Gd ^U 286, Gd e/g 287, Fis m 294. 
(Viele von den vorstehend genannten Stücken sind auch in den ange- 
führten Einzelausgaben und Bearbeitungen enthalten). 

Greorg Friedrich Händel. 

(1685—1759.) 

Georg Friedrich Händel, geb. 23. Februar 1685 in Halle, gest. am 
14. April 1759 in London. Sohn eines Wundarztes. Schüler des Organisten 
Zachau. H. war 1703 — 1706 in Hamburg, wo er zu der dortigen Oper in 
Beziehung trat, reiste dann nach Italien, in welchem Lande er Opern schrieb 
und zur Aufführung brachte. Von 1712 an nahm H. seinen bleibenden Auf- 
enthalt in London. 1717—20 war er Musikdirektor beim Herzog von Chandos. 
Die Zeit von 1720 — 40 gehört vorzugsweise H.'s Thätigkeit für die ital. Oper 
in London an; dann wendete er sich ausschließlich dem Oratorium zu, in 
welchem er seine unvergleichliche Größe entfaltete. H.'s Instrumental- 
werke, seine Orchesterkonzerte, Sonaten, Klaviersuiten, Fugen und Orgel- 
konzerte offenbaren jene Kraft, Geradheit und plastisch klare Gestaltung, 
welche Händeis Stil charakterisieren. 

Original- Ausgaben. 
Suites de Pieces pour le Clavecin, comp, par G. F. Händel. 1. Vol. London, 

printed for the Author. 1720. 
Suites de Pieces pour le Clavecin. 2. Vol. London, J. Walsh. 1733. 
Pieces de Clavecin. Amsterdam, Witvogel. 1723. 
Six fugues or Voluntarys for the Organ or Harpsichord. 

3m6. Ouvrage. London, Walsh. 1735. 

Orgel-Konserte. 
Six Concertos for the Harpsichord or Organ. London, Walsh. 1738. (G moll, 
B dur, G moll, F dur, F dur, B dur.) Op. 4. 

Zweite Sammlung. Ersch. 1740. 
(Enthält nur Übertragungen.) 

Dritte Sammlung. (B dur, A dur, B dur, D moll, G dur, B dur.) Op. 7. Ersch. 
1760. 

Vierte Sammlung, herausg. von Arnold 1797. 

(Enthält 3 Konzerte, wahrscheinlich bloß Übertragungen.) 
Originalhandschriften in London (Buckingham, Brit. Museum) in Cambridge 
in der Hamburger Stadtbibl. 

Alte Gesamt-Ausgabe, herausg. ven Sam. Arnold in 36 Bänden. London 
1786. 



28 

Neuere Ausgaben und Bearbeitungen. (Auswahl.) 

Ausgabe der deutschen Händel-Gesellschaft. 

Ersch. seit 1858. (31 Jahrgänge, 97 Bände.) Leipzig, Breitk. & Härtel. 
Klavierstücke. Ein Band. Jahrg. I. 

(Enthält: 1. Sammlung: 8 Suiten [A dur, F dur, D moll, E moll, E dur, Fismoll, 
Graoll, Fmoll]. 

2. Sammlung: N. 1. Prelude, Aiia con Variazioni B dur. N. 2. Chaconne G dur. 
N. 3. [Suite] Allemande, Allegro, Air, Gigue, Menuette, Dmoll. N. 4. [Suite] Allem., 
Cour., Sarah., Gigue, D moll. jM. 5. [Suite] Allem., Sarah., Gigue, E moll. N. 6. [Suite] 
Allem., Cour., Gigue, Graoll. N. 7. [Suite] Allem., Cour., Sarah., Gigue, B dur. N. 8. 
[Suite] Allem., Allegro, Cour., Aria, Menuet, Gavotte, Gigue, Gaur. N. 9. Chaconne 
mit G2 Var., G dur. 

S.Sammlung: N. 1. Suite Dmoll. N. 2. Suite Gmoll. N. 3. Capriccio Gmoll. 
N. 4. Fantasia C dur. N. 5. Chaconne F dur. N. 6. Lesson Amoll. N. 7. Courante e 
due Menuetti. N. 8. Capriccio F dur. JM. 9. Preludio ed Allegro. N. 10. Sonatina. N. 11. 
Sonata. N. 12. Sonata. 

4. Sammlung: 6 Fugen [Gmoll, G dur, B dur, Emoll, Amoll, Cmoll].) 

12 Orgel-Konzerte mit Orchester-Begleitung. Ein Band, Jahrg. IX. (Gmoll, 
B dur, G moll, F dur, F dur, B dur, B dur, A dur, B dur, D moll, G moll, 
B dur.) 

Edition Peters. Compositions de G. F. Händel. 9 Cahiers; auch in 4 Cahiers. 

Cah. 1 u. 2. Huit Suites. (Cah. 1.) 

Cah. 3 u. 4. Huit Suites. (Cah. 2.) 

Cah. 5. Trois Lefons. \ 

Cah. 6. Chaconne av. 62 Var. l /n >, o -; 

Cah. 7. Sept Pieces differentes. j ^^^^- '^'> 

Cah. 8. Six grandes fugues. J 

Cah. 9. Six petites fugues. (Cah. 4.) 

Klavierwerke, auf Grund der Ausgabe der deutschen Händelgesellschaft für 
den praktischen Gebrauch bearbeitet von Konrad Kühner. 3 Bände. 
Br. & H. 

Klavierwerke, bearb. von C. Eeinecke, 4 Sammlungen, 27 Hefte. Ham- 
burg. Pohle. 

17 Suiten, herausg. von G. A. Thomas. Kistner. 

Suiten und andere Werke, instrukt. bearbeitet von W. Krüger. 2 Bände. 
Stuttgart, Zumsteeg. 

Suiten und Fugen in vielen Ausgaben. 

Kompositionen (L. Köhler.) Litolff. 

Oeuvres choisies, herausg. v. Bülow. Bote & B. 

Ausgew. Klavierkompositionen, f. d. Unterricht bearbeitet von H. Bischoff. 
Steingräber. 

Sammlung auserlesener Werke (Reinecke). Br. & H. 

Händel-Album (Eeinecke). Br. & H. (Volksausg.) 

Klavierwerke (W. Dörr). 5 Bände. Univ.-Ed. 

6 kl. Fugen f. Orgel oder Pfte. Diabelii (Schreiber). N. Ausgabe von Krause. 
— do- Andrd. 

Fuge in Rimbault's „Pianoforte" (nach einem Manuskript). London 1860. 

Partita oder Suite in A dur, herausg. v. Mortier de Fontaine (nach einer Hand- 
schrift). Leipzig, Senff. 

12 leichte Klavierstücke, herausg. von Bülow. München, Aibl. 

2 Chaconnes und 6 Klavierstücke, f. instr. Zwecke, herausg. von G. A. Thomas. 

Kistner. 
15 Präludien, Variationen etc., instrukt. Ausgabe, herausg. von L. Köhler 

(klass. Hochschule, Sekt. 4). Schuberth. 
12 ausgew. Fugen, herausg. v. L. Köhler (Kl. Hochschule. Sekt. 5) Schuberth. 
Die ersten Studien, geordnet und herausg. v. A. ßuthardt. Ed. Peters. 
Variationen in Edur (der harmonische Grobschmid) in zahlreichen Ausgaben. 
Chaconne, herausg. von Bülow. Bote & B. 
Gavotte und 2 Gigues. Schles. 

3 Gavottes in Pauer's Alte Tänze. — 17 Menuetten f. Pfte., bearb. v. Pauer. 

Br. & H. (Volksausg.) 



29 

Chaeonne mit '21 Var., heraus, von A. Winding. Hansen. 
Einzelne Stücke, bearb. von H. Germer. Hug. 

5 Stücke, f. Pfte., transkr. v. G. Martucci. Mailand. Carisch & Jan. 

Orgel-Konzerte. 

4 Orgel-Konzerte (B dur, F dur, G moU, G dar) für das Pfte., bearbeitet von 

Emil Krause. 
7 Orgel-Konzerte (A dur, B dur, G moll, B dur. G moll. Gmoll, B dur) für die 

Orgel allein bearb. von S. de Lange. Kiet-B., Scbott. 
7 Orgel-Konzerte, herausg. von W. T. Best. Augener. 
Orgel-Konzerte, berausg. von Max Seiffert. Br. & H. 

Orgel-Konzert N. 4 in F., f. d. Pfte. red. von Mortier de Fontaine. Schles. 
Orgel-Konzert N. 2 in B, f. d. Pfte., übertr. von E. Pauer. Schott. 
12 Orgel-Konzerte, f. d. Pfte. zu vier Händen arr. N. 1—6 von G. A. Thomas, 

]Si. 7—12 von Aug. Hörn. Br. & H. 

6 Orgel-Konzerte zu vier Händen arr. von A. Euthardt. Ed. Peters. 
Orgel-Konzert in B dur zu vier Händen arr. von Jadassohn. Br. & H. 

6 Orgel-Konzerte, für 2 Pfte. zu vier Händen arr. von Clement Loret. Durand. 
2 Orgel-Konzerte in G moll und F dur, mit Begl. eines zweiten Klaviers arr. 

von H. Eiemann. Steingr. 
Fugen f. d. Orgel in Körner's Orgelvirtuos (11 Nummern). Erfurt. 
Präl. u. Fuge f. Orgel, bearb. von Ad. Gessner. Langensalza, Beyer. 

5 Fugen a. d. Klaviersuiten, zu vier Händen einger. von C. F. Pohl. Peters. 

Kammermusik (Bearbeitungen). 

Sonate für Violine u. Pfte. bearb. von Em. Kross. Schott. — do- N. 12 (Eie- 
mann) Augener. — 2 d»- N. 10 u. 13 (Gust. Jensen) Augener. — do- A dur, 
f. Viola u. Pfte. bearb. von Fr. Hermann. Br. & H. — 10. u. 13. Sonate 
in Alard, Les Maitres class. — Sonaten f. Violine u. Pfte., herausg. v. 
H. Sitt. 2 Bände. Ed. Peters. 

Sonate für Viola n. Pfte., G moll, nach Gevaert's Bearbeitung, herausg. v. Fr. 
Hermann. Br. & H. — do- N. 10, G moll, transkr. von H. Dessauer. Schott. 

6 Sonaten für Flöte mit Pfte., bearb. von W. Stade. Peters. — Sonaten für 

Flöte und B. c, bearb. v. Gust. Jensen. Augener. — 2 Sonaten f. Oboe 
mit Pfte., bearb. v. TV. Stade. Heinze. 

Sonate f. Viola da Gamba u. Cembalo in C, für Cello u. Pfte. bearb. v. Fr. 
. Grützmacher. Senff. 

6 Konzerte (Orchester-Suiten), f. Pfte. bearb. v. L. Stark. Steingräber. 

Konzert G moll f. Streichorchester, f. Pfte. übertr. v. E. Pauer. Senff. 

Vierh. Arrangements: Concerto grosso in C, arr. v. Aug. Hörn. Br. & H. — 

6 Konzerte f. Streichinstr., arr. v. Jadassohn. Br. & H. — 3 do- arr. von 

A. Euthardt. Ed. Peters. 

Für zwei Pfte.: 4 Concerti grossi, arr. v. G. Krug. Br. & H. — Concerto 
grosso F dur, arr. v. H. Eiemann. Steingr. 

Hervorzuheben sind aus den Klavier-Solostücken: 
Aus der 1. Suite Adur: Gigue. — 2. Suite Fdur: Fuge. — .S. Suite Dmoll: 
*Fuge, AUemande, Air, *Presto. — 4. Suite Em oll: *Fuge. — 5. Suite 
Edur: Courante, *Air mit Variationen (Harmonischer Grobschmid). — 
6. Suite Fismoll: Prölude, Largo, *Fuge, *Gigue. — 7. Suite Gmoll: 
'^ Ouvertüre, Allegro, * Sarabande, *Passecaille. — 8. Suite Fmoll: Pre- 
lude, Fuge, Gigue. — Aus der 2. Sammlung: Chaeonne G dur. — Aus 
der 3. Sammlung: Fantasie C dur, Sonata C dur. — Aus der 4. Samm- 
lung: Fugen 'N. 3 Bdur, *N. 6 C moll. — Aus den 6 Fughetten (deren 
Echtheit angezweifelt wird): N. 5 Fdur. 
Aus den Orgel-Konzerten, 1. Sammlung: N. 1 Gmoll (1. Satz), N. 4 
Fdur (2. Satz), N. 5 Fdur (3. Satz); 2. Sammlung: N. 1 Bdur (1. Satz), 
N. 2 Adur (2. Satz), *N. 4 Dmoll. 



30 ' 

Joh. Sebastian Bach. 

(1685—1750.) 

Joh. Sebastian Bach, geb. am 21. März 1685 in Eisenach. Er war von 
1703 an in verschiedenen Stellungen nacheinander, in Weimar, Arnstadt, 
Mühlhausen, nochmals in Weimar, in Köthen, endlich in Leipzig (als Kantor 
der Thomasschule 1723 — 1750) thätig. Aus seinen beiden Ehen entstammten 
zahlreiche Kinder; musikalisch bedeutend waren: Friedemann, Emanuel, Chri- 
stoph und Christian. Von diesen waren die ersten drei seine Schüler, zu denen 
anch J. Casp. Vogler, L. Krebs, Homilius, Doles und Andere gehören. B. starb 
am 28. Juli 1750. 

Seh. Bach, der größte Meister der i)rotestantischen Kirchenmusik, bildet 
auch den Höhepunkt der alten Instrumentalmusik. Der kontrapunktische Stil, 
die Fuge, gelangten durch ihn zur größten Vollendung. Das Wohltemperierte 
Klavier und die Orgelfugen stehen hier in erster Linie. 

A. Original-Ausgaben. 

Der Klavier-Übung erster Theil. Bestehend in Präludien, Allemanden, Correnten, 
Sarabanden, Giquen, Menuetten und anderen Galanterien, denen Lieb- 
habern zur Gemüths-Ergetzung. (Partita I bis VI.) Opus 1. Leipzig, im 
Verlag des Autors. 1731. 

(1. Ausgabe 1726—30.) (In der Wiener Hofbibl.) 

Der Klavier-Übung zweiter Theil. Bestehend in einem Concerto nach italienischem 
Gusto und einer Ouvertüre nach französischer Arth, vor ein Claviercymbal 
mit zweien Manualen, denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung. Nürnberg, 
bei Chr. ,Weigel junior. 1735. 

Der Klavier-Übung dritter Theil. Bestehend in verschiedenen Vorspielen über 
die Katechismus- und andere Gesänge vor die Orgel etc. Verlag des 
Autors. 1739. 

(Enthält anch 4 Duetten für Klavier.) (In der Wiener Hofbibl.) 

Der Klavier-Übung vierter Theil. Bestehend in einer Arie mit verschiedenen 
Veränderungen vors Claviercymbal mit 2 Manualen etc. Nürnberg, in Ver- 
legung Balth. Schmidt's. 1742. 

Das musikalische Opfer. (Dem König Friedrich II. von Preußen gewidmet.) 
Leipzig, im Selbstverlage. 1747. 

Die Kunst der Fuge, 15 zweihändige, 2 vierhändige Fugen und 4 canonische 
Bearbeitungen. Leipzig, im Selbstverlage. 1752. 
(Angeblich graviert durch B.'s Söhne. 

B. Handschriften. 

a) Wohltemperiertes Klavier. 
Autograph des 1. Theils. Früher im Besitz von Eob. Volkmann in Pest, 

jetzt von Dr. G. Wagener in Berlin. 

Autogr. des 1. Theils. In der k. Bibl. in Berlin. 
Autogr. des 1. Theils. Früher im Besitz von J. Fischhof in Wien, jetzt in der 

k. Bibl. in Berlin. Zweifelhaft. 
Autogr. des 1. Theils. In der Züricher Stadtbibl. Wahrscheinlich früher im 

Besitz von Em. Bach. 
Autographe einzelner Stücke des 2. Theils. Im Besitze des Prof. Bach in Berlin 

und der k. Bibl. in Berlin. 
(Von dem 2. Theil ist kein vollständiges Autograph vorhanden.) 

Außerdem Handschriften: 
Von Kirnberger (beide Theile), Altnikol (do.). Schwenke (do.), Forkel (do.), 

Chr. Bach (2. Theil), in der k. Bibl. und in der Bibl. des Joachimsthaler 

Gymnasiums in Berlin und im Privatbesitz. 
Original-Titel: 
„Das wohltemperierte Ciavier oder Präludien und Fugen durch alle Tone und 

Semitonia, sowohl tertiam majorem oder Ut ße Mi anlangend, als auch 



31 

tertiam minorem oder Re Mi Fa betreffend. Zum Nutzen und Gebrauch 
der Lehrbegierigen mus. Jugend, als auch derer in diesem Studio schon 
habil seyenden besonderen Zeitvertreib aufgesetzet und verfertiget von Job. 
Seb. Bach p. t. Hochfürstl. Anhalt -Cöthenischer Capell- Meistern und 
Directore derer Cammer-Musiquen. Anno 1722." 
Schwenke's Handschrift des zweiten Theils in der L Bibl. in Berlin gibt 
als Jahreszahl desselben 1744 an. 

b) Inventionen (2- und 3-stimmige). 

Autograph in dem „Clavierbüchlein vor W. Friedem. Bach" 1720. Im Besitz 

des Oberappelationsraths Krug in Naumburg. 
Autogr. in der k. Bibl. in Berlin. 
Autogr. der Bach-GeseUschaft in Leipzig, früher im Besitze von L. Spohr. 

Original-Titel: 
^Aufrichtige Anleitung. Wormit denen Liebhabern des Claviers, besonders aber 
denen Lehrbegierigen, eine deutliche Art gezeigt wird, nicht allein mit 
2 Stimmen rein spielen zu lernen, sondern auch bey weiteren progressen 
mit drey obligaten Partien richtig und wol zu verfahren, anbey auch zu- 
gleich gute inventiones nicht allein zu bekommen, sondern auch selbige 
wohl durchzuführen, am allermeisten aber eine cantable Art im Spielen 
zu erlangen, und daneben einen starken Vorschmack von der Composition 
zu überkommen. 1723." 

c) Französische Suiten. 

Autograph in dem „Clavierbüchlein vor Anna Magdalena Bachin. 1722", und 
in einem zweiten ähnlichen, 1725, in welchem auch 2 Klavier-Partiten ent- 
halten sind. Beide in der k. Bibl. in Berlin. 

d) Klavier-Konzerte. 
Autographe in der k. Bibl. in Berlin. 

c) Orgel-Choräle. 
Autograph von 45 Orgel-Chorälen in dem „Orgel-Büchlein". In der k. Bibl. in 
Berlin. 

f) Autographe und Sandschriften anderer Werlce. 
In den Sammelwerken von Andreas Bach (Neffe Sebastian's), J. P. Kellner, 
J. L. Krebs, Forkel, Schelble, Kittel usw., in der Leipziger Stadtbibl., in 
der k. Bibl. in Berlin, im Besitz von Dr. Eust in Berlin usw. 

C. Verzeichnis der Werke für Klavier und Orgel. 

(Mit Benützung des thematischen Katalogs von A. DürfTel. Leipzig, 1866.) 

a) Für das Klavier allein. 

Das "Wohltemperierte Klavier, oder Präludien und Fugen in allen Dur- 
und Molltonarten. 2 Theile. 

(Jeder Theil enthält 24 Präludien und Fugen in allen Tonarten.) 
Älteste Ausgaben: Nägeli in Zürich. ISOO. Simrock in Bonn und Paris, 1800. Peters 
in Leipzig, 1801. Breitkopf und Härte! in Leipzig, 1819. 

Suiten, Partiten, Sonaten. 
6 kleine oder französische Suiten (D moU, C moU, H moll. Es dur, G dur, E dur). 
•6 große oder englische Suiten (A dur, A moll, G moll, F dur, E moll, D mollj. 
Suiten: A moll. Es dur, E moll. 
Fragment einer Suite in FmoU. 
Suite (Ouvertüre im französischen Stil) HmoU. 
6 Partiten (Bdur, C moll, A moll, D dur, G dur, E moll). 
3 Sonaten (A moll, C dur, D moll). 
Sonata in D dur. 

4* 



32 

Fantasien und Fugen, Fantasien. 
Chromatische Fantasie und Fuge, D moll. fAlte Ausgabe I819.) 
Fantasien und Fugen in: A moll, B dur (Fughettaj, D dur (Fughetta), D dur, 

H moll (con Imitazione). 
Fantasien in: C moll, C moll, Amoll, G moll. 
Toccaten und Fugen, Toccaten. 
Toccaten und Fugen: E moll, Fis moll, C moll, D moll, GmoU. 
Toccata in G dur. 

Präludien und Fugen, Fugen. 
Präludien und Fugen : Es dur (für die Laute oder Klavier), F dur (Fughetta), 

G dur (do), Amoll, B dur (über den Namen Bach), Amoll, D moll (Fugh.), 

EmoU (do.), Amoll. 
(Präludien und Fugen im Wohlt. Klavier s. 0.) 
Fugen: H moll (Thema von Albinoni), C moll (kleine zweistimmige), C dur, 

C dur, D moll, D moll, A dur, E moll, A moll, E moll (unvollendet), A dur, 

A dur. 
(Fugen im Musik. Opfer und in der Kunst der Fuge s. u.) 

Präludien, Inventionen. 
12 petits Preludes pour les Commen9ants (darunter G moll pour le Luth). 
6 kleine Präludien (C dur, C moll, D moll, D dur, E dur, E moll). 
15 zweistimmige Inventionen ] C dur, C moll, D dur, D moll, Es dur, E dur, 

15 dreistimmige Inventionen > E moll, F dur, F moll, G dur, G moll, A dur, 

(Sinfonien) J A moll, B dur, H moll. 

Konzerte. 
Konzert im italienischen Stil, F dur. 

16 Konzerte nach den Konzerten für Violine von A. Vivaldi. • 

Variationen. 
Aria con Variazioni (30 Variationen), G dur. 
Aria variata, A moU. 

Capriccios. 
Capriccio sopra la lontananza del suo fratello dilettissimo, B dur. 

(Comp. 1704 zum Abschiede von seinem älteren Bruder Job. Jakob.) 

Capriccio, E dur. 

Ouvertüren. 
Ouvertüre im franz. Stil, H moll (s. Suiten). 
Ouvertüre, F dur. 
Duetten. 
4 Duetten: EmoU, F dur, G dur, Amoll. 

Menuetten. 
3 Menuetten, G dur, G moll, G dur. 
Das musikalische Opfer. 
Enthält: 1. Fuga (Eicercata) Cmoll; 2. Fuga (d»-) CmoU; 3. Canones diversi 
super thema regium (8 Canons); 4. Fuga canonica in epidiapente Cmoll; 
5. Sonata (Trio) für Flöte, Violine und Continuo C moll; 6. Canon perpetuo 
für Flöte, Violine und Continuo, C moll. 
Kunst der Fuge. 
Enth.: 15 Fugen, 2 Fugen für 2 Klaviere, 4 Canons, eine Fuge mit 3 Sub- 
jekten (unvollendet). 

h) Für Klavier und Violine, Klavier und Flöte, Klavier und Viola da 

gamha (Violoncell). 

6 Sonaten für Klavier und Violine, H moll, A dur, E dur, C moll, F moll, G dur, 

Suite für Klavier und Violine, A dur. 

Sonate f. Klav. u. Viol. Gmoll (Echtheit angezweifelt). 

6 Sonaten für Klavier und Flöte, Hmoll, Es dur, A dur, C dur, EmoU, C dur_ 

(Die drei letzteren nur mit beziffertem BaiS.) 



33 

Sonate für Violine und bezifferten Baß (Klavier), E moll. 
Fuge für Violine und bez. Bad (Klavier), G moll. 
Sonate für zwei Violinen und bez. Baß (Klavier), C dur. 

2 Sonaten für Flöte, Violine und bez. Baß (Klavier), G dur, C moll. 

(Die letztere in dem Mus. Opfer.) 

3 Sonaten für Klavier und Viola da gamba (Violoncell), G dur, D dur, G moll. 

c) Konzerte für Klavier mit Begleitung. 

6 Konzerte für Klavier mit Begleitung (2 Violinen, Viola, Cello und Kontrabaß), 

D moll, E dur, D dur, A dur, F moll, G moll. 
Konzert für Klavier und 2 konzertierende Flöten mit Begleitung (2 Viol., Viola 

und Baß), F dur. 
Konzert für Klavier, Flöte und Violine konzert. mit Begltg. (2 viol., Viola, Cello 

und Baß), A moU. 
Konzert für Klavier, Flöte und Violine mit Begltg. (Violinen, Viola, Violoncell und 
Continuo) , D dur. 

3 Konzerte für zwei Klaviere mit Begltg. (2 Viol., Viola und Baß i, C moll, C dur, 

C moll. 
2 Konzerte für drei Klaviere mit Begltg. (2 Viol., Viola und Baß). D moll, C dur. 
Konzert für vier Klaviere mit Begltg. (2 Viol., Viola und Baß), A moll. 
(Xach einem Konzert für vier Violinen von Ant. Vivaldi.) 

d) Werke für die Orgel. 

Präludien und Fugen (21): C dur, Gdur, A dur, GmoU, Fmoll, C moll, C dur, 
A moll, E moll, H moll, Es dur, D moll, G moll, C dur, A moll, E moll, 
C dur, G dur, D dur, C moll, A moll. 

8 kleine Präludien und Fugen: C dur, D moll, E moll, F dur, Gdur, GmoU, 
A moll, B dur. 

Fugen (9): GmoU, GmoU, HmoU, CmoU, Gdur, GmoU, D dur, Gdur, Gdur. 

Präludien (4) : A moll, C dur, C dur, G dur. 

Toccaten und Fugen (4) : F dur, D moll, C dur, D moU. 

Fantasien und Fugen (2) : C moll, A moll. 

Fantasien (3j: Gdur, CmoU, Gdur. 

6 Sonaten für 2 Klav. und Pedal: Es dur, C moU, D moll, E moll, C dur, G dur. 
5 Konzerte für 2 Klav. und Pedal : G dur, A moll, C dur, C dur, G dur. 
PassacagUa in C moll. AUabreve, D dur. 

Pastorale in F dur. Aria, F dur. 

Canzona, D moll. Ciacona, B dur. 

Trio, D moll. 28 Orgel- Vorspiele. 

ö6 kürzere Choral- Vorspiele. 
<33 größere Choral- Vorspiele. 

7 kürzere Choral- Vorspiele (in der Klavierübung 3. Theil). 

4 Partite (Variationen), über : l. Christ du bist der helle Tag ; 2. Gott, du frommer 

Gott ; 3. Sey gegrüßt, Jesu gütig ; 4. Einige kanonische Veränderungen über das Weih- 
nachtslied : Vom Himmel hoch da komm' ich her. 

D. Gesamt-Ausgaben. 

a) Ausgabe der Bach-Gesellschaft in Leipzig. 

(Gegründet 1850.) 

Ersch. 1851 — 1899 in 46 Jahrgängen mit 59 Bänden. 

Jahrgang 3. Klavierwerke 1. Band. 

(Enthält: 15 Inventionen und 15 Symphonien; Klavierübung 4 Theile; Toccaten in 
Fismoll und Cmoll; Fuga in Amoll.) 

Jahrgang 13. 2. Lief. Klavierwerke 2. Band. 

(Enthält: 6 große oder englische Suiten; 6 kleine oder französische Suiten.) 

Jahrgang 14. Klavierwerke 3. Band. 

(Enthält: Das wohltemperierte Klavier. Erster Theil 1722. — Zweiter Theil 1744. An- 
hang: Varianten und Erläuterungen.) 



34 

Jahrgang 36. Klavierwerke 4. Band. 

(Enthält: Suiten, Toccaten, Präludien, Fugen, Fantasien und andere Stücke. — Vari- 
anten. -I Suiten-P'ragmente.) 

Jahrgang 9. Werke für Kammermusik 1. Band. 

(Enthält: 8 Sonaten f. Klavier und Flöte, H moll Es dur, Adur; Suite für Klavier und 
Violine; 6 Sonaten für Klavier und Violine, Hmoll, Adur, E dur, Cmoll, F moll, Gdurj 
3 Sonaten für Klavier und Viola da gamba; Sonate für Flöte, Violine und bez. Baß. 
Gdur; Sonate für 2 Violinen und bez. Baß, C dur. — Im Anhang: Sonate für Klavier 
und Violine, Gmoll. Zweifelhaft.) 

Jahrgang 17. Werke für Kammermusik 2. Band. 

(Enthält: 7 Konzerte für Klavier mit Orchesterbegltg., D moll, E dur, D dur, Adur, 
Fmoll, Fdur, Gmoll; Tripel-Konzert für Klavier, Flöte und Violine mit Begl., A moll. 
— Anhang: Varianten.) 

Jahrgang 19. Werke für Kammermusik 3. Band. 

(Darin N. 5: Konzert für Klavier, Flöte und Violine mit Begl., D dur.) 

Jahrgang 21. Werke für Kammermusik 5. Band. 

(3 Konzerte für zwei Klaviere mit Begl., Cmoll, Gdur, Cmoll.) 
Jahrgang 31. Werke für Kammermusik 7. Band. 

(Enthält: 2 Konzerte für drei Klaviere mit Begl., Dmoll, C dur. — Das musik. Opfer 
[f. Klavier].) 

Jahrgang 15. Orgelwerke. 

(Enthält: 6 Sonaten f. zwei Klav. und Pedal; 18 Präludien und Fugen in 3 Folgen 
zu 6; 3 Toccaten; Passacaglia.) 

Jahrgang 38. Orgelwerke. 

(Enthält: Präludien, Fugen, Fantasien und andere Stücke. — Konzerte nach Ant. 
Vivaldi f. Klavier allein.) 

Jahrgang 25. 1. Lieferung. Die Kunst der Fuge. 

2. Lieferung. Orgelbüchlein (6 Choräle, 18 Choräle, Anhang). 

b) Ausgabe von C. F. Peters in Leipzig. 
1. Ältere (große) Ausgabe. 

Serie I. Werke für Klavier allein. 13 Cahiers. 

Serie II. Werke für ein oder mehrere Klaviere mit Begleitung anderer Instru- 
mente. 13 Cahiers. 

Serie III. Werke für Violine und Flöte. Darunter 4 Cahiers für Klavier und 
Violine oder Flöte. 

Serie IV. Werke für Violoncell. Darunter 1 Cahier für Klavier und VioloncelL 

Serie V. Werke für die Orgel. 8 Cahiers. 

Serie VI. (Werke für Orchester.) Darunter: Konzert in D dur für Klavier, 
Violine und Flöte mit Begleitung. 

Anhang. Werke angeblich oder muthmaßlich von J. S. Bach: Werke für 
Klavier; mit Violine; Orgel. 
Zwanzig leichte Klavierstücke aus dem Klavierbuche der Anna Magdalena 
Bach (1725). 

2. Neuere (kleine) Ausgabe. 

Edition Peters. 
(Rev. V. C. Czerny, F. C. Griepenkerl und F. A. Roitzsch.) 
a) Für Klavier allein. 
Cah. N. 1. Wohltemperiertes Klavier (Czerny). Band I. 
Cah. N. 2. Wohltemperiertes Klavier ( „ ). Band II. 
Cah. N. la. Wohltemperiertes Klavier (Kroll). Band I. 
Cah. N. Ib. Wohltemperiertes Klavier ( „ ). Band IL 
Cah. N. 2 a. Wohltemperiertes Klavier. Auswahl (Kroll). 

Cah. N. 200. 12 kleine Präludien für Anfänger, 6 do-, kleine zweist. Fuge, 
Fuge in C dur, Fuge in C dur, Präl. und Fughetta D moll, do- E moll, 
Präl. u. Fuge A moU. 
Cah. N. 201. Zwei- und dreistimmige Inventionen. 
Cah. N. 202. Französische Suiten. 
Cah. N. 203. Englische Suiten 1—3. 



3^ 

Cah. N. 204. Englische Suiten 4—6. 

Cah. N. 205. Partitas 1—3. 

Cah. N. 206. Partitas 4—6. 

Cah. N. 207. Ital. Konzert, Chrom. Fantasie, Fantasie in C moll, Prel. eon 

Fuga in Ä moll. 
Cah. N. 208. Französische Ouvertüre, Fantasie u. Fuge A moll, Capriccio über 

die Abreise eines Freundes, 4 Duetten. 
Cah. N. 209. 30 Variationen. 

Cah. N. 210. 4 Toccaten (E moll, FismoU, C moll, D moll). 
Cah. N. 211. Toccata G moll, Präl. u. Fuge Amoll, Fantasie u. Fuge D dur. 
Cah. N. 212. Fantasie C moll, Fugen: D moll, D moll, A dur, E moll, Amoll, 

Fragment einer Suite F moll, Fuge C moll, Präl. u. Fuge über den Namen 

Bach, Fantas. u. Fughetta B dur, do- D dur. 
Cah. N. 213. 3 Sonaten (Amoll, C dur, D moll). 
Cah. N. 214. Präl. u. Fuge Es dur (für die Laute od. Klavier), Fuge Hmoll. 

3 Suiten: Amoll, Es dur, Emoll, 2 Präl. u. Fughetten: F dur, G dur, 

Präl. Gdur. 
Cah. N. 215. Fantasie Amoll, Aria variata Amoll, Toccata Gdur, Ouvertüre 

F dur, Fantasie G moll. 
Cah. N. 216. Capriccio E dur, Fantasie Hmoll, Sonate D dur, Fuge in Adur, 

do- in Adur, 3 Menuetten. 
Cah. N. 217. 16 Konzerte nach Ant. Vivaldi. 
Cah. N. 218. Kunst der Fuge. 
Cah. N. 219. Musik. Opfer. 
Cah. N. 220. Beliebte Präludien (Auswahl). 
Cah. N. 221. Beliebte Stücke (Auswahl kleiner Stücke). 
Cah. N. 1959. Supplement (bisher ungedruckte kleinere Stücke). 

b) Klavier und Violine (Flöte). 

Cah. N. 232 u. 233. 6 Sonaten für Klavier und Violine. (Eev. v. David.) 
Cah. N. 234 u. 235. 6 Sonaten für Klavier u. Flöte (Violine). (David.) 
Cah. N. 236. Suite, Sonate u. Fuge für Klav. u. Violine. 
Cah. N. 237. Sonate (Tx-io) für 2 Violinen u. Klavier, 2 Sonaten für Flöte, 
Violine und Klavier. 

c) Klavier und Violoncell. 

Cah. N. 239. 3 Sonaten für Klavier u. Viola da gamba (Violoncell). (Rev. v. 
Grützmacher.) 

d) Klavier-Konzerte. 

Cah. N. 248—254. Konzerte für Klavier mit Begleitung. 

Cah. N. 255 u. 265. Tripel-Konzerte für Klavier, Flöte u. Violine mit Be- 
gleitung. 
Cah. N. 256 u. 257. Konzerte für 2 Klaviere mit Begl. 
Cah. N. 258 u. 259. Konzerte für 3 Klaviere mit Begl. 
Cah. N. 260. Konzert für 4 Klaviere (nach Vivaldi) mit Begl. 

e) Für Orgel. 

N. 240. 1. Band: C Sonaten, Passacaglia, Pastorale. 

N. 241. 2. Band: Präludien u. Fugen: C dur, Gdur, Adur, GmoU (Fantasie 

u. Fuge), Fmoll, Cmoll, C dur, Amoll, Emoll, Hmoll. 
N. 242. 3. Band: Präl. u. Fuge Es dur, Toccata u. Fuge F dur, Toccata und 

Fuge D moll, Präl. u. Fuge D moll, do. G moll, Fantasie u. Fuge C moll, 

Präl. u. Fuge C dur, Toccata u. Fuge C dur, Präl. u. Fuge A moll, do. 

E moll. 
N. 343. 4. Band: Präludien u. Fugen: C dur, D dur, Gdur, Cmoll; Toccata u. 

Fuge D moll; Fugen: Cmoll, GmoU, Hmoll, Cmoll; Canzone D moll, 

Fantasie G dur, do. C moll, Präludium A moll, Trio D moll. 
N. 244. 5. Band: 1. Abtheilung: 56 kürzere Choral- Vorspiele. 2. Abtheilung: 

Choral- Variationen (4 Partien). 
N. 245 u. 246. 6. und 7. Band: 63 Größere Choral- Vorspiele. 



36 

N. 247. 8. Band : 4 Konzerte (G dur, A moll, C dur, C dur), 8 kleine Präludien 
und Fugen, Allabreve, 2 Präludien, Fantasie C dur, Fuge C dur, Präl. 
Gdur, Fuge G moll. 

N, 2067. 9. Band: Fantasie u. Fuge AmoU, Fuge Gdur, Kleines härm. Laby- 
rinth, Fugen in G dur u. D dur, Concerto G dur, Trio C moll, Aria F dur, 
11 Choralvorspiele. 

f) Arrangements. 
Cah. N. 222 u. 223. Orgel-Kompositionen arr. von Liszt. 
Band I. Präludien u. Fugen : A moll, C dur, C moll. 
Band II. Präludien u. Fugen: Gdur, E moll, H moll. 
Cah. N. 224 u. 225. Orgel-Kompositionen arr. zu vier Händen von Gleichauf. 

2 Bände. 
Cah. N. 226. 3 Orchester-Suiten arr. zu vier Händen. 
Cah. N. 2069. Orchester-Suite N. 4 arr. zu vier Händen. 
Im ganzen 64 Cahiers. 

E. Verschiedene neuere Ausgaben und Bearbeitungen. (Auswahl). 
1. Für Klavier allein. 
Größere Ausgaben: 

Sammlung der Klavierwerke J. S. Bachs, herausg. von Fr. Chrysander. 4 Bände. 

Wolfenbüttel, Holle. 
Auswahl aus Seb. Bachs Kompositionen mit einer Abhandlung über Auffassung 

und Vortrag, von A. B. Marx. Berlin, Challier. 
Kompositionen für Pianof., 2 Bände. — Ausgew. Werke (Köhler). — Aka- 
demische Neuausgabe ausgew. Klavierwerke (Germer). 2 Bände. Ed. Litolff. 
Gesamtausgabe für den prakt. Gebrauch. Klavierwerke, herausgegeben von 

C. Eei necke. 10 Bände. Br. & H. (Volksausg.) 
Bach-Album. 2 Folgen. Br. & H. (Volksausg.) 

Oeuvres choisies avec doigte et indications, herausg. v. Bülow. Bote & Bock. 
Kritische Ausgabe von J. S. Bach'schen Klavierwerken, herausg. von Haus 

Bischoff. 7 Bände. Steingräber. 
Ausgaben der Wiener Universal-Edition, von Heugel in Paris, Willcock in 

London etc. 

(Die Gesamtausgaben s. oben.) 
Einzelausgaben. 
Das Wohltemperierte Klavier. Ausgaben von: Schlesinger in Paris ca. 

1832, Peters (Czerny) 1837, do. (Kroll) 1862, do. (Ruthardtj, Br. & H. 

1851, Bote & Bock, Schott, Simrock usw. (Älteste Ausgaben s. S. 31.) 

Wohlt. Kl. und andere Werke. 5 Hefte. Andre. 
Das wohlt. Kl. (Köhler). Litolff. 
Das wohlt. Kl. (Rein ecke) 2 Bände. Br. & H. 

Das wohlt. Kl., herausg. von Rob. Franz und Otto Dre^el. 2 Bände. Br. & H. 
Das wohlt. Kl. durch Vortragszeichen erläutert von C. Klindworth. Schott. 
Le Clav, bien temp., Nouv. Edit. rev. par Wouters. Brüssel. Katto. 
Das wohlt. Kl., Akademische Neuausgabe von H. Germer. Litolff. 
Das wohlt. Kl., mit Phrasierung und Fingersatz, herausg. von H. Riemann. 

Kahnt (Augener). 
Das wohlt. KL, 1. Theil, herausg. von E. d'Albert, Cotta 1906. 
Ausgew. Präludien u. Fugen a. d. wohlt. Kl., bearb. von C. Taus ig. Berlin. 

Bahn. 
10 Fugen, theils a. d. wohlt. Kl., theils andere. Rhythmische Ausgabe von 

Westphal und Melounow. Moskau, Gutheil. 
Das wohlt. Kl., arr. zu vier Händen von H. Bertini. Schott. 
8 Fugen a. d. wohlt. Kl., für Streichinstrumente übertr. v. C. Debrois 

van Bruyck. Br. & H. 
14 Fugen a. d. wohlt. Kl. für Streichquartett gesetzt v. Rieh. Hofmann. 

Siegel. 



37 

Obl. Violine zu den sämtlichen Präludien des wohlt. Kl. v. W. Weic- 
he im er. .Freiburg i. Breisg. Selbstverlag. 

2 Präludien (Es moU, H moU) u. Präl. u. Fuge (B moU) a. d. wohlt. Kl. in freier 
Bearbeitung f. zwei Pfte. zu vier Händen von C. M. Savenau. Cranz. 

8 Fugen a. d. wohlt. Kl., durch Farben analytisch dargestellt usw. von Bern. 
Böckelmann, Leipzig, Zimmermann. 

Das wohlt. Kl., partiturmäßig gesetzt, herausg. von Stade. Steingräber. 

20 ausgew. Fugen aus dem wohlt. Kl., für Orgel bearbeitet von J. G. Zahn 
(erläutert von Jadassohn). Leuckart. 

Inventionen (zwei- und dreistimmige). Viele Ausgaben bei Schott, Cranz, 

Schles., Sehuberth etc. 
Inv. (zweist.) red. v. Eiern an n. Augener. 
Inv. ä 2 voix, nouv. Edit. rev. par Wouters. Brüssel, Katto. 
Inv. (zwei- und dreist.) bearb. von Busoni. 2. Hefte. Br. & H. 

15 dreist. Inv., f. VioL, Viola und Cello übertragen von Rieh. Hofmann. 

Siegel. 

16 zweist. Inv., in mehrfarbiger Darstellung erläutert v. Bern. Bökelmann. 

Leipzig, Zimmermann. 
12 pet. Preludes pour les Commen9ans. Versch. Ausgaben bei Cranz, Schles., 

Schott, Litolff etc. 
Die ersten Studien, aus den Klavierkomp. Bach's, herausg. von A. Ruthard t. 

Ed. Peters. 
Vorschule zum wohlt. Kl. und anderen Werken Bachs, von Konr. Kühner. 

Litolff. 

Suiten, im Urtext herausgegeben (auf Veranlassung der k. Akademie der 

Künste in Berlin), ßr. & H. 
Suiten in versch. Bearbeitungen von Kroll, Roh. Franz, Klindworth, 

Sturm. Br. & H., Schott, Cranz etc. 
Suite in F (N. 4 der engl. Suiten), Sarabande und Passepied (aus N. 5 do.) 

u. 2 Gavotten, herausg. von Bülow. Aibl. 
12 Sarabanden, bearb. v. Rob. Schaab. 2 Hefte. Riet.-Biederm. 
Gigue in Emoll, herausg. v. Th. Leschetizky. Rahter. 
Suite GmoU (N. 3 der engl. Suiten), f. Orch. bearb. von Raff. Ries & Erler. 

Chromatische Fantasie und Fuge. N. Ausg. mit Bezeichnung ihres wahren 
Vortrags, wie derselbe auf W. Fr. Bach, Forkel und dessen Schüler 
gekommen ist. Peters. — Schles. 

Chrom. Fant., rev. von Bülow. Aibl. 

Chrom. Fant., interpretiert u. herausg. v. Busoni. Simrock. 

Fant, chrom., nouv. Edit. par Ad. Wouters. Katto. 

Chrom. Fant. (Röntgen). Univ.-Edition. 

Chrom. Fant. u. Fuge f. Orgel einger. v. Paul Homeyer. Leuckart. 

Konzert im ital. Stil. — Fant, in C moll. Herausg. von Bülow. Aibl. 

Aria mit 30 Veränderungen, zum Konze'rtvortrag bearb. von C. Klind- 
worth. Br. & H, 

Variationen (aus Aria mit 30 Ver.) herausg. von A. Winding. Hansen. 

Aria mit 30 Ver., bearb. f. 2 Pfte. zu vier Händen von Rheinberge r. 
Kistner. 

Präl., Fuge und AUegro f. Pfte., herausg. v. C. Taus ig. Heinrichshofen. 

Präl. und Fuge über den Namen Bach f. Pfte. von Fr. Behr. Tonger. 

Präl. u. Fuge über den Namen Bach, f. Pfte. oder Orgel. Br. & H. 

2 Menuette aus dem „Klavierbüchlein für Fried. Bach", bearb. v. Jos6 Vianna 
da Motta. Leipzig, Dieckmann. 

Mus. Opfer. N. Ausg. mit einer Vorrede. Br. & H. 

Fuge (Ricercata sechsst.) aus dem „Mus. Opfer", f. Orgel herausg. von S. de 
Lange. Riet.-Biederm. 

Die Kunst der Fuge, Phrasierungsausg. v. Riemann. Steingr. (Augener). 

Die Kunst der Fuge, f. Orgel übertr. von G. A. Thomas. Riet.-Biederm. 

(S. auch Ed. Peters.) 



38 

2. Kammerviusilc. Duos. 

6 Sonaten f. Klavier und Violine, rev. und bezeichnet von J. N. Eauch, 

Litolff. 
6 Sonaten f. Klav. u. Viol. (Hermann). Br. & H. 
Sonata aus dem „Musik. Opfer", mit ausgeführtem Akkompagnement herausg. 

V. Kob. Franz. Br. & H. 
Sonate für Klavier u. Violine in G moll, herausg. von G. Jensen. Äugener. 
3 Sonaten f. Violoncell und Klavier (Hausmann). Steingr. 
a Sonaten f. Violoncell und Klavier fJ. van Li er). Univ.-Edit. 

(S. auch Ed. Peters). 

3. Klavier-Konzerte. 

Konzert in Dmoll, herausg. von C. E ei necke (Klavierkonzerte alter und 

neuer Zeit, 1. Band) Br. & H. 
Konzert in Dmoll, für Pfte. allein herausg von Franz Kullak. Bote & Bock. 
Konzerte in D moll, F dur, F moll, mit unterlegtem zweiten Klavier, herausg. 

von H. Riemann. Steingräber. 
Konzert in Dmoll f. Pfte. u. Orch., frei bearbeitet von F. Busoni. Br. & H. 
Konzerte für zwei Klaviere, bearb. und herausg. v. Ant. Krause. Br. & H. 
Konzert für drei Klaviere in Dmoll, bezeichnet u. herausg. von Ant 

Krause. Br. & H. 
Konzert f. "drei Klaviere in D moll mit Begl. des Streichquartetts. Br. & H. 
Kadenz zum Klavierkonzert in Dmoll von ßeineeke (in den 53 Kadenzen zu 

Pfte.-Konzerten) Br. & H. 
Vierh. Arrangements der Klavierkonzerte von Paul Graf Waldersee. 

Br. & H. (Volksausg.) 
Konzert für drei Klaviere, arr. f. zwei Pfte. zu vier Händen von G. Krug. 
Konzert f. Klav., Viol. und Flöte in A moll, f. 2 Pfte. bearb. von H. Riemann. 

Steingr. 

(S. auch Ed. Peters). 

4. Orgel. 

a) Originalwerke. 

Orgel-Fantasien, Fugen, Toccaten, Choralvorspiele usw. (36 Nummern in zer- 
streuter Folge) in Körner's Orgel virtuos. Erfurt. 

Noch wenig bekannte Orgelkompositionen, herausg. von A. B. Marx. 3 Hefte. 
Br. & H. 

Orgelwerke, für d. prakt. Gebrauch herausg. von Ernst Naumann. 9 Bände. 
Br. & H. 

Organ-Works, edited by W. T. Best. 17 Bände. Augener. 

Kompositionen f. Orgel, herausg. von Joh. Schreyer. 1. Band. Hofm. 

Orgelwerke, progressiv geordnet, herausg. v. Sam. de Lange. 10 Hefte. Riet. - 
Biederm. 

Orgelwerke, herausg. v. Paul Homeyer. 3 Bände. Steingr. 

Ausgew. Werke f. Orgel, herausg. v. Max Reger. Univ. -Ed. 
h) Bearbeitungen für Pianoforte. 

6 Präludien und Fugen arr. von Liszt (^s. Ed. Peters). 

Orgelkompositionen, arr. zu vier Händen v. Gleichauf (s. Ed. Peters). 

Fantasie u. Fuge in G moll, bearb. v. Liszt (Schule von Lebert & Stark). 
Cotta. 

Präl. u. Fuge in E moll, arr. zu vier Händen von Jos. Fischhof. Haslinger. 

Toccata u. Fuge in Dmoll, bearb. von C. Tausig. Schles. 

Präl. u. Fuge AmoU u. Siciliano Gmoll, bearb. von L. Stark. 

Toccata F dur, bearb. v. L. Stark. Doblinger. 

3 Präludien u. Fugen (Es dur, Gmoll, G dur) übertr. von L. Stark. Hofm. 

Toccata D (dorisch), übertr. v. L. Stark. Simon. 

Präl. u. Fuge E moll (Nachtwächterfuge), übertr. von Carl Plato. Andre. 

Toccata Dmoll, zum Konzertvortrag, bearb. v. L. Brassin. Rahter. 

5 Sätze aus den Orgelwerken, bearb. v. Gust. Hecht. Quedlinburg. Vieweg. 



39 

Orgeltoccaten, bearb. v. Gabr. Pierne. Paris, Ledue. 
do. bearb. von Jul. Köntgen. Br. k H. 

2 Toccaten, bearb. von Busoni. Br. «i: H. 

10 Orgelchoräle, einger. v. Aug. "Wind in g. Hansen. 
Passacaglia, zum Konzertvortrag einger. v. Eug. d'Albert. Bote S: Bock. 
Präl. u. Fuge D dur, zum Konzertvortrag bearb. v. d'Albert. Bote «Sc B. 
Präl. u. Fugen D dur und Es dur, zum Konzertvortrag frei bearbeitet von 

F. Busoni. Br. k H. Eahter. 
Orgel-Choralvorspiele, übertr. v. Busoni. 2 Hefte. Br. & H. 
Fant. u. Fuge G moll, Präl. u. Fuge A moll, vierh. arr. von Max ßeger. 

Augener. 
13 Choralvorspiele, übertr. v. Max Reger. Aibl. (Üniv.-Ed.) 
Präl. u. Fuge FmoU, bearb. v. Aug. Stradal. Schuberth. 
Toccata D moU, bearb. v. Aug. Stradal. Schuberth 

5. Ve7'sch. Arrangements. 
Konzert für Streichinstrumente in G, f. Pfte. übertr. von L. Stark. 

München. 
Tripelkonzert f. Viol. u. 2 Flöten mit Begl. — do- für Klav., Viol. u. Flöte 

mit Begl. — Konzerte für Trompete, Flöte, Oboe u. Viol. mit Begl. — 

do. f. 2 Bratschen, 2 Gamben, Viol., Viola und Cembalo. — Sämtlich bearb. 

für zwei Klaviere zu vier Händen von G. Krug. Br. k H. 

3 Ouvertüren (Orchester-Suiten) f. Pfte. übertr. von G. Martucci. Br. & H. 
Konzerte („Brandenburg'sche") zu vier Händen arr. von Ernst Naumann. 

Br. k H. 
6 Violinsonaten mit hinzugefügter Begleitung des Pfte. von Eob. Schu- 
mann. Br. & H. 
10 Stücke aus den Violinsonaten mit beigefügter Pfte. -Begl. von B. Molique. 

Kistn. 
6 Violinsonaten, f. Pfte. bearb. v. Debrois van Bruyck. Kistn. 
Ausgew. Stücke aus den Violinsonaten, bearb. von J. Raff. Riet.-Biederm. 
Ciaconna (Chaconne) D moll (aus der D moU-Suite f. Solovioline) in vielen 

Bearbeitungen: Mit hinzugefügter Pfte.-Begl. von Mendelssohn. 

Br. & H — Für Pfte. bearbeitet von E. Pauer. Senff. — do- von 

H. Hart h an. Hainauer. — Zum Konzertvortrag bearb. von Busoni. 

Br. (!c H. — Klavierbearbeitungen von F. L. Schubert und von W. 

Lamping. Br. & H. — Für die linke Hand allein bearb. von Brahms. 

Senff. — Für die linke Hand bearb. von Ge'za Zichy. Rahter. 
Gavotte aus der Violinsonate in E, f. d. linke Hand allein bearb. v. Eafael 

Jo seffy. Andre. 
Bouree aus der 2. Violinsonate und Gavotte aus der 6. Violinsonate, f. Klavier 

allein bearb. v. B. Tours. Br. »S: H. 
3 Sonaten f. Klavier und Violoncell (Grützmacher) s. Ed. Peters. 
Suiten f. Solo-Violoncell, mit Pfte.-Begl. herausg. von W. Stade. Heinze. 
6 Suiten f. Violoncell, mit Pftebegleitung von C. F. P. Grädener. Schweers. 
6 Suiten f. Solo-Violoncell, für Pfte. bearb. von Raff. Riet.-Biederm. 
Allemande und Gavotten aus der 6. Cellosuite, bearb. von J. de Swert. 

Cranz. 
Versch. Stücke aus den Cello -Suiten, mit Pfte.-Begl. versehen von Ferd. 

Liliencron. Br. k H. 
3 Stücke aus den Cellosuiten, f. Pfte. übertr. von Hans Harthan. Leipzig, 

Richter. 
6 Stücke aus den Cello-Solosuiten, f. Pfte. bearbeitet von F. Grützmacher. 

Dresden, Hoffarth. 
Bouree aus der 4. Cellosonate und Sarabande aus der 6. Cellosonate, f. Klavier 

allein bearb. von B. Tours. B. k H. 
Ausgew. Stücke a. d. Violin- und Violoncell- Sonaten, f. Pfte. bearb. von Sara 

Heinze. Leipzig, Heinze. 
6 Sonaten für Pedalklavier, für Klav. u. Viol. bearb. v. Ferd. David. — ' 

do- V. E. Naumann. Riet.-Biederm. 



40 

stücke für eine Spieluhr, f. Pfte. bearb. von A. Klughardt. Br. & H. 

371 vierstimmige Choralgesänge, arr. f. Klavier v. Becker und Dörffel. 
Br. & H. (Volk-sausg.) 

6 Fragmente aus den Kirchenkantaten und Violinsonaten, f. das Pfte. 
übertr. von Saint-Saens. ßiet.-Biederm. — 12 Transkriptionen von dem- 
selben. Durand. 



Samuel Scheidt. 

(1587—1654.) 

Einer der größten deutschen Orgelmeister. Geb. zu Halle 1587. Schüler 
von Sweelinck. Wirkte in Halle, wo er 1654 starb. Sein Hauptwerk ist die 
Tabulatura für Orgel. Er schließt sich in Form und Stil Sweelinck an. 
Meisterlich ist er in der Form der Variation. Hervorzuheben sind die Fantasien 
über das Hexachord und über „Jo son ferrito", die *Variationen über „For- 
tuna" und über „Est-ce Mars". 

Tabulatura nova. Continens variationes aliquot Psalmorum, Fantasiarum, Can- 
tilenarum etc. In Gratiam Organistorum adornata. 3 Theile. Hamburg, 
Laur. Pfeiffer. 1624. 

(1. Theil enthält: Choralbearbeitungen, Fantasien, Passamezzo, Lieder mit Varia- 
tionen usw. 2. Theil: Fugen, Choralbearbeitungen, Versi, Hymnen, Psalm, Toccata, 
Cantilenum anglica fortuna mit 6 Var. usw. 3. Theil: Kyrie, Credo, Alagnificat's, Choral- 
bearb, usw.) Alles für die Orgel. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 

Cantiones. 39 Orgelstücke über Choralmelodien. Hamburg, 1620. 
Tabulaturbuch 100 geistlicher Lieder und Psalmen etc. auff der Orgel und 

auch zu Hause zu spielen und zu singen. 1650. 
Neu abgedruckt: 
Tabulatura nova. Neuausgabe in , Denkmäler deutscher Tonkunst". I.Band. 

Herausg. von Max Seif f er t. 1892. Br. & H. 
2 Choralbearbeitungen aus der Tabul. nova 1624 in Winterfeld's Evang. 

Kirchengesang. 2. Theil. 1845. 
2 Geistliehe Lieder aus dem Tabulaturbuch 1650, ebendaselbst. 
Choralvorspiel in Körner's Neues Orgel- Journal. N. 12. 
Choralvorspiel in Körner's der Orgelvirtuos. N. 82. 
Fantasie für Orgel in Körner's der Orgelvirtuos. N. 235. 
Variationen über das Lied Fortuna desperata in Eeißmann's Gesch. der Musik, 

2. Band. 
Orgelstücke mit Sweelinck (s. d.). 
In Eitter (N. 129—131). 
Cantilena anglica (Fortuna) f. Orgel, herausg. von Alex. GuUmant. Durand. 

Andre Champion de Chamhonnieres. 

(Ca. 1600—1670.) 

Begründer der altfranzösisehen Klavierschule. Stammt aus einer musi- 
kalischen Familie. Hofklavierspieler Ludwig XIV. Seine Schüler: Hardelle, le 
Begue, d'Anglebert und der bedeutendste Fran^ois Couperin. Die Kompositionen 
Ch.'s bestehen aus Tänzen, in Suiten zusammengefaßt. Galanter, verzierter 
Klavierstil, gravitätische Haltung. Die einzelnen Stücke tragen Überschriften. 

Pieces de Clavecin. 2 Bücher. Paris, Ballard. 1670. 

(Der erste Band in der Bibl. du Conserv., der zweite in der Bibl. nat. in Paris. Da- 
selbst auch ein Band mit Klavierstücken von: Chambonnieres. Hardelle, le Begue, Mon- 
nard, Dumont, Gautier, Froberger usw.) 

Neue Ausgaben: 
Vollst. Ausgabe beider Bücher in Farrenc's „Tresor des Pianistes". 
La Pavane, la Sarabande in M^raux' Les Clavecinistes. 
Stücke in Ecole de Piano du Conserv. de Bruxelles. 



41 

Gaillarde in den Klavierstücken herausg. von Wilh. Clauss-Szarvady. 
Allemande (La Eare), Courante, Sarabande und La Loureuse in Pauer's Alte 

Klav.-M. I. 6. 
Dieselben Stücke in Klavierm. a. a. Z. Ed. Litolff, 12. Heft. 
L'Entretien des Muses, Pavane, La Vertingette, Gigue. Durand. 
Sarabande in „Alte Meisterstücke"* (Epstein). üniv.-Edition. 

Joh. Jak. Frob erger. 

(Ca. 1610—1667.) 

Einer der hervorragendsten Klavier- und Orgelmeister des 17. Jahrh, 
Nach bisheriger Annahme 1635, nach neueren Forschungen wahrscheinlich 
schon anfangs des 17. Jahrh. in Halle geboren. 1637 war er in Rom, um bei 
Frescobaldi zu studieren. "Wirkte 1641 — 1645, dann wieder 1653 — 1657 in 
Wien als Hoforganist. Sein sonstiger Lebenslauf ist nicht ohne abenteuerlichen 
Beigeschmack. Er glänzte als Virtuose in Dresden, Brüssel, Paris, England. 
Zuletzt weilte er in He'ricourt (Frankreich) bei seiner Schülerin, der Herzogin 
Sybilla von Montbeliard, wo er 1667 starb. — Froberger, dessen Kunst sich 
an Frescobaldi lehnt, aber auch französische Elemente aufgenommen hat, ist 
moderner und gefälliger als der große italienische Meister. Seine eigenthüm- 
lichsten Werke sind die Toccaten und die Suiten. 
Phantasia supra ut, re, mi, fa, sol, la, Clavicymbalis accomodata, in Äthan, 

Kircher's Musurgia. Rom, 1650. 
Diverse curiose e rarissime Partite di toccate, ricercate, capricci e fantasie 

dair Eccellentissimo e Famosissimo Organista Giovanni Giacomo Froberger, 

per gli amatori di Cembali, Organi e Instromenti. Mainz, Lud. Bourgeat, 

1693 (1695, 1699). 
(Enthält li Tonstücke.) 
Diverse ingegniosissime, rarissime e non mai piu viste curiose partite di toccate, 

canzone, ricercate, alemande, correnti, sarabande e gique di cimbali, organi 

e istrumenti. Mainz, 1696 (1714). 

(Drei Druckwerke, 1698, 1696 und eines ohne JahreszaM in der k. Bibl. in Berlin.) 

10 Suites, gedr. in Amsterdam. 

(Bibl. du Conserv. in Paris.) 

Manuskripte in der Wiener Hofbibl. 5 Bände (dar. 3 Bände Autogr.). 

1. Band: 8 Toccate, 5 Capricci e Canzone per l'Organo. 

2. Band: Libro secondo di Toccate, Fantasie, Canzone etc. (Contenente: Pezzi 

per il Cembalo, et a 4 voci.) 1649. In Vienna. 

3. Band: Libro terzo di Capricci e ßicercati. 

4. Band: Libro quarto di Toccate, Capricci etc. (Pezzi per il Cembalo et a 

4 voci.) Yienna l'anno 1656. 

5. Band: Lamento sopra la dolorosa perdita della E. M. di Ferdinando IV. Ee 

de Eomani. Per il Cembalo, 1649. 
Manuskript mit Fugen, Capriccen, Toccaten u. Suiten. Angeführt in Mattheson's 

Ehrenpforte. 1740. 
Manuskript: 1 Band mit 26 Klavierwerken, Suiten von Froberger, Biber nnd 

Schmelzer. In deutscher Tabulatur. 1681. Angeführt in Becker's Hausmusik, 

(Im Joachimsth. Gymn. in Berlin.) 

Handschriften in Dresden, Leipzig, Paris. 

Neue Ausgaben: 

In „Denkmäler der Tonkunst in Österreich", herausg. von G. Adler. 1. Bandr 

12 Toccaten, 6 Fantasien, 6 Canzonen, 8 Capricci, 6 Eicercari (nebst 

2 Facsimili). — 2. Band: 28 Suiten (3 Facs.). — 3. Band: Orgel- und 

Klavierwerke. Ersch. 1897, 1899, 1903. 
Toccata in C, in Commer's Musica sacra und in Körner's der Orgelvirtuos.. 

N. 170. 
Fuga (dorisch), ebend. N. 54. 
Fuga AmoU in Körner's Ährenlese 1846, 6. Band. 



42 

Capriccio für Orgel (1695) in Körner's Orgel-Journal N. 20. 

Phantasia supra ut, re, mi, fa, sol, la, in Weitzmann's Gesch. des Klav. und 

in Körner's Orgelvirtuos N. 89. 
Toccata in A moll in Pauer's Alte Klav.-M. I. 3. 
Toccata in D moll in Pauer's Alte Meister N. 21. 

2 Toccaten in Klav.-M. a. a. Z. Ed. Litolff 4. Heft. (Dieselben wie bei Pauer.) 
Toccata, Br. & H. — Toccata, Senfif. 

Phantasie in A. W. Gottschalg's Rep. für Orgel. 13. Heft. 
Var. „auf die Meyerinn" in Ambros, Gesch. d. M. 
Beisp. in Ritter (N. 132 u. 133). 
Frobergiana. Auswahl von Klavierstücken aus den Suiten (Auf die Meyerinn, 

Gigue, Sarah., Cour, Gigue), herausg. von Walter Niemann 1903. Senff. 

Hervorzuheben sind: 
Aus den Denkmälern (s. oben), 1. Band: Toccaten N. 1 AmoU, *N. 2 
Dmoll, N. 7 Gdur; Fantasien N. 1 (sopra ut re mi), N. 2, 3, *4, 5; 
Canzonen N. 1 Dmoll, N. 5 F dur; Capriccio N. 1 Gdur. — 2. Band: 
Suiten: *Partita „auf die Meyerinn" Gdur, N. 7 E moll, N. 8 A dur 
<Sarab.), N. 9 G moll (Allem, u. Cour.). — 3. Band: Ricercar N. 10 G dur, 
Suite N. 30 A moll. 

Dietrich Buxtehude. 

(1637—1707.) 

Großer Orgelspieler und Komponist. Däne. War von 1668 an Organist 
in Lübeck. Seine „Abendmusiken" daselbst wurden berühmt. Er bildete den 
Mittelpunkt der nordischen Orgelschule. In seinen Kompositionen, welche theils 
kunstreich kontrapunktisch, theils freigestaltend und virtuosenhaft sind, herrscht 
ein großer, aber herber Zug, äußere Wirkung bei wenig Anmuth und mancher 
phantastischen Regellosigkeit. Sein Einfluß auf Seb. Bach tritt deutlich hervor. 
Hervorragend ist seine *Passacaglia in D moll, interessant außerdem die Fugen 
D moll (Ausg. Spitta N. 10), Fis moll (Sp. N. 12), E moll (Sp. N. 13), G moll 
(2. Fuga Sp. N. 14), G moll (Sp. N. 16), die Toccata F dur (Sp. N. 20), die 
Canzonetta Gdur (Sp. N. 23). 

Orgelstücke. (Drucke und Autographe nicht vorhanden.) 
In den Handschriften von: Andreas Bach, Walther, Krebs usw. in der k. Bibl. 

in Berlin. 
15 Präludien und Fugen. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 
Klavierstücke. 
7 Clavier-Suiten worinne die Natur und Eigenschaft der 7 Planeten abgebildet 

wird. (Druck. Verschollen.) 

Himmlische Seelenlust. (Handschrift.) 

Neue Ausgaben: 
14 Choral-Bearbeitungen f. die Orgel, herausg. von Dehn. Peters. 
Orgel- Toccaten in Commer's Musica sacra I. 

Gesamtausgabe der Orgel-Kompositionen von G. W. Körner. 1. Heft. 
Choralvorspiel und Fuga in F dur für die Orgel in Körner's Orgelv. N. 129 

u. 130. 
Präludium für Klavier in Busby's Gesch. d. M. 
Orgel-Kompositionen, herausg. von Ph. Spitta. 1. Band: 24 Nummern. 

(Passacaglia D moll, Ciaconna C moll, do- E moll, 13 Präludien u. Fugen, 

3 Fugen, 3 Toccaten, 2 Canzonetten.) 2. Band: Choralbearbeitungen. 
Fantasie, Präl, u. Fuge, für Harmonium einger. von L. A. Zellner. Wien, 

Spina. 
2 Präl. u. Fugen für Orgel, herausg. von A. W. Gottschalg. (Rep. f. Orgel, 

3. Band, 26. Heft.) 
In Ritter (N. 125—127). 



43 

Drei große Orgelstücke, revidiert und zum Scbulgebrauche herausg. von Herrn. 

Kretzschmar. Forberg. 
Passacaglia in D moll. London, Novello. 
Fuge für Orgel in C, Präl. u. Fuge in G moll, herausg. von Alex. Guilmant. 

Durand. 
In „Denkmäler deutscher Tonkunst" Band XL 1, Folge: Sonaten für Violine, 

Gambe und Cembalo. 



Greorg Muffat. 

(Ca. 1635—1704.) 

Im Elsaß geboren. War in seiner Jugend sechs Jahre in Paris und 
büdete sich daselbst nach Lully und Couperin. Er wirkte in Straßburg, Salz- 
burg, zuletzt von 1690 bis zu seinem Ende als fürstl. Passau scher Kapell- 
meister. Seine bedeutendsten Werke sind der „Apparatus" für Orgel und das 
pFiorilegium" für mehrere Instrumente. In seinen Toccaten fortschrittlich, 
als Vorgänger Bach's zu betrachten. Hervorzuheben sind: die Toccaten N. 1, 
6, 11, die *Passacaglia G moll, die Aria C dur. 
Apparatus Musico-Organisticus. Augsburg, 1690. (Enth.: 12 Toccaten, 1 Cia- 

conna, 1 Passacaglia, 1 Aria.) Dem Kaiser Leopold I. gewidmet. 
(In der Wiener Hofbibl. u. in dem Arch. d. Ges. d. Musikfr. in Wien, in der k. Bibl. in 

Berlin etc.) 

Neue Ausgaben: 
Apparatus, vollst. Ausg. in Farrenc. 
Apparatus, Ausg. von S. de Lange. 1888. PJet.-Biederm. 
Fuga in Commer's Musica sacra I. 

Toccata u. Fuge G dur für Orgel, in Körner's Orgelv. N. 251. 
Ciaconna und Aria mit 8 Var., in Eeissmann's Gesch. d. M. IL 
Passacaglia Gmoll für Klavier oder Orgel in Elass. Studien, 12. Heft. Wien, 

Hasliuger. 
Fantasie, Fuge und Gigue für Klavier, ebend., 13. Heft. 
Ciaconna, ebend., 14. Heft. 

Passacaglia Gmoll für Klav. oder Orgel, Eiet.-Biederm. 
Toccata u. Fuge, für Harmonium einger. von L. A. Zellner. Wien, Spina. 
11. u. 6. Toccata aus dem App. in Kitter (N. 96 u. 97). 
Toccata f. Orgel, herausg. von Alex. Guilmant. Durand. 

Johann Pachelbel. 

(1653—1706.) 

Einer der bedeutendsten Orgel- und Klavierkomponisten Deutschlands 
im 17. Jahrh. Geb. in Nürnberg. War in Wien durch drei Jahre Organist 
bei St. Stephan, dann in Eisenach, 1678—1690 in Erfurt, endlich von 1696 an 
wieder in seiner Vaterstadt. Er starb als Organist der Sebaldskirche in Nürn- 
berg. P. hat zahlreiche Schüler herangebildet. — In seinen Choralbearbeitungea , 
Toccaten erscheint Pachelbel als einer der wichtigsten Vorgänger Seb. Bach's. 
Nächst den Variationen über Choral und Lied ist auch die Fuge (namentlich 
über das Magnificat) zahlreich vertreten. Die Fugen P.'s sind zum Theil klavier- 
mäüig, freier gehalten, im Charakter klar und lebendig. Schwächer sind die 
Suiten. 

Musikal. Sterbensgedanken, aus vier varierten Chorälen bestehend. Erfurt, 1683. 

(Handschr. in der k. Bibl. in Berlin.) 

8 Choräle zum Präambulieren. Nürnberg, ca. 1693. 

Hexachordum ApoUinis, aus VI sechsmal varierten Arien. Nürnberg, 1699. 

(La der k. Bibl. u. im Inst. f. Kirchenm. in Berlin.) 

Handschriften: Tabulaturbuch geistlicher Gesänge. 1704. 

(In der Bibl. in Weimar.) 



44 

Suiten in einer Handschr. v. J. 1683. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 
(Andere Handschriften in Berlin, London, Brüssel.) 

Neioe Ausgaben: 

In „Denkmäler der Tonkunst in Bayern". 2. Jahrg., 1. Band: Klavier- 
werke von Joh. Pachelbel (Enth.: Hexach. Apollonis 1699 [6 Arien], Vier 
einzelne Arien, Mus. Sterbensgedanken (drei Choralhearbeitungen), 6 Cia- 
conen, 4 Fantasien, 20 Suiten, 7 Fugen. (Im Anhang: 10 ausgew. Stücke 
zum prakt. Gebrauch.) 

In „Denkmäler der Tonkunst in Österreich". 8. Jahrg., 2. Theil: Joh. 
Pachelbel, Fugen über das Magnificat für Orgel od. Klavier. 1901. 

97 Orgelstücke (Choral- Vorspiele, Fugen, 7 Toccaten, 3 Fantas.) in Commer's 
Musica Sacra I. 

9 Orgelstücke (Choralvorspiele, Fugen) in Körner's Orgelv. N. 38, 42, 138b, 
144, 147, 177, 178, 180, 234. 

Andere Orgelstücke, Körner, Erfurt. 

Ciaconna mit 13 Veränderungen, Fuge in E moU, Fughetta in C dur. Berlin, 
Trautwein, 1860. 

Fuge für Klavier C, in Klass. Studien, Haslinger. 15. Heft. 

Ciaconna in Kep. f. Orgel von Gottschalg. N. 27. 

2 Choralvorsp., Toccata, Ciacona in Kitter (N. 82—86). 

Ciacona mit 13 Veränderungen, herausg. von Jul. Epstein. Schles. 

Hervorzuheben sind: 
Aus den Denkm. d. Tonk. in Bayern: N. 4 Aria in G moU, N. 17 Ciacona 

DmoU, N. 19 Ciacona Fmoll, N. 46 Fuge E moU, N. 49 Fuge Hmoll, 

Choral „Ach, was soll ich armer Sünder machen". 
Aus den Denkm. d. Tonk. in Österreich: Fugen I. Tonus N. 1 u 2 Ton II 

N. 4 u. 8, Ton. Ill N. 3 u. 9, Ton. IV N. 5, Ton. VI N. 3, Ton, VIII 

N. 3. , , , 

Aus Bitter: Choralvorspiele, Toccata, 

Johann !p[ulinau. 

(1660—1722.) 

Geb. in Geysing im Erzgebirge. Wurde in der Kreuzschule zu Dresden 
ausgebildet. 1682 bezog er die Universität in Leipzig, wo er bald darauf 
Organist der Thomaskirche wurde, um dann 1701 — 1722 als Kantor an der 
Thomasschule zu wirken. In dieser Stellung war er der unmittelbare Vor- 
gänger Seb. Bach's. Kuhnau schrieb Vokal- und Orgelstücke, sein Haupt- 
gebiet war aber die Klaviermusik. Einer der eigenthümlichsten Klavier- 
komponisten der Zeit, gehört er neben Froberger, Pachelbel und Buxtehude zu 
den bedeutendsten deutschen Vorläufern Bach's. Nicht tief, aber fließend und 
klar, bahnbrechend für die freiere Schreibart und für die cyclischen Formen, 
meisterlich in der Fuge, tritt er geschichtlich dadurch hervor, daß von ihm 
die älteste Klaviersonate 1692 (Übertragung der alten Kammersonate auf 
das Klavier) herrührt. Händel, an den man oft bei Kuhnau erinnert wird, 
erscheint auch zuweilen von diesem beeinflußt. K. war auch ein Gelehrter und 
Schriftsteller von großer Vielseitigkeit. Von ihm auch der satirische Eoman 
„der musikalische Quacksalber" 1700. 

Neuer Klavierübung erster Theil, bestehend in 7 Partien aus dem Ut, Ee, 
Mi oder Tertia majore eines jedweden Toni etc. Allen Liebhabern zu 
sonderbahrer Annehmligkeit aufgesetzet und verleget von J. Kuhnauen, 
Leipzig 1689. (Mit einer Vorrede an den Leser.) Selbstverlag des Autors. 
Neuer Klavierübung anderer Theil, das ist: 7 Partien aus dem ße, Mi, Fa 
oder Tertia minore eines jedweden Toni, benebenst einer Sonata aus 
dem B. Leipzig 1692 (1695). Selbstverlag des Autors. 
Frische Klavier fruchte, oder 7 Suonaten von guter Invention und Manier, 
auf dem Claviere zu spielen etc. Leipzig, Zimmermann. 1696. 



45 

Musikalische Vorstellung einiger biblischer Historien in 6 Sonaten, auf 
dem Klavier zu spielen etc. Leipzig, Tietz. 1700 (1710). 

(1. Sonate: Der Streit zwischen David und Goliath. 2. Son.: Der von David mittelst 
der Musik kurierte Saul. 3. Son.: Jacob's Heyrath. i. Son.: Der todtkranke und wieder 
gesunde Hiskias. 5. Son.: Der Heyland Israels, Gideon. 6. Son.: Jacob's Tod und Be- 
gräbniß.) 
(Alle vier Werke in der Wiener Hofbibl., in der k. Bibl. in Berlin, in Brüssel, Leipzig usw.) 

Xeue Ausgaben: 

In „Denkmäler deutscher Tonkunst", IV. Band, 1. Folge: Klavierwerke von 
Kuhnau. herausg. von A. E. Päsler. 

„Klavierübung", beide Theile und „Frische Klavierfrüchte" in A. Farrenc's Le 
Tresor des Pianistes. Paris 1861. 

Biblische Historien, herausg. von Shedlock. London, Novelle. 1895. 

Klavier- Sonate in B in Becker's Hausmusik. 1840. 

Adagio in F moU (1695) und Presto in F dur (1710) in Becker's Ausgew. Ton- 
stücke für das Pfte. aus dem 17. und 18. Jahrh. Leipzig, Friese. 

Partie in E dur in Klassische Studien, bearb. von L. A. Zellner. Wien. Has- 
linger. 

Suite E moU in Pauer's Alte Klav.-M. I. 3. 

Sonate D dur in Pauer's A. M. N. 9. 

Suite und Sonate (dieselben wie in Pauer) in Klav.-M. a. a. Z. 4. Heft. Ed. 
Litolff. 

Sonate in B (Erste Sonate) in „der junge Klassiker" von Pauer. Br. & H. 

Sonate in B dur in „Alte Meisterstücke" (Epstein) Univ.-Ed. 

Choral in Ritter (N. 136). 

„Der musik. Quacksalber", ßoman. N. Aufl. Berlin, Behr. 1899. 
Hervorzuheben sind: 

Aus N. Klavierübung 1. Theil: 3. Partie E dur (*Präl., Sarah. \ 5. Partie G dur 
(*Präl.), 6. Partie A dur (*Aria). 

Aus N. Klavierüb. 2. Theil: 1. Partie C moU (Präl., Sarah.), 2. Partie D moll 
(Präl., *Sarab.), 4. Partie F moll (Sarah), 5. Partie G moll (Präl, Sarah.), 
7. Partie Hmoll (*Präl.). Sonate in ß dur (älteste Klaviersonate). 

Aus den „Frischen Klavierfrüchten": 3. Sonate (*Aria in D moll), 4. Son. CmoU 
(Einleitung), 5. Son. E moll (Einl.). 

Jean Philippe Rameau. 

(1683—1764.) 

Der letzte bedeutende Vertreter der altfranzösischeu Klavierschule, nach 
Chambonnieres und Couperin. Geb. in Dijon 1683. Zeitgenosse Scarlatti's und 
Seh. Bach's. Schüler von Marchand in Paris. R. ist auch durch sein Harmonie- 
system 1722, dann durch seine Opern, im Anschlüsse an Lully, historisch 
wichtig. Seine Klavierstücke, meist darstellender Tendenz sind voll Leben 
und Charakteristik. Er ist glänzender, aber weniger innerlich, als Couperin. 
Premier livre de pieces de clavecin. Paris, 1706. 
Deuxieme livre de pieces de clavecin, avee une methode pour la mecanique des 

doigts etc. Paris, 1721. 
Troisieme livre de pieces de clavecin, avec une table pour les agrements. Paris, 

Boivin 1731. (in der Wiener Hofbibl.) 

Nouvelles suites de pieces de clavecin, avec des remarques sur les differens 

genres de musique. (in der Wiener Hofbibl.) 

Pieces de clavecin en Concerts (Trios) avec Violon (ou Flute) et Viole (ou 

2. Viol. ou Vlcelle). Paris, Ledere. 1741. 

Neue Ausgaben: 

Pieces pour le Clavecin. Liv. I et II (1731). 20 u. 16 Stücke in Farrenc's Le 

Tresor des Pianistes. 
Pieces en Conceit (Trios). Liv. I. (La Coulicam, La Livri, Le Vezinet.) Paris, 

Lavinee. 



46 

12 Stücke in Klass. Klavierkompositionen aus älterer Zeit, gesammelt von 
Schletterer. (Allem., 2 Gigues, Tambour in, 2 Rigaudons, Sarah., Fanfari- 
nette, Le Rappel des oiseaux, 2 Menuets, La Poule ) Riet.-Biederm. 

15 Stücke in Mereaux' Les Clavecinistes. 

Deux Gigues en Rondeaux, le Rappel des oiseaux, les tendres Plaintes, deux 
Menuets, l'Egyptienne, la Poule. In Pauer's Alte Klav.-M. 11 5. 

La Livri, rAga9ante, la Timide. In Pauer's A. M. N. 27. 

Suite Amoll (AUem., Cour., Sarah., Les trois mains, Fanfarinette, La Triom- 
phante). In Pauer's A. M. N. 43. 

Les TourhUlons (Rondeau), l'Indifferente, la Villageoise (Rondeau), l'Entretien 
des Muses, les Soupirs. Ehendaselhst. N. 44. 

Gavotte in D aus der Balletoper: Le Temple de la gloire, für Pfte. von Pauer 
in: Alte Tänze. Br. & H. 

Populär Pieces for Clavecin, selected and revised hy E. Pauer. London, 
Augener. 

12 Stücke in Klav.-M. aus a. Z. 11. Heft, Ed. Litolff. (9 Stücke davon ent- 
halten in Pauer.) 

Suite de Pieces, einger. von L. A. Zellner. (Cour., Gavotte, Sarah.) "Wien, 
Spina. 

Les Sauvages. Wien, Spina. 

Celebre Rigaudon, extrait de Dardanus, (Arrangem.) von L. Diemer. Berlin, 
Schlesinger. — Schott. 

4 Pieces caract. , rev. et corrig. par H. Krigar. Bote & Bock. 

Les niais de Sologne in den Klavierst., herausg. von Wilh. Clauss. 1. Heft. 
Gavotte mit 6 Variationen in Amoll, ebendaseihst, 2. Heft; dann: in Pauer's 

A. M. N. 1 ; in Ed. LitolfiF (s. o.) ; do- herausg. von Fr. Kroll ; do- von Th. 

Leschetizky, Hamburg, Rahter. 
Musette in E dur in Perles musicales, Br. & H., 51. Heft; bei Schott etc. 
Le Tambourin EmoU in Perles musicales, Br. & H., 52. Heft; dann in: Alte 

Klaviermusik, Ed. Peters; Ed. Litolff (s. o.); in Pauer's Alte Tänze, 

Br. & H.; do- bearbeitet von Hermann, Br. & H. 
In der Gesamtausgabe der Werke Rameau's, red. von Saint-Saens. 

Paris, Durand (Br. & H.): 1. Band: Klavierstücke. 2. Band: 5 Konzerte 

(Trios) mit 19 Stücken. 

5 Suiten, herausg. v. H. Riemann. Steingr. 
5 Konzerte, herausg. v. demselben, do. 

Les trois mains, Akad. Neuausg. von H. Germer. Br. & H. 
Gavotte mit Var. und le Rappel des oiseaux. In „Alte Meisterstücke" (Ep- 
stein). Univ.-Ed. 

Hervorzuheben sind aus den zahlreichen Spezialausgaben : 
*Gavotte mit Variationen A moll, 2 Gigues E moll und E dur, *le Rappel des 
oiseaux E moll, Musette E dur, *Tambourin E moll, les trois mains A moll, 
*2 Menuets G moll und G dur, *La Poule G moll, *rEnharmonique G moll, 
l'Egyptienne G moll, les tendres plaintes D moll. — Aus den Konzerten: 
La Livri C moll, La Boucon G moll, l'Agagante G dur, La Timide A moll. 
Tambourin A dur, La Pantomime B dur, La Forqueray (Fuge) D moll, La 
Marals D moll. 

Francesco Durante. 

(1684[93]— 1755.) 

Einer der großen Meister- der neapol. Schule, vorzugsweise Kirchen- 
komponist. Seine Klavier-Sonaten bereiten neben Dom. Scarlatti den freien 
Stil vor; ein lebendiger, spezifisch italienischer Zug ist ihnen eigen. 

6 Sonate per Cembalo, divise in studii e divertimenti. Druck. Neapel. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 

Handschrift vom J. 1732. (Im British Museum in London.) 



47 

Neue Ausgaben 
Six Sonates. Vollständiger Abdruck in Farrenc's Le Tresor des Pianistes. 
3 Studien und 3 Divertimenti, herausg. von Schletterer. ßiet.-Biederm. (*Studio 

F moll). 
Sonata in Weitzmann's Gesch. des Klav. 
*Studio A dur in Pauer's A. Klav.-M. II 1. 
Studio in Ed. Litolfl. (Kl. M. a. a. Z. 7. Heft.) 
*Sonata (Adagio e Giga) C moll, für den Konzertvortrag bearb. von Otto 

Neitzel. Berlin, Simon. 
*2 Sonaten (D, B), für den Konzertvortrag bearb. von Sofie Menter. Senff. 



Italiener.*) 

Castello Dario. 

In der ersten Hälfte des 17. Jahrh. Kapellmeister an der Markuskirche 
in Venedig. 

Sonate concertate in stilo moderno per sonar nel Organo, owero Spinetta con 
diversi stromenti. Libro primo. In Venetia 1629. Lib. sec. 1644. 



Kossi Mich. Ang. 

( —1660.) 

Schüler Frescobaldi's. Organist und Komponist in Eom. 

Toccate e Corrente d'intavolatura d'Organo e Cimbalo. In Eoma 1657. 

(In der Bibl. des Liceo mus. in Bologna.) 
Neu abgedruckt : 
Andantino und AUegro für Klavier. In Pauer's A. M. N. 29 (zweifelhaft). 
Dasselbe in Ed. Litolff K1.-M. a. a. Z. 8. Heft. 



Spiridione Berthold. 

Karmelitermönch in Bamberg, berühmter Organist. 

Nova instructio pro pulsandis Organis, Spinettis etc. 5 Theile. Bamberg 1670 
bis 1679. 

(Im Minoritenklost. in Wien und k. Bibl. in Brüssel.) 
Das Werk ist für die damalige Generalbaßlehre wichtig. (Der Inhalt besteht 
aus einer Unterweisung zum „Orgel- und Instrumentschlagen" mit vielen 
Beispielen, nebst einer Anzahl von Tonstücken: 240 Veränderungen über 
ein Thema, Canzonen, Toccaten, Fugen usw.) 



Sammlung von G. C. Aresti (Organist in Bologna). 

Sonate da Organo di varii Autori, ca. 1700 (Stich). 

(Enth. 18 „Sonaten", d. i. Instrumentalstücke verschiedener Formen von 
11 Komponisten: Aresti, P. A. Ziani, C. F. Polaroli, Bassani, Colonna, 
Monari, Poglietti, Kerl etc.) 

(In der k. Bibl. in München.) 
Neu-Äbdruck: 
1 Beisp. von Aresti in Eitter (N. 24). 



*) Nebst den in den vorhergehenden Gruppen enthaltenen. 

5* 



48 

Pasquini Bernardo. 

(1637-1710.) 

Einer der bedeutendsten Orgelspieler des 17. Jahrb., auch dramatischer 
Komponist. Lebte in Eom. Er war der Lehrer Durante's und Gasparini's. In 
seinen gediegenen Klavierwerken, welche meist Manuskript blieben, erscheint 
Pasquini als der wichtigste der italienischen Nachfolger Frescobaldi's im 
17. Jahrb., ist aber moderner und freier als dieser. Die Bezeichnung „Sonate" 
gilt für die verschiedenen Formen. Zu erwähnen ist auch, daß P. einiges für 
zwei Klaviere gesetzt hat. 

Toccates et suites pour le Clavecin de M. M. Pasquini, Poglietti et Gaspard 
Kerle. Amsterdam 1704. 

(Im Joachimsth. Gymn. in Berlin.) 
„Sonate" per Gravicembalo, Originalhandscbrift in vier Bänden, 1695 — 1708. 
(Enth. Fugen, Toccaten, Variationen, Suiten, Sonaten a due Cembali etc.) 
(1. Band in der k. Bibl. in Berlin, 2.-4. Band im Brit. Museum in London.) 

Neu abgedruckt: 
Sonata in Weitzmann's Gesch. des Klav. 
In Farrenc's, Le Tresor des Pianistes. 

Selection of pieces by Pasquini, herausg. von Shedlock. London, Novello. 
(Enth. 11 Nummern. — Hervorzuheben: Eicercar, Toccata del Cucco.) 

Poglietti Alessandro. 

( —1683.) 

Wahrscheinlich Italiener. Um 1660 Organist unter Leopold I. in 
Wien. Hat Eicercari für Orgel und Suiten für Klavier geschrieben. Erstere 
gehören der alten Schule an, während die Suiten moderner erscheinen. Die be- 
deutendste derselben, „Eossignolo", ist mit virtuosenbaften Variationen 
ausgestattet, die anderen sind trocken und kindisch. 
Handschriften in der Wiener Hofbibl. (12 Eicercari, Suite „Eossignolo", 

komp. 1677), in der k. Bibl. in Berlin, in Dresden, in dem Arch. d. G. 

d. Musikfr. in Wien. Einzelnes in Sammelwerken gedruckt. 

Neue Ausgäben: 
In „Denkmäler der Tonkunst in Österreich", 13. Jahrg. 2. Theil. 1906. 
Herausg. v. H. Botstiber. 
(Enth. von Poglietti: 1. Suite „Eossignolo", darin Aria Allemagne mit 20 Var.; 
2. Suite sopra la Eibellione di Ungheria; 3. Ganzen u. Capriccio über das 
Henner- und Hannergeschrei.) 
Eicercar in Bitter (N. 25). 

Die unter dem Namen Alessandro Scarlatti's (1659 — ca. 1725), des 
großen neapolitanischen Kirchen- und Opernkomponisten in der Wiener Hofbibl. 
handschriftlich vorhandenen 4 Fugen (neu abgedruckt: 3 Fugen Diabelli, Fuge 
in F moll in Pauer's A. Kl. M. und bei Litolff) sind nicht von Aless., sondern 
von seinem Sohne Domenico. 

(Fetis führt auch 2 Bücher Toccaten für Klavier oder Orgel an.) 

Zipoli Domenico. 

(1675— ) 

Organist der Jesuitenkirche in Eom. — Ein französischer Komponist, 
Michel Corrette, soll angeblich seine früheren Werke (namentlich Schulen 
für verschiedene Instrumente) unter diesem fremden Namen veröffentlicht haben. 
— Z. erinnert an den Deutschen Job. Pachelbel. 



49 

Sonate d'intavolatura per Organo o Cembalo. Toccate, Versi, Canzoni etc. 

2 Bände. 1716. 

(In der Bibl. du Conserv. in Paris, in Berlin, Brüssel.) 
Neue Ausgaben: 
In Farrenc (fast vollständig). 
Preludio, Corrente, Sarabande e Giga in Pauer's A. M. N. 16. Br. & H. — 

Dieselben in Ed. Litolff. 9. Heft. 
Canzona in Ritter (N. 27). 
Suite Hmoll in Pauer's A. M. N. 46. 
Partita Amoll (Aria mit \i Var.) ebend. N. 47. 
Canzone f. Orgel, berausg. v. Alex. Guilmant. Durand. 

Porpora Nicolo. 

(1686-ca. 1767.) 

Geb. in Neapel. Opernkomponist und berühmter Gesangslehrer. Als 
solcher auch in "Wien tbätig. Die Fugen sind im freien Stil, dabei ernst, doch 
ohne bedeutenden Zug. 
6 Fugen, Handschr. im Brit. Museum. 

Neue Ausgaben: 

2 Fugen in Clementi's Practical Harmony, Vol. I. London. 
Six fugues pour le Clavecin. In Farrenc. 

3 Fugen in Mereaux. 

2 Fugen in Pauer's A. Klav.-M. I 1. 
Dieselben in Ed. Litolff. 9. Heft. 

MarcellO Benedetto. 
(1686—1739.) 

Venetianischer Patrizier. Durch seine 50 Psalmen berühmt. Seine Klavier- 
stücke sind mannigfaltig in der Form, der Erfindung nach wenig anmuthend. 
Sonate per il Cembalo. Manuskr. 
Viele Handschriften (in Bologna, Berlin, Darmstadt). 

Neue Ausgaben: 
Sonaten in C moU und G moll, Preludio in A moll. In Eicordi's l'Arte antica ete. 
Sonata in Ricordi's Antologia. 

3 Sonaten in Mereaux. 
Sonate in Farrenc. 

Toccata C moll in Ecole du Conserv. de Bruxelles. 
Sonate in Fmoll. In den Klavierst. berausg. von Wilh. Clauß. 3. Heft. 
Sonate in Es. Rev. von Mary Krebs. Dresden, Witting. 
Sonate in B, berausg. von Pauer A. M. N. 45. Br. & H. 
Sonate in A dur. In „der junge Classiker". N. 30. Br. & H. 
Preludio für Pfte. Dresden, Witting. 

Presto aus der Sonate C moll. In Histor. Klavierm., von Bonawitz. N. 12. Wien, 
Kratochwill. 

Alberti Domenico. 

(Ca. 1717—1740.) 

Ein venetianischer Kunstfreund, Sänger, Opernkomponist und Klavier- 
spieler, dessen zahlreiche, werthlose Sonaten sehr beliebt waren. Nach ihm 
wurde eine Begleitungsschablone mit zerlegten Akkorden „Albertische Bässe" 
genannt. 
VIII Sonate per Cembalo per Dom. Alberti dilettante. Op. prima. Paris. 

London, Walsh. 
Handschriftliches (k. Bibl. in Berlin). 



50 



Castello Giovanni. 



Neue Klavier-Übung, bestehend in einer Sonate, Caprice, AUemande, Corrente, 
Sarabande etc. Wien 1721. 

Pescetti Giov. Batt, 

(1704—1766.) 

Geb. in Venedig. Schüler Lotti's. Kirchen- und Opernkomponist. War 
mehrere Jahre in London. 

9 Sonaten. London 1739. 

(Auch in Haffner's Raccolta musicale. Nürnberg 17 . . ,) 

j^eue Ausgaben: 
Allegro in C moll, Presto in C moll, in Becker's Ausgew. Tonstücke. 
Sonate C moll. In Pauer's A. M. N. 51. 
Stücke in Farrenc. 

Martini Padre Giov. Batt. 
(1706—1784.) 

Geb. zu Bologna. Pater im Franziskanerorden. Einer der größten Musik- 
gelehrten. Verfasser einer großen Musikgeschichte. Fruchtbarer und gelehrter 
Komponist. M. bildete in Bologna viele Schüler aus. Seine Sonaten mehr in 
der Art von Suiten; sie sind leer und barock. 

12 Sonaten für Orgel (Klavier?). Amsterdam bei Karl Ceno. 1738 (1742). 
Sonate d'intavolatura per l'Organo e Cembalo. Op. 2. Bologna 1747. 

(In dem Arch. der Ges. d. M. in Wien.) 

Neue Ausgaben: 
12 Sonaten. In Farrenc. Vollständig. 
4 Fugen in Körner's Orgelv. N. 68, 159, 160 u. 161. 
Einzelne Stücke aus den Sonaten in Ricordi's Antologia. 
Sonate in F, rev. von Mary Krebs. Dresden. 
Sonaten aus Op. 2 u. 3 in Mereaux. 

Preludium, Fuge und Allegro E moU. In Pauer's A. M. N. 10. Br. & H. 
Gavotte und Ballet. In Pauer's A Klav.-M. I. 2. Senfif. 
Gav., Ballet. Fugue und Allegro in Ed. Litolff. 7. Heft. 
Sonate in F, herausg. von Pauer. A. M. N. 52. 

*Gavotte in F. In Perles musicales N. 49. Br. & H. — Schott, Hug etc. 
Gavotte in F. Herausg. von Raf. Joseffy. Berlin, ChaUier. 
4 Sonaten und Aria, Largh., Gav., Corrente. Herausg. von C. Banck. Kistner. 
3. Sonate Amoll, f. Cello u. Pfte. von J. de Swert. Schott. 
Compositions p. Piano, transcr. p. G. Martucci. 9 Stücke. Leipzig, Schmidt. 
Sonate f. Orgel in Pmoll, herausg. v. AI. Guilmant. Durand. 



Deutsche.*) 

Steigleder Job. Ulrich. 

(1590—1635.) 

Organist in Stuttgart. 

Ricercar Tabulatura. Stich. 1625. 

(In der k. Bibl. in Stuttgart.) 

Tabulaturbuch (das Vaterunser für 2, 3, 4 Stimmen komponiert und vierzigmal 
variiert). Straßburg 1627. 

(In den Bibl. zu Wolfenbüttel.) 



*) Nebst den in den vorhergehenden Gruppen enthaltenen. 



51 

Neu-AbdrucTc: 
In Kitter (N. 87 u. 88). 
In Eitner's Monatsh. 1895. 

Kindermanii Joh. Erasmus. 

(1616—1655.) 
Organist in Nürnberg. 
Harmonia organica (Präambula, Fantasien, Fugen, Intonationen etc.). In 
deutscher Orgeltabulatur. Stich. Nürnberg 1645. 

(In der Bibl. in Nürnberg.) 

Neu-Ahdrucli: 
In Ritter (N. 76—78). 

Scheidemanii Heinrich. 

(1695—1663.) 

Geb. in Hamburg. Schüler Sweelinck's. Organist in Hamburg. Lehrer 
Adam Reinken's. Die von ihm handschriftlich in deutscher..Orgeltabulatur er- 
haltenen Orgel- und Klavierstücke bestehen aus kolorierten Übertragungen und 
selbständigen Orgelstücken. 
Handschriften in den Bibl. zu Lüneburg, Berlin, Kopenhagen. 

Ebner Wolfgang. 

(1612—1665.) 

Um 1650 Hoforganist Ferdinand III., gleichzeitig mit Froberger und 
Simonelli. Die Variationen sind ähnlich Froberger über die „Meyerin". 
*Aria S. kais. Majestät Ferdinand III., 36mal verändert, für das Klavier ein- 
gerichtet. Prag 1648. 

(In der Wiener Hofbibl. uud im Kloster Göttweig.) 

Neue Ausgaben: 
Im „Museum für Klavierspieler" 1810. Bei Steiner & Comp. (Haslinger), Wien. 
In „Sammlung der Musikwerke der österr. Kaiser". Herausg. v. G. Adler. 
Artaria. 

Bach Heinrich. 
(1615—1692.) 
Großonkel Seb. Bach's. Organist in Arnstadt. 
Neu abgedruckt: 
Choral-Bearbeitung in A. G. Eitter's Orgelfreund. VI. Band. (Nach einer Hand- 
schrift.) 
In Ritter, Gesch. d. Orgelsp. (N. 101). 

Sclierer Seb. Anton. 

(1630— ca. 1685.) 

Organist in Strasburg. 
Tabulatura Intonationum in Cymbalo et Organo. Ulm 1664. 

Neu- Abdruck: 
In Ritter (N. 89 u. 90). 



52 

Reinken Job. Adam. 

(1623—1722.) 

Berühmter Organist. Geb. in Deventer in Holland. Schüler von Scheide- 
mann. Wirkte als Organist in Hamburg bis in sein hohes Alter. Seb. Bach 
spielte dort vor ihm. Gedruckt ist von ihm nur ein Werk „Hortus musicum" 
für 4 Instrumente, 1704. 

Orgel-Choräle. 

(1 im Besitz von F. A. Roitzsch, 1 in der Bibl. des k. Inst. f. Kirchenm. in Berlin.) 

Toccata in G. — 2 Variationen- Werke. 

(1. Über: Schweiget mir vom Weibernehmen oder »die Meyerin-'. 2. »Ballet« mit Var.) 

(In der Leipziger Stadtbibl.) 

Neu-Äbdruck: 

Variationen (Partite) in der Ausg. der Nieder 1. Musikges, Bd. 14. 

Seliultheiss Benedikt. 

( —1693.) 

Organist in Nürnberg. 

Muth- und Geistermunternde Klavier-Lust. 1. Theil. Nürnberg 1679. 2. Theil, 
1680. 
(Enth.: Präludien, Allemanden, Couranten etc. — Leicht spielbare Stücke, 
zu Suiten gruppiert.) 

(In der k. Bibl. in Berlin, in der Sammlung Proske in Regensburg.) 

Kerl Joh. Kaspar. 
(1627—1693.) 

In Sachsen geboren. War als Knabe in Wien, kam dann in die Lehre 
zu Carissimi in Kom. 1656—1673 wirkte er in München als Kapellmeister 
und war dort für Oper und Kirche thätig. Nachdem er durch mehrere Jahre 
an der Stefanskirche in Wien gewirkt haben soll, war er 1680—1692 als Hof- 
organist daselbst angestellt, wendete sich aber wieder nach München, wo er 
1693 starb. Aus der Zahl seiner Schüler sind Agost. Steflfani, Fux, Eeutter und 
Murschhauser hervorzuheben. 

Kerl war bedeutend als Orgelspieler und Kirehenkomponist. In seinen 
bekannt gewordenen Klavier- und Orgelstücken schließt er sich Frescobaldi und 
Froberger an. Seine Canzonen sind weit anmuthender, auch gediegener als die 
Toccaten. Stereotyp sind die Themen mit Tonwiederholungen. 
Toccate, Canzoni et altre Sonate, per sonare sopra il Clavicembalo e Organo 
dalli Maestri Kerll, Porro, J. P. Krieger. 1673. 

(Abschrift in dem k. Inst. f. Kirchenm. in Berlin.) 

Modulatio organica super Magnificat etc. Monachi 1686. 

(In der Wiener Hofbibl., in der Samml. Proske in Regensburg.) 

Einzelne Orgel- und Klavierstücke in Sammlungen des 18. Jahrh. und Hand- 
schriftliches in den Bibl. zu Wien, Berlin, Leipzig. 

Neue Ausgaben: 
Canzona in Hawkin's Gesch. d. Musik, 4. Band; dieselbe in Körner's Orgel v. 

N. 87. 
Toccata tutta da salti in C dur, in Pauer's A. Klav.-M. I 3. 
Toccata. Leipzig, Senif. 

8 Orgelstücke in Fr. Riegel's Praxis Organoedi. Brixen, 1869. 
In Farrenc, 3. Band. — In Fetis, La science de l'Organiste. — In Ritter 

(N. 95). 
Three pieces by Frescobaldi, Froberger, Kerl, herausg. von Shedlock. London, 

Novello. 



53 

In „Denkmäler deutscher Tonkunst in Bayern". 2, Jahrg., Bd. 2: Ausgew. 
Werke von Kerll. Herausg. von Ad. Sandberger. Br. & H. 1901. Darin 
Stücke f. Orgel und Klavier: 8 Toccaten, 6 Canzonen, Capriccio Cucu, 
Battaglia etc. 

Heinlein Paul. 

(1626—1686.) 
Vorzüglicher Klavier- und Orgelspieler in Nürnberg. 
Toccaten, Fantasien, Fugen und Ricercar für das Klavier. 

Flor Christian. 
(1626—1697.) 
Orgelspieler und Kirchenkomponist in Lüneburg. 
Todes-Gedanken in dem Liede „Auf meinen lieben Gott"' mit umgekehrtem 
Kontrapunkt fürs Klavier sehr künstlich gesetzt und gedruckt zu Ham- 
burg, 1692. 
Neu abgedruckt: 
Fuga, dorisch, in Körner's Orgelv. N. 44. 

Bach Job. Christoph. 

(1642—1703.) 

Onkel Seb. Bach's. Lebte in Eisenach. Bedeutender Kirchenkomponist. 
Vorzüglich sind seine Choralbearbeitungen. Die Variationen stehen bei weitem 
Froberger nach. 
Choralbearbeitungen. Manuskr. 
12 Variationen über eine Sarabande für Klavier, G dur. 

(Handschr. in der k. Bibl. in Berlin.) 

15 Var. über eine Arie von Daniel Eberlin, Es dur. — 15 Var. über eine Arie. 

(Autogr. vorm. im Besitz von Ph. Spitta in Berlin.) 
Neu abgedrucht: 
Choral-Bearbeitung, in Körner's Präludienbuch II. N. 2. 
Choralfugen in A. G. Ritter's Kunst des Orgelspiels III und in Gesch. d. 

Orgelsp. (*N. 102 u. 103). 
Orgelchoral in Spitta's Job. Seb. Bach (Beilage). 
Sarabande mit 12 Var., herausg. v. Riemann, Steingr. 

Speth Johann. 

Organist in Augsburg. Das nachstehende "Werk ist eine Sammlung von 
Orgelstücken verschiedener Komponisten. 

Organisch-instrumentalischer Kunst-, Zier- und Lustgarten in 10 Toccaten, 
8 Magnificat etc., nebst 3 variierten Arien für die Orgel. Augsburg 1693. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 
Neue Ausgabe)^: 
10 Toccaten, 8 Magnificat für Orgel. In Commer's Kompositionen f. die Orgel 

des 16., 17. u. 18. Jahrh. 5. u. 6. Heft. 1866. 
4 Toccaten in Körner's Orgelv. N. 124, 140 a, 151, 152. 
In Ritter (N. 94). 

Richter Ferd. Tobias. 

(1649 — 1711.) 

Organist der Wiener Hofkapelle, Lehrer in der kaiserl. Familie. 
Vielseitiger Komponist dramatischer, kirchlicher und instrumentaler Werke, 



54 

auch von Suiten und Sonatinen für Klavier und Orgel. Seine Klavierstücke 

sind ungekünstelt, klar und erfreulich. 

Handschr. Klavier- und Orgelwerke im Minoritenkonvent in Wien. 

Neue Ausgabe: 
In den Denkmälern d. Tonkunst in Osterreich, 13. Jahrg. 2. Theil, 
1906: 3 Suiten und eine Toccata, herausg. von H. Botstiber. 

Krieger Johann. 

(1652—1735.) 

Geb. in Nürnberg. Bruder von Job. PhU. Krieger (Komponist der 
Hamburger Oper, von dem auch mehrere Klavierstücke erhalten sind). Organist 
in Zittau. Fruchtbarer Komponist von Singspielen und Kirchenmusik. In 
seiner Klaviermusik ist er Pachelbel ähnlich. 

VI musikalische Partien, bestehend in Allemanden, Couranten, Sarabanden usw., 
allen Liebhabern des Klaviers, auf einem Spinett oder Clavichordis zu 
spielen, nach einer ariösen Manier aufgesetzt. Nürnberg 1697. 

(Bibl. in Berlin, Hamburg, München.) 

Anmuthige Klavier-Übungen in Ricercaten, Präludien, Fugen, einer Ciaeonna 
und einer aufs Pedal gerichteten Toccata. Nürnberg 1699. 

(Joachimsth. Gymn. in Berlin. 
Neu-Ahdruclc: 
In Eitner's Monatsh. 1895 (Anhang). 
In Ritter (N. 80 u. 81). 

Keutter Georg d. Ä. 

(Ca. 1656—1738). 

Organist, später Kapellmeister an der Stefanskirche in Wien. Sein 
Sohn Georg (1708—1772) war Hofkapellmeister in Wien. Reutter d. A. 
erscheint in seinen Klavier- und Orgelstücken bedeutender als seine Vorgänger 
in der Hofkapelle Poglietti und Richter. Am besten sind seine Capricci. 
Handschr. in der Wiener Hofb. und im Minoritenkonvent. 

Neue Ausgabe: 
In den Denkm. d. Tonk. in Österreich 1906: 6 Capricci, 2 Canzonen, Fuge, 
Ricercar, Toccata. Herausg. von H. Botstiber. 

FUX Job. Jos. 

(1660—1741.) 

Geb. in Steiermark. Kapellmeister unter Leopold I., Josef I. und Karl VI. 
Gelehrter Tonsetzer und Theoretiker. Sein berühmtes, Lehrbuch des Kon- 
trapunkts, „Gradus ad Parnassum", 1725. Die Klavierstücke sind steif und 
formalistisch. 

6 Sonate, Capriccio, Fugen, „per il Clavicembalo". 

(Abschrift. In dem Arch. d. G. d. Musikfr. in Wien.) 
Neue Ausgaben: 
Canon in „Auswahl vorzüglicher Musikwerke in gebundener Schreibart". Berlin, 

Trautwein, 4. Lief. 
2 Fugen in Körner's Auswahl etc., 2. Band, und in Orgelv. N. 131. 

Böhm Georg. 

(1661— ) 

Schüler Reinken's. Bedeutender Orgelspieler und Komponist. Organist 
in Lüneburg. War von Einfluß auf Seb. Bach. 



55 

3 Suiten, 1 Ouvertüre, Präl. und Fuge für Klavier. 
18 Choralbearbeitungen (mit Variationen). 

Beides in dem Buche von Andr. Bach. (S. Spitta's Seb. Bach.) 

(In der Leipziger Stadtbibliothek.) 

Böhm und Buxtehude: 4 Choräle und 2 Präludien. 

(Manuskr. angezeigt in Gat. Hoffmeister 1802.) 
Xeu abgedruckt: 
Choral- Vorspiel. In Körner's Orgelv. N. 123. 
Presto Gr moU in Becker's Ausgew. Tonstücke. 
Choral-Variationen in Kep. für Orgel von Gottschalg. N. 28. 
Beisp. in Ritter (N. 120 u. 121). 

Zachaa Friedr. Wilh. 
(1663— 1712[21].) 
Organist in Halle. Lehrer Händel's. 
Xeue Ausgaben: 
Sämtliche Orgel-Kompositionen. 1. Heft. Körner, Erfurt. 
2 Choral-Vorspiele, 1 Fuge in Körner's Orgelv. N. 133, 134, 256. 
Fantasie für die Orgel in Commer's Musica sacra. 
Orgelstücke in der Sammlung von Präludien, Fugen usw. von berühmten 

Meistern. Br. & H. 
In Ritter (N. 134 u. 135). 

Brnhns Nikolaus. 
(1665—1697.) 

Geb. in Schleswig. Schüler Buxtehude's. Organist in Husum. 

Neue Ausgaben: 
Präludium und Choralvorspiel in Commer's Musica sacra. 
Choralvorspiel (dasselbe) in Körner's Orgelv. N. 136. 

Buttstedt Joh. Heinr. 

(1666—1727.) 

Schüler Pachelbel's. Lebte in Erfurt als Organist und Lehrer. War 
ein Vertheidiger der alten Solmisation. 

Musik. E^avier-, Kunst- und Vorrathskammer. Leipzig 1716 (2. Aufl.). 
(4 Präl. u. Fugen, Arie mit 18 Variationen, 2 Partien Klavierstücke.) 

(In der k. Bibl. in Berlin und in der Wiener Hofbibl.) 

Neue Ausgaben: 
Fuge und Choralvorspiel für die Orgel in Körner's Orgelv. N. 135 u. 153. 
Beisp. in Ritter (N. 110 u. 111). 

Murselihauser Franz Xav. 

(1670— 1733[37].) 

Geb. in der Nähe von Straßburg. — Schüler von Kasp. Kerl in München. 
Starb daselbst als Kirchen-Kapellmeister. Seine Kompositionen gehören theils 
der Orgel, theüs dem Klavier an. 

Octetonium novum Organicum, worinne kurtze Präludia und Fugen über die 
acht Kirchentöne, 13 Veränderungen etc., 12 Veränderungen etc. und eine 
Partie aus E dur enthalten. Opus primum. Augsburg 1696. 

(In der Münchener Hofbibl. und im jSlinoritenkl. in Wien. 

Prototypen Longo-Breve Organicum etc. Fugas et Praeambula etc. Noribergae. 
(34 Orgelstücke). 2. Theil: 42 Orgelstücke. 

(In der k. Bibl. in Berlin u. im Minoritenkl. in Wien.) 



56 

Neue Ausgaben : 
13 Orgelstücke in Commer's Komp. f. d. Orgel im 16., 17. u. 18. Jahrh. 4. Heft. 
Praeambulum in Körner's Orgelv. Nr. 257. 
Aria pastoralis var. in Pauer's A. Klav.-M. II 2. 
Dasselbe in Ed. Litolff. 5. Heft. 
Beisp. in Ritter (N. 98). 
Präamb., Arpeggiata et Fugue f. Orgel, herausg. von Alex. Guilmant. Durand. 

Fischer Job. Kasp. Ferd. 

(Ca. 1670—1738.) 

Bedeutender Klavierspieler. Markgr. Badiscber Kapellmeister. Komponist 
von Klaviersuiten und Orgelstücken In den ersteren ist die französische 
Manier vorherrschend, eine graziöse Melodik zeichnet sie aus. Ernster gehalten 
sind die Präludien. Auch seine Orgelstücke, meist kurze Präludien und Fugen, 
sind leichtfließend und verrathen den Meister. Manche seiner Fugenthemen er- 
scheinen vorbildlich für Seb. Bach, zu dessen wichtigsten Vorläufern er gehört. 
Musik. Blumenbüschlein, bestehend in 8 Partien. Op. IL Schlackenwerth und 

Augsburg 1696 (1699). 
Musik. Parnassus, 9 Partien (9 Musen, betitelt: Clio, Calliope, Melpomene etc.) 

Augsburg. 
Ariadne Musica Neo-Organoedum. (Für Orgel): 20 Präludien u. Fugen, 5 Ricer- 

cari. Augsburg 1715. 
Blumenstrauß aus dem anmuthigen Kunstgarten des hochber. Herrn J. C. F. 

Fischer (für Orgel). Augsburg ca. 1730. 

(Sämtlich in der k. Bibl. in Berlin, in München, Leipzig, Dresden, Brüssel etc. 

Neue Ausgabe: 
Sämtliche Werke für Klavier und Orgel, herausg. von Ernst von Werra. 

Br. & H. (Enth. die vorgenannten vier Werke). 
Hervorzuheben sind: 1. Partie (Präl., Sarah.), 5. Partie (Präl, Aria mit 

Var.) a. d. „Blumenbüschlein", dann die 4., 5. und 6. Partie a. d. Parnassus. 

Außerdem eine Anzahl Präl. u. Fugen f. Orgel. 

Bacll Joh. Bern. 

(1676 — 1749.) 

Vetter und Zeitgenosse Seb. Bach's. Organist in Eisenach. Seine Orgel- 
stücke gehören dem ungebundeneren Stil der Vor-Bach'schen Zeit an. 

Choral-Bearbeitungen für die Orgel. 

(In J. G. Walther's Sammlungen in den k. Bibl. in Berlin und Königsberg. S. Spitta's Bach.) 

Neu- Abdruck: 
In Ritter (N. 105 u. 106). 
Fuge f. Pfte., herausg. v. H. Riemann. Steingr. 

Petzold Christian. 

(1677—1733). 

Seit 1709 Organist und Kammerkomponist am kurf. Hofe in Dresden. 
Seine Konzerte sind sehr antiquiert. 

25 Klavierkonzerte (Handschr. nebst Anderem in der k. Privat-Musiksammlung 
in Dresden). 

Mattheson Johann. 

(1681—1764.) 

Geb. in Hamburg. Widmete sich zuerst der Hamburger Opernbühne. 
Entwickelte dann eine vielseitige Thätigkeit als Diplomat, Tonsetzer und musik. 



57 

Schriftsteller. In letzterer Beziehung am wichtigsten durch seine zahlreichen 
theoretischen und kritischen Schriften. M.'s Klavierstücke, dem galanten Zopf- 
stil angehörig, zeigen schon eine freiere Satzart. Sie erinnern oft an Händel. 
Sonate pour le Clavecin, dediee ä qui ,1a jouera ie mieux, Hamburg 1713. 
Monument, harmon., 12 Suites pour le Clavecin. London 1714. 
Die musik. Fingersprache. Fugenwerk in 2 Theilen. 1735 u. 1837. 
9 Fughe per il Cembalo o l'Organo. 
(Sämtl. in der k. Bibl. in Berlin, im Arch. d. G. d. M. in Wien. Man. in der Wiener Hofb.) 

JVcMß Ausgaben: 
Doppelfugen mit 2 und 3 Subjekten. Leipzig, Hofmeister. 
2 Fugen und 1 Fughetta für Orgel, in Körner's Orgelv. N. 221, 222 u. 255. 
Suite A dur f. Klavier in Pauer's A. Klav.-M. I 4. 
Suite C moll f. Klavier in Pauer's A. M. N. 37. 
4 Giguen in Pauer's A. M. N. 13. 
Suite Es dur in „der junge Classiker". Br. & H. 
Gigue E moll in Perles music. N. 82. Br. & H. 

Suite. 4 Giguen, Allem., Cour., Gigue, Sarah, av. 3 Var. in Ed. Litolff. 5. Heft. 
In Farrenc, Tresor des Pianistes, 11. Band. 



Telemann Georg Phil. 

(1681—1767.) 

Ungemein fruchtbarer Komponist, in allen Gattungen thätig. Wirkte 
gleichzeitig mit Mattheson in Hamburg. Sein lebendiger Klavierstil verräth 
den italienischen und französischen Einfluß. Die Sonatenforra ist jene der 
ital. Kammersonate. 

6 Sonatinen für Klavier, auch mit Viol. oder Flöte. Leipzig 1718. 2 Folgen. 
Der getreue Musikmeister usw. (Klaviersuiten und Gesangstüeke, auch von 

anderen Komponisten, in periodischen Heften). Hamburg 1728. 
20 kleine Fugen für Orgel oder Klavier. Hamburg 1731. 
Fantaisies pour le Clavecin. 3 Douzaines. 
18 Canons. Paris 1738. 

6 Konzerte und 6 Suiten für Klavier, Flöte und ViolonceU concertant (Gestochen). 

(Bibl. in Berlin, Königsberg, Darmstadt). 

6 Ouvertüren, französisch, polnisch, oder sonst tändelnd und welsch, fürs Klavier. 
Nürnberg. 

Neue Ausgaben: 
2 Fugen für Orgel in Körner's Orgelv. N. 204 u. 223. 
Fuge in: Auswahl etc. Berlin, Trautwein. 
Fuge in Möreaux. 
In Farrenc, 9. Band. 

In Eitter (N. 128). — Fughetta D dur in „der junge Klassiker". Br. & H. 
In „Collegium musicum", Auswahl älterer Kammermusikwerke, bearb. von H. 

Eiemann. Br. & H. : Telemann, *Trio f. 2 Viol., ViolonceU u. B. cont. 

Es dur. 

Grraupner Christoph. 

(1683—1760.) 

Einer der beliebtesten Tonsetzer seiner Zeit; schrieb Opern, Klavier- 
stücke usw. Er war Kapellmeister in Darmstadt. 

8 Suiten für Klavier. Darmstadt 1718. 

(Bibl. in Darmstadt). 
8 Suiten u. 1 Partie f. Klavier. Darmstadt 1726. 
Monatliche Klavierfrüchte. 1722. 12 Hefte. 
4 Partien unter der Benennung die 4 Jahreszeiten, für Klavier. Darmstadt 1733. 



58 

Walther Joh. Gottfried. 

(1684—1748.) 

Organist in Weimar. Gelehrter kirchl. Tonsetzer und bedeutender Orgel- 
komponist. Herausgeber des ältesten deutschen Tonkünstler-Lexikons, 1732. 
Choralbearbeitungen, Fugen, Toccaten, (in Handschriften.) 

Neue Ausgaben: 
7 Choral- Vorspiele in Commer's Musica sacra. 
Präludium u. Fuge in A, do. in G, Toccata in C. In Körner's Orgelv. N. 146, 

155, 182. 
13 Veränderungen über „Herr Jesu Christ", im Rep. für Orgel von Gottschalg. 

N. 30. 
In Bitter (N. 112—116). 
Prel. et Fugue in A., herausg. v. AI. Guilmant. Durand. 

Kirchhoff Gottfr. 

(1685-1746.) 
Schüler von Zachau. Von 1714 an Organist in Halle. 
A-B-C musical, 24 Fugen aus allen Tonarten. (Nachahmung des wohlt. Klaviers.) 
Amsterdam, Witvogel. 

Grehel Georg d. Alt. 

(1685—1760.) 

Geb. in Breslau. Organist daselbst. Fruchtbarer Komponist. Erfinder 
eines Clavichords mit Vierteltönen. 
24 Klavier-Konzerte. 

Pachelhel Wim. Hier. 

(1685—1764.) 

Sohn des Joh. P. Organist an der Sebalduskirche in Nürnberg. — 
Seine Klavierstücke sind durchaus figuriert, ohne inneren Kern. 
Musik. Vergnügen, bestehend in einem Preludio, Fuga, Fantasia, sowohl auf 
die Orgel als auch Klavier. Nürnberg 1725. 

(K. Bibl. in Berlin.) 
Handschriftliches in Berlin und Darmstadt. 
Toccata f. zwei Klaviere. (Siehe Spitta, Bach, 2. Bd.) 

Neue Ausgabe: 
In „Denkmäler d. Tonkunst in Bayern" 2. Jahrg. 1. Band. Klavierwerke 
von W. H. Pachelbel: 2 Präl. u. Fugen in C dur, D dur, Fantasie D dur. 
(Das Präludium H moll in Körner's Orgelvirtuos N. 226 ist nicht von W. H. Pachelbel, 
sondern von Seb. Bach. S. Gesamtausg., Klavierw. 5. Bd. N. 10.) 

Muffat Gottlieb. 
(1690—1770.) 

Sohn Georg Muffat's. Schüler von Fux. Hoforganist in Wien von 1717 
bis 1763. — Geschmackvoller Klavierkomponist, wichtig für die moderne Ent- 
wicklung der Klaviermusik. Er selbst nennt seine Kompositionen „Galanterie- 
stücke." 

Componimenti musicali per il Cembalo. Gewidmet Carl VI. Wien 1727. 

(In der Wiener Hofbibl.) 

(Enth. 7 Suiten mit verschiedenen Tänzen und anderen Stücken, zum Schluß 
- eine Ciacona mit 38 Veränderungen.) 



59 

Manuskripte (in der Wiener Hofbibl.V. 
Präludien, Fugen, Tokkaten, alte Tänze, Partie in C usw. 

Neue Ausgaben: 
Gesamtausgaben der Componimenti: In Farrene's Le Tresor des Pianistes. 

— In „Denkm. d. Tonk. in Österreich", 3. Jahrg., herausg. von G. Adler. 

— Im Suppl. zur Gesamtausg. von Händel's Werken, herausg. von Fr. 
Chrysander. 

Fantasia G moU und Sarabande B moU in Becker's Ausgew. Tonstücke. 

Suite D dur, Suite B dur, Ciaconna; in Klass. Klavierkompositionen, herausg. 

von Schletterer. Eieter-Bied. 
2 Fugen und Sarabande in Weitzmann's Gesch. des Klav. 
2 Menuetten und Courante in Pauer's A. Klav.-M. I 4. 
Gigue und AUegro spirituoso in Pauer's A. M. N. 40. — In Ed. Litolff, 4. Heft 

(dieselben Stücke). 
Suite, herausg. v. J. G. Zahn. Kahnt. 
Suite, herausg. v. Job. Merkel. Forberg. 
Hervorzuheben: Einzelne Sätze aus der D dur und B dur- Suite. 



Maichelbeck Franz Anton. 

(1702—1750.) 

Musikdirektor zu Freiburg im Breisgau. — Seine Klavierstücke sind im 
homophonen, leichten Stil geschrieben. 

8 Sonaten unter dem Titel: Die auf dem Glaner spielende und das Gehör ver- 
gnügende Cäcilia. Op. 1. Augsburg 1736. 

(In der Hofbibl. in Wien.) 

Die auf dem Ciavier lehrende Cäcilia, welche guten Unterricht ertheilet usw. 
Mit vielen Exempeln. Op. 2. Augsburg 1738. 
(Lehrbuch mit Beispielen.) 

(In der k. Bibl. in Berlin, G. d. IM. in Wien.) 

Stölzel Gottfr. Heinr. 
(1690—1749.) 
Sachsen-Gothaischer HofkapeUmeister. 

Enharmonische Klavier- Sonate. 

(Enthalten in der Sammlung »Musik. Allerleys herausg. von F. W. Marpurg. Berlin 
1761.) 

Suite, enth. im „Ciavierbüchlein für Friedem. Bach." 

Neu abgedruckt: 
Enharm. Sonate, 1. Satz, in Weitzmann's Gesch. des Klaviersp. 2. Aufl. 
Suite in der Gesamtausg. Bach'seher Werke, 45. Band. 
Fuge für Klavier, in Andre's Lehrbuch der Tonsetzkunst. 2. Band. 

Grraun Karl Heinr. 
(1701 — 1759.) 
Berühmter Opern- und Kirchenkomponist. Kapellmeister Friedrich 11. 
12 Konzerte für das Klavier mit Begleitung, in 4 Sammlungen. 
Handschriften in der k Bibl. in Berlin. 

(»Galanterie a Clavicembalo«. Handschr. in d. G. d. M. in Wien.) 

Neue Ausgaben: 
Gigue in B moli in Pauer's A. M. N. 32. — Dieselbe in mehrfachen anderen 
Ausgaben. 



60 



Ag-rell Johann. 



(1701 — 1769.) 

Schwede. Kammermusikus in Kassel, dann Kapellmeister in Nürnberg, 
woselbst er starb. Schrieb auch geistliche Werke. 

9 Klavierkonzerte (mit Begl. von 2 Viol., Viola und Cello). In Abschriften an- 
gezeigt im Kat. Breitk. 1761. 

(Konzert im Arch. d. G. d. Musikfr. in Wien.) 
7 Trios. — Duetten f. Klav. u. Viol. oder Flöte, 1762 u. 1765. — 6 Sonaten 
f. Klavier allein Op. 2. Nürnberg. Sonate in HafiFner's Oeuvres melees 
1760. (Sonaten, Augsburg, Lotter.) 

Scheuenstuhl Mich. 

(1705—....) 
Organist zu Hof im Voigtlande. 
Klavier-Sonate. 1736. Selbst radiert. 
2 Klavier-Konzerte. Nürnberg 1738. 

Gemüths- und Ohrergötzende Clavier-Übung, bestehend in 6 leichten nach 
heutigem Gout gesetzten Galanterie-Partien, meistens für Frauenzimmer 
komponiert. 2 Theile. Nürnberg. 
Die beschäftigte Muse Clio, 3 Galanterie-Suiten. Nürnberg. 

Tischer Job. Nik. 

(1707—1766.) 

Organist in Schmalkalden, Sachsen-Koburg. Beliebter Modekomponist 
seiner Zeit. In seinen Suiten . offenbart sich ein lebendiger, dem Modernen zu- 
gewandter Stil. 

13 Klavierkonzerte, unter dem Titel „Musik. Zwillinge". (C dur-C moll, D dur- 
D moll etc.) 7 Theile. Nürnberg, bis 1754. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 

Divert. musical, 3 Suites p. le Clavecin Op. 1, 3 d»- Op. 2, 6 do- Op. 3. Nürnberg. 

(In der Bibl. in Darmstadt.) 

Das vergnügte Ohr und der erquickte Geist, 6 Galanterie-Partien zur Klavier- 
übung für das Frauenzimmer. Nürnberg 1748. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 
6 Sonaten für Anfänger. (In der k. Bibl. in Berlin.) 

Wehklagendes Kyrie und frohlockendes Hallelujah . . in 2 Klavierkonzerten 
dargestellt etc. Nürnberg. 

Schaffrath Christoph. 

(1709—1762.) 
Auch Schaf rath. Kammermusikus der Prinz. Amalie von Preußen. 
Sei Duetti a Cemb. obl. e Viol. o Flauto. Op. 1.. Nürnberg 1752. 
6 Senates p. le Clavecin. Op. 2. Nürnberg 1754. 
(Sonate in Haffner's Oeuvres mel.) 

Giebel Georg d. Jung. 

(1709—1753.) 

Sohn Gebel's d. Ä. Organist in Breslau. Komponist von Kirchen- und 
Kammermusik. 
Klavier-Konzerte. Manuskr. 
1 Parthie für Klavier. Eudolstadt. 



61 
Kellner Joh. Peter. 

(1705-1788.) 

Lebte in Thüringen als Kantor. Sehr geschätzter Orgelspieler und Kom- 
ponist. — Seine Suiten im galanten Stil in „Certamen" erinnern an ita- 
lienische Art, etwa an Scarlatti, manches an Bach. 

Certamen musicum (6 Suiten). Arnstadt 1739—1751. 

(4 Suiten in dem Arch. der Ges. d. M. in Wien.) 

Manipulus musices, oder eine Handvoll Zeitvertreib vors Ciavier (Suiten). Arn- 
stadt 1753-1756. 

(Beide Werke in der k. Bibl. in Berlin.) 

Sammlungen, herausg. von J. U. Haffner in Nürnberg 1755 — 1765, 
unter den Titeln: Oeuvres melees, Raccolta musicale, Collection 
recreative. Enth. aus dieser Epoche: Sonaten von Agrell, Fischer, Scarlatti etc. 



Franzosen. 

Dumont Henry. 

(1610—1684.) 

Geb. bei Lüttieh. Hofkapellmeister in Paris. 
Melanges ä 2, 3, 4 et 5 parties avec la Basse continue, contenant plusieurs 
Chansons, Motets etc. pour l'Orgue et pour les Violes. Livre premier. 
Paris, Ballard 1649. Liv. II. 1657. 
Handschr. AUemanden in der k. Bibl. in München. 

Neue Ausgäben: 
Allemande in Pauer's A. Klav.-M. I 6. 
Suite de Pieces in Ed. LitolflF, 12. Heft. 

Couperin Louis. 
(1630—1665.) 
Onkel von Fran^ois C. — Schüler Chambonniere's. Organist der k. Kapelle. 
Handschr. in der Bibl. nat. in Paris. (Tänze in Suiten zusammengefaßt und 
Preludes.) 

Neu-Ahdruclc: 
Suiten in Farrenc. — 2 Stücke in Mereaux' Les Clavecinistes. 

Le Begue Nicol. 

(1630—1702.) 

Hoforganist in Paris. Vortrefflicher Orgelspieler. — Seine Klaviersuiten 
enthalten zahlreiche Tänze. * 
Pieces d'Orgue. Liv. I, II et III. Paris 1676. 

(I u. II in der k. Bibl. in Berlin.) 

Pieces pour le Clavecin. Paris 1677. Nachdruck in Amsterdam. 

(I u. II in der k. Bibl. in Berlin n. ein Band in der Bibl. nat. u. im Conserv. in Paris.) 

Handschr. in der Bibl. nat. in Paris. 

Neu, abgedruckt: 
Orgelstücke in Choron's Principes de composition. 3. Bd. 1808. 
Fuge für Orgel in Auswahl etc. Berlin, Trautwein. 
Klavierstücke in Farrenc. 
Beisp. in Ritter (N. 45 u. 46). 

6 



62 

Lully Jean Bapt. 

(1633—1687.) 

Begründer der franz. Nationaloper. Schrieb Opern und Ballets ; in diesen 
sind zahlreiche Instrumentalsätze, Ouvertüren, Entrees, Tänze enthalten. 
Lessons for the Harpsichord or Spinet, vid. almands, Corants, Sarabands, Airs, 
Minuets and Jiggs, composed by Mr. Baptist Lully. London, printed and 
sold by Daniel Wright. 

(Enthält: 2 Suiten in Emoll und D dur, nebst 3 Stücken in Gmoll.) 

(Im British Museum in London u. Bibl. du Conserv. in Paris.) 
(Zweifelhaft. Vielleicht Arrangements.) 

Neue Ausgaben: 
Suite in Emoll in Pauer's A. Klav.-M. I 1. 
Allem., Sarah, und Gigue in Ed. Litolff. 8. Heft. 
3 Stücke in „Les Clavecinistes franfais", herausg. v. L. Diemer. Durand. 

D'Auglebert Henry. 

Schüler Chambonniere's. Hofklavierspieler Louis XIV. 
Pieces de Clavessin avec la maniere de les jouer, diverses chaconnes, ouver- 
tures, et autres airs de Mr. de Lully, mis sur cet Instrument. Quelques 
fugues pour l'Orgue etc. Livre I. Paris, chez l'auteur, 1689. 
(Enth. 4 Suiten von d'Anglebert, nebst Tänzen und Ouvertüren von Lully, 
und alte Lieder.) 

(In der Wiener Hofbibl., in der Bibl. nat. in Paris, k. Bibl. in Berlin etc.) 

Neu ahgedrucM: 
In Farrenc (theUw.). 

In Bitter (N. 41 u. 42). • • 

Allemande in Weitzm. Gesch. d. Klav. 
5 Fugues et un Quatuor, f. Orgel, herausg. v. AI. Guilmant. Durand. 

Loeilly J. B. 

(....— 1728.) 

Vermuthlich identisch mit Loeillet J. B. Von diesem 12 Suits for the 
Harpsichord (in Fetis' Biogr. angeführt). 

Neue Ausgaben: 
Suite in Gmoll in Pauer's A. M. N. 28 und in Ed. Litolff, 12. Heft. 
Loeillet J. B., Gavotte in Pauer's Alte Tänze. Br. & H. 

Marchand Louis. 

(1671—1732.) 

Geb. zu Lyon. Zeitgenosse Couperin's. Organist in Paris und Versailles. 
Durch seinen Wettkampf mit Seb. Bach in Dresden 1717 bekannt. Seine Kom- 
positionen unbedeutend. 

Pieces de Clavecin. Paris, Ballard. 2 livres 1702 u. 1703. 

(In der Bibl. nat. in Paris.) 
Neu abgedruckt: 
Gavotte in Busby's Gesch. d. M. II. 
Gavotte aus einer Suite, herausg. von J. F. Beyer. Bremen, Präger. 

Dandrieu Fiaii9ois. 

(1684—1740.) 

Organist in Paris. Geschätzter Komponist, auch theoretischer Schrift- 
steller. 



63 

Premier livre de pieces de Clavecin, contenant piusieurs Divertissemens dont 
les principaux sont les caracteres de la guerre, ceux de la chasse et la fete 
de Village. Dedie au Roi. Paris 1724. 

(In der Wiener Hofbibl.) 
Ild et Illme livre. 1727, 1734. 

(In der Bibl. du Conserv. in Paris.) 
Principes de raccompagnement etc. Paris 1724—1727. 

(Im Conserv. in Paris.) 
Neue Ausgäben: 

In Farrenc, 9. Band. 

12 Stücke in „Les Clavecinistes francais", herausg. v. L. Diemer. Durand. 

D'Agincourt Francois. 

( —1758.) 

Organist in Pioueu. 

Pieces de Clavecin. Liv. I. Paris u. Rouen. 1733. 

(In der Bibl. du Conserv. in Paris.) 
Neu-Ahdrueh: 
3 Stücke in „Les Clavecinistes frangais", herausg. v. Didmer. Durand. 

Daquin Louis Claude. 

(1694— 1772.J 

Berühmter Klavier- und Orgelspieler in Paris zur Zeit Louis XIV. — 
Schüler von Marehand. Seine kleinen Stücke, zu Suiten verbunden, sind meist 
Tonmalereien mit bunten Titeln. 

Premier Livre de Pieces de Clavecin. Paris 1735. (?) 

(In der Bibl. nat. u. Conserv. in Paris, k. Bibl. in Berlin.) 
Neu- Abdruck: 
In Farrenc, 9. Band (einzelne Stücke). 
*Le Coucou (Diemer) Durand, (Eiemann) Augener, (Epstein) Univ.-Ed. — 

4 Stücke, herausg. v. Diemer. Durand. 
2 Stücke (La tendre Silvie, le Coucou) herausg. von AI. Holländer. Schles. 



Niederländer. 

Noordt Anthony van. 

( —1675.) 

Organist in Amsterdam. Schließt sich an Sweelinek an. 

Tabulaturbuch von Psalmen und Fantasien. Amsterdam, Beaumont. 1659. 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 
Neu- Ausgabe : 

Ausg. der Ges. f. Niederl. Musikgesch. 1896. Br. & H. 
In Ritter (N. 35). 

Fiocco Jos. H. 
(1690—....) 

Italienischer Abkunft, geb. in Brüssel. War von 1731 Kirchenkapell- 
meister in Antwerpen. Lebte noch 1752. Seine Klavierstücke, welche Couperin 
und Rameau sehr ähnlich sind, enthalten manches Graziöse und entbehren 
auch nicht der Empfindung. 

6* 



64 



Neu- Abdruck: 



In van Elewyk, Clavecinistes Flamands. (Brüssel, Schott): 12 kleine Stücke 
(Charakterstücke). (Hervorzuheben sind daraus: L'Inconstante, Menuet 
Gmoll 3/g, Anglaise Gdur.) 

Coelho Manuel Eodrigues. • 

Portugiese. War um 1600 in der k. Kapelle in Lissabon. 
Flores de musica, pera o instrumento de tecla et harpa. Lissabon, Pedro Craes- 
beck 1620. 
(Enth. kirchl. Orgelstücke, koloriert, auch Instruktives.) 

(In der k. Bibl. in Berlin.) 

Neu- Abdruck: 
In Kitter (N. 55 u. 56). 



£iigläiider. 

Purcell Henry. 

(1658—1695.) 

Einer der wichtigsten englischen Komponisten, namentlich für die Oper. 
Bedeutend auch als Kirchen- und Instrumentalkomponist. P.'s Kammersonaten, 
nach italienischem Muster, vermögen nur historisches Interesse zu erwecken. 
12 Sonatas für 2 Viol. u. Baß (Orgel oder Klavier). London 1683. (Mit dem 

Porträt P.'s.) 
10 do- (herausg. von P.'s Witwe.) London 1697. (Die 9. derselben ist die 

„Golden Sonata".) 
Collection of Lessons for the Harpsichord. London 1696. 
Klavierstücke in Musick's Hand-maid. London, Playford 1689. 

Neue Ausgaben: 
The golden Sonata in Hawkins' Gesch. d. M. 4, Theil. (Dieselbe in Novello's 

Edition.) 
Pifeces pour le Clavecin (27 Stücke) in Farrenc. 1861. 
Rigadon für Klavier in Weitzmann's Gesch. d. Klav. 
Stücke in Pauer's Old Engl. Comp. 
7 Stücke in Mereaux. 

Ausg. der Purcell-Society, 6. Band, herausg. von Barclay-Squire. 
4 Trio- Sonaten, herausg. von G. Jensen. Augener. 

Blow John. 

(1648—1708.) 

Kirchenkomponist. Nachfolger Purcell's als Organist der Westminster- 
abtei in London. 
A set of lessons for the harpsichord or spinett. 

Neu abgedruckt: 
Stücke in Pauer's Old Engl. Composers. 

Sammlung: Musick's Handmaid, New lessons and Instructions for 
the Virginals or Harpsichord. 2 Theile. London, Playford, 1678, 1689 (1705). 
(Im ersten Theil: Lock, Lawes etc., im zweiten Theil : Purcell, Blow, Turner.) 
Der Inhalt besteht aus kurzen Tänzen und Variationen (Grounds). 

(Im Brit. Maseum and in Oxford Taptioase.) 



65 
Yerzeichnis 

von 

neueren Werken und Sammlungen, 

in welchen einschlägige Tonstücke dieser und der vorhergehenden Epoche ent- 
halten sind. 

(Auswahl.) 

Ch. Bumey, History of music. 1776—89. 

Hawkins, läistory of music. 1776. 

Busby, Gesch. d. Musik. Übersetzt von Michaelis (1822). 

Ferkel, Gesch. d. Musik. 2. Band. 1801. 

Winterfeld, Joh. Gabrieli. 2. u. 3. Band. 1834. 

— Evangel. Kirchengesang. 1845. 

C. F. Becker, Die Hausmusik in Deutschland. 1840. 

Ambros, Gesch. der Musik. 2. Band. 1864. 

Reissmann, Gesch. d. Musik. 1863, 64. 

Weitzmann, Gesch. des Klavierspiels und der Klavierliteratur. 1863. 

Chrysander, Jahrbücher für musik. Wissenschaft. 2. Band. 1867. 

Rob. Eitner, Monatshefte für Musikgeschichte. 1869, 71, 74, 75, 87 etc. 

Vierteljahrschrift f. Musikwissenschaft. Herausg. von Spitta, Chrysander und 

Adler 1885—94. (1889, 92.) 
R. Schlecht, Gesch. der Kirchenmusik. 1871. 
Spitta, Joh. Seh. Bach. 1873, 79. 
Wasielewski, Die Violine im 17. Jahrh. 1874. 

— Gesch. der Instrumentalmusik im 16. Jahrb. 1878. 
Choron, Principes de composition. 3. Band. 1808. 
Fetis, Traitä de la Theorie. 

— La scienee de l'Organiste. 

Andre, Lehrbuch der Tonsetzkunst. 2. Band. 1835. 

H. Bellermann, Der Kontrapunkt. 1862. 

C. F. Becker, Ausgew. Tonstücke für das Pianoforte aus dem 17. und 18. Jahrh. 

Clementi, Practica! Harmony (Beispielsammlung). 4 Bände. London. 

E. F. Rimbault, The Pianoforte. London. 

Fr. Commer, Musica sacra. 1. Band. 1839. 

— Kompositionen für die Orgel des 16., 17. u. 18. Jahrh. 1866. 
G. W. Körner, Der Orgel-Virtuos. Gegen 300 Hefte. Erfurt. 

— Orgel-Journal, Orgelfreund und andere Sammlungen. 
A. G. Ritter, Der Orgelfreund. 

— Geschichte des Orgelspiels. 2. Band. 1884. 

Mus. Antiquarian Society, Herausgabe alter Werke. London 1842, 43, 47. 

Klassische Studien für das Pianoforte. 17 Hefte. Wien, Haslinger. 

Antologia classica. Mailand, Ricordi 1844 etc. 

L'Arte antica e moderna. Mailand, Ricordi 1865. 

A. Farrenc, Le Tresor des Pianistes. 20 Bände (fortgesetzt von Mad. Farrenc). 

Paris 1861-1872. 
Am. Mereaux, Les clavecinistes de 1637 ä 1790. Paris, Heugel 1867. 3 Volumes 

(mit Porträts). 

E. Pauer, Alte Klaviermusik. 2 Folgen, 12 Hefte. Leipzig, Senff 1867. 

— Alte Meister. 50—60 Nummern. Br. & H. 

— Der junge Klassiker. Br. & H. 

— Alte Tänze. Br. & H. 

— Old English Composers. (Prachtausgabe.) London, Augener. 

Klassische Klavier-Kompositionen aus älterer Zeit, herausg. von H. M. Schlet- 

terer. Rieter-Biederm. 
Perles musicales. 106 Nummern. Br. & H. 
Alte Klaviermusik. 3 Hefte. Ed. Peters. 
Klaviermusik aus alter Zeit. 13 Hefte. Ed. Litolff. 

F. M. Böhme, Gesch. d. Tanzes 1886. 



66 



Auswahl vorzüglicher Musikwerke in gebundener Schreibart. 16 Liefgn. Berlin, 
Trautwein. 

Praxis Organoedi, Orgelstücke aus dem 16. und 17. Jahrb., berausg. von Fr. 
JRiegel. Brixen 1869. 

ßep. für Orgel, herausg. von A. W. Gottschalg. Schuberth. 

Historische Klaviermusik, bei-ausg. von J. H. Bonawitz. Wien, Kratochwill. 

Album für Orgelspieler, herausg. von J. G. Zahn. Leipzig, Kahnt. 

Altmeister des Klavierspiels, 70 berühmte Klavierstücke, herausg. v. H. Kie- 
mann, 2 Bände. Steingräber. 

The Fitzwilliam Virginal Book, herausg. von W. Barclay-Squire u. M. A. Fuller- 
Maitland. 2 Bände. London 1899. 

(Die Gesamtausgaben, die Denkmäler der Tonkunst in Österreich, in 
Deutschland usw. sind an den betreffenden Stellen angeführt.) 



Die Komponisten der Ersten Epoche 

in alphabetischer Ordnung. 



Agrell. 

Alberti. 

D'Agincourt. 

D'Anglebert. 

Aresti. 

Bach J. Seb. 

Bach J. Christoph. 

Bach J. Beruh. 

Bach Heinr. 

Le Begue. 

Blow. 

Böhm. 

Bruhns. 

Buttstedt. 

Buxtehude. 

Castello D. 

Castello Giov. 

Chambonnieres. 

Coelho. 

Couperin Franj. 

Couperin L. 

Dandrieu. 

Daquin. 

Dumont. 

Durante. 

Ebner. 

Fiocco. 

Fischer. 

Flor. 



Frescobaldi. 


Pescetti. 


Froberger. 


Petzold. 


Fux. 


Poglietti. 


Gebel d. Ä. 


Porpora. 


Gebel d. J. 


Purcell. 


Graun. 


Eameau. 


Graupner. 


Eeincken. 


Händel. 


Keutter. 


Heinlein. 


Richter. 


Kellner J. P. 


Rossi. 


Kerl. 


Scarlatti AI. 


Kindermann. 


Scarlatti Dom, 


Kirchhoff. 


Schaffrath. 


Krieger. 


Scheidemann. 


Kuhnau. 


Scheidt. 


Loeilly. 


Scherer. 


LuUy. 


Scheuenstuhl. 


Maichelbeck. 


Schultheiss . 


Marcello. 


Speth. 


Marchand. 


Spiridione. 


Martini P. 


Steigleder. 


Mattheson. 


Stölzel. 


Muffat Georg. 


Sweelinck. 


Muffat Gottlieb. 


Telemann. 


Murschhauser. 


Tischer. 


Noordt. 


Walther. 


Paehelbel Joh. 


Zachau. 


Pachelbel W. H. 


Zipoli. 


Pasquini. 





Zvv^eite Kpoehie.- 

1750—1880. 



Blüfhc der Insfpumenfalmusik. 

Harmonisch-melodisclier Stil. 

Klavier. 

Klassische und Modische Klaviermusik. 



I. 

Koryphäen. 

Bach Ph. Em. 

Haydn. 

Mozart. 

Beethoven. 

Clementi. 

Huramel. 

Weber. 

Schubert. 

II. 

Klavier-Komponisten näehster oder spezieller 
Bedeutung. 

Dussek. Kalkbrenner. 

Gramer. Czerny. 

Field. Moscheles. 



68 



IIL 

Andere Klavier-Komponisten, deren Werke von Kunstwerth 

oder literar-histopischem Interesse sind. 

(In chronologischer Reihenfolge.) 



Bach Friedem. 


Edelmann. 


Eösler. 


Küffner. 


Sterkel. 


Fischer M. G. 


Paradies. 


Schröter J. S. 


Weyse. 


Schobert. 


Rosetti. 


Tomaschek. 


Krebs. 


Hüllmandel. 


Dumonchau. 


Wagenseil. 


Türk. 


Hartknoch. 


Eberlin. 


Dalberg. 


Andre. 


Nichelmann. 


Eeichardt. 


Riotte. 


Marpurg". 


Knecht. 


Berger. 


Kirnberger. 


Giordani. 


Logier. 


Gheyn. 


Hoffmeister. 


Neukomm. 


Couperin A. L. 


Easetti. 


Horzalka. 


Benda. 


Förster. 


Kanne. 


Binder. 


Crelinek. 


Krufft. 


Bach J. Ernst. 


Pleyel. 


Lessei. 


Matielli. 


Adam L. 


Diabelli. 


Pellegrini. 


Preindl. 


Griffin. 


Steffan. 


Eichner. 


Kies. 


Löhlein. 


Krommer. 


Kiengel. 


Müthel. 


Paradies MUe. 


Onslow. 


Balbastre. 


Fodor. 


Spohr. 


Hoffmann. 


Frey städtler. 


Karr. 


Rutini. 


Wolf G. Fr. 


Zimmermann. 


Bach Christoph. 


Araon. 


Plachy. 


Eckard. 


Gryrowetz. 


Kuhlau. 


Müller Chr. H. 


PoUini. 


Rummel. 


Wiedeburg. 


Lentz. 


Mockwitz. 


Bach Christian. 


Lauska. 


Schneider. 


Wolf E. W. 


Steibelt. 


Böhner. 


Kellner J. C. 


Himmel. 


Pixis. 


Duschek. v 


Eberl. 


Schmitt AL 


Grüner. 


Ladurner. 


Halm. 


Albreclitsberger. 


Hering. 


özymanowska. 


Fasch. 


MiUler A. E. 


Worzischek. 


ßust. 


Jadin L. 


Leidesdorf. 


Wanhall. 


Jadin H. 


Würfel. 


Boccherini. 


Asioli. 


Mozart Sohn. 


Colizzi. 


Kirmaier. 


Pleyel Cam. 


Lucchesi. 


Kinck. 


Albeniz. 


Hässler. 


Grazioll. 


Schmitt Jak. 


Neefe. 


Zulehner. 


Greulich. 


Kozeluch. 


Wllms. 


Löwe. 


Vogler. 


Louis Ferdinand. 


(Sammlungen.) 


Turini. 


Wölfl. 





69 



IV. 

Komponisten anderer Gebiete (in ihren ausnahmsweisen 
Klavierwerken). — Gelehrte. — Curiosa. 



o) Oper. 
Hasse. 
Galuppi. 
Arne. 
Jomelli. 
Guglielmi. 

Hiller J. A. (Singsp.). 
Piccini. 
Sarti. 
Sacchini. 
Dittersdorf. 
Gretry. 
Paisiello. 
Kauer (Singsp.). 
Wranizky (do.). 
Cherubini. 
Mehul. 
Paer. 
Catel. 
Boieldieu. 
Kreutzer Konr. 
Auber. 
Herold. 
Kossini. 



b) Kirchenmusik. 
Homilius. 
Eolle (Orat.) 
Haydn Mich. 
Naumann. 
Stadler. 
Seydelmann. 
Gänsbacher. 
Klein (Orat.). 

c) Violine etc. 
Mozart Leop. 
Stamitz. 
Abel (Gambe). 
Viotti. 

Kreutzer ßud. 
Komberg A. (Viol.). 
Komberg B. (Cello). 
Baillot. 
May seder. 



d) Gelehrte. 
Sorge (Akustik). 
Scheibe (Schriftst.) 
Burney (Historj. 
Forkel (Histor.). 
Nägeli (Schriftst.). 
Eeicha (Theor.). 
Weber Gottfr. (Theor.). 
Fetis (Histor.). 
Sechter (Theor.). 
Hauptmann (Theor.). 

e) Verschiedene. 
Schröter (Klavierbau). 
Schulz (Lied). 
Martinez Marianna. 
Graf Ogynski. 
Herbart (Philos.). 
Graf Gallenberg. 
Erzh. Eudolph. 
Töpfer (Orgelbau). 
Hüttenbrenner (Freund 

Schubert's), 



Technik. Schule. 

(Die Namen der Komponisten sind schon in den vorhergehenden Gruppen 

enthalten.! 



Bach Pli. Em. 


Hering. 


Plachy. 


Marpurg. 


Müller A. E. 


Klengel. 


Löhlein. 


Asioli. 


Fetis. 


Wiedeburg. 


Lauska. 


Eies. 


Kauer. 


Reicha. 


Kalkbreiiiier. 


Clementi. 


Cramer. 


Eummel. 


Bjiecht. 


Wölfl. 


Böhner. 


Türk. 


Berger. 


Schmitt AI. 


Pleyel. 


Hummel. 


Czerny. 


Adam L. 


Polliiii. 


Moseheles. 


Dussek. 


Louier. 


Schmitt Jak. 


Wolf G. Fr. 


Horzalka. 


Greulich. 


Steibelt. 


Diabelli. 





70 

PMl. Em. Bach. 

(1714—1788.) 

Karl Philipp Emanuel Bach, der Vorläufer Hayd.n's, der Frühlingsbote 
der neueren Instrumentalmusik, wurde am 14. März 1714, als dritter Sohn 
Seb. J3ach's aus erster Ehe, in Weimar geboren. Er empfing den musikalischen 
Unterricht ausschließlich durch seinen Vater. Em. Bach studierte die Rechts- 
wissenschaft und wendete sich erst später vollständig der Musik zu. Von 1740 
bis 1767 stand er in Diensten des ilötenspielenden Königs Friedrich II. in 
Berlin als Cembalist. Dort ist seine erste größere Schaffungsperiode zu suchen. 
Seine reifsten Werke schrieb er in Hamburg, wo er von 1767 bis an sein Ende 
als Komponist, Virtuose und Lehrer wirkte. Em. Bach starb am 14. Dezember 
1788. Seine Hauptthätigkeit war dem Klavier gewidmet. Er ist als der Be- 
gründer der neueren Sonatenform anzusehen. Von den Klavierinstrumenten 
bevorzugte Qf das Clavichord. Em. Bach war ein ungemein fruchtbarer Kom- 
ponist. Unter seinen Klavierwerken sind die hervorragendsten: Die So- 
naten etc. für Kenner und Liebhaber, die Fantasie in dem „Versuch", ferner 
seine Klavierschule unter dem Titel „Versuch über die wahre Art das Klavier 
zu spielen", ein Lehrbuch vorwiegend praktischer Tendenz. Außerdem schrieb 
Em. Bach: 4 Sinfonien, Lieder, in beiden Gattungen Wichtiges leistend, 
Kirchenstücke, Cantaten, viele Flötenstücke usw. 

A. Original-Ausgaben. 

1. Sonaten nnd andere Stücke für Klavier allein. 

6 Sonaten Op. 1. (Dem König Friedrich II. gewidmet.) Nürnberg, bei Balth. 
Schmid 1742 (43). 

(Original-Titel: Sei Sonate per Cembalo etc.) 

(Im Arch. der Ges. d. Musikfr. in Wien.) 

6 Sonaten Op. 2. (Dem Herzog Karl Eugen von Württemberg gewidmet.) Nürn- 
berg, Haffner 1743 (44). 

(In der Wiener Hofbibl. und im Arch. d. Ges. d. M. in Wien.) 

6 Sonaten und eine Fantasie in dem „Versuch über die wahre Art das Klavier 
zu spielen". 1753. 

6 Sonaten mit veränderten Reprisen (der Prinzessin Amalia von Preußen zu- 
geeignet.) Berlin, bei Winter 1760. — 2. Aufl. Berlin, Rellstab 1786. 

2. Sammlung von 6 Sonaten J , , , „ . 

3. Sammlung von 6 Sonaten j °*^"« veränderte Repnsen. 
Berlin, bei Winter 1761 und 1763. 

(Alle 3 Sammlungen im Arch. d. Ges. d. M. in Wien.) 

6 leichte Klavier-Sonaten. Leipzig, bei Beruh. Christ. Breitkopf und Sohn, 
1766.*) (Im Arch. d. Ges. d. M. in Wien.) 

6 Sonaten für Damen (all' uso delle donne). Amsterdam, Hummel 1770. 

(Dann: Riga, Hartknoch, 1773 und 1786.) 
6 Sonatas for the Harpsichord. London, 1776. 

Klavier -Sonaten, Rondos und freie Fantasien für Kenner und Liebhaber. 
6 Sammlungen. Im Verlage des Autors, 1779 — 1787. 

(1. Sammlung 1779 enth.: 6 Sonaten. 2. Samml. 1780: 3 Sonaten und 3 Rondos. 
3. Samml. 1781: 3 Sonaten und 3 Rondos. 4. Samml. 1783: 2 Sonaten, S Rondos und 
2 Fantasien. 5. Samml. 1785: 2 Sonaten, 2 Rondos und 2 Fantasien. 6. Samml. 1787: 
2 Sonaten, 2 Rondos und 2 Fantasien.) 

(Im Arch. der Ges. der M. in Wien.) 

6 Sonatine nuove in der 3. Aufl. des „Versuch" etc. 1780. 
Sonate in Cmoll. Leipzig, Breitkopf 1785. 
2 Sonaten. Leipzig, bei Sehwickert 1786. 

Menuett mit überschlagenen Händen. Erstes gedrucktes Werk. 1731. . 
(Vom Verfasser in Kupfer radiert.) 

*) Bis 1795 lautet die Firma: Breitkopf, von da an Breitkopf und Härtel. 



71 

12 kleine zwei- und dreistimmige kurze Stücke. Berlin, Winter 1758 (in Taschen- 
format). — Hamburg, Schönemann 1770. 
Klavierstücke verschiedener Art. Berlin, "Winter 1765. 

(Enthält : 1 Konzert, 3 Fantasien, 6 Menuetten, 3 SoUeggien, 3 Polonaisen, 1 Sonate, 

1 Sinfonie [für Klavier eingerichtet] und 1 Fuge.) 

Kurze und leichte Klavierstücke mit veränderten Keprisen und beigefügter 
Fingersetzung für Anfänger. Berlin, Winter 1766. 

(Enthält auch 4 Sonaten.) (In der Wiener Hofbibl.) 

2. Sammlung 17G7. 

In den Sammlungen: 
Oeuvres melees (Klavier- Sonaten berühmter Meister). 12 Theile zu 6 Sonaten. 
Nürnberg, Haffner 1755—1765. Darin: 7 Sonaten von Em. Bach. 

(Diese Sammlung enthält außerdem Sonaten von: Agrell, Eberlin, Fischer, Schaffrath, 
Wagenseil usw.) 

Kaccolta delle piü nove composizioni di Clavicembalo. Herausg. von Marpurg. 

2 Bände. Breitkopf 1756—1757. Darin von Em. Bach: 2 Sonaten, 1 Fuge, 
1 Rondeau, Allegro, Polonaise. Menuet, AUegretto, Polonaise (l'Auguste), 
kleine Stücke: la Princesse, la Gleim. 

Klavierstücke, herausg. von Marpurg. 1760, 1762. Darin: 1 Sonate von 
Em. Bach, komp. 1740. — 2 Fugen. 

Kritische Briefe von Marpurg (Zeitung). 1760 — 1764. Darin: La Louise 
und Andantino von Em. Bach. 

Musikalisches Allerle y. 9 Hefte mit 36 Stücken von verschiedenen Kom- 
ponisten. Berlin, 1760—1763. Darin von Em. Bach: 3 Sonaten. 1 Suite, 
17 Veränderungen über die Arie: ,.Ich schlief, da träumte mir", 1 ital. 
Ariette mit Veränderungen, dann kleine Stücke : La Xenophone, la Sybille, 
la Complaisante, la Capricieuse, les Langueurs tendres, l'Irresolue, la 
Journaliere. 

(Diese Sammlung enthält außerdem Klavierstücke von: Kirnberger, !Marpurg, Rolle.) 

Nebenstunden der Berliner Musen. Berlin, 1762. Darin: 1 Sonate von 
Em. Bach, korap. 1739. 

Musikalisches Mancherley. Berlin, Winter 1762 — 1765. Darin von Em. 
Bach: 4 Sonaten, kleine Stücke: L'Hermann, la Buchholz, la Böhmer, la 
Stahl, l'Aly Eupalich, 2 abwechselnde Klavier-Menuetten. 

(Diese Sammlung enthält außerdem Klavierstücke von: Kirnberger, Fasch, Agricola.( 

CoUection recreative, contenant VI Sonates pour le Clavecin, comp, par 
Mrs. C. P. E. Bach, C. Fasch, J. le Fevre, F. G. Marpurg etc. Nürnberg, 
1760 u. 1761. Darin: 2 Sonaten von Em. Bach. 

Musikalisches Vielerley. Hamburg, 1770. Enthält 78 Stücke von: Em. Bach, 
Kirnberger, Fasch, J. C. F. Bach, J. E. Bach. (Darunter 20 Stücke von 
Em. Bach: 2 Sonaten, 1 Sinfonie für Klavier eingerichtet, 2 Fantasien, 

3 Solfeggien, Variationen, 5 Menuetten [eine, die auch rückwärts gespielt 
werden kann], 2 Polonaisen, ein Klavierstück für die rechte oder linke 
Hand allein.) 

Sonaten und Fugen von Ph. Em. Bach, Nichelmann und Händel. 2. Aufl. 
Berlin, V?"ever 1774. Enthält von Em. Bach: 1 Sonate, 1 dreistimm. Fuge. 

(In der Wiener Hofbibl.) 

2. V7erke für Klavier mit Begleitung. 

Konzert in D dur. Nürnberg, Schmidt 1745. ) ,,., t, i ■. o vr- t 

Konzert in B dur. Nürnberi Schmidt 1753. ^^'^ ^'S}^'^^fS von 2 Violmen, 
Konzert in E dur. Berlin, Winter 1763. 1 ^^^^^^ta und Baß. 

6 Concerti per il Cembalo concertato accomp. da due Violini, Violetta, e Basso 

con due Corni e due Flauti per rinforza. Alla spese dell' Autore. Hamburg 

1772. (Dem Herzog von Curland gewidmet.) In F dur, D dur, Es dur, 

C moU, G dur, C dur. 
3 Sonatinen für Klavier, 2 Hörner, 2 Flöten, 2 Violinen, Bratsche und Baß in 

C dur, F dur. Es dur. Berlin, "Winter 1764. 
2 Trii, das 1. für 2 Viel. u. Bat, das 2. für Querflöte, Viel. u. Baß (bei welchen 

beiden aber die eine von den Oberstimmen auch auf dem Flügel gespielt 



72 

werden kann). Nürnberg, Schmidt (ohne Jahreszahl). (Dem Grafen Wilh. 
von Schaumburg gewidmet). Das 1. Trio: Gespräch eines Sanguinicus mit 
einem Melancholicus. 
6 Klavier-Sonaten mit einer Violine und einem Violoncell zur Begleitung. In 
zwei Sammlungen. Leipzig, im Verlage des Autors, 1776 u. 1777. 
(In der 2. Sammlung noch ein Arioso mit 8 Variationen.) 

(Im Arch. d. Ges. d. Mnsikfr. in Wien.) 

6 Sonaten mit Violine und Cello. London, 1776 u. Amsterdam, Hummel 1778. 
3. Theoretische Werke. 

Versuch über die wahre Art, das Klavier zu spielen mit Exempeln und 18 Probe- 
stücken in 6 Sonaten erläutert. Erster Theil. Berlin, 1753. Im Selbst- 
verlag. 

(2. Aufl. 1759. — S. Aufl. 1780.) 

(Die 2. Aufl. im Arch. d. Ges. d. Musikfr. in Wien.) 

(Inhalt: Vorrede, Einleitung. Von der Fingersetzung. Von den Manieren. 
Vom Vortrage. — Mit zahlreichen Exempeln, ferner 6 Sonaten und 
1 Fantasie. — Die 3. Aufl. vermehrt durch 6 Sonatine nuove.) 

Zweiter Theil. Berlin, 1761. Im Selbstverlag. 

(2. Aufl. 1780.) 

(Inhalt: Einleitung. Lehre von dem Accompagnement [Generalbaülehre] 
und der freien Fantasie.) 
.Einfall, einen doppelten Contrapunct in der Octave von 6 Takten zu machen, 
ohne die Eegeln davon zu wissen." 

(In Marpurg's histor. -kritischen Beiträgen. 3. Band. 

B. Andere alte Ausgaben. 

Oeuvres posthumes. 3 Sonaten für das Klavier. Berlin, EeUstab 1791. 

Gr. Sonate. Oeuvre posth. Leipzig, Kühnel (Peters). 

Anfangsstücke fürs Klavier, mit einer Anleitung usw. Herausg. von Rellstab. 
Berlin, 1791. 

12 kleine Stücke für Klavier mit Begleitung von 2 Violinen und Flöten. (Kat. 
Rellstab 1792.) 

Kleine leichte Klavierstücke mit der Fingersetzung für Anfänger. 2 Samm- 
lungen. Wien, 1799. (Im Arch. der Ges. d. M. in Wien.) 

Einzelne Sonaten in Leipzig, Berlin usw. 

C. Handschriften. 

In der Wiener Hofbibl. 

Senates per il Clavicembalo (4 Sonaten: C moU, C dur, F dur, C dur). 

Sonate für das Bogen-Klavier, G dur. 

Präludia, Fantasia et Fuga pro Clavicordio. 

La Juliane (kl. Stück), F dur. 

Ein Band. Enthält 1. Allegro. 2. Polonaise. 3. Ariette mit 18 Veränderungen. 
4. AUegretto con Var. 5. Arioso con Variazioni. 6. Menuett avec Var. 7. Petites 
Pieees (la Philippine, la Gabriele, la Caroline). 8. La Louise (kl. Stück). 
9. Preludio per il Organo. 10. Rondo, Abschied von meinem Silbermann- 
schen Klaviere. 11. Sinfonia per il Cembalo solo. 12. Suite. 

Ein Band. Enthält: 1. Arioso per il Cembalo e Violino. 2. Sinfonia a Cembalo 
e Violino. 3. Trio a Cemb. e Viol. 4. do. 5. Trio a Cembalo e Flauto. 
6. Trio a Cembalo e Viola da gamba. 7. Trio a Cemb. e Viol. 8. do. 

Im Archiv der Ges. d. Musikfr. in Wien. 
17 Sonaten und Sonatinen. (Einzelne Hefte, zusammengehörig.) Sonata in Es. 
Ein Heft. Enthält: 2 Sonaten, Canzonetta variata (13 Var.), Arioso con Var. 

(7 Var.), 2 Fugen. 
Ein Heft: Fughe e Capricci per il Clavicembalo. Enth. Präl., 2 Capriccios, 

7 Fugen (die letzte in (3 Partien). 
6 Konzerte mit Begleitung. (Abschrift der gedruckten.) 

Konzert in A dur. 



73 

In der k. Bibl. in Berlin. 
12 Klavierkonzerte mit Begleitung. (Autograph.) 

Viele Handschriften zerstreut. 
Sonaten (Sonate für das Cembal mit 2 Tastaturen), kleine Stücke, Konzerte (zwei für 

2 Klaviere), Sonatinen (mit Begl.), Quartette, Trii, Sonaten mit Violine 
(Trii) in F dur, B dur, H moll, C moU, Orgelstücke usw. 

(Trii heißen auch dreistimm. Stücke für Klavier und ein Instrument.) 

D. Übersicht (Gesamtanzahl). 

(Nach dem Verzeichnis des musik. Nachlasses von C. Ph. Em. Bach, Hamburg 1790. und 

Bitter's Em. und Friedem. Bach. 1868.) Einzelne Angaben nach Alfr. Wotquenne, Them. 

Verzeichnis der Werke von C. Ph. Em. Bach, Br. & H. 1905. (Auf Grundlage des von Joh. Jac. 

Westphal angelegten them. Verz., jetzt im Besitz der k. Bibl. in Brüssel.) 

Sonaten für Klavier allein = 146 (davon 99 gedruckt). 

Nach Wotquenne: 141 Sonaten (davon 91 nebst 12 Sonatinen gedruckt). 

Andere größere und kleinere Klavierstücke (Rondos, Fantasien, Sonatinen, 
Fugen, Polacca's, Menuetten, Solfeggii, kleine Charakterstücke, Cadenzen) = 
ca. 170 (davon 123 gedruckt). 

Konzerte mit Begleitung := 52 (54) (davon 9 gedruckt). 
Nach Wotq. : 50 Konzerte für Cembalo mit Begl. (9 gedruckt) nebst 2 Kon- 
zerten für zwei Klaviere. 

Andere Stücke mit Begleitung (28 Trii, 12 Sonatinen usw.) = 44 (davon 
19 gedruckt, d. i. 14 Trii, 3 Sonatinen usw.). 
Nach Wotq.: 10 Stücke, meist Sonaten, mit Violine; 24 kl. Stücke mit Flöte 
oder Viol. (gedruckt); 5 Sonaten mit Flöte; 1 Sonate mit Viola da gamba; 
13 Trios mit Viol. u. Cello (gedruckt); 6 kl. Trios mit Klar. u. Fagott, 2 do. 
mit Flöte u. Viola; 1 Quartett; 12 Sonatinen mit versch. Instrumenten 
(3 gedruckt), nebst einer für zwei Klaviere. = 75 Stücke (davon 40 ge- 
druckt). 

Kleine Duetten für 2 Klaviere = 4 (ungedruckt). 

Im Ganzen: ca. 420 Stücke für Klavier (davon 250 gedruckt). 

E. Neue Ausgaben und Bearbeitungen. 

18 Sonaten in Farrenc: 6 Sonaten Op. 1, 6 do. Op. 2, 6 do. aus der Sammlung 
von Haflfner. 

6 Sonaten in 2 Heften. Wien, Haslinger. 

*Sonaten, Rondos und freie Fantasien für Kenner und Liebhaber. In 6 Samm- 
lungen (6 Hefte). Vollständig nach dem Original herausg. von E. F. Baum- 
gart. (Mit einer Einleitung.) Breslau, Leuckart. 

Dieselben, Urtext-Ausgabe. Br. & H. 

Ph. Em. Bachs Kompositionen für E^avier. Herausg. von Schletterer. (Arioso 
con Var., Fuge, Sonaten in C dur, B dur, F moll und E dur.) Rieter-Biederm. 

*6 ausgewählte Sonaten, bearbeitet von Bülow. (F moll, A moll, A dur, G dur, 
D moll, As dur.) Peters. 

Ausgew. Werke, herausg. von Alb. Eibenschütz. Br. & H. 

Ausgew. Klavierkompositionen, herausg. von H. Riemann. Steingr. 

Klavierwerke (Sonaten und Stücke aus der Sammlung für Kenner und Lieb- 
haber), herausg. von Heinr. Schenker. Dazu „Ein Beitrag zur Ornamentik". 
Univ.-Ed. 

Allegro der Sonate in F moll, Rondo in G, Rondo in B, Sonate in A moll, in 
L'arte antica e moderna. Ricordi. 

Senates choisies, Nouv. Edition, rev. par Wouters. Bruxelles, Katto. 

Sonate F moll, Simrock. — do. Tonger. 

Sonate (1. Satz) G moll. In Weitzmann. 

'Fantasie (ohne Takt) C moll, Adagio in Es moll. In den Klassischen Studien, 
Haslinger. 

*Allegro in F moll. Vielfach aufgelegt. 

*Rondo in H moll. Schlesinger. 



74 

Adagio in As. Berlin, Paez. 

*Pantasie (1. S. einer ungedr. Sonate), herausg. von Ad. Prosniz. Doblinger. 

12 Var. (Les Folies d'Espagne). Wien. — Leipzig, Hofmeister. 

24 Var. (Menuet de Locatelli). Hofmeister. 

6 Fugen. Bonn, Simrock. 

Fuge C moll, rev. von Beringer. Bosworth. 

La Bataille de Bergen. Mannheim. Heckel. 

Allegro in A dur. In Pauers A. M. N. 7. 

La Xenophone, la Sybille, la Complaisante, les Langueurs tendres. In Pauers 

A. M. N. 31. 
Allegro, la Xenophone in Cl.-M. a. a. Z., 1. Heft. Ed. Litolff. 
3 Menuetten. In Weitzmann. 
Solfeggio G moll. Oft aufgelegt. Schles. etc. 
Solfeggio C moU, Allegro F moll, Adagio As dur, Fantasie C moll. In Alte 

Klav.-M. Heft 1. Ed. Peters. 
Cantabile, arrang. für Orgel od. Harmonium von Gottschalg. 
2 Konzerte (C moll und G dur) mit Begleitung. Hamburg, Cranz. 
Konzert in F moll, für Klavier allein bearbeitet von Wilhelmine Clauss-Szar- 

vady. Senff. 
Concerto per il Cembalo solo in C dur, herausg. von E. Pauer. Br. & H. 
Klavierkonzerte (C moll, D dur, D dur. Es dur, G dur) mit unterl. 2 Pfte , 

herausg. von H. Eiemann. Steingr. 
2 Sonaten für Klavier und Violine (H moll, C moll), herausg. von Joh. Brahms, 

Bieter- Biederm. 
Sonate in G moll f. Pfte. und Violoncell, herausg. von Grützmacher. Ed. Peters. 
Trio f. 2 Viol. u. Baß in G dur, bearb. mit Pianoforte von H. Kiemann („CoUe- 

gium musicum", Nr. 16). Br. & H. 
Fugen für Orgel. In Körners Orgel- Virtuos. N. 30, 50, 190, 238, 239. 
*Versuch über die wahre Art das Klavier zu spielen. Herausg. von G. Schilling. 

Berlin 1856. 

Jos. flaydn. 

(1732—1809.) 

Josef Haydn, geb. am 31. März 1732 in Eohrau in Niederösterreich. 
Kam im 8. Lebensjahre als Sängerknabe zu St. Stephan nach Wien. Von 
1760 — 1790 war er als Kapellmeister beim Fürsten Esterhazy angestellt, ab- 
wechselnd in Ungarn und in Wien lebend. In den folgenden Jahren reiste Haydn 
zweimal zu längerem Aufenthalt nach England, von wo er 1795 zurückkehrte. 
Seine letzte Lebenszeit gehört Wien an. Er starb am 31. Mai 1809. 

Haydn, mit Eecht als. der Vater der neueren Instrumentalmusik angesehen, 
ist epochemachend durch seine Symphonien und Streichquartette. Bedeutend 
und eigenthümlich auch in der Klaviermusik, hat er zahlreiche Werke dieser 
Gattung, darimter auch viele von untergeordnetem Werthe, geschrieben. In 
erster Linie stehen seine Sonaten, dann die Trios. Hervorzuheben sind: Die 
Sonaten Es dur (N. 1 der Ausg. Br. & H.), Es dur (N. 3), Cis moll (N. 6), 
D dur (N. 7), C moll (N. 19), H moll N. 28); die Trios G dur (N. 1 der Ausg. 
Br. & H.), Fismoll (Nr. 2j, C moll (N. 8), Es moU (N. 15), Es dur (N. 20); 
das Andante varie F moll, die Fantasie C dur. 

A. Sonaten. 

Für das Klarier allein. 
(Nach der neuen Ausgabe von Br. & H.) 

N. 



1. Es dur 


*/4 


N. 6. Cis moll 4/^ 


2. EmoU 


'/8 


„ 7. D dur */4 


3. Es dur 


% 


„ 8. Es dur 4/4 


4. GmoU 


'U 


„ 9. Es dur 4/4 


5. Cdur 


'k 


„ 10. As dur % 



N. 


11. 


Pdur 


V4 


r 


12. 


Bdur 


% 


j? 


13. 


Gdur 


% 




14. 


Bdur 


\ 


j) 


15. 


Ddur 


\ 



7* 


N. 30. Edur 


'U 


„ 31. Fdur 


% 


„ 32. Ddur 


'U 


„ 33. Adur 


'U 


„ 34. Edur 


'U 




^u 





75 

N. 16. Cdur 3/^ N. 23. G dur 

„ 17. F dur 3/^ „ 24. Es dur 

„ 18. G dur \ „ 25. Fdur ^/^ „ 32. D dur % 

„ 19. C moU \ r, 26. A dur 2/^ „ 33. A dur 2/^ 

„ 20. D dur \ „ 27. E dur ^/^ „ 34. E dur ^^ 

„ 21. G dur */4 „ 28. H moU ' 

„ 22. D dur \ „ 29. C dur 

Alte Ausgaben. 
Die Sonaten erschienen ursprünglich meist in Abschriften, in Partien zu 
3 od. 6 Sonaten. 

Drucke: 
6 Sonaten bei Artaria in Wien, 1780. (In der N. Ausg. Br. & H.: N. 5, G, 7, 

8, 18, 19.) Gewidmet den Schwestern Auenbrugger in Wien vom Verleger. 
3 Sonaten im Selbstverlag, 1784. (Br. & H. N. 13, 14, 15.) Dieselben auch als 

Op. 37 bei Bossler in Speyer. 
Oeuvres compl. pour le Piano, 12 Cahiers. Br. & H. (Ältere Ausgabe.) 1799. 

Von Haydn selbst redigiert. Enth. in Gab. I, II, IV, XI u. XII zusammen 

35 Sonaten. 
Sonate Op. 93. Br. & H. 1805. (N. Ausg. N. 32.) 

Andere alte Ausgaben: Wien, 1774; Amsterdam, 1778; Offenbach, 1785 usw. 

Notisen*). 

Divertimento per il Cembalo solo Adur ^/^ von »Giuseppe Hayden«. Geschrieben. Im Katalog 
Breitkopf 1763. (Erstes Erscheinen von Haydns Namen.) Zugleich in demselben Katalog: 
2 Concerti mit 2 Viol., Violoncell und Baß. 

(Das Divertimento in Abschrift in der k. Bibl. in Berlin.) 

Sonate G dur */* (Neue Ausg. Br. & H. N. 21) angezeigt im Katal. Breitk. 1766. (Abschrift.) 

3 Sonaten Adur, Edur, Ddur (Br. & H. N. 33, 3i, 22) angez. ebend. 1767. (Abschr.) 

Sonaten D dur und B dur (Br. & H. N. 11 u. 12) komp. 1767. 

Sonate C moll (Br. & H. N. 19) komp. 1771. 

3 Sonaten C dur, E dur, F dur (Br. & H. N. 29, 30, 31) erschienen im Druck 1774 in Wien. 

6 Sonaten G dur, Es dur, F dur, A dur, E dur, H moll (Br. & H. N. 23, 24, 25, 26, 27, 28) 
erschienen m Abschrift 1776. 

3 Sonaten D dur, E moll, D dur (Br. & H. N. 20, 2, 32) ersch. im Druck 1777. 

3 Sonaten GmoU, Es dur, As dur (Br. & H. N. 4, 9, 10) erschienen im Druck 1786, 

Sonate Fdur (Br. & H. N. 17) ersch. im Druck 1789. 

Sonate Es dur (Br. & H. N. 3) komp. 1790. (Für Marianne von Genzinger.) 

Sonate Es dur (Br. & H. N. 1) komp. ungef. 1797. Gewidmet dem Frl. Magdalena von Kurzbeck. 

Neuere Ausgaben. 
Edition Peters. 4 Bände. Enth. 34 Sonaten. 
Edition Litolff. 34 Sonaten (rev. von L. Köhler und Winkler). 
Hallberger, 18 Sonaten (Moscheies). — Cotta (Lebert). — Holle. — Andr^. — 

Schott. — Bote & Bock. — Braunschweig, Weinholtz. — Hamburg, Pohle 

(20 Sonaten [Speidel]), Hofm., Tonger, Cranz usw. 
9 ausgew. Sonaten, bearb. von AI. Hennes. Br, & H. (Volksausg.). 
Sonaten in Ecole du Conserv. de Bruxelles. 
5 Sonaten, rev. v. Gl. Schultze. Litolff. 

Kompositionen f. Pfte. Insfcr. Ausgabe von Ernst KuUak. Schles. 
Gomplete Pianof.-Works, herausg. v. Eiemann. 6 Bände, Augener. 

B. Verschiedene Klavierstücke. 

(In der Edition Peters.) 

1. Andante varie F moll 2/^. 5. Air varie C moll ^/^ (la Eoxelane). 

2. Arietta con Var. Es dur 3/^. 6. Adagio F dur 3/^. 

3. Arietta con. Var. A dur 3/^.^ 7. Fantasia C dur 3/g. 

4. Tema con Var. G dur 2/^. ' 8. Capriccio G dur 3/^. 



*) Mit Benützung von C. F. Pohl's: Jos. Haydn 1. Band 1875; 2. Band 
1882. (Reicht bis zum Jahre 1791.) 



76 



Ältere Ausgabe. 
Oeuvres compl. pour le Piano. 1799. Er. & H. Enth. in Cah. II, IV u. XII 
die oben genannten Stücke. 

Neuere Ausgaben. 
Bt. & H. (7 Stücke, 12 Stücke. Volksausg.) — Peters (Köhler), Kahnt (Rein- 
ecke), Holle, LitolfP usw. Einzelne Stücke bei vielen Verlegern. 
Außerdem: 12 kleine Stücke, Ed. Peters (Arrangements.) 

Notizen. 

Zu N. 1 (Ed. Peters). Komp. 1793. 

Zu JM. 2 (do.). Erschien in Abschrift 1774. 

Zu N. 3. Ersch. in Abschrift 1771. 

Andere Klavierstücke. 

Divertimenti (Abschriften), eines in der k. Bibl. in Berlin (s. oben), zwei im Archiv der G. d. 

MusLkfr. in Wien. 
Kadenzen (Abschrift), angeblich von Haydn, im Arch. d. G. d. IM. 
6 Kadenzen, Wien, Haslinger. 

Tänze (Menuetten, deutsche Tänze, Ländler. Anglaisen), meist Arrangements. Viele gedruckt. 
Zahlreiche Stücke, als: Variationen, Caprices, Lessons, Rondos, Adagio, Allegretto usw. Meist 

Einzelausgaben obiger Stücke oder Arrangements. 



Zu N. 4. Komp. 1790. 

Zu N. 7. Ersch. gedruckt 1789. 

Zu N. 8. Komp. 1789. 



II Maestro e lo scolare. 



Vierhändiges. 
Andante mit Variationen. 



Alte Ausgabe. 
II maestro e lo scolare, variazioni a quadri mani per un clavicembalo. Bei 
Gius. Schmitt in Amsterdam. 

Neuere Ausgaben. 
Br. & H. — Andre. — Holle. 

Notizeti. 

Ersch. 1778. — Angez. im Kat. Breitk. 1780 (in Abschrift). 

Außerdem als vierhändige Sonaten gedruckt: Sonate Op. 81, do. Op. 86 (beide bei Br. &H.). 
2 Son. Op. 42, 1 Op. 102 usw. Sämtlich Arrangements. 



N. 



C. Trios. 

Für Klavier, Violine und Violoncell. 



(Nach der neuen Ausgabe von Br. & H.) 



1. Grdur '-i/^ 

2. Fis moU ^jl 

3. Cdur 4/4 

4. Edur 4/4 

5. Esdur 2/^ 

6. Ddur % 

7. A dur */4 

8. Cmoll 2/^ 

9. Adur 3/4 

10. Emoll *li 

11. Es dur */. 



N. 



12. 


Es dur 


*/4 


13. 


Bdur 


'U 


14. 


Gmoll 


'k 


15. 


Es moU 


'U 


16. 


GmoU 


*/4 


17. 


Es dur 


<P 


18. 


Cdur 


% 


19. 


Dmoll 


vi 


20. 


Es dur 


VI 


21. 


Ddur 


% 


22. 


Bdur 


% 



N. 



23. F dur ^/^ 

24. As dur 2/4 

25. Fdur 2/^ 
Cdur */4 
Fdur */4 
Gdur 3/^ 
Fdur */4 
Ddur */4 
Gdur 4/. 



26. 
27. 
28. 
29. 
30. 
31. 



f. Flöte, 

(Viol.) 

und 

Violonc. 



Alte Ausgaben. 

Die Trios, unter der Benennung: Sonaten für Klavier, Violine und Violoncell 
erschienen meist in Partien zu 3, auch einzeln, in Wien, Paris, Amsterdam, 
Offenbach usw. von 1780 angefangen, die bedeutendsten nach 1790. 

Oeuvres compl. pour le Piano. Br. & H. Enth. in Cah. III, IV, V, VI, VII, X 
u. XII zusammen 31 Trios. 

3 Trios (N. Ausg. Br. & H. N. 8, 10, 11) bei Artaria 1789. 

3 Trios (N. Ausg. Br. & H. N. 29, 30, 31) bei Artaria 1790. 



77 

Neuere Ausgaben. 
Br. & H. (rev. v. David). — Peters. — Andre (20 rev. v. Czerny). — Litolff. 
— Schott (12). — Holle. — Bote & Bock usw. 

Notizen. 

i Terzetti, angezeigt im Kat. Breitk. 1766. Davon N. i in F dur in der k. Bibl. in Berlin. N. 2 

G moll (N. Ausg. Br. & H. N. 16) ersch. in Abschrift 1766. 
Zu N. 1 (JM. Ausg. Br. & H.). Letzter Satz: Rondo all' Ongarese. 

Zu N. 2 fdc). Adagio Fis dur ist aus der Sinfonie in B dur, von F dur nach Fis transponiert. 
Zu N. 26—28. Komp. 1784. 

Zu N. 9 u. 17. Komp. 1785. Später zusammen mit N. 25 gedruckt als Op. 27. 
Zu N. 21, 22 u. 23. Komp. 1785. Für die Gräfin Viczay. (Erschienen auch als Streich-Trios.) 
Zu N. 8, 10 u. 11. Komp. 1789. 
Zu N. 24, 29, 30 u. 31. Komp. 1790. 

D. Sonaten für Klavier und Violine. 

(Nach der neuen Ausgabe von Br. & H.) 

N. 1. Gdur e/s N. 5. G dur *U 

„ 2. D dur 3/; „ 6. C dur e/g 

„ 3. Es dur 4/4 ., 7. F dur ^/^ 

„ 4. A dur ^U r, 8. G dur ^/^ (für Flöte od. Violine). 

Alte Ausgaben. 
Oeuvres compl. pour le Piano. Br. & H. Enth. in Gab. X und XII zusammen 

5 Sonaten. 
3 Sonaten mit Violine ad lib. (N. Ausg. Br. & H. N. 2, 3, 4) ersch. im 

Druck 1774. 

Neuere Ausgaben. 
Peters (rev. v. David). — Holle. — Simrock. — Litolff. — Andre usw. 
2 Sonaten u. Eondo, herausg. von L. Abel. Steingr. 

Notizen. 

Die Sonaten mit Violine (ad lib.) sind in alten Ausgaben auch für Klavier allein erschienen. 
N. 6, 7 u. 8 (N. A. Br. & H.) sind Arrangements: N. 6 eines Divertimento für mehrere Instru- 
mente vom Jahre 1767, N. 7 u. 8 von Streichquartetten aus dem Jahre 1799. 

E. Konzerte. 

Für Klavier mit Begleitung. 

Konzert in Pdur. Ersch. 1771 bei Le Duc in Paris. 
(Keine neue Ausgabe.) 

Konzert in Gdur. Ersch. in Amsterdam und Paris. 
(Keine neue Ausgabe.) 

Konzert in D dur. Ersch. bei Schott, dann bei Artaria 1784, 

Neue Ausgaben. (Konzert in D dur.) 
Andre (mit einem 2. Pfte., rev. und mit Kadenzen herausg. von H. 

Henkel) 1881. 
Rieter-Biederm. (mit Auflagstimmen, auch vierhändig arr., von F. 

Wüllaer). 
Steingräber (mit unterl. 2. Pfte., herausg. von E. Mertke). 

Kindersymphonie für Klavier mit Begleitung von 7 Kinderinstrumenten. 
(Arrangement nach einer Symphonie.) 
In neuen Ausgaben. Komp. 1788. 

Echo für Klav., 2 Viol. u. Baß. 

(Angezeigt im Kat. Westphal. 1793.) 
Neue Ausg. bei Simrock. 

Notizen. 

Viele andere Konzerte, Concertinos, Divertimenti, Partitas für Klavier mit Begleitung, in Ab- 
schriften, angezeigt 1763, 66, 67, 71 usw. Eines ist als Concerto per l'Organo bezeichnet. 

7 



78 

Die Opus-Zahlen sämtliclier Klavierwerke erstrecken sieli bis Op. 102; sie 
wiederholen sich häufig bei verschiedenen Werken und sind ohne maß- 
gebende Wichtigkeit. 

Gesamtausgabe der Werke Jos. Haydn's in Vorbereitung. (1. Band, 
Symphonien, ersch, 1908), Br. & H. 

W. A. Mozart. 

(1756—1791.) 

Wolfgang Amadeus Mozart, geb. am 27. Jänner 1756 in Salzburg. Unter 
der Leitung seines Vaters Leopold M., eines vortrefflichen Musikers, entwickelte 
sich Wolfgang's Genie zu frühzeitigster Blüthe. Schon auf der Kunstreise, 
welche die Familie Mozart 1762 unternahm, erntete der Knabe die Bewunderung 
der Welt. Gleichzeitig trat er auch mit seinen Erstlingswerken hervor. Im 
12. Lebensjahre schrieb er seine erste Oper. Bald darauf trat er in die Dienste 
des Erzbischofs von Salzburg als Konzertmeister, in welchem oft drückenden 
Verhältnisse er bis 1781 verblieb. In diesen Zeitraum fallen seine Reisen nach 
Italien, Deutschland, Paris. Von 1782 nahm er seinen bleibenden Wohnsitz in 
Wien. M., mit den glücklichsten Naturgaben rastlose Studien verbindend, 
schwang sich bald zu ungeahnter Höhe auf. Die letzten 10 Jahre seines 
kurzen Lebens sind zugleich die bedeutendsten seiner schöpferischen Thätigkeit. 
Da entstanden seine genialen Opern, wie die inhaltvollsten seiner Instrumental- 
werke. M. starb am 5. Dezember 1791. Während er in allen musik. Gattungen 
Herrliches und Bedeutendes geschaffen, ist er vorzugsweise auf dem Gebiete der 
Oper epochemachend. 

Unter seinen Klavierwerken nehmen die Konzerte den ersten Rang 
ein; aus diesen leuchten besonders hervor: die Konzerte in D moU und C moU, 
dann B dur, Es dur, A dur, D dur (sämtlich in der Ed. Peters enthalten), G dur 
(N. Gesamt-Ausg. Br. & H. N. 17), C dur (ebend. N. 25). Hervorzuheben 
sind ferner: die Sonaten P dur (Ed. Peters N. 1), C moll, AmoU; die Fantasie 
C moll (mit der Sonate), Fant. C moll (Adagio), Variationen G dur (Ed. Peters 
N. 14), Rondo A moll, Adagio H moll, Ouvertüre und Fuge im Stil von Händel, 
Gigue Gdur; die vierhändigen Sonaten in P dur und U dur, die Fantasie in 
Fmoll; die Sonate für 2 Klaviere Ddur; die Sonate für Klavier und Violine 
B dur (Ed. Peters N. 10), das Trio E dur, das Klavier-Quartett in G moU, das 
Quintett Es dur. 

A. Werke für das Klavier allein. 

1. Sonaten. 
(Nach der Edition Peters. — Die eingeschlossenen Nummern sind die der 

Ausg. Br. & H.) 

N. 1. F dur 4/4 (14) N. 7. A moll 

„ 8. Gdur 

„ 9. Es dur 

„ 10. D dur 

„ n. Pdur 

„ 12. Adur 

Notizen. *) 
Zu N. 1 (Ed. Peters). Die beiden ersten Sätze komp. 1788. Der dritte Satz, Rondo, nicht dazu 

gehörig, komp. 1786. 
Zu N. 2. Komp. ca. 1779. Gehört zu den 3 zuerst erschienenen Sonaten. Alteste Ausg. Wien, 

Artaria. (3 Sonaten Op. 6.) 
Zu N. 3. Komp. ca. 1778. Die dritte der im Katal. Breitk. 1782—84 angezeigten: »S Sonate da 

W. A. Mozard. Alannheim«. 



1. 


F dur ^U (1*) 


2. 


Gdur 2/, (1) 


3. 


D dur % (7) 


4. 


B dur 4/4 (4) 


5. 


F dur 3/4 (16) 


6. 


Fdur 3/^ (3) 



'/4 (6) 


N. 


13. 


Ddur e/g (15) 


'k (8) 


„ 


14. 


Gdur 3/^ (13) 


*/4 (12) 


n 


15. 


Gdur ^4 


'/4 (5) 


ji 


16. 


C dur 4/4 (10) 


^U (11) 




17. 


Bdur ^/4 (9) 


% (2) 


n 


18. 


C moll 4/4 (17) 



*) Nach L. V. Köchel's chron.-them. Verzeichnis sämtlicher Tonwerke 
W. A. Mozart's. 1862. 



79 

Zu N. 4. Komp. ca. 1779. Ersch. mit 2 anderen Sonaten als Op. 7 bei Toricella in Wien. 

Zu N. 5. Der 1. Satz ist eine Übertragung des AUegro der Klavier- und Violinsonate F dur 

(Ed. Peters N. 18 der Klav.- u. Violin-Sonaten), komp. 1788; der 2. Satz ist das Rondo 

der Klavier-Sonate C dur (Ed. Pet. N. 15, leicht) nach F dur übertragen. 
Zu N. 6. Komp. ca. 1779. Gehört zu den 3 zuerst erschienenen. Artaria (s. N. 2). 
Zu N. 7 u. 8. Komp. ca. 1778. Angez. Kat. Breitk. (s. N. 3.) 
Zu N. 9. Komp. ca. 1777. (6 zusammengehörige Sonaten: C dur, F dur, B dur. Es dur, G dur, 

Ddur. — Ed. Peters: N. 16, 11, 17, 9, 14 u. 10.) 
Zu N. 10 u. 11. Komp. ca. 1777. (s. N. 9.) 
Zu N. 12. Andante mit 6 Variationen, Minuetto, Alla Turca. Komp. ca. 1779. Gehört zu den 

3 zuerst erschienen,, (s. N. 2 u. 6.) 
Zu N. 13. Komp. 1789. Älteste Ausg. bei Andrö als Op. 113. 
Zu N. 15. Komp. 17S8. »Für Anfänger.« Siehe auch N. 5. 
Zu N. 18. Mit der Phantasie CmoU (als Einleitung) zusammen, von Mozart selbst, und dann 

in vielen Ausgaben veröffentlicht. Die Sonate ist komp. 1784, die Phantasie 1785. 

Sonate ßdur ^/^ (mit Violinbegleitung) Ed. Peters, Klav.- und Violin-Sonaten 

N. 14. 

Komp. 1789. Mehrfach aufgelegt (die Violinstimme nicht von Mozart). 

Chronologische Eeihenfolge sämtlicher Sonaten: 

Komp. 1777: C dur (Ed. Peters N. 16), F dur (N. 11), B dur (N. 17), Es dur (N. 9), G dur 
(N. 14), Ddur (N. 10). — 1778: C dur (N. S), A moll (N. 7), Ddur (N. 3). — 1779: C dur 
(N. 2), Adur (N. 12), F dur (N. 6i, B dur (N. 4). — 1784: C moll (N. 18). — 1788: G dur 
(N. 15). — 1789: Bdur (mit Violinbegltg.), Ddur (N. 13). 
Außerdem: N. 1 Ed. Pet.: 1788 u. 86. — N. 5: 1788. 

Sonate B dur */, (4 Sätze). 2 Sätze Umarbeitungen nach Konzerten. Offenbach, Andre (Op. 62). 
Sonate CmoU */,. Op. 47. Stuttgart, Zumsteeg. Zweifelhaft. 

2, Phantasien. 

Phantasie mit einer Fuge, C dur. 

Komp. ca. 1782. — Ed. Peters (Stücke). — Br. & H. (12 Klavierst.) usw. 

Phantasie C moll (Adagio). 

Komp. ca. 1782. — Ed. Peters. — Br. & H. usw. 
Phantasie D moll. 

Komp. ca. 1782. — Ed. Peters. — Br. & H. usw. 

Phantasie C moll (mit der Sonate C moll). 

Komp. 1785. — In den Ausgaben der Sonaten. 
Xleine Phantasie für Klavier. Komp. ca. 1782 für seine Schwester. Ungedruckt. (Abschrift bei 
Andre in Frankfurt.) 

3. Variationen. 

(Nach der Ed. Peters.) 

N. 1. Gdur 2/^. 

„ 2. D dur */4, über Wilhelm von Nassau. 

„ 3. C dur 3/4, „ Menuet von Fischer. 

„ 4. Es dur ^/^j „ Je suis Lindor. 

„ 5. C dur ^1^, „ Ah vous dirai-je, Maman. 

„ 6. F dur 3/4, „ Marche des mariages Samnites. 

„ 7. Es dur %, „ La belle fran^aise. 

„ 8. C dur 2/^, „ Lison dormait. 

fl 9. F dur 3^4, ,, Salve tu, Domine. 

„ 10. G dur 3^4, „ Mio caro Adone. 

„ 11. F dur 2/^. 

„ 12. Adur 4/4. 

„ 13. A dur 3/^, über Come un agnello. 

„ 14. G dur */4, „ Unser dummer Pöbel meint. 

„ 15. B dur 4/4. 

„ 16. Ddur 3/4, „ Menuetto de Mr. Duport. 

„ 17. F dur 3y^, ,, Ein Weib ist das herrlichste Ding. 

Notizen. 

Zu N. 1. Komp. im 9. Lebensjahre, 1765. 

Zu N. 2. Wie N. 1. Original-Ausg. in der k. Bibl. in Berlin. (Joh. Chr. Fischer war ein 

berühmter Oboist; sein Älenuett war gegen 1770 in England beliebt.) 
Zu N. 3. Komp. ca. 1773. — Alte Ausg. Paris (k. Bibl. in Berlin). 

7* 



80 

Zu N. 4. Komp. ca. 1780. Thema aus Beaumarchais' Barbier (Komponist unbekannt). Alte 

Ausg. wie vorst. 
Zu N. 6. Komp. ca. 1780. Thema aus der Oper gleichen Namens von Gretry. 
Zu N. 9. Komp. ca. 1782. Thema aus der Oper »Der eingebildete Philosoph« von Paisiello. 
Zu N. 10. Komp. ca. 1773. Thema aus La Hera di Venezia von Salieri. Alte Ausg. s. N. 3. 
Zu N. 11. Komp. ca. 1768. Über ein Allegretto. 

Zu N. 12. Arrangement aus dem Streichquintett mit Clarinette A dur. Komp. 1789. 
Zu N. 13. Komp. 1784. Thema aus der Oper »Fra due ligitanti il terzo gode« von Sarti. 
Zu N. 14. Komp. 1784. Thema aus Glucrs Pilgrime von Mecca. 
Zu N. 15. Komp. 1786. Über ein Allegretto. 

Zu N. 16. Komp. 1789 Iq Potsdam. Duport, Musikdirelitor Friedr. "Wilh. II. 
Zu N. 17. Komp. 1791. Alteste Ausg. bei Artaria. 

Unter Mozart's Namen erschienen fälschlich: 
Variationen über »Une fievre brulante«, C dur Vt- 

» » ein Andante von Mozart, F dur '/< (von A. E. Müller). 

» » ein Thema von Dittersdorf, D dur V* (von A. Eberl). 

» » » » von Umlauf, Es dur Vi (von A. Eberl). 

» » » » von Sarti, A dur *li (von Förster). 

» » Marlborough s'en va. 

4. Kleinere Stücke. 
Eondo in D dur */4- 

Komp. 1786. Alte Ausg. Artaria (Op. 23). — Br. & H. (12 Klavierst.). — Ed. Peters 
(Stücke) usw. 

Eondo in A moU % (Andante). 

Komp. 1787. — Br. & H. — Ed. Peters usw. 

Eondo in F dur ^/^ (Andante). 

Komp. 1791 »Für eine Walze in eine kleine Orgel«. Br. & H. — Peters usw. 

Adagio in HmoU ^1^. 

Komp. 1788. Br. & H. — Peters usw. 

Suite in C dur (Ouvertüre und Fuge im Stil von Händel). 

1. Ouvertüre. Grave. 2. Fuga. Allegro, C dur *l^. 3. Allemande, Andante 
C moU. 4. Courante. Allegretto Es dur. (Es folgt 5. eine Sarabande in den 
Ant'angstakten.) 

Komp. ca. 1782. — Br. & H. — Peters usw. 

Gigue in G dur %. 

Komp. 1789. Stammbuchblatt. — Br. & H. — Peters usw. 

Menuett in D dur 3/^. 

Komp. ca. 1780. — Br. & H. — Peters usw. 

4 Menuetten, komp. in seinem 5. und 6. Lebensjahre. 
(In der neuen Gesamt- Ausg. von Br. & H.) 

Menuett D dur, komp. ca. 1770. (Ebendaselbst.) 
Allegro für Klavier, komp. in seinem 6. Jahre. (Ebendaselbst.) 
2 Fugen, unvollendet. Komp. ca. 1772. (Eine, in Gmoll, ebend.) 
Canon Gdur, komp. ca. 1775. 

Alte Ausg. Br..& H. — Wien, Haslinger. 

Allegro einer Sonate Gmoll 3/^. Komp. ca. 1778. 

Alte Ausgaben. (In der neuen Gesamt-Ausg. Br. & H.) 

Allegro einer Sonate B dur ^j^. Unvollendet. Komp. ca. 1782. 

Alte Ausg. Andrö, N. 1 des Nachlasses. 

Andantino für Klavier. Es dur ^j^. Komp. ca. 1775. 
(In der N. Ges.-Ausg. Br. & H.) 

36 Kadenzen zu seinen Klavier-Konzerten. (Ebendaselbst.) 
Marsch C dur % (f. Orch.). Arrang. f. Klav. von Mozart. 
Br. & H. (12 Klavierst.). 



B. 1. Vierhändiges. 

Sonate B dur ^j^. 

Komp. ca. 1780. Vielfach aufgelegt. 
Sonate D dnr ^j^. 

Komp. ca. 1781. Vielfach aufgelegt. 
Sonate Fdur *U. 

Komp. 1786. Alt. Ausg. bei Andre (als Op. 12). Vielf. aufg. 



81 

Sonate C dur ^U. 

Komp. 1787. Altere Ausg. bei Artaria (als Op. 38). Vielf. aufg. 

Sonate Gdur 3/^. 

Komp. ca. 1780. Unvollendet. Ausgaben: Andre. (Nachgel. Werk.) — Neue Ciesamt- 
Ausg. von Br. & H. 

Fuge GmoU */-. 

Komp. ca. 1782. Zu vier oder zwei Händen. Die letzten 8 Takte von Abbe Stadler. 
Zweihändige Ausgabe bei Artaria. Vierhändig mehrfach aufgelegt. 

Variationen G dur '■^j^. 

Komp. 1786. Vielf. aufgelegt. 

Adagio und Ällegro F moU ^U und F dur */4. 

Komp. 1790. »Ein Stück für ein Orgelwerk in einer Uhr.« Vielf. aufg. 

Phantasie Fmoll *U. 

Komp. 1791. »Ein Orgelstück für eine Uhr.« Erschien 1799 bei Trag in Wien. Vielf. 
aufgel. 

2. Für 2 Klaviere (2 Spieler). 
Sonate D dur ^1^. 

Komp. 1784. — Br. & H. — Peters usw. 

Fuge C moll ^f^. 

Komp. 1783. Später von Mozart als Streichquartett arrangiert. — Br. & H. — Peters usw. 

C. Werke für Klavier mit Begleitung. 

1. Sonaten für Klavier und Violine. 

(Nach der neuen Gesamt- Ausgabe von Br. & H. — Die eingeschlossenen 
Nummern sind die der 18 Sonaten der Ed. Peters.) 

N. 1. Cdur 4/4 N. 16. Bdur 

% „ 17. Fdur 

4/4 r 18. C dur 

*/4 „ 19. Fdur 

*/4 „ 20. Es dur 

3/. . 21. Cmoll 



1. 


Cdur 


2. 


Ddur 


3. 


Bdur 


4. 


Gdur 


5. 


Bdur 


6. 


Gdur 


7. 


A dur 


8. 


Fdur 


9. 


Cdur 


10. 


Bdur 


11. 


Es dur 


12. 


Gdur 


13. 


Cdur 


14. 


Ddur 


15. 


Fdur 



4/4 „ 22. Emoll 

2/4 „ 23. Adur 

(]} „ 24. Cdur 



25. Gdur 
'll „ 26. Es dur 

'U „ 27. Cdur 

ü ' " ' 

-u 

ü 



28. Emoll 

4/1 ■', 29. Adur 

30. Ddur 



*/4 


N. 


31. Bdur 


% 





n 


32. F dur 


'U (7) 


^k 


ji 


33. Fdur 


V4 (9) 


2/4 


11 


34. Bdur 


'U (10) 


V4 


j) 


35. Gdur 


2/4(11) 


< 


n 


36. Es dur 


*/4 (12) 


*/4 




37. Adur 


'U (13) 


\ 


j) 


38. Cdur 


*/* 


Vi (8) 


yt 


39. Cdur 


*/4 


% (6) 


n 


40. B dur 


'U (15) 


\ (5) 


n 


41. Es dur 


'U (16) 


*/4 (2) 


n 


42. A dur 


% (17) 


(4) 


5) 


43. Fdur 


^4(18). 


''Is (1) 








'k (3) 









Notizen. 

Zu N. 1 u. 2. Komp. 1763. Erstes gedrucktes Werk. Original-Ausg. in Paris 1763 unter 
dem Titel: II Senates pour le clavecin, qui peuvent se jouer avec l'accomp. de Violon, 
dediöes ä Mad. Victoiie de France par J. G. Wolfgang Mozart de Salzbourg age de sept 
ans. Oeuvre premier. (Im Arch. d. Ges. d. Musikfr.) 

Zu N. 3 u. 4. Komp. 1763. Op. 2. Orig.-Ausg. Paris 1763. Gewidmet der Grätin Tessö. 

Zu N. 5—10. 6 Sonaten. Komp. 1764. Ersch. in London 1765 als Op. 3. Gewidmet der Königin 
von England. 

Zu N. 11—16. 6 Sonaten. Komp. 1765. Ersch. in Haag 1766 als Op. 4. Gew. der Prinzessin von 
Nassau-Weilburg. 

Zu N. 17—23. Komp. ca. 1768. 

Zu N. 24. Komp. 1778. Von den 1781 bei Artaria erschienenen 6 Sonaten ((Dp. 2). 

Zu N. 25—30. Komp. 1778. Ersch. in Paris bei Sieber als Oeuvre premier. (Gewidmet der Kur- 
fürstin von der Pfalz. 

Zu N. 31. Allegro einer Sonate. Komp. 1781. Unvollendet; ergänzt von Abbe Stadler. 

Zu N. 82-36. Komp. ca. 1781. Gehören zu den 6 Sonaten bei Artaria. 

Zu N. 87—39. Komp. ca. 1782 für seine Frau. Die Schlußsätze unvollendet; die ersten zwei 
von Stadler, der letzte von Andrö ergänzt. 

Zu N. 40. Komp. 1784 für die Violinspielerin Strinasacchi. 

Zu N. 41. Komp. 1785. 

Zu N. 42. Komp. 1787. 

Zu N. 43. Komp. 1788 »für Anfänger«. Wurde von Mozart zu einer Klavier-Sonate F dur (Ed. 
Peters N. o) umgearbeitet. 



82 



Ersch. auch mit Violine 



12 Variationen für Klavier u. Violine über „La Bergere" G dur. 

Komp. ca. 1780. Ausg.: Andre. — N. Ges. -Ausg. Br. & H. 
6 Variationen für Klavier u. Violine über „Helas, j'ai perdu mon amant" G moU. 

Komp. ca. 1780. Ausg.: Wie oben. 

2. Trios. 

Für Klavier, Violine u. Violoncell. 

N. 1. B dur 3/^ (Ed. Peters N. 3). .. 

Komp. 1776. »Divertimento a 3.« Älteste Ausg. in Paris. 

N. 2. D moU */4 (N. Ges.- Ausg. Br. & H. N. 2 der Trios). 

Komp. ca. 1783. Unvollständig; ergänzt von Stadler. 
N. 3. Gdur ^j^ (Ed. P. N. 1). Komp. 1786. »Sonata.« 
N. 4. Es dar % (Ed. P. N. 2). Für Klavier, Klarinette u. Viola. 
Komp. 1786. »Kegelstatt-Trio.« Für Francisca von Jacquin. — Ersch. 
u. Viola bei Simrock etc. 

N. 5. B dur *U (Ed. P. N. 4). Komp. i786. 
N. 6. Edur 3/4 (Ed. P. N. 5). Komp. i78S. 

N. 7. C dur */4 (Ed. P. N. 6). Komp. 1788. 
N. 8. G dur 4/4 (Ed. P. N. 7). 

Komp. 1788. Ursprünglich für Klavier allein. 

Trio Cmoll 3/^. Artaria. — Andre. — Unterschobenes Werk. 
3. Klavier-Quartette. Klavier-Quintett. 

Quartett für Klavier, Violine, Viola u. Violoncell. G moll. 
Komp. 1785. Ausg.: Andre. — Br. & H. — Peters usw. 

Quartett f. Klavier etc. Es dur. 
Komp. 1786. Ausg.: Wie oben. 

Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Hörn u. Fagott. Es dur. 

Komp. 1784. Ausg.: Andre. Br. & H. usw., Als Klavier- Quartett mit Streichinstr. arr. 
(nicht von Mozart) bei Br. & H., Peters usw. 

D. Konzerte. 

Für Klavier mit Orchester. 

(Nach der N. Gesamt- Ausg. Br. & H. — Die eingeschlossenen Nummern 
sind die der 7 Konzerte der Ed. Peters.) 



N. 



'U 



1. Fdur 

2. Bdur 

3. D dur 

4. Gdur 

5. Ddur 

6. B dur 

7. F dur 
(für 3 Klaviere) 

8. C dur */- 



N. 






11. 


Fdur 


V4 


12. 


Adur 


*/4 


13. 


Gdur 


% 


14. 


Es dur 


'U 


15. 


Bdur 


V4 


16. 


Ddur 


% 


17. 


Gdur 


% 


18. 


Bdur 


'U 


19. 


Fdur 


'k 



N. 



'k (3) 



für 2 Klaviere. 



(1) 



20. DmollV4(2) 



% (6) 



21. Gdur 

22. Es dur 

23. Adur 

24. Cmoll 

25. Gdur 

26. D dur ^jl (7) 

27. Bdur ^^ 

28. Ddur 2/^ 
(Konzert-Rondo). 



Notizen. 



H. 



Zu N. 1—4. Komp. 1767. Nur in der N. Gesamt- Ausg. Br. 

Zu N. 5. Komp. 1773. Alte Ausg. Andre. 

Zu N. 6. Komp. 1776. A. Ausg.: Richault in Paris, Br. & H., Andre, 

Zu N. 7. Konzert für 3 Klaviere. Komp. 1776 für die Gräfinnen Lodron. Von M. auch für 

2 Klaviere arrangiert. — Nur N. Gesamt-Ausg. Br. & H. 
Zu N. 8. Komp. 1776. Alte Ausg. Andre. — Richault. 
Zu N. 9. Komp. 1777. A. Ausg. Andrö. — Br. & H. usw. 
Zu N. 10. Konzert f. 2 Klav. Komp. ca. 1780. In a. Ausgaben. M. spielte das Konzert mit 

Frl. Auernhammer am 24. Nov. 1781 in einem Konzert in Wien. 
Zu N. 11—13. Komp. ca. 1782. Alte Ausg. bei Artaria usw. 
Zu N. 14—19. Komp. 1784. Die ersten vier Konzerte für Barbara Ployer, N. 18 wahrscheinlich 

für die blinde Klavierspielerin Maria Theresia Paradies komp. In alten Ausgaben. 
Zu N. 20. Komp. 1785. Autograph im Arch. d. Ges. d. Musikfr. in Wien. Gespielt von M. in 

einem Konzerte in Wien am 11. Feb. 1785. In alten Ausg. 



83 

Zu N. 21. Komp. 1785. Gehört zu 6 Konzerten bei Andre, dem Prinzen Louis Ferdinand von 

Preußen gewidmet vom Verleger. 
Zu N. 22. Komp. 1785. In alten Ausg. 
Zu N. 23—25. Komp. 1786. In alten Ausg. 
Zu N. 26. Komp. 1788. »Krönungs-Konzert«; soll von M. 1790 in Frankfurt zur Krönungszeit 

gespielt worden sein. In alten Ausg. 
Zu N.* 27. Komp. 1791. In alter Ausg. 
Zu N. 28. Komp. 1782. Zu dem Konzert D dur (N. 5) nachträglich geschrieben. — Andre. — 

N. Gesamt-Ausg. Br. & H. 
Drei Sonaten von Joh. (Christian) Bach, als Konzerte eingerichtet von Mozart. Für 

Klavier, 2 Viol. u. Baß. Ca. 1770. Ungedruckt. Autogr. ehem. im Besitz von Andre. 

(Die Op.- Zahlen, welche sich häufig wiederholen, sind auch bei Mozart's 
Werken ohne maßgebende Bedeutung. 

E. Ausgaben. 

1. Gesamt-Ansgaben. 
Ältere Gesaintausg. von Br. & H. 
Oeuvres compl. de Piano. 17 Cahiers. 

Ältere Gesamtausg, von Haslinger. 
Sämtliche Werke für das Pianof. 38 Hefte. 

Neue Gresamt-Ausgabe von Br. & H. 
(Erste vollständig kritisch durchgesehene Ausgabe der Werke von W. A. Mozart.) 

Ersch. seit 1876. 

Klavier- Musik. 

Serie 16. Konzerte für Klavier u. Orchester. 

(Enth. 28 Konzerte, darunter ein Konzert für 2 Klaviere und eines für 3 Klaviere.) 

Serie 17. Klavier- Quintett, Quartette und Trios. 

(Enth. 1 Quintett, 2 Quartette und 8 Trios.) 
Serie 18. Sonaten und Variationen für Klavier u. Violine. 

(Enth. 43 Sonaten und 2 Partien Variationen.) 

Serie 19. Für Klavier zu 4 Händen und für 2 Klaviere. 

(Enth. 5 Sonaten und ein Andante mit Variationen zu 4 Händen, 1 Fuge und 1 Sonate 
für 2 Klaviere.) 

Serie 20. Sonaten und Phantasien für Klavier. 

(Enth. 17 Sonaten und 4 Phantasien.) 

Serie 21. Variationen für Klavier. 

(Enth. 15 Partien Variationen.) 

Serie 22. Kleinere Stücke für Klavier. 

(Enth. 18 Stücke.) 

2. Verschiedene neuere Ausgaben (Bearbeitungen). 

Sonaten: Simrock (rev. v. Czerny). — Haslinger. — Hallberger (rev. v. Mo- 
scheies). — Br. & H. (rev. v. Eeinecke). — Ed. Peters (Köhler). — Ed. 
Litolff (Köhler, Winkler). — Cotta (Lebert). — Spina (8, Nottebohm). — 
Steingräber (Door). — Schott (Wouters). — Cranz usw. 
Sonaten und Fantasien, Urtext-Ausg. Br. & H. 

18 Sonaten (Fr. Becker) 2 Bde. — Ausgew. Stücke (Fr. Becker) 2 Bde. Hofm. 
4 Sonaten (F dur, C moU-Fantasie, C dur, G dur) mit hinzu komponiertem 
zweiten Klavier von Ed. Grieg. Ed. Peters. 
Andere Klavierstücke: Variationen bei: Simrock (Czerny), Br. & H., 
Andre, Peters, Schott etc. 
Kleinere Stücke bei: Peters, Holle, Br. & H. usw. 

Die 5 ersten Kompositionen (2 Men., AUegro etc.), herausg. von E. Krause. 
Cranz. 
Vierhändige Stücke: Vielfach aufgelegt. 
Für 2 Klaviere: Br. & H., Peters usw. 



84 

Sonaten für Klavier u. Violine: Br. & H. (18, David). — Ed. Peters 

(18, Hermann). — Litolif . — Andre. — Hamburg, PoWe ( Speidel u. Singer) usw. 
Sonaten und Variationen für Pfte. u. Violine, Urtext-Ausg. Br. & H. 
Trios: Br. & H. — Peters (David). — Simrock usw. 
Quartette u. Quintett: Andre, Br. & H., Peters usw. 

Klavier quintett Es dur, die Blas- auf Streichinstrumente übertr. v. Ernst 

Naumann. Br. & H. 
Konzerte: Br. & H. (20 und 8 [Reinecke]). — Ed. Peters (7, Dörffel). 

10 Konzerte in Partitur. Auch mit Bearbeitung der Orchesterbegltg. für 

das Klavier von F. X. Gleichauf und J. B. Andre'. Offenbach. Andr^. 
7 Konzerte, arr. von J. N. Hummel für Klavier allein. Litolff. 
Konzert in Es dur für 2 Klaviere. Neue Ausgabe von Moscheies. Br. & H. 
Klavier-Konzerte alter und neuer Zeit (Mozart). Herausg. von Reinecke. Br. & H. 
Klavier-Konzerte, Ausg. für 2 Pfte. von Louis Maas (die Orig.-Pianoforte- 

stimme von ßeinecke). Br. & H. 
21 Konzerte, arr. mit Begltg. eines 2. Pfte. von Th. Herbert, Paris, Maho. 
Klavier-Konzerte zum Gebrauch für das Studium und für den Konzertsaal, 

herausg. von Lebert. Cotta. (Pfte. mit Quinte ttbegltg.) — d»- mit Begl. 

eines 2. Klaviers. 
6 Konzerte mit Begl. eines 2. Klaviers, herausg. von E. Pauer. 
Konzert D moll (Fr. Kallak). 

Konzert C dur, mit unterl. 2. Klav. (Ruthardt). Ed. Peters. 
Largo aus dem Krönungskonzert D dur, zum Konzertvortrag einger. von 

C. Reinecke. 

Kadenzen zu den Klavier-Konzerten. 

36 Kadenzen von Mozart. (Siehe oben kl. Stücke.) 

Kadenz zu dem D moU-Konzert von Beethoven. (S. Beeth.) 

Fermaten zu 7 Mozart' sehen Konzerten von Hummel. Op. 4. 

Kadenzen zu dem Konzert für 2 Klaviere von Moscheies (s. oben). 

Kadenzen zu 8 Konzerten von A. E. Müller. 

Kadenzen zu 12 Konzerten von Mozart von P. C. Ho ff mann, Andre. 

Kadenzen von Reinecke. Op. 87. (Kadenzen zu Class. Pfte. -Konzerten), Br. & H. 

Kadenz zu dem D moll- Konzert von Ant. Ree. 

53 Kadenzen zu Pfte.-Konzerten von Bach, Mozart usw. Enth. 39 Kadenzen zu 

Mozart's Konzerten von Reinecke, Mozart, Hummel, Beethoven. 
Kadenzen zum D moU-Konzert von Ant. Rubinstein. Schott. 
2 Kadenzen zum D moU-Konzert von Mor. Zweigelt. Br. & H. 
Kadenzen zum Es dur-Konzert (N. 22) von E. Rudorff. Simr. 

L. T. Beethoren. 

(1770—1827.) 

Ludwig van Beethoven, geb. am 17. Dezember 1770 in Bonn. Er kam 
1786, dann 1792 zu bleibendem Aufenthalt nach Wien. Studierte durch kurze 
Zeit bei Haydn, dann bei Albrechtsberger. Op. 1, 3 Trios und Op. 2, 3 Sonaten, 
erschienen 1795 u. 96. B. unternahm nur wenige Reisen, lebte aber oft und 
mit Vorliebe auf dem Lande in der Umgebung Wiens, in Mödling, Baden, 
Heiligenstadt. B's. Leben war durch seine Taubheit in den letzten Jahren und 
durch Familienverhältnisse häufig verdüstert. Er starb am 26. März 1827. 

Beethoven bildet den Höhepunkt der neueren Instrumentalmusik. In 
seinen Symphonien hat er die monumentalsten Werke dieser Kunst geschaffen. 
Seine Ouvertüren, wie seine Streichquartette, die Oper Fidelio, wie die große 
Messe in D, alle offenbaren die gewaltige Kraft und Tiefe des Meisters. Die 
Klavierwerke B's., in ihrer Mehrzahl, stehen diesen Werken ebenbürtig zur 
Seite; auch sie repräsentieren das Bedeutendste ihrer Gattung. Vielseitig nach 
Inhalt und Charakter, lassen sie eine Abstufung in der Rangordnung kaum zu 
Ihnen gegenüber stellt sich nur eine kleinere Gruppe von B's. Klavierwerken, 
wie manche der Variationen, der kleinen Stücke usw., als minder gewichtig dar. 



^ 85 

A. Für Pianoforte mit Begleitung*). 
1. Konzerte mit Orchester. 

1. Konzert, C dur, Op. 15. ^ o 

Aatograph vorm. im Besitz von C. Haslinger in Wien (nebst Op. 19, Op. 3V u. Op. (3 
an Jul. Fnedländer in Berlin verk.). Komp. ca. 1796. Ersch. 1801 Isei INIollo m W len. 

2. Konzert, B dur, Op. 19. . ^ ,:■ v, 

Autogr. vorm. im Bes. von C. Haslinger. Vor dem Konzert Op. 15 komponiert. Erscti. 
1801 bei Hofmeister & Kühnel in Leipzig. 

3. Konzert, C moll, Op. 37. ... 

Origin.-Handschrift vorm. im Bes. von Haslinger. Ersch. 1804 im Bureau d Arts et 
d'Industrie in Wien. Gevridmet dem Prinzen Louis Ferdinand von Preußen. 

4. Konzert. G dur, Op. 58. 

Ersch. 1808 im Verlag des Industr.-Comptoirs in Wien und Pest. Gewidmet dem Erzh. 
Rudolph. 

5. Konzert. Es dur, Op. 73. , ^ :, 

Autogr. vorm. im Bes. von Haslinger. Komp. 1809. Ersch. 1811 bei Br. & H. Gew. dem 
Erzh. Rudolph. 
Konzert (nach dem Violin-Konzert) D dur, Op. 61. 

Diese Bearbeitung von B. ersch. 1808 in Wien. 
Konzert für Pfte., Violine u. Violoncell mit Orehesterbegltg., C dur, Op. 56. 

Komp. ca. 1804. Ersch. 1807 in Wien. Gew. dem Fürsten Lobkowitz. 
Phantasie für Pfte.. Chor und Orchester, C moll— C dur, Op. SO 

Zum ersten Male aufgef. 12. Dez. 1808. Ersch. 1811 bei Br. & H. Gew. dem König 
Maxm. Josef von Bayern. 

Rondo für Pfte. mit Oreh.. B dur. 

Nachgelassenes Werk. Ergänzt von C. Czerny. Ersch. 1829 bei DiabeUi in Wien. 

2. Quintett. Quartette. 

Quintett für Pfte., Oboe, Clarinette, Hörn u. Fagott, Es dur, Op. 16. 

Erste Aufführung am 6. April 1797. Ersch. 1801 bei MoUo, auch als Klavier- 

Ouartett mit Viol., Viola und Cello, angeblich vom Komponisten, arrangiert. Gew. dem 

Fürsten Schwarzenberg. 
3 Quartette für Pfte., Violine, Bratsche u. Violoncell, Es dur, D dur, Cdur 

(nachgel. Werk). 

Komp. 1785. — Ersch. 1832 bei Artaria. 

3. Trios. 
Für Pfte., Violine u. Violoncell. 

3 Trios, Es dur, G dur, C moll, Op. 1. 

Ersch. 1795 bei Artaria. Gew. dem Fürsten Lichnowsky. 
Trio Bdur für Pfte., Klarinette (od. Violine) u. Violoncell. Op. 11. 

Ersch. 1798 bei MoUo in Wien. Das Thema der Variationen (3. Satz) ist aus Weigl's 
Oper: L'Amor marinaro. 

2 Trios, D dur. Es dur, Op. 70. 

Ersch. 1809 bei Br. & H. Gew. der Gräfin Erdödy. 

Trio Bdur, Op. 97. 

Komp. 1811. Erste Auff. (von B. gespielt) am 11. April 1814. Ersch. 1816 bei Steiner in 
Wien. Gew. dem Erzherzog Rudolph. 

Trio Es dur. Nachgel. Werk. 

Komp. ca. 1785. Ersch. 1830 bei Dunst in Frankfurt. 

Trio in einem Satze, B dur. Nacbgel. Werk. 

Komp. 1812 für die kleine Maxmiliane Brentano. Ersch. 1830 bei Dunst in Frankfurt. 

14 Variationen, Es dur, Op. 44. 

Ersch. 1804 bei Hoffmeister & Kühnel. 

Variationen über „Ich bin der Schneider Kakadu", Op. 121a. 

Ersch. 1824 bei Steiner. Das Thema aus der Oper »Die Schwestern von Prag>^ von 
Wenzel Müller. 



*) Auf Grundlage des thematischen Kataloges von 2\ottebohm. Br. k H. 1868. 



86 



4. Für Pianoforte und Violine. 



3 Sonaten, D dur, A dur, Es dur, Op. 12. 

Ersch. 1799 bei Artaria. Gew. dem Hofkapellm. Salieri. 

Sonate Amoll, Op. 23. 

Ersch. 1801 zusammen mit Op. 24 bei !Mollo. Gew. dem Grafen Fries. 

Sonate F dur, Op. 24. 
S. oben. 

3 Sonaten, A dur, C moU, G dur, Op. 30. 

Ersch. 1803 in Wien. Gew. dem Kaiser Alexander I. von Rußland. 

Sonate A dur, Op. 47. 

Ersch. 1805 bei Simrock in Bonn. Gew. dem Violinisten Rud. Kreutzer. 

Sonate G dur, Op. 96. 

Komp. ca. 1812. Ersch. 1816 bei Steiner. Gew. dem Erzh. Rudolph. 

Eondo 6 dur. 

Komp. ca. 1794. Ersch. 1808 bei Simrock. 

12 Variationen über ein Thema aus Mozart's Figaro. 

Ersch. 1793 bei Artaria. Gew. dem Fräul. Eleonore von Breuning. 

5. Für Pianoforte nnd Violoncell (für Pfte. nnd Horn). 

2 Sonaten, F dur, Gmoll, Op. 5. 

Ersch. 1797 bei Artaria. Gew. dem König Friedr. Wilh. II. von Preußen. 

Sonate A dur, Op. 69. 

Ersch. 1809 bei Br. & H. Gew. dem Baron v. Gleichenstein. 

2 Sonaten, C dur, D dur, Op. 102. 

Komp. 1815. Ersch. 1817 bei Simrock. 
12 Variationen über „Ein Mädchen oder Weibchen", F dur, Op. 66. 

Ersch. 1798 bei Trag in Wien. Das Thema aus jNIozart's Zauberflöte. 
12 Variationen über ein Thema aus Judas Maccabäus von Händel, G dur. 

Autogr. im Arch. der Ges. d. M. in W'ien. Ersch. 1797 bei Artaria. 

7 Variationen über „Bei Männern, welche Liebe fühlen". Es dur. 
Ersch. 1802 bei ÄIollo. Das Thema aus Mozart's Zauberflöte. 

Sonate für Pianof. und Horn (od. Violoncell) F dur, Op. 17. 

Erste Auff. (durch B. und Pnnto) am 18. April 1800 in Wien. Ersch. 1801 bei JIollo. 

B. Für Pianoforte zu vier Händen. 

Sonate D dur, Op. 6. 

Ersch. 1797 bei Artaria. 

3 Märsche, C dur. Es dur, D dur, Op. 45. 

Ersch. 1804 in Wien. Gew. der Fürstin Esterhazy. 

Variationen (Thema vom Grafen Waldstein) C dur. 

Ersch. 1794 bei Simrock. 

Variationen über „Ich denke Dein", D dur. 

Komp. 1800 für das Stammbuch der Gräfinnen Josefine Deym und Therese Brunswick. 
Ersch. 1805. Text des Liedes von Goethe. 

C. Für Pianoforte allein. 

1. Sonaten (32). 

Fmoll I 

A dur > Op. 

Cdur J 

Es dur 

CmoU 

Fdur !■ „ 10. 



Ddur 

C moU „ 13. 



14. 



Edur ) 
Gdur \ 
B dur „ 22 



As dur 




Op. 


26. 


Fmoll Op. 


57. 


Es dur 


! 




27. 


Fis dur „ 


78. 


Cis moU 


n 


Gdur „ 


79. 


Ddur 






28. 


Es dur „ 


81a. 


Gdur 


1 






E moll „ 


90. 


Dmoll 






31. 


Adur „ 


101. 


Es dur 


1 






Bdur „ 


106. 


Gmoll 


\ 




49. 


Edur „ 


109. 


Gdur 


n 


As dur „ 


110. 


Cdur 




•) 


53. 


C moll „ 


111. 


Fdur 




» 


54. 







87 

3 Sonaten in Es dur, F moU und D dur (im Alter von 11 Jahren geschrieben). 
Leichte Sonate (Bruchstück) in C dur (Nachlaß,). 
2 Sonatinen in G dur und P dur. 

Notizen. 

Zu Op. 2. Erscb. 1796 bei Artaria. Jos. Haydn gewidmet. 

Zu Op. 7. Eisch. 1797 (Grande Son.) bei Artaria. Gew. der Gräfin Keglevics. 

Zu Op. 10. Ersch. 1798 tiei Jos. Eder in Wien. Gew. der Gräfin Browne. 

Zu Op. 13. Gr. Sonate pathötique. Ersch. 1799 bei Eder. Gew. dem Fürsten Lichnowsky. 

Zu Op. 14. Ersch. 1799 bei Mollo in Wien. Gew. der Baronin Braun. 

Zu Op. 22. Komp. ca. 1800. Ersch. 1802 bei Hoffm. & Kühnel in Leipzig (als Grande Sonate). 

Gew. dem Grafen Browne. 
Zu Op. 26. Thema mit Variationen — Scherzo — Marcia funebre sulla morte d'un eroe — 

Allegro. Ersch. 1802 (Gr. Sonate) bei Cappi in Wien. Gew. dem Fürsten Lichnowsky. 
Zu Op. 27. Beide Sonaten mit dem Beisatze: »Quasi una Fantasia«. Ersch. 1802 bei Cappi. 

N. 1 gew. der Fürstin Liechtenstein. N. 2 der Gräfin Julie Guicciardi. 
Zu Op. 28. Ersch. 1802 (als Gr. Sonate) im Bureau d'Arts etc. in Wien. Jos. Edlen von 

bonnenfels gewidmet. Die Bezeichnung »Sonate pastorale« rührt nicht von B. her. 
Zu Op. 31. Die ersten 2 Sonaten komp. J8u2. Ersch. 1803 iu der Sammlung Repertoire des 

clavecinistes von Nägeli in Zürich, dann bei Simrock (auch als Op. 29 bei Cappi). Die 

dritte ersch. 1804 in obiger Sammlung, dann bei Cappi. 
Zu Op. 49. Leichte Sonaten. Komp. ca. 1802. Ersch. Is05 im Bureau des Arts etc. 
Zu Op. 53. Ersch. 1805 (Gr. Sonato) im Bur. des Arts etc. Gew. dem Graten Waldstein. 
Zu Op. 54. Ersch. 1806 im Bur. des Arts etc. 
Zu Op. 57. Komp. ca. 1804. Ersch. 1807 im Bur. des Arts etc. Gew. dem Grafen Brunswick. 

Die Bezeichnung »Son. appassionata« rührt nicht von B. her. 
Zu Op. 78. Ersch. 1810 bei Br. & H. Gew. der Gräfin Brunswick. 
Zu Op. 79. Sonatine. Ersch. 1810 bei Br. & H. 
Zu Op. 81a. Les Adieux, l'Absence et le Retour. Autogr. des 1. Satzes »das Lebewohl« im 

Arch. d. Ges. d. Musikfr. Ersch. 1811 bei Br. «& H. Gew. dem Erzh. Rudolph. Die Bezeich- 
nung »Son. caracteristique« rührt nicht von B. her. 
Zu Op. 90. Er?ch. 1815 bei Steiner in W^ien. Gew. dem Grafen Lichnowsky. 
Zu Op. 101. Öffentlich gespielt am 18. Febr. 1816. Ersch. 1817 (»Sonate für das Hammer- 
klavier«) bei Steiner. Gew. der Freiin Dorothea Ertmann. 
Zu Op. 106. »Große Sonate für das Hammerklavier.« Ersch. 1819 bei Artaria. Gew. dem Erzh. 

Rudolph. 
Zu Op. 109. (»Sonate für das Hammerklavier«). Ersch. 182t bei Schlesinger in Berlin. Gew. 

dem Frl. Maxm. Brentano. 
Zu Op. 110. (»Sonate für das Hammerklavier«). Ersch. 1822 bei Schlesinger in Berlin (und Parisj. 
Zu Op. 111. Komp. 1822. Ersch. 1823 bei Schlesinger. 
Zu den 3 Sonaten (komp. »mit 11 Jahren«). Ersch. 1783 bei Bossler in Speier. Gew. dem 

Kurfürsten von Köln. Gehören zu den ersten Kompositionen B's. 
Zu der leichten Sonate C dur. Der 2. Satz ergänzt von Ries. Ersch. 1830 bei Dunst in 

Frankfurt. Gew. dem Frl. von Breuning. 
Zu den 2 Sonatinen Gdur u. Fdur. Zweifelhaft. Ersch. nach B's. Tode bei Böhme in 

Hamburg. 

2. Variationen. 

1. 6 Var. über ein Originalthema, F dur, Op. 34. 

2. 15 Var. (mit Fuge) über ein Thema aus dem Ballet „Prometheus" von B., 

Es dur, Op. 35. 

3. 6 Var. über ein Originalthema, D dur, Op. 76. 

4. 6 variierte Themen, Op. 105. 

5. 10 variierte Themen, Op. 107. 

6. 33 Veränderungen über einen Walzer von Diabelli, C dur, Op. 120. 

7. 9 Var. über einen Marsch von Dressler, C moll. 

8. 24 Var. über „Vieni Amore" von Eighini, D dur. 

9. 13 Var. über „Es war einmal ein alter Mann" von Dittersdorf, A dur. 

10. 9 Var. über ein Thema aus La Molinara von Paisiello, A dur. 

11. 6 Var. über ein Thema aus La Molinara von Paisiello, Gdur. 

12. 12 Var. über den „Menuett ä la Vigano", C dur. 

13. 12 Var. über den russischen Tanz aus dem Ballet „Das Waldmädchen" von 

Wranitzky, A dur. 

14. 6 leichte Var. über ein Schweizerlied, F dur. 

15. 8 Var. über „Une fievre brülante" von Gretry, C dur. 

16. 10 Var. über ein Thema aus „Fallstaff" von Salieri, B dur. 

17. 7 Var. über ein Thema aus Winter's „Unterbrochenes Opferfest", F dur. 

18. 8 Var. über „Tändeln und Scherzen" von Süssmayr, F dur. 

19. 6 leichte Var. über ein Originalthema, G dur. 

20. 7 Var. über God save the King, G dur. 



88 

21. 5 Var. über Eule Brittania, D dur. 

22. 32 Var., CmoU. 

23. 8 Var, über „Ich hab' ein kleines Hütteben nur", B dur. 

Notizen : 

Zu 1. Ersch. 1S03 bei Br. & H. Gew. der Fürstin Odescalchi. 

Zu 2. Ersch. 1803 bei Br. & H. Gew. dem Grafen Lictmowsky. 

Zu 4 u. 5. Auch mit Flöte oder Violine. Komp. 1818—20 für' G. Thomson in Edinburg. Über 
Nationalmelodien (meist schottische). 

Zu 6. Ersch. 1823 bei Cappi u. Diabelli. Bildet die 1. Abtheilung einer Sammlung: »Vater- 
ländischer Künstlerverein; Veränderungen für das Ffte. über ein vorgelegtes Thema, 
komp. von den vorzüglichsten Tonsetzern und Virtuosen Wiens und der k. k. öster- 
reichischen Staaten«. Die 2. Abth. enthält 50 Veränderungen über denselben Walzer von 
50 Tonsetzern. (S. Sammlungen.) 

Zu 7. Ersch. spätestens 17S3 in Mannheim. (»Comp, par un jeune amateur Louis van Beethoven 
agö de dix ans. 1780:.) Gehören zu den ersten Kompositionen B's. 

Zu 8—13. Ersch. 1791, 1794, 1796, 1797. 

Zu U. Für Pfte. oder Harfe. Ersch. 1798. 

Zu 15—21. Ersch. 1798, 1799, 1801, 1804. 

Zu 22. Ersch. 1807 im Bureau des Arts etc. 

Zu 23. Nachgelassenes Werk. Ersch. 1831 bei Dunst in Frankfurt. 

3. Kleinere Stücke. 

7 Bagatellen, Op. 33. Eondo, A dur. 

2 Präludien, Op. 39. Menuet, Es dur. 

2 Eondos, C dur und G dur, Op. 51. Präludium, F moll. 

Phantasie G moll, Op. 77. 6 Menuetten. 

Polonaise C dur, Op. 89. 7 ländleriscbe Tänze. 

11 Bagatellen, Op. 119. 6 „ „ 

6 Bagatellen. Op. 126. Andante, F dur. 

Kendo a Capriccio G dur, Op. 129. Kleines Stück, B dur. 



Kadenzen zu Pfte. -Konzerten. 



Notizen. 



Zu Op. 33. Komp. theilweise 1782, N. 6 komp. 1802. Die 7 Bag. ersch. 1803. 

Zu Op. 39. Für Pfte. oder Orgel. Titel: Präl. durch alle I2 Durtonarten. Komp. ca. 1789. 

Ersch. 1803. 
Zu Op. 51. Das 1. Rondo ersch. 1797. Das 2. ersch. 1802. 
Zu Op. 77. Ersch. 1810. Gew. dem Grafen Brunswick. 
Zu Op. 89. Ersch. 1815. Gew. der Kaiserin von Rußland. 
Zu Op. 119. Ersch. 1823 bei Schlesinger in Paris; dann 1824 bei Diabelli, welcher später noch 

ein 12. Stück hinzufügte, welches ein früheres Lied B's., als Klavierstück aber zweifel- 
haft ist. 
Zu Op. 126. Komp. 1823. Ersch. 1825. 
Zu Op. 129. Nachgel. Werk. »Die Wuth über den verlorenen Groschen, ausgetobt in einer 

Caprice«. Ersch. 1828 bei Diabelli. 
Rondo Adur. Ersch. in der »Blumenlese für Klavierliebhaber« bei Bossler in Speier 1784. 
Menuet Es dur, ersch. 1805. — Präl. Fmoll, ersch. 1805. — 6 Menuette, ersch. 1796, 

wahrscheinlich ursprünglich für Orchester komp. — 7 Ländler, ersch. 1799. — 6 do. 

urspr. für 2 Viol. u. Baß, ersch. 1802. 
Andante Fdur. (»And. Favori.«) Komp. ca. 1804. Ersch. 1806. 
Kleines Stück »auf Aufforderung geschrieben«-. Ersch. 1824 als Beilage zur Berl. allg. mus. 

Zeitung. > 

12 Kadenzen (10 zu den eigenen Konzerten, 2 zu Mozaii's D moll-Konzert). 

Unterschobenes oder Zweifelhaftes. 

Alexandermarsch f. Pfte., Fdur. (Während des Wiener Kongresses 1815 
bekannt geworden, wahrscheinlich von Persuis,) 
Ersch. unter B's. Namen 1829. , 

Pariser Einzugsmarsch, C dur. 
Ersch. unter B's. Namen nach 1859. 

Trauermarsch, Fmoll (komp. von Walch, Kapellmeister in Gotha). 

Ersch. unter B's. Namen ca. 1880 in Graz. 

10 Walzer (Sehnsuchts-, Schmerzens-, Hoffnungs-, Jubel- Walzer usw.). 

Ersch. zu verschiedenen Zeiten. 
Glaube, Liebe und Hoffnung. Abschiedsgedanken. 

Ersch. um 1838 bei Cranz. 

Albumblatt „für Elise", AmoU (aus Nohl's Briefen von L. v. Beethoven) 
Mehrfach aufgelegt. 



89 

D. Ausgaben. 

Bearbeitungen. Kadenzen, 
1. Gesamt-Ausgabe von Beetlioven's "Werken. Er. & H. 
Serie 9. Für Pianoforte und Orchester. 

(Enth. 5 Konzerte. Konzert f. Pfte., Viel, und Violoncell Op. 56, Kadenzen zu den 
Pfte.-Konzerten, Phantasie mit Chor Op. 80, Rondo in B, Konzert nach dem Violin- 
Konzert Op. 61 arr.) 

Serie 10. Pianoforte-Quintett und Quartette. 

(Enth. Quintett in Es Op. 16, 3 Quartette Es, D, C, Quartett nach dem Quintett 
Op. 16.) 

Serie ll. Trios. 

(Enth. 8 Trios Op. 1, 2 Op. 70, 1 Op. 97, 1 in B in einem Satze, 1 in Es, Variationen 
Op. 121 a, 14 Variationen Op. 44, Trio Op. 11, Trio nach der 2. Symphonie D dur, Trio 
nach dem Septett Op. 20.) 

Serie 12. Für Pfte. und Violine. 

(Enth. 10 Sonaten, Rondo in G, 12 Var. in F.) 

Serie 13. Für Pfte. und Violoncell. 
(Enth. 5 Sonaten, 3 Partien Variationen.) 

Serie 14. Für Pfte. und Blasinstrumente. 

(Enth. Sonate mit Hörn Op. 17, 6 variierte Themen für Pfte. allein oder mit Flöte oder 
Violine Op. 105, 2 Hefte, 10 detto Op. 107, 5 Hefte.) 

Serie 15. Für Pfte. zu 4 Händen. 

(Enth. Sonate Op. 6, 3 Märsche Op. 45, Variationen in C und D.) 

Serie 16. Für Pfte. solo. Sonaten. 
(Enth. 38 Sonaten.) 

Serie 17. Für Pfte. solo. Variationen. 
(Enth. 21 Partien Variationen.) 

Serie 18. Für Pfte. Kleinere Stücke. 

(Enth. 7 Bagatellen Op. 33, 2 Präludien Op. 39, 2 Rondos Op. 51, Phantasie G moll, 
Polonaise, 11 Bagatellen Op. 119, 6 do. Op. 126, Rondo Op. 129, Andante in F, Menuett 
in Es, 6 Menuette, Präludium in F moll, Rondo in A, 6 ländlerische Tänze, 7 do., 
Kadenzen.) 

2. VerscMedene Ausgaben (Bearbeitungen). 

Beethoven's Sämtlicbe Werke. Kritisch durchgesehene Ausgabe für 
Unterricht und praktischen Gebrauch. Klaviermusik: Band VI— IX, 
XVIII— XX. Supplement: Arrangements zu vier Händen. Zusammen 
8 Bände. Br. & H. 
Ausgabe bei Holle (Liszt). Klaviermusik: Band I — VII, Arrangements: 
Band X, XIV, XV. 

Konzerte: Br. & H. (Partitur). — Br. & H. (rev. von Eeinecke). — Peters 
(Partitur). — Edition Peters. — Cotta (Lebert, Liszt. — 2. Pfte. von 
Vinz. Lachner). — Schlesinger (Door). — Br. & H. (mit unterl. zweiten 
Klavier, Reinecke). — Litolff (Winkler). — Steingräber (Franz KuUak). 

— Aisbach in Amsterdam (J. Röntgen). 
Konzert, nach dem Violinkonzert op. 61. Br. & H. 
Konzert Es dur (nachgel. Werk). Br. & H. 

Konzert D dur (nachgel. Werk, mit Kadenz von J. Labor). Br. & H. 

Quintett, Quartette, Trios: Haslinger. — Br. & H. — Peters. — Litolff. — 
Andre. — Simrock. — Artaria usw. 

Sonaten mit Violine, Cello, Hörn: Br. & H. — Peters. — Litolff usw. 

Vierhändiges : Haslinger. — Br. & H. — Andre usw. 

Sonaten: Zahlreichste Ausgaben. Haslinger. — Br. & H. — Holle (Liszt). — 
Simrock (Czerny). — Hallberger (Moscheies). — Peters (Köhler). — 
Cotta (Lebert und Bülow). — Leuckart (F. Hiller). — Cranz (Winkler). 

— Hoffmeister (Wittmann) usw. 
Sonaten, Urtext- Ausgabe. 3 Bände. Br. & H. 
Sämtliche Sonaten, herausg. v. E. d' Albert. Forberg. 
Sonaten, herausg. v. Jul. Epstein. Cranz. 



90 

Drei leichte Sonaten (komp. im 11. Lebensjahre) bearb. von Liszt, rev. 
V. C. Kühner. Bosworth. 

Anhang zu den Klavier-Sonaten, von G. Jansen, Bote u. Bock. 
Variationen: Simrock (Czerny). — Br. & H. — Peters usw. 

32 Var., herausg. von Bülow, München, Aibl. 
Kleine Stücke: Br. & H. — Peters. — Litolff usw. 

3. Kadenzen zu den Pfte. -Konzerten. 

Von Beethoven: 10 Kadenzen (3 zum 1. Satz des C dur-, 1 zum 1. S. des 
B dur-, 1 zum 1. S. des Cmoll-, 2 zum 1. S. des Gdur-, 1 zum 1. S. des 
6 dur-, 2 zum 1. u. 1. S. des Violin- [Pf te.-]Konzerts). 

Von Czerny (zum C dur-Konzert). Hasl. 

Von Moscheies (zu den C dur-, B dur-, Cmoll-, G dur-Konzerten). Senff. 

Von Drey schock (C moll-Konzert). 

Von Eeinecke (C dur-, Cmoll-, G dur-Konzert). 

Von Clara Schumann (Cmoll- u. G dur-Konzert). Riet.-Biederm. 

Von Jadassohn (G dur-Konzert). Br. & H. 

Von Bülow (G dur-Konzert). Leuckart. 

Von Ant. Ree (C moll-Konzert). 

Von Brüll (G dur-Konzert). Schott. 

12 Kadenzen von Beeth., Eeinecke u. Jadassohn (in den 53 Kadenzen etc. 
Br. & H.). 

Von Henselt (Cmoll). Schles. 

Von Rubinstein (C dur, B dur, Cmoll, Gdur). Schott. 

Von Aug. Winding (C dur, B dur, Cmoll, Gdur). Steingr. 

Von E. d'Alb er t (Gdur). Bote & B. 

Von F. Busoni (Gdur). Rahter. 

Von Jul, Röntgen (C dur, B dur, Gdur). Aisbach. 

Muzio Clementi. 

(1752—1832.) 

Mtizio Clementi, geb. 1752 in Rom. Kam frühzeitig nach London. Von 
1780 an unternahm er Kunstreisen; hielt sich längere Zeit in Wien, dann in 
Berlin auf. 1781 spielte er gemeinschaftlich mit Mozart vor Kaiser Josef II. 
Clementi bildete viele Schüler aus, von denen die berühmtesten: Field, Cramer, 
Kiengel und L. Berger sind. Von seinen Reisen kehrte er immer wieder nach 
London zurück, wo er sich seit 1800 an einer Pianofortefabrik betheiligte, und 
von 1810 an seinen bleibenden Wohnsitz nahm. Er starb in hohem Alter 1832 
in der Nähe Londons. Clementi's Klavierstil und Technik waren von bestimmen- 
dem Einfluß auf die Klaviermusik seiner Zeit, auch auf die Beethoven's ; seine 
Schule lebt in der Nachfolge noch heute fort. Seine Bedeutung als Komponist 
beruht auf seinen Sonaten und dem Studienwerk Gradus ad Parnassum. 
Die hervorragendsten der Sonaten und anderer Werke sind nachstehend durch 
ein * bezeichnet. 

A. Sonaten. 

Für Klavier allein. 

Gegen 100 Sonaten und Sonatinen für Klavier allein. Erschienen meist zu 
3, 2 Sonaten, seltener einzeln. 

Die Opus-Zahlen reichen nur bis 50, wiederholen sich aber häufig bei 
anderen Sonaten, den Trios, Duos usw. 

Große Ausgaben. 

Altere Ausgabe von Br. & H. (Oeuvres completes pour le Piano). In 
13 Cahiers. 

(Enth. in Cah. 1, 2, 3, 5, 6, 8, 9, 10, 11 zusammen 65 Sonaten und 6 Sonatinen.) 



91 



Neuere Ausgabe von Br. & H. 



*1. 

2. 

3. 

4. 

5. 
*6. 

7. 

8. 

9. 
10. 
11. 
12. 
13. 
14. 
15. 
•=16. 
17. 
18. 
•=19. 
20. 
21. 
22. 



Cdur 

A dur 

Bdur 

Es dur 

Cdur 

GmoU 

Bdur 

Cdur 

Es dur 

A dur 

Ddur 

Bdur 

Bdur 

Es dur 

Fdur 

Es dur 

Bdur 

Fdur 

FmoU 

Ddur 

Cdur 

Es dur 



23. Fdur V4 Op. 21. 

24. Es dur 

25. F dur 

26. Es dur 

27. Cdur 

28. Gdur 

29. Bdur 
*30. Adur 
*31. Fismoll 

32. Ddur 

33. Fdur ^/^ Op. 27. 

34. GmoU 

35. Es dur 

36. Bdur 

37. Fdur 

38. Gdur 

39. A dur 

40. Cdur 

41. GmoU 

42. Fdur 

43. Es dur 



*/4 

*l4 
*/4 









Op. 
24. 

Op. 
25. 

Op. 
26. 



Op. 
30. 

Op. 
33. 

Op. 
3i. 

Op. 
35. 



44. 

45. 

46. 

47. 

48. 

49. 

50. 

51. 

52. 

53. 

54. 

55. 

56. 
•■57. 

58. 

59. 

60. 

61. 

62. 
*63. 
*64. 



A dur 

Fdur 

Cdur 

Es dur 

Ddur 

Cdur 

Gdur 

Bdur 

Fdur 

Cdur 

Gdur 

Ddur 

Gdur 



Op. 
36. 



op"r\ 






j^-tUr*^*^ 




V4 





HmoU6/g-0 
D dur 3/,-4/^ 

Bdur *l. 
Es dur 
Bdur 
A dur 
DmoU 
GmoU 



Op. 
29. 

Op. 
40. 



i Op. 46. 

4- i Op. 

47. 



:i' 1 Op. 



/4 I 



50. 



X. 20. La Chasse. 

Op. 37 u. 38 Sonatinen. 

!X. 59. Kalkbrenner gewidmet. 

N. 61. Spielte C. in Gegenwart Mozart's vor Josef II. 

K. 64. Didone abbandonata. 

Op. 50. Cherubuii gewidmet. 

Edition Peters. 
24 Sonaten (rev. von L. Köhler und Eoitzsch). In 4 Heften. 

Edition Litolff. 
57 Sonaten, 12 Sonatinen und la Chasse. 
Ausgabe von Holle in Wolfenbüttel. 

60 Sonaten (rev. von Knorr). 
Ausgabe von Hallberger in Stuttgart. 

18 Sonaten (rev. von Moscheies). 
Haslinger in Wien. 9 Hefte. 1828. 
Andre in Offenbach. 38 Sonaten in 3 Bänden. 
Schott in Mainz. 21 Sonaten. 
Spina in Wien. 10 Sonaten. 

Br. & H. Instrukt. Ausgabe von Sonaten und Stücken (Germer). 3 Bände. 
Hansen. 12 ausgew. Sonaten (Bischoff). 
Sonaten und Sonatinen in Ecole du Conserv. de BruxeUes. 

12 Sonatinen. 
6 Sonatinen: Cdur, Gdur, Cdur, Fdur, Gdur, Ddur. Op. 36. 
3 Sonatinen: Es dur, Ddur, Cdur. Op. 37. 
3 Sonatinen: Gdur, Bdur, Fdur. Op. 38. 

Vielfach aufgelegt. — Andre, Schles., Br. & H., Schott, Kahnt, Hansen 
(Bischoff), Steingr. (Kleinmichel) etc. 

Einzelnes. 
12 Sonaten im Scarlatti'schen Stile. Op. 27. Paris. 
2 Sonatinen, H moll, D dur. Hamburg, Böhme. 
Sonate und Toccata, Op. 47, N. 2. Litolff (Cl. Schnitze), Bosworth (Lebert) etc. 
La Chasse, Sonate Op. 17. Viele Ausgaben. 



92 

6 Sonatinen Op. 36, mit einem dazu komponierten zweiten Klavier versehen 

von Aug. Eiedel. Riet -Bied. 
„Clementi- Vorstufe". Herausg. v. G. Damm. 1. Band: 33 allerleichteste 

Sonatinen und Rondolettos von Wanhal, Beethoven, Haslinger, Pleyel, 

Andre, Kalkbrenner, A. E. Müller, Kuhlau, Schwalm etc. — 2. Band: 

11 Sonatinen von Jac. Schmitt. Steingräber. 

Notizen. 

Op. 1. 5 Sonaten f. Klavier allein und 1 Dnetto f. 2 Fortepianos oder Cembali. Paris. 

Op. 2. 3 Sonaten, erschien 1770 (1773) bei Andre in OfTenbach. 

La Chasse, Op. 17, ersch. 1787. 

Die Sonaten Op. 25 und 26 ersch. 1790, Op. 80 ersch. 1793. 

6 Sonatinen, Op. 38, ersch. 1798. 

Die Sonatinen kommen wechselweise unter den Op. -Zahlen 36, 37, 38, 39, 44 vor. 

4S Sonaten erschienen bis 1803 bei Br. & H. (Ältere Ausgabe). 

B. Studien. 

*Gradus ad Parnassum, ou l'art de jouer le Pianoforte, demontre par des 
Exercices dans le style severe et dans le style elegant. 3 Theile. 100 Nummern. 
Der Fürstin Wolkonsky gewidmet. Der 1. Theil ersch. 1817. 

Ausgaben: 

In Paris. — Simrock in Bonn. — Eicordi in Mailand. — Br. & H. (ältere 
Ausgabe). — Andre. — Schott. — Edit. Peters. — Schuberth 
(24.Num., rev. von Köhler). — Holle (Chrysander). — Trautwein 
(50 Num., bearb. von Taus ig). — Br. & H. (50 Num., rev. von Köhler). 
Auswahl (16 N.) von S. Heinz e. — Edit. Litolff. — 36 ausgew. Etüden 
von S. L eb er t. Stuttgart, Ebner. — 24 Etüden und 12 Ergänzungs-Etuden 
herausg. von Hans Schmitt. Dobl. — Ed. Peters (26 N., Fr. KuUak). — 
Br. & H. (ausgew. Et., Kühner). — Schles. (50 N., Bischoff). — Cranz 
(Drill). — Schott (52 N., Klindworth). — Hansen (32 N., Germer). — 
Steingr. (33 N., Riemann). 

^Methode de Pianoforte, en 2 Parties. Paris. 

50 legons doigtees dans tous les tons, tirees de la Methode. Wien, Witzen- 
dorf. 

Introduction ä l'art de toucher le Pianoforte, avee 50 legons. London 1797. — 
Leipzig, Peters. 

*Preludes et Exercices dans tous les tons majeurs et mineurs. 

Ersch. 17S0. 

Oft aufgelegt. Auch mit Fingersatz von Czerny, Diabelli. — Schles. etc. 
8 Cadences. Andre. 

Gr. Exercice doigte (Czerny). Wien, Diabelli. 

Caprices, Pröludes et Points-d'orgue, composes dans le gout de Haydn, Mozart, 
Kozeluch, Sterkel, Wanhal et Giemen ti. Op. 19. (Musique caracteristique). 
Alte Ausgabe. Wien, Cappi. Neue Ausgabe. Mainz, Schott. 

Etnde journaliere dans tous les tons. Paris. 

Tägliche Studien, herausg. von C. Bial. 

Etüde journaliere des Gammes. Nouv. Ed. Brüssel, Katto. 

C. Verschiedene Klavierstücke. 

Capricen: 1 Capr. B dur Op. 18, 2 do. A dur u. F dur Op. 35 (36), 2 Capr. 

en Forme de Sonates, E moll u. C dur, Op. 47. — Caprice in B. N. Ausg. 

Tonger. 
*Toccata in B. Mehrfach aufgelegt. Wien, Diabelli (mit Applikatur von 

Czerny). — Berhn, Simon (Ant. Ree). 

(Auch als Anhang zu der Sonate B dur, Op. 47, N. 2.) 
Toccatine in A. 
6 Fugen (auch für Orgel) Op. 5. Mannheim. 

Variationen: 

Fantaisie avec Variations sur l'Air „Au Clair de la Lune". Op. 48. 
Alte Ausg. Br. & H. 



93 

Minuetto con Var. (Mollo isoo). — 3 Themes varids Op. 19. — 3 do- Op. 43. — 
Variations ou Rondeau: Batti, Batti aus Don Juan. — Var. über Gott 
erhalte. — Var. über J'ai vu Lise. — Var. über Je suis Lindor. 

Eondeaux Divertissements. 

Tänze: 12 deutsche Tänze. — 12 Waltzes en Forme de Eondeaux, Artaria. — 
12 Waltzes av. Acc. de Triangle et Tambourin (4 Sammlungen, Op. 40, 
41,48). — Waltz favori: How d'ye do? — 12 Menuets. — 12 Montferines Op.49. 

Oeuvres compl. Br. & H. 

ein Cah. 6. 1 Toccata und 2 Capricen. A dur u. F dur. — In Cah. 11, 24 Valses. — In 
Cah. 12. 1 Caprice B dur, 1 Präludium, 1 Cadenz.) 

D. Vierhändige Sonaten. Sonaten für 2 Klaviere. 

7 vierhändige Sonaten: C dur, Fdur, *Es dur, C dur. Es dur, G dur, C dur. 

2 Sonaten für 2 Klaviere: B dur Op. 12, *B dur Op. 46. 
Oeuv. compl. Br. & H. 

(6 Sonaten zu i Händen und 1 Sonate für 2 Pfte. in Cati. 4, 1 vierli. Sonate in 
Cah. 12.) 

Vier händige Sonaten in neuen Ausgaben: 

Sonate Op. 14 N. 3 in Es. Nouvelle Edit. av. Amelior. Simrock. — Br. & H. 
(7 Sonaten), Schott (6), Ed. Peters (4), Litolff (4), Holle usw. 
Sonaten für 2 Klaviere in neuen Ausgaben: 
Peters, Br. & H. usw. 

E. Sonaten mit Violine (Flöte). 

Gegen 40 Sonaten. 

3 Sonaten für Klavier u. Viol. Op. 1. Amsterdam. — do- Op. 2. 

6 Sonaten für Klavier mit Flöte od. Viol. Op. 3. Paris. — do. Op. 4. 

3 Sonaten und 3 Fugen für Klavier u. Viol. Op. 5. Paris. 

3 Sonaten für Klavier u. Viol. Op. 6. Andere Sonaten Op. 9, 13 usw. (Op. 1 

bis Op. 6 im Katalog Artaria 1785.) 
La Chasse Op. 16. — Sinfonie av. Violon. Paris. 
Oeuvr. compl. Br. & H. 

(Enth. 14 Sonaten mit Violine (Flöte) in Cah. 10. 12, 13.) 

F. Trios. 

30—40 Trios für Klavier, Violine (Flöte) und Violoncell. 

Op. 21, 22, 23, 25—37. 
Oeuvr. compl. Br. & H. 

(Enth. 20 Trios in Cah. 7, 8, 9, 13.) 

G. Sammelwerk. 

Practical Harmony. Sammlung von Capricen, Fugen usw. der vorzüglichsten 
Komponisten. 

Eingeleitet durch eine Theorie des Kontrapunkts. In 4 Bänden. London. 

J. N. Hummel. 

(1778—1837.) 

Job. Nep. Hummel, geb. am 14. Nov. 1778 in Preßburg. Er kam als 
Knabe mit seinem Vater nach Wien, wurde hier Schüler und Hausgenosse 
Mozart's von 1785 — 87. In seinem 9. Jahre gab er sein erstes Konzert in 
Dresden, reiste dann nach England, wo Clement! auf ihn Einfluß gewann. 
Nach Wien zurückgekehrt, studierte er die Komposition bei Albrechtsberger. 
Von 1803 — 1811 stand er in Diensten des Fürsten Esterhazy als Kapellmeister, 
•widmete sich dann in Wien durch 5 Jahre dem Unterricht und der Komposition 
und wurde schließlieh als Kapellmeister nach Weimar berufen, in welcher 
Stellung er bis zu seinem Tode, 17. Oct. 1837, verblieb. Von Weimar aus 
unternahm H. noch große Eeisen durch Deutschland, Eußland, Frankreich, 



94 

überall als Klavierspieler ersten Ranges gefeiert. H. besaC^ auch die Gabe der 
Improvisation in seltenem Maße und erregte dureh seine Kunst in der „Freien 
Phantasie" überall ' Bewunderung. Von Hummel's Schülern sind zu nennen: 
Ferd. Hiller, Henselt, Jul. Benedict, Kud. Willmers. — H. schrieb auch Messen, 
dann Opern, Ballets; er setzte auch Arrangements von Symphonien Haydn's, 
Mozart's und Beethoven's für Pfte. und Begleitung. 

Die Klaviermusik H's. repräsentiert den echt klaviermäüigen Satz 
innerhalb edler und reiner Formen; sein Stil, der unter dem Einfluß Mozart's 
steht, vereinigt gefällige und solide Eleganz und glänzende Ornamentik mit 
\Värme der Empfindung, welche sich jedoch selten zur Leidenschaft steigert. 
L)ie bedeutendsten, wie die beliebtesten seiner Klavierwerke sind in Nach- 
stehendem durch ein * bezeichnet. 

A. Werke für Klavier mit Begleitung. 

1. Konzerte und andere Stücke mit Orchester. 

Konzert C dur, Op. 34. 

Concertino G dur, Op. 73. 
*Konzert A moll, Op. 85. 
*Konzert Hmoll, Up. 89. 

Konzert E dur (Les adieux), Op. 110. 
"Konzert As dur, Op. 113. 

Konzert F dur (Oeuvre posth.). 

Konzert G dur f. Pfte. u. Violine, Op. 17. 
*Eondo A dur, Op. 56. 

Rondo B dur, Op. 98. 

Rondo D dur (Gesellschafts-Rondo), Op. 117. 

Rondo Fdur (Le Retour de Londres), Op. 127. 

Variationen über Castor u. PoUux, Op. 6. 

Variationen üher Air russe, Op. 97. 

Variationen über „Fest der Handwerker", Op. 115. 
*Gr. Fantasie „Oberons Zauberhorn", Op. 116. 

Original-Ausgaben. 
Haslinger (Steiner) (Konzerte Op. 34. 73, 85, 113; Rondos Op. 117, 127, 

Var. Op. 115, Ober. Zauberh.) 
Peters (Konzerte Op. 89, 110, Rondo Op. 98, Var. Op. 97). 
Artaria (Rondo Op. 56). — Trag (Konzert Op. 17). 
Br. & H. (Konzert Oeuv. posth.). 

Notizen. 

Op. 34 ersch. als »2. Konzert«. Gew. dem Erzh. Rudolph, Kardinal-Erzbischof. 

Op. 85. Gew. der Prinzessin Auguste von Sachsen. 

üp. 89. Gew. dem Edl. von Liebenberg. 

Op. 110. Dediö au Conservatoire ä Paris. Execute pour la premiere fois ä Paris par l'auteur. 

Op. 113. In "Wien 1827 zum ersten Male gespielt. 

F dur, Oeuv. posth. ersch. als »Dernier Concert«. Ded. ä la Grande-Duchesse de Saxe-Weimar 

par le fils de l'auteur. 
Op. 17. Gew. dem Grafen Rasumoffsky. 

Op. 56 ersch. (wahrsch. in ältester Ausg.) ohne Op.-Zahl »chez l'Auteur, Brandstatt N. 671«. 
Var. Op. 6 ersch. 1799. 

Die Konzerte usw. bis Op. 113 erschienen sämtlich vor 182S. 

Die Konzerte und andere Stücke mit Orch. erschienen last sämtlich auch mit Quartett- 

begl., auch für Klavier allein; einige mit Begl. eines zweiten Klaviers. 

Neue Ausgaben. 

Konzerte Amoll und Hmoll: Peters. — Litolff. — Br. & H. (in den Klav.- 
Konzerten herausg. von C. Reinecke). — Br. & H. (mit 2. Klav. von Louis 
Maas). — H moll in der Haute Eeole de Piano von Henselt. — Rondo aus 
dem E dur-Konzert, mit Varianten usw. bearbeitet von Henselt. 

Rondo Op. 56. Andre. — Ed. Peters. — Litolff. — Mit unterl. 2. Klavier 
(W. Rehberg). Steingr. 

Rondo Op. 98 (mit Begl. eines 2. Pfte.). Peters. 

Rondo Le Retour de Londres. Haslinger. 



95 



E dur (Grand Trio), Op. 83. 
*Esdur (Gr. Trio), Op. 93. 
Es dur (Gr. Trio), Op. 96. 



2. Septetts. Quintett. Quartett. 

*Grand Septuor für Pfte., Flöte, Oboe, Hörn, Alte, Violoncell und Kontrabaß, 
D moll, Op. 74. Artaria. (Arrang. als Quintett von Hummel.) 

Neue Ausg. : Peters (f. Klav. allein). — Schuberth (do- her. von Liszt). — 
Mit unterl. 2. Klav. (Franz KuUak). Steingr. 
Septett militaire für Pfte., Flöte, Violine, Klarinette, Trompette, Violoncell 
und Kontrabaß, C dur, Op. 114. Haslinger. 
Neue Ausg.: Haslinger. 
*Quintett für Pfte. und Streich-Quartett, Es moll, Op. 87. Haslinger. 

Neue Ausg. : Peters. — Litolff. 
Quatuor f. Pfte., VioL, Alto u. Cello, G dur, Op. posth. Br. & H. 

2 Gr. Ser^nades (über Motive) für Pfte., VioL, Guitarre, Klar. u. Basson. Op. 63 

u. 66 (auch als Trios mit Flöte u. Cello). 
La Sentinelle pour Pfte., Chant, Viel, et Guit. ou Violoncell. Op. 71. 

3. Trios. 

Für Pfte., Violine u. Violoncell. 

*Esdur, Op. 12. 
Fdur, Op. 22. 
G dur, Op. 3.5. 
G dur, Op. 65. 

3 Sonaten f. Pfte., Violine (Flöte) und Violoncell, B, G u. C (die 3. für Klavier 

allein), Op. 2. 
Adagio, Var. u. Eondo über „Schöne Minka-' f. Pfte., Flöte u. Cello, Op. 78. 

Alte Ausgaben. 
Haslinger (Op. 12, 22, 35). — Artaria (Op. 65). 
Peters (Op. 83). — Diabelli (Op. 93, 96).*— Andre (Op. 2). 
Auch bei Simrock, Peters, Steinmetz. 

Notizen. 

Op. 22. Leicht. — Op. 83. Trio concortant. J. B. Gramer gewidmet. — Op. 2. Ersch. 1793. 

Neue Ausgaben. 
Peters (Op. 12, 83, 93). — Litolff (7 Trios). — Schuberth (Op. 93). — Andre 
(Op. 2, N. 1). 

4. Duos. 

a) Für Pfte. und Violine (Viola, Flöte). 

3 Sonaten Op. 5. — Sonaten Op. 28, 50. — Andere (4) Sonaten mit Viol. oder 
Viola, oder Flöte. — Piondos (2) mit Viol., Flöte (Op. 56, 126). 

Var. über „Une folie" mit VioL od. Flöte. — Sonate für Pfte. u. Viol. (oder 
Mandoline) in C. — Verschiedene Arrangements (Duetten). 

Verleger: Trag, Artaria, Cappi, Haslinger (Op. 28, 50, 126). Br. & H. 
(Op. 61) usw. 

N. Ausg.: Sonate mit Flöte (od. Viol.) Op. 2, Andre. 

b) Für Pfte. und VioloncelL 
*Gr. Sonate in A, Op. 104. 

N. Ausg.: Peters (Grützmacher). — Heiuze. 

Gr. Sonate av. Mandoline ou Violonc. in D, Op. 54. 

Eondoletto en Duo p. Harpe et Pfte., Op. 44. 

B. Werke für Klavier allein. 

1. Sonaten. Fantasie. 



"Sonate Es dur, Op. 13. 

Sonate F moll, Op. 20. 

Sonate C dur, Op. 30 (38). 
"Sonate Fis moll, Op. 81. 



Sonate D dur, Op. 106. 
3 Sonaten G dur, As dur, C dur. 
(Ohne Op.-Z.) 

Sonate Cdur (Op. 2, N. 3). 



96 

*Fautasie in Es, Op. 18. 

Original-Ausgaben: Haslinger (Op. 13, 18, 20, 81), Artaria (Op. 30 od. 38), 
Diabelli (Op. 106), Bermann (3 Son.). 

Notizen. 

Op. 13 Haydn gewidmet. — Op. 20 Magdalene von Kurzbeck gewidmet. — 3 Sonaten ohne 
Op.-Z., vielleicht auch als Op. 3 (der Königin von England gew.), ersch. — Fantasie Op. 18 
aut'gef. 180G in Paris beim Konkurs des Konservatoriums. 

Neue Ausgaben. 

Litolff (sämtl. 9 Sonaten, Fant. Op. 18). — Peters (Op. 13, 20, 81, 106, Fant. 
Op. 18). — Mechetti (3 Son. ohne Op.-Z.). — Andre (Op. 2, 106). — 
Br. & H. — Schlesinger. — Kistner. — Cranz (Dachs) usw. 

Finale aus Op. 106, herausg. von Henselt, Schlesinger. 

Ausgew. Werke (Sonaten, Fantasie, Variationen etc.), bearb. von Franz Becker. 
Hofm. 

Larghetto aus Op. 18, bearb. von L. Klee. Schles. 

2. Studien. 

*Große Pianoforte-Schule. „Ausführliche theor.-prakt. Anweisung zum Piano- 
forte- Spiel vom ersten Elementar-Ünterricht bis zur vollkommensten Aus- 
bildung, mit mehr als 2200 Notenbeispielen und des Verfassers Porträt". 
Haslinger. 

(Dieselbe auch mit ital. und franz. Text). 

60 Übungsstücke (aus der gr. Pfte.- Schule). Haslinger. 

Preludes dans tous les tons maj. et min., Op. 67. Artaria. (N. Ausg. : Ed. Peters 

Son. u. Stücke, 3. Band.) 
24 Etüden, Op. 125. Hasl. 

3. Andere Klavierstücke. 

a) Variationen. 

3 Airs varies. 1. Werk. Edinburg (der Königin von England gewidmet). 

2 Themes var. Op. 2. — 3 Airs var. Op. 3 (par Jean Hummel, äge de 14 ans). 

Ersch. 1794. 
Var. über ein hoUänd. Lied, Op. 21. — 3 Themes var., Op. 34. 
Les Charmes de Londres. 3 Themes var., Op. 119. Peters. 
Var. über em Thema aus Armide von Gluck, Op. 57. (N. Ausg. Ed. Peters, 

3. Band.) 
Andere Variationen-Hefte. 

b) Rondos. 

*Eondo Es dur, Op. 11. Sehr oft aufgelegt. Ed. Peters etc. — do- herausg. v. 

Ph. Scharwenka, Simon. 
Rondo quasi fantasia E dur, Op. 19. Ed. Peters etc. 
Rondo Cdur, Op. 52. Br. & H. — Schott. 

*lvondo brill. H moU, Op. 1U9. Oft aufgel. Ed. Peters, Litolff etc. 
La Galante, Rondo Es dur, Op. 120. Ed. Peters etc. 
Kondeau villageois, Op. 122. Schott. 
Andere Rondos. 

c) Verschiedenes. 

Fantasie über ein Thema aus Figaro, Op. 124. (N Ausg.: Hasl. — Br. & H. 

— Andre.) 
Freie Fantasie über beliebte Themata. 
Fantasie (Recollection de Pagauini). 
*La Bella Capricciosa, Polacca B dur, Op. 55. Oft aufgelegt. Schlesinger (Kullak)„ 

Andre, Peters, Litolff etc. 
Caprice F dur, Op. 49. (N. Ausg. Simrock. — Ed. Peters, 3. Band.) 
Capriccio Es moU, Op. posth. N. 6. — Caprices et Preludes. 
*Bagatelles, Op. 107. Peters. (N. Ausg. [vollst.] Bote & Bock. — Ed. Peters- 

[N. 3 u. 6] 3. Bd. — Schott.) 



97 

Kleine Stücke. (Ed. Peters Cah. 2097. — In Pauer's „Der junge Classiker", 
Br. ifc H.j — *La Contemplation (aus Op. 107). Andante u. Fant. N. Ausg. 
Schott. 

3 Fugen, Op. 7. Bei Eder in Wien (gew. seinem Lehrer Albrechtsbeiger). 

Fermaten zu 7 Mozart'schen Konzerten, Op. 4. 

Impromptu in Canone. Facsimile. Haslinger. 

Pieces faciles, Op. 42, 111. — N. Ausg. Peters. 

Amüsements, Op, 105, 108 (N. Ausg. Wien, Goll.) 

Ricercari, Op. posth. N. 8. Br. & H. 

Potpourris, Eondoletti usw. 

Klavierwerke (kleine Stücke). Instr. Ausg. 2 Bände. Br. & H. 

Sehr leichte Stücke, Op. 42. Br. & H. 

Klavierstücke für das Studium (kl. Stücke), herausg. v. R. Rösler. 2. Bände. 
Litolff. 

Römischer Marsch, Op. 111, herausg. von E. Pauer. Br. & H. 

(?j Tänze. 
3 gr. Yalses en forme de Rondeaux, Op. 103. 
6 Polonaisen, Op. 70 (N. Ausg. Andre). 
Deutsehe Tänze (mit Anhang einer Bataille), Op. 25, do. Op. 28, 40, 45 (für 

den Apollosaal), 12 Eedoute-Deutsche usw. 
Scotch Country-Dances. Op posth. N. 3. 
Mehrere Hefte Walzer. — Menuetts usw. 
N. Ausg.: 4 Walzer u. Coda. Holle. 

4. Vierhändiges. Für 2 Klaviere. 

*Gr. Sonate in As dur, Op. 92. Diabelli. 

Sonate ou Divertissement in Es, Op. 51. 

Nottui-no (avee 2 cors ad. lib.) in F, Op. 99. 

N. Ausg. (vierh. Stücke): Peters, Litolff, Holle. 

Introd. et Rondo für 2 Klaviere. Op. posth. N. 5. Br. & H. 

C. Gesamt-Ausgaben. 

CoUection complete des Oeuvres p. le Piano en 12 Livraisons. Paris, Richault. 

Oeuvres p. le Pfte., revues etc. par J. P. Pixis. Liv. 1 — 21. Paris, Schlesinger. 

Pianoforte- Werke, Br. & H. 

Kompositionen f. Pfte., rev. von Stolze, 28 Hefte, Holle. 

Kompositionen, Litolff. 

Sonaten und Stücke, 3 Bände, Peters. 

C. M. T. Weber. 

(1786—1826.) 

Carl Maria von Weber, geb. am 18. Dezember 1786 zu Eutin in Holstein. 
Kam mit seinem Vater 1797 nach Salzburg, wo er Michael Haydn's Unterricht 
genoß und sein erstes Werk (6 Fughetten) herausgab. Später studierte er bei 
Abbe Vogler in Wien und dann 1810 in Darmstadt, gemeinschaftlich mit 
Meyerbeer. W. machte auch als Klavierspieler Kunstreisen. Von 1813—16 war 
er als Musikdirektor in Prag, von 1817 an als Hofkapellmeister in Dresden 
angestellt. Mit dem Freischütz (1821) ward der nationalen deutschen Oper eine 
neue Aera eröffnet. Diesem populärsten Werke W's. folgten 1823 Euryanthe 
für Wien und 1826 Oberen für London. In letzterer Stadt starb W. am 5. Juni 
1826. W. ist einer der genialsten Vertreter der romantischen Richtung. 

Die Klaviermusik W's. zeichnet sich durch glänzende, eigenartige 
Technik und feuriges Wesen aus; nicht selten tauchen opernhafte Züge auf. 
Tiefe der Empfindung, wie der formellen Durchführung sind zu vermissen. 
Jedenfalls erscheint W. als eme Spezialität in der Klaviermusik. Die bedeutend- 
sten oder beliebtesten Werke jeder Gruppe sind in Folgendem durch ein * aus- 
gezeichnet. 



98 

A. Klavierwerke mit Begleitung*). 

1. Konzerte mit Orch. 

Konzert in C dur, Op. 11. Komp. i8io. 

Konzert in Es dur, Op. 32. (*3. Satz.) Komp. 1812. 

*Konzertstücl£ (Larghetto, Allegro, Marcia e Eondo) F moll, Op. 79. Komp. i82i, 

2. Quartett. Trios. Duos. 
Quartett für Pfte., Violine, Viola u. Violoncell. B dur. 

(Ohne Op.-Zahl). Komp. 1809. 

Trio für Pfte., Flöte u. Violoncell, G moll, Op. 63. Komp. 1819. 
*6 Variationen f. Pfte. mit Begl. von Violine u. Cello ad lib. über ein Thema 
aus Vogler's Samori, B dur, Op. 6. (Auch für Klavier allein.) Komp. i804. 

6 Sonates progressives f. Pfte. u. Violine (od. Flöte), Op. 10 (13). Komp. I810. 
*9 Var. über ein Norwegisches Lied f. Pfte. u. Viol. concert., D moll, Op. 22. 

(Auch für Klavier allein.) Komp. 18O8. 
Gr. Duo concert f. Pfte. u. Klarinett, Es dur, Op. 48. 
(Auch mit Cello von W. und Ganz.) Komp. 1816. 

7 Var. f. Pfte. u. Klarinett über ein Thema aus Weber's Sylvana, B dur, Op. 33. 

Komp. 1811. 

Divertimento (facile) f. Pfte. u. Guitarre, Op. 38. 
(Andante, Walzer, Var., Polacca.) Komp. 1816. 

Komanza siciliana f. Pfte. u. Flöte. Op. inedita. N. 2. G moll. Schlesinger. 

B. Vierhändige Stücke. 

*6 petites Pieces faciles, Op. 3. Komp. isoi. 

*6 Pieces. Op. 10. Komp. 1809. (Für die Prinzessinnen von Württemberg.) 

8 Pieces. Op. 60. Komp. I8I8 u. 19. 

C. Für Klavier allein. 

1. Sonaten. 
1. Cdur, Op. 24. 

Komp. 1812. Letzter Satz von W. »l'infatigable« genannt, später als »Perpetuum 
mobile« bekannt. 

*2. As dur, Op. 39. Komp. 18I6. 

*3. D moll, Op. 49. Ersch. 1817. 

4. E moll, Op. 70. Komp. 1822. 

2. Variationen. 

6 Var. über ein Originalthema, C dur, Op. 2. 

Ersch. 1800 in München. (Von W. selbst lithographiert.) 
8 Var. über ein Thema aus Castor u. Pollux von Vogler, F dur, Op. 5. 

Komp. 1804. 

7 Var. über „Vien' qua Dorina bella", C dur, Op. 7. Komp. iso?. 
7 Var. über ein Original thema, F dur, Op. 9. Komp. I8O8. 

*7 Var. über die Romanze aus „Joseph" von Mehul, C dur, Op. 28. Komp. 1812. 
*9 Var. über „Schöne Minka", C moll, Op. 40. Komp. I8i5. 
*7 Var. über ein Zigeunerlied, C dur, Op. 55. Komp. 1817. 
(Außerdem Op. 6 und 22 s. oben.) 

3. Kleine Stücke. 

*Momento capriccioso, B dur, Op. 12. Komp. 18O8. 
*Gr. Polonaise, Es dur, Op. 21. Komp. 18O8. 
Rondo brillante (La Gaite), Es dur, Op. 62. Komp. I8i9. 
* „Aufforderung zum Tanze", Des dur, Op. 65. Komp. i8i9. Ersch. i82i. 

*) Auf Grundlage von Jahns' C. M. v. Weber in seinen Werken. 
Chron.-them. Verzeichnis seiner Kompositionen. 1871. 



99 

*Polaeca brillante, E dur, Op. 72. 
6 Fughetten, Op. 1. 

Komp. 179s. (Orig.-Ausg. im Arch. d. Ges. d. Musikfr.) 

12 Allemandes (die beiden letzten vierhändig), Op. 4. Komp. isoi. 
6 Ecossaisen. Komp. 1802. 
6 Favorit-Walzer. 

Komp. 1812. Gew. der Kaiserin .Maria Lonise. (3. Lieferung. — 1. u. 2. Lief. enth. 
12 Walzer ersch. ohne Autornamen; zweifelhaft.) 

Adagio u. Eondo in Es, Op. 10. — Air russe, Op. 37. 

12 Pieces faeiles. — 2 Eondeaux ä la Polacca et une Valse. 

Unterschobene Kompositionen. 

„Weber's letzter Gedanke", As dur. 

(Ist N. 5 der Danses brillantes von Reissiger, Op. 26). 

„Les Adieux", Fantasie f. Pfte., Gmoll, Oeuvre posth. (Op. 81). 
Ersch. bei Schuberth usw. 

Allegro di ßravura (rev. v. Czerny), D dur. 
(Entstellung des E.ondo der Sonate Op. 49.) 

D. Neuere Ausgaben. 

Bearbeitungen. Kadenzen. 

Schlesinger. Gesamt-Ausg. (rev. von Eeinecke und E. Eudorff). — Peters. 
Oeuvres compl. — Br. & H. Werke f. Pfte. zu 2 Händen; do- zu 4 Händen. 

— Holle. Komp. f. Pfte. (H. W. Stolze). — Hallb erger do. (lloscheles). 

— Litolff. Gesamt-Ausg. — Variationen. — Fürstner in Berlin. 
Kompos. (rev. von Franz Kroll). 

Ausgewählte Klavierwerke mit Varianten etc. von Henselt. Schlesinger. — 

Schuberth. 
Sonaten und Solostücke, bearb. von Liszt. 2 Bände. Cotta. 
Sonaten, Konzertstück u. andere Werke f. Pfte. rev. von Door. Leipzig, Stein- 
gräber. 
Konzerte. 

C dur Op. 11. Andr^. Schlesinger. Schott etc. — Mit Begl. eines 2. Klaviers: 

Litolff. (L. E. Bach), Steingräber (Ed. Mertke). 
Es dur Op. 32. Br. & H. Schles. etc. — Mit BegL eines 2. KL: Schles., 
Steingr. (Mertke). — Kadenzen von: Eeinecke (Br. <fe H.), Bülow (Senffi. 
— Als Solostück bearb. von Bülow. Senff. 
Konzertstück F moU Op. 79. Oft aufgelegt. — Mit BegL eines 
2. Klaviers: Br. & H., Schles., Cranz. — Zum Konzert vertrag bearb. v. 
Bülow. Senff. 
Quartett. Litolff. — Schlesinger (Eudorff), — Ed. Peters. 
Trio. Op. 63. Litolff. Schlesinger. Schott. Peters. 
Duos. 6 Sonaten mit Viol. Schlesinger. Schuberth. Peters (David). 
Var. Op. 22. Schlesinger. Pohle (Lauterbach). 
Duo Op. 48. Schlesinger (Bärmann). — Arr. f. Klav. und Viola von F. Eeh- 

feld. Schles. — Litolff. 

Var. Op. 33. Schlesinger. 

Vierh. Stücke. Oft aufgelegt. 

Sonaten. Br. & H. — Peters. — Litolff. — Cranz usw. 
1. Sonate herausg. von Henselt. Schles. 
Perpetuum mobile aus der 1. Sonate. Oft aufgeL 
Kl. Stücke. Op. 12, 21, 62, 65, 72 oft aufgel. 
Op. 12. Aibl (Bülow). 

Op. 21. Mit Varianten etc. herausg. von Henselt. Schles. 
Op. 62. Schlesinger (Henselt). 

Op. 65. Für den Konzertvortr. bearb. von Henselt. Schles. — Kritisch 
verb. Ausgabe von Bülow. Aibl. — Mit Arabesken f. den Konzert- 
vortrag von Tausig. Senff. 



100 

Op. 72. *rür Pfte. mit Orch. bearb. von Liszt. — Aibl (Bülow) 
Op. 1. N. Ausg. Scbiiberth. - Litolif. 
Allemaiiden Op. 4. Litolff. — 6 Ecossaisen. d»- 
Original- Walzer. Schles. — Litolif. 
6 Walzer. Schles. — Litolff. 

Franz Schubert. 

(1797—1828.) 

Franz Schubert, geb. den 31. Jänner 1797 in Wien als der Sohn eines 
Schullehrers. Er erhielt seine Erziehung im k. Konvikt, wo auch seine ersten 
Kompositionen entstanden. Seh. lebte der Öffentlichkeit ferne nur im Umgange 
mit zahlreichen Freunden. Er verließ, wenige Ausflüge ausgenommen, Wien 
nicht. Seh. starb am 19. Nov. 1828, 81 Jahre alt. Seiner kurzen Lebensdauer 
steht eine fast fabelhafte Produktivität in allen Kompositions-Gattungen (Lied, 
Instrumentalmusik, Oper, Kirchenmusik) gegenüber. Die Mehrzahl seiner Werke 
wurde aber erst nach seinem Tode veröffentlicht. In mehr als 600 Liedern 
hinterließ er der Welt Schätze von Melodie und tiefer Empfindung. Fruchtbar 
auch in der Instrumentalmusik, erscheint er in seinen Symphonien, Quartetten 
als der bedeutendsten Einer. Sch's. Klaviermusik erschließt einen reichen 
Born musikalischer Schönheiten, welche in wohlbekannten Zügen überall die 
Eigenthümlichkeit seines Stils, mit seinen Vorzügen und Schwächen, erkennen 
lassen. Unter den Klavierwerken selbst findet sich neben Herrlichem und 
Fesselndem auch vieles Flüchtige und Unbedeutende. Die hervorragendsten von 
Sch's. Klavierwerken sind in Folgendem durch ein * bezeichnet. 

A. Werke für Klavier allein.*) 

1. Sonaten (Fantasie). 

*Amoll, Op. 42. Hdur, Op. 147. 

*Ddur, Op. 53. Amoll, Op. 164. 

Adur, Op. 120. *C moll. 

*Esdur, Op. 122. *Adur. 

Amoll, Op. 143. *Bdur, 
*Fantasie C dur, Op. 15. 
*Fantasie- Sonate G dur, Op. 78. 

(Fantasie, Andante, Menuetto u. Allegietto.) 

Sonaten E dur (1815), C dur (1815), Adur (1817), E moll (1817). 

Notizen. 

Zu Op. 42. »Premiere gr. Sonate.« Komp. 1825. Gew. dem Erzh. Rudolph. 

Zu Op. 53. Komp. 1825. Ersch. 1826 bei Artaria als »Seconde gr. Sonate«. Gew. C. M. 

V. Bocklet. 
Zu Op. 120. Komp. 1825. Ersch. 1830. 

Zu Op. 122. Komp. 1817. Ersch. 1830 als »Troisieme Sonate«. 
Zu Op. 143. Komp. 1823. Mendelssohn gew. von dem Verleger. 
Zu Op. 147. Komp. 1817. Ersch. ca. 1843. Thalberg gew. von dem Verleger. 
Zu Op. 164. Komp. 1817. Ersch. ca. l>-54 als 7. Sonate. 
Zu 3 Sonaten C moll, A dur, B dur. Alle komp. Sept. 1828. Ersch. 1838 unter dem Titel: 

Allerletzte Kompositionen. Rob. Schumann gew. von dem Verleger. 
Zu Op. 15. »Wanderer-Fantasie.« Ersch. 1823. 
Zu Op. 78. Komp. 1826. Ersch. 1827. Jos. v. Spaun gew. 
Unvollendetes und Fragmente: Sonaten in E dur, Des dur, Fis moll, C dur, FmoU, 

Cis moll, C dur. 

2. Andere Stücke. 

*Impromptus: 4 Impr. Op. 90. — 4 do. Op. 142. 
*Momens musicals (6) Op. 94. 

3 Klavierstücke. Allegretto in C moll. 

5 Klavierstücke. Marsch in E dur. 



*) Nach dem themat. Verzeichnis, herausg. von G. Nottebohm. Wien, Schreiber 1874. 
— Zusätze nach der Gesamtausgabe. Br. & H. 



101 

2 Scherzi. 
Adagio in E dur. 

Adagio u. Eondo E dur, Op. 145. 

13 Variationen (Thema von Hüttenbrenner) A moll. 

Variationen F dur. 

Variation (Walzer von Diabelli). 

Andante. — KlaTierstück A dur. 

Notizen. 

Impromptus. Op. 90. N. 1 u. 2 ersch. 1828. N. 3 u. 4 ersch. 1855. Op. U2 ersch. 1833. 

Liszt gew. von d. Verl. 
Mom. mus. ersch. 1828 in 2 Heften. 
Die anderen Klavierst. ersch. von 1840 bis ISTl. 
Die Var. über einen Walzer von Diab. findet sich als die 38. in der 1823 ersch. Sammlung 

(von 50 Komponisten). S. Sammlungen. 

3. Tänze. 

Original-Tänze (erste Walzer), Op. 9. 

Walzer, Ländler u. Ecossaisen, Op. 18. 
*Deutsche Tänze u. Ecossaisen, Op. 33. 

Galopp u. Ecossaisen, Op. 49. 

Valses sentimentales, Op. 50. 

Wiener Damen-Ländler u. Ecoss., Op. 67. 

Valses nobles, Op. 77. 

Grazer Walzer. Op. 91. — Letzte Walzer, Op 127. 

12 deutsche Tänze u. 5 Ecoss. — Grazer Galopp. 
*12 Ländler, Op. 171. — 20 Ländler (16 zweih. — 4 vierh.). 

Versch. Ländler, Deutsche Tänze, Ecossaisen, Menuette. 

Notisen. 

Op. 9. Darunter »Traner- und Sehn3uchts-Walzer<'. Ersch. 1822. 

Op. 33. Ersch. 1825. Arrang. zu 4 Händen nicht von Seh. 

Op. 67. Ersch. 1826. »Hommage aux belies Viennoises«. 

Op. 77. Ersch. 1827. — Op. 12.. Ersch. 1^30. 

Die folgenden Tänze ersch. 1571, 182-, 1364, 1869. 

Einzelne Tänze in Sammelwerken (vergrifTenj. 

B. Für Klavier zu vier Händen. 

3 Marches heroiques, Op. 27. *2 Marches caracteristiques, Op. 121. 
*6 gr. Marches, Op. 40. Kindermarsch, G dur. 

3 Marches militaires, Op. 51. *Sonate B dur, Op. 30. 

*Marche funebre, Op. 55. *Sonate (Grand Duo) C dur, Op. 140. 

*Marche heroique, Op. 66. *Phantasie F moll, Op. 103. 

Variationen über ein franz. Lied. E moll, Op. 10. 

Variationen über ein Originalthema, As, Op. 35. 

Variationen über ein Thema von Herold, C dur, Op. 82. 

Ouvertüre F dur, Op. 34. 6 Polonaisen, Op. 61. 

Ouvertüre C dur, Op. 170. 4 Polonaisen, Op. 75. 

Ouvertüre D dur. ßondo A dur, Op. 107. 

Eondo (Notie amitie est invariable) D dur, Op. 138. 
*Divertissement ä la Hougroise, Op. 54. 

Divertissement in Marschform, Op. 63. 

Andantino varie u. Eondo brillant, Op. 84. 
*Lebensstürme, charakt. Allegro, A moll, Op. 144. 

Fuge E moll, Op. 152. 

4 Ländler (20 Ländler s. oben). 

Allegro moderato C dur und Andante A moll. 
Drei Phantasien aus den Jahren 1810, 1811, 1813. 

Zweifelhaft: 
Introd. u. Variationen über ein Originalthema, B dur, Op. 82, N. 2. 

Ersch. 1860 bei Schuberth. 

Gr. Sonate (Fragment) C moll. Ersch. i87i. 



102 

Notizen. 

Zu Op. 27. Ersch. 1824. 

Zu Op. 40. Ersch. 1826. Nicht als »heroiques« bezeichnet. 

Zu Op. 55. Ersch. 1826. »Gr. M. Funebre ä l'occasion de la .mort de S. M. Alexandre I. 

(Alex. I., Kaiser von Rußland, gest. 1. Dez. 1825).« Die Übertragung für 2 Hände ist 

nicht von Seh. 
Zu Op...66. Ersch. 1826 »ä roccasion du Sacre de S. M. Nicolas I. Emp. des Russies.« Die 

Übertragung für 2 Hände ist nicht von Seh. 
Zu Op. 1-1. Ersch. 1830. 

Zu Kindermarsch. Komp. 1827 für Faust Pachler. Ersch. 1870 bei Gotthard. 
Zu Op. 30. Ersch. 1825. 
Zu Op. 140. Das Autograph hat die Überschrift: »Sonate f. Pfte. zu 4 Händen.« Komp. 1S24. 

Ersch. 1838 als Gr. Duo, Clara Wieck gew. von den Verlegern. 
Zu Op. 103. Ersch. 1829. 
Zu Op. 10. Komp. ca. 1821. »Dem Herrn Ludw. van Beethoven zugeeignet von seinem Verehrer 

und Bewunderer Fr. Schubert.« 
Zu Op. 34. Für das Pfte. vierh. komp. Ersch. 1825. 

Zu Ouvertüre D dur. Komp. für Orchester 1817; von Seh. selbst vierh. gesetzt. Ersch. 1872. 
Zu Op. 107. Komp. 1828. Ersch. 1829. 
Zu Op. 138. .Ersch. 1835. 
Zu Op. 63. Über franz. Originalmelodien. 
Zu Op. 8). Über franz. Motive. Ersch. 1828. 
Zu Op. 144. Komp. 1828. Ersch. um 1840. 
Zu Op. 152. Ersch. um 1843. 

C. Für Klavier mit Begleitung. 

*Quintett (Klav., Viel, Viola, Violonc. u. Kontrab.) A dur, Op. 114. 
*Trio in B dur, Op. 99. 
*Trio in Es dur, Op. 100. 

Duos. 
Für Klavier ii. Violine. 
*Eondeau brillant Hmoll, Op. 70. 
•6 Sonatinen (Ddur, AmoU, G moll), Op. 137. 
Fantasie C dur, Op. 159. 
Sonate (Duo) A dur, Op. 162. 

Für Klavier u. Flöte. 
Introd. u. Variationen über ein Originalthema, E moll, Op. IGO. 

Für Klavier u. Arpeggione. 
Sonate Amoll. 

Adagio u. Eondo concertant für Klav., Viol., Viola u. Violoncell, F dur. 
Nocturne f. Klav., Viol. u. Violoncell, Es dur, Op. 148. 

Notizen. 

Zu Op. 114. Komp. 1819. Ersch. 1829. »Forellen-Quintett« (im 4. Satz ist Sch's. Lied »die 

Forelle« als Thema benützt). 
Zu Op. 99. Komp. wahrsch. 1827. Zum ersten Male öffentlich gespielt um Neujahr 1828 von: 

Bocklet, Schuppanzigh u. Linke. Ersch. 18:^6 bei Diabelli. 
Zu Op. 100. Komp. jN'ov. 1827. Zum ersten Male öfl'cntlich gespielt am 26. März 1828 von: 

«Bocklet, Böhm u. Linke in Sch's. Konzert. Ersch. 1828. 
Op. 70 ersch. 1827. — Op. 137 ersch. 1836. — Op. 159 ersch. 1850. — Op. 162 ersch. 1852. 
Zu Op. 160. Thema »Ihr Blümlein alle.« Ersch. 1850. 
Son. mit Arpeggione (außer Gebrauch gekommenes Saiteninstrument). Ersch. 1871 bei Gotthard. 

Auch für Violoncell od. Violine. 

D. Ausgaben. 

1. Gesamtausgabe von Schubert's Werken. 

(In 21 Serien). Br. & H. 

Serie 7. Pianoforte-Quintett, Quartett, Trios. 2 Bände. 

[Enth. 1 Quintett, 1 Quartett (Adagio und Rondo concert.), 2 Trios, 
Notturno (Trio)]. 
Serie 8. Für Pianoforte und ein Instrument. 2 Bände. 

(Entb. Mit Violine: Eondo, 3 Sonatinen, Phantasie, Sonate Op. 162; mit 
Flöte: Variationen Op. 160; Sonate mit Arpeggione oder Violoncell). 



103 

Serie 9. Für Pianoforte zu vier Händen. 3 Bände. 

(Enth. Märsche, Ouvertüren, Sonaten, Eondos, Variationen und andere 
Stücke). 
Serie 10. Sonaten für das Pianoforte. 1 Band. 

(Enth. 15 Sonaten). 
Serie 11. Phantasie, Impromptus u. andere Stücke. 1 Band. 

(Enth. Phantasie Op. 15, Impromptus Op. 90 u. 142, Momens musicals u. 
andere Stücke). 
Serie 12. Tänze für Pianoforte. 1 Band. 

(Enth. Walzer, Ländler, Deutsche Tänze, Ecossaisen etc.). 
Serie 21. Supplement. Unvollendete Werke u. Fragmente. 

(Enth. für Pianoforte: Sonaten in E dur, Des dur [Fragment], andere 
5 unvoll. Sonaten und eine Anzahl kleinerer Stücke.i. 

2. Verschiedene Ausgaben. Bearheitungen. 

Br. & H. Pfte.-Werke zu 2 Händen. — Pfte.-Werke zu 4 Händen. — Sonaten. 
Peters. Sonaten (1 Band), Stücke (1 Band), Suppl. (1 B.), Tänze (1 B.). 

Zu 4 Händen: Sämtl. Orig.-Xompositionen (3 Bände u. ein Supplem. -Band). 
Auch Einzelnes. 

Duos f. Klavier u. Violine (1 B.). — Trios (1 B.). — Quintett. 
Litolff. Sonaten, Stücke, Tänze (4 Bände). 

Vierhändiges |2 Bände). Auch einzeln. 

Sonaten u. Eondo f. Pfte. u. Violine. — 2 Trios. 
Cotta. Ausgewählte Sonaten u. Solostücke, hearb. von Fr. Liszt. (Instrukt.- 

Ausgabe), 2 Bände. 
Hofmeister. Orig.-Eompositionen f. Pfte. 5 Bände. 

Holle. Komp. f. Pfte. solo (2 Bde.), vierhändig (2 Bde.) (rev. von Markuli). 
Wanderer-Phantasie, Op. 15, übertr. f. Pfte. u. Orchest. u. bearb. von Fr. Liszt. 
Unvollendete Sonate C dur (ersch. 1861 unter dem Titel „Eeliquie"). Br. & H. 
Unvollendete Sonate C dur, ergänzt von Ludw. Stark, Br. & H. 
Sonate in Des (Fragment), Br. k H. 

Menuetto H moll aus Op. 78, bearb. von Eubinstein, Simrock. 
Akad. Ausgabe ausgew. Klaviersonaten, rev. von H. Germer, Litolff. 
12 Ländler Op. 171, arr. f. 4 Hände von Jul. Epstein. 
4 Ländler (aus den 20 Ländlern) f. 2 Hände einger. von Gotthard. 
Märsche: Op. 40, N. 3 u. 5; Marcia aus Op. 54, für Orchester bearb. von Liszt. 
Grand Duo Op. 140, instrumentiert von Joachim. 
Eondo f. Klavier u. Violine Op. 70, herausg. von Ferd. David. Senff. 
Valses nobles Op. 77, für Pfte., Viol. u. Cello bearb. v. Jul. Zellner. Doblinger. 



J. L. Dussek. 

(1760—1812.) 

Job. Ludw. Dussek, geb. 1760 (oder 1761) in Czaslau in Böhmen; erhielt 
eine vielseitige Bildung. 1783 besuchte er Em. Bach in Hamburg, der ihn sehr 
aufmunterte. Seine erfolgreichen Kunstreisen führten ihn nach Berlin, Peters- 
burg, 1786 zum ersten Male nach Paris. Sein glänzendes Klavierspiel, wie auch 
seine Kompositionen fanden überall Bewunderung. 1792 ließ er sich in London 
nieder. Später trat er in ein inniges Verhältnis zum Prinzen Louis Ferdinand 
von Preußen, dem er als Lehrer und Freund von 1802 bis zu dessen Tod 1806 
zugesellt bheb. (S. Louis Ferd.) Von 1808 an wieder in Paris, starb er daselbst 
1812. D's. Klavierwerke zeichnen sich durch Noblesse und Eleganz aus. In 
erster Linie stehen seine Solo-Sonaten, von •welchen einige den bedeutendsten 
dieser Gattung zunächst rangieren. Die Klavier-Konzerte sind meist veraltet, die 
vierh. Sonaten brillant, ohne Tiefe, die kleinen Stücke gefällige Musik für 
Liebhaber. Die anregendsten der Sonaten sind durch ein * ausgezeichnet, die 
hervorragendste ist Op. 70. 



104 



1. Konzerte mit Orch. 



1. Esdur, Op. 3. 5. B dur, Op. 22. 9. Ü moll, Op. 50, 

2. Fdur, Op. 14. 6. F dur, Op. 27. \ 10. Bdur, Op. 63, 

3. Esdur, Op. 15. 7. Bdur, Op. 29. ^ (f. 2 Pfte.) 

4. Fdur, Op. 17. 8. Bdur, Op. 40. 11. Fdur, Op. 66.^ 

(Conc. militaire.) 12. Esdur, Op. 70.^. q,^ 

3 Konzerte, Op. 1 (mit 2 Viol., Alto u. Basso). Ersch. in Haag. XüL^^'^ 

Die Konzerte sind theilweise mit Orch. ad libitum. t^*' ^J 

Orig.-Ausgabon bei Andr^ und Br. & H. 

Das Konzert Op. 63 für zwei Klaviere, 1818 in einem Konzert der Ges. d. Musilifr. in Wien 
aufgeführt. 

2. Andere Werke mit Begleitung. 

Quintett, Op. 41. — Quartett Esdur, Op. 56 (46). 

20—25 Trios, Op. 2, 3, 7 bis Op. 65, theilw, mit Flöte u. Cello (3 gr. Trios 

Op. 29. 2 Trios Oeuv. posth.) 

Die Benennung ist stets »Sonate mit Viol. u. Celb«. Die Begleitung der meisten Trios 

ad üb. 

40—50 Sonaten mit Violine (od. Flöte), Op. 2 bis Op. 69. 
12 Sonatinen mit Viol. 

12 Sonaten fmit Begl.) erschienen als Op. 2 in Haag (nebst Op. 1, s. oben, die ersten 

Werke Dussek's). 
3 Sonaten, Op. 18, Haydn gewidmet. 
Die Op. -Zahlen der Trios und Duetten sind häufig die gleichen; auch sind es oft dieselben 

Werke mit (nicht obligater) Begleitung eines oder zweier Instrumente. 
Orig. -Ausgaben Br. & H. 

3. Sonaten für Klavier allein. 

1. Bdur ] 11. Gdur ] *21. Fis moll, Op. 61. 

2. Cdur [ Op. 9. 12. C dur } Op. 39. 22. D dur, Op. 69. 

3. Ddur ) *13. Bdur I *23. As dur, Op. 70^ 
*4. A dur j 14. A dur, Op. 43. 24. Es dur, Op. 75. 



5. Gmoll } Op. 10. *15. Esdur, Op. 44. *25. F moll, Op. 77. 

6. E dur J *16. B dur ] *26. F dur (La Chasse). 



*7. B dur, Op. 23. 17. G dur } Op. 45 

8. Bdur 1 18. Ddur | 

*9. Gdur } Op. 35. 19. D dur ^ ._ 

*10. Cmoll I 20. Gdur ] ^^^- ^^■ 

6 Sonatinen: Gdur, Cdur, Fdur, A dur, Cdur, Esdur, Op. 20. 

Notizen. 

Op. 44. Les Adieux de Clement!. 

Op. Gl. Elegie harmonique sur la mort du Prince Louis Ferdinand de Prusse, en forme de 
. Sonate. 

^Op. 70. Le Retour ä Paris. 

Op. 77. L'invocation. 

4. Andere Stücke. 

La Consolation, Andante B dur, Op. 62. 

Dem Andenken des Prinzen Louis Ferdinand gewidmet. 

Fantasien u. Fugen. — Fantasie. — Variationen, Airs varies. — Rondeaux. — 
Le^ons progressives. — 3 Pröludes. — Tänze (Valses, Anglaises, Contra - 
danses). 

Bataille navale, Sonate, auch mit Viol. und Cello und gr. Tambourin. 

Tableau de la Situation de Marie Antoinette, Sonate. 

La Mort de Marie Antoinette, Sonate. 

Piece funebre. 

5. Vierhändiges. Für 2 Klaviere. 

Vierhändig: 
5 Sonaten und 3 Sonate s faciles. 
3 Fugues ä la Camera. 
1 Sonate facile (Oeuv. posth.). 



105 

Für 2 Klaviere: 
Konzert in B (s. oben). — Sonate in Es, Op. 38. Haslinger. 
Duos für 2 Klaviere, oder Klav. und Harfe, Op. 11, Op. 36 (mit Hörn ad. lib.), 
2 Duos faciles. 

6. Schule. 

Methode nouvelle pour le Piano. London, 1796. — Paris. — Leipzig, Br. & H. 
(Pfte.-Schule) 

Ausgaben. 

1. Alte Gesamtausgabe von Br. & H. 

Cah. ]. 6 Sonaten für Klav. allein, Op. 9 u. 10. — Romance (Partant pour la SyrieX 
Cah. 2. 4, Sonaten f. Klav. all., Op. 35 u. 43. 
Cah. 3. 12 Airs varies, Op. 71. 

Cah. 4. 12 Sonaten f. Klav. u. Violine, 3 vierh. Sonaten, Op. 67. 
Cah. 5. 4 gr. Sonaten f. Klav. allein. Op. 44 u. 45. 

Cah. 6. 3 Sonaten f. Klav. u. Viol. — La Chasse. — Rondeau f. Klav. all. 
Cah. 7. 3 vierh. Sonaten, Op. 32, 48, 74. 

Cah. 8. 6 Sonaten, Op. 23, 39, 47 und 3 Airs var. f. Klav. all. 
Cah. 9. 3 Fugen ä la Camera u. 1 Sonate zu 4 Händen. 
Cah. 10. 6 Sonaten (5 f. Klav. u. Viol.) 

Cah. 11. Fantasie u. Fuge, Le Retour ä Paris, 1 gr. Sonate, Op. 75, f. Klavier allein. 
Cah. 12. Fantasie f. Klav. all., 3 Sonaten f. Klav. u. Viol. 

(Alte Gesamtausg. von Schlesinger, 3 Cahiers enth. 12 Sonaten für Klav. allein und 6 Son. 

mit Violine.) 

2. Neue Ausgaben. 

Konzert G moll, Op. 50. Br. & H. (2. Klavier arr. von Maas). — do. 1. Satz 
herausg. von Keinecke. Br. & H. (Klavier-Konzerte alter und neuer Zeit). 

Konzert Es dur (N. 12). Schott. 

Eondo aus dem Konzert Op. 27. Br. & H. 

Quintett, Op. 41. Br. & H. 

Sonate mit Viol., Op. 6y, N. 1. Br. & H. 

6 leichte Sonaten mit Viol. ad. lib., Op. 46. Br. & H. — Litolfi. 

32 Sonaten für Klavier allein. Br. & H. (Volksausg.). — do. Litolff. 

3 Sonaten (Op. 10, 70, 77) Ed. Peters. 

Sonaten und andere Werke 2 Bände, Cotta. 

Le Ketour ä Paris. Op. 70. Simrock. Schott. — La Chasse, oft aufgel. 

6 Sonatinen, Op 20. Ed. Peters. — Br. & H. (Jadassohn). — Steingr. (Klein- 
michel). 

Stücke (La Chasse, La Consolation, Les Adieux, L'Amusoire, Partant pour la 
Syrie, 3 Preludes, Alla Tedesca, La Matinep). Ed. Peters. 

12 Le9ons, Op. 16 (kleine Stücke) (Roitzsch). Ed. Peters. 

Sonaten u. Stücke (Winkler). — Rondos u. Variationen (Köhler). — Sonatinen, 
Op. 20 (Köhler). Ed. Litolff. 

Leichte u. instrukt. Stücke u. Sonaten, herausg. von Jadassohn. Br. & H. 

Le Gaivon laboureur, Rondo. Schott. 

La Consolation, Op. 62. Oft aufgel. — Les Adieux do- 

Ausgew. Kompositionen. Holle. 

Einzelne kl. Stücke. Br. & H. Schott. 

Einzelne Sonaten und Stücke bei Litolff (W. Rehberg), Cranz (Dachs), Augener ete. 

Les Adieux, Rondeau (P. Zilcher). Andre. — Rondo militaire. Kahnt. 

3 Sonaten, Sonatinen, ber. Stücke (Beriot). Univ.-Edition. 

J. B. Cramer. 

(1771—1858.) 

Job. Bapt. Cramer, geb. 1771 in Mannheim. Kam mit seinem Vater 
frühzeitig nach London, wo er den Unterricht Schröter's, dann 1783—84 
Clementi's genoß. Von 1788 beginnen seine Kunstreisen. C. wurde als einer der 
bedeutendsten Klavierspieler, besonders im gebundenen Stile, anerkannt. In 



106 

Wien und London trat er zu Haydn, den er bewunderte, in Beziehung. C. nahm 
von 1832 — 45 seinen Wohnsitz in Paris, brachte aber den größten Theil seines 
Lebens in London zu, wo er in hohem Alter 1858 starb. Seine Bedeutung als 
Klavier-Xomponist beruht vorzugsweise auf seinen instrulitiven Werken, vor 
allem auf den klassischen 84 Etüden und der Pfte.-Schule; doch auch unter 
seinen Sonaten zeichnen sich manche durch Ernst und Gediegenheit aus. Die 
Mehrzahl seiner übrigen Klavierstücke gehört der Mode seiner Zeit an. 

A. Studien. 

*84 Etüden. (Etudes en 42 Exercices dans les difFerens Tons, calcules pour 
faciliter les progres de ceux, qui se proposent d'etudier cet Instrument ä 
fond. — Suite de l'Etude en 42 Exercices.) 

Ersch. vor 1829. 

Viele Ausgaben. Vollst, u. A.: Br. & H. Volksausg. (Coccius), Ed. Peters 
(Ruthardt), LitolfF, Schlesinger, Hofmeister (A. E. Marschner), Andre, Holle, 
Cranz. — 42 Etüden (Jul. Knorr), Ausgew. Etüden (Henselt), Ausgew. Et. 
(Kühner), alle Br. & H. — 42 Et. (Bülow) Bote & Bock, 60 Et. (Bülow) 
Aibl (Üniv.-Edition). — 25 Etüden im Anschluß an die 60 von Bülow 
herausgegebenen (W. Willborg) Jurgenson. — 66 (H. Vetter) Hofm. — 
66 (Germer) Hansen. — 57 (BischofF) Schles. — 55 (Sturm) Cranz. — 
60 (R. Schwalm), 52 (Riemann) Steingr. — 30 (L. Köhler) Schuberth etc. 
50 Etüden mit Begl. eines 2. Klaviers von Henselt. Schlesinger. — Fortsetzung: 
20 Etüden mit Begl. eines 2. Klaviers von Henry Timm. Ebend. 

16 Etudes (Suite des 84 Etudes), Op. 81. Hasl. — 8 Etüden aus Op. 81, 
herausg. von Busoni. Schles. 

16 nouv. Etudes prepar. ä Celles des 4 livres, Op. 95. Schott. 

*Große prakt. Pianoforte-Schule. (Methode de Pfte. Andre). In 3 Bänden. 
Vielfach aufgelegt. LitolfF etc. 

Neue vollst. Pfte.-Schule (Conseil k mes eleves), Op. 98. Schlesinger. 

Kl. Pite.-Sehule. Ed. Peters (für Anfänger. 1. Band der Pfte.-Schule). 

*Schule der Fingerfertigkeit. 100 Übungen, Op. 100. (2. Bd. d. Pfte.-Schule.) 
Mehrf. aufgel. Ed. Peters, LitolfF, Schuberth etc. 

Die Mechanik des gediegenen Pianisten. 24 Salon-Etuden, Op. 101. (3. Band 
der Pfte.-Schule.) 

Gramer, Pleyel u. Dussek. Kleine Pfte.-Schule. N. Ausg. Litolff. 

25 Etudes caracteristiques, Op. 70. — Dulce et utile, 6 pet. Etudes, Op. 55. 
N Ausg. Schlesinger. — 24 neue Spezial-Etuden, Op. 99. — 12 gr. Etudes 
melodiques, Op. 107. — 12 Pieces _caract. en forme d'Etudes, Op. 111. — 
24 Preludes, üp. 96. — Tonleiter-Übungen usw. 

B. Sonaten. 

(Die Anzahl der Sonaten mit und ohne Begleitung wird mit 105 an- 
gegeben. Sonaten für Klavier allein ungef. 50—60.) 

Darunter: 
4 Sonaten, Op. 6. Br. & H. (*2. Son. C moll). 
Gv. Sonate, Op. 20 (Clementi gewidmet). Andre. 
3 Sonaten, Op. 23 (Haydn gewidmet). Br. & H. Artaria. 
3 Son., Op. 25. — 2, Op. 27. — 3, Op. 29. Br. & H. — 1, Op. 38. D dur. 

(*l. S.) Artaria. — La Gigue, Son. Op. 39. — Son. Op. 40 (41). Mehrf. 

aufgel. 
La Parodie, Son. Op. 43. Mehrf. aufgel. 
L'Ultima, gr. Son. Op. 53. Mehrf. aufgel. 

Les Suivantes, 3 Senates, Op. 57 — 59. Br. & H. — Peters. (*0p. 58 B dur.) 
Le Retour ä Londres, Son. Op. 62. Br. & H. (*1. S.). 
*Gr. Sonate, Op. 63 (Hummel gew.). Peters. 
Hors d'oeuvre, gr. Sonate dans le style de Clementi. Peters. 

In neuen Ausgaben: 
Sonaten Op. 47 u. 48. Schott. 
La Parodie, Op. 43. Br. & H. — Schott. 



107 

Sonaten u. Sonatensätze, ausgewählt und rev. von Eieli. Kleinmicliel. 2 Hefte. 

Steingr. 
Sonate in G, Op. 39, herausg. v. N. J. Hompesch. Köln, vom Ende. 
AUegro de la Sonate Op. 20. Hansen. 
Sonate u. Eondoletto, frei bearb. von C. van Ark. Rahter. 

C. Andere Stücke. 

Zahlreiche Variationen, Eondeaux, Divertissements; Adagios, Impromptus, 
Toccaten, Valses etc. 

Immortelles, Fant. path. et caract., Op. 87. — La Victoire de Kutosoff. — 
Le Eendez-vous a. la chasse. Vielf. aufg. — Gramer, Hummel, Kalkbrenner 
u. Moscheies: Eule Brittania, var. — Pensee funübre et elegiaque, Op. 96. 
— Les deux Styles, ancien et moderne, Fant, capricieuse, Op. 97. — Un 
jour de Printemps, Op. 98. — Les Adieux ä ses amis de Paris; Capr., 
Fugue et Eondeau. 

In neuen Ausgaben: 

Le petit Eien. Eomance var. Schott. — Schuberth. — Augener. 

On dit qu'ä quinze ans. Air var. Schott. 

Songe de Eousseau. Air av. Var's. Br. & H. 

Variations sur un air Saxon. Br. & H. 

Choral u. Eondo. Andantino affettuoso. In „der junge Classiker" von Pauer. 

2. Bd. Br. & H. 
Eondo, herausg. von Aug. Winding. Hansen. 
Cramer-Album. Br. & H. (Volksausg.) 

(Enth. 21 kleinere Stücke. 
Hervorzuheben: N. 3. Carillon. N. 5. Scherzando. N. 11. Etüde. 
N. 13. Etüde.) 

Vierhändig: 2 Sonaten. — 1 Duo brillant. — 12 Etudes en Forme de Noc- 
turnes. — Andere Stücke. 
Für 2 Klaviere: Gr. Duo Op. 24 (auch für Harfe u. Pfte.) — 1 qo. Op. 37. 

D. Für Klavier mit Begleitmig. 

8 Konzerte (Op. 10 — 70), Concerto da camera. Eisch. bis 1828. 

Hervorzuheben: 4. Konzert Op. 38 (1. S.), 5. do. Op. 48, C moll (1. S.). 
Le Eetour ä Vienne, Gr. Var's. — Intr. u. And. var. — Sämtl. mit Orch. 
2 Quintetten. — 1 Quartett. 
Ca. 40 Trios (Sonaten mit Begl. von Violine u. Violoncell) und 20—30 Sonaten 

mit Violine (oder Flöte). (Die Begleitung meist ad. libit.) 
Andere Stücke mit Violine (Flöte). 
2 Serenaden f. Pfte., Harfe, Flöte u. 2 Hörner ad lib. 

Keine neuen Ausgaben. 

John Field. 

(1782—1837.) 

Geb. in Dublin 1782, Schüler Clementi's, den er auf seinen Kunstreisen 
begleitete, worauf er in Petersburg, dann in Moskau bleibenden Aufenthalt 
nahm; er starb in letzterer Stadt 1837. 

Field's Klavierspiel zeichnete sich durch gesangvollen Ansehlag und 
seelenvollen, dabei einfachen Ausdruck, aus. Seine Nocturnes wurden berühmt; 
er ist in dieser Form als bahnbrechend, namentlich als Vorläufer Chopin's 
zu betrachten. Von seinen Konzerten ist nur jenes in As bedeutender. Seine 
Sonaten sind leer und ohne Interesse. Die schönsten der Nocturnes und anderen 
Stücke sind nachfolgend mit * bezeichnet. 



108 



13. 


Dmoll 


^'4 


14. 


Cdur 


*/4 


15. 


Cdur 


\ 


16. 


Fdur 


-%■ 


17. 


Edur 


% 



A. Nocturnes. 
(Nach der Ed. Peters.) 

*1. Esdur ^%. *7. Cdur s/,. 

2. Cmoll s/g. 8. Adur e/g. 

*3. Asdur %. 9. Esdur %. 

*4. A dur % 10. E moll 12/ 

*5. Bdur i2/g_ 11. Esdur i\. 

6. Fdur e/g. 12. G dur ej/g. 

Die Nocturnes 1—10 ersch. bis 1828. — N. 1, 2 u. 8 in alter Ausg. als Romances ersch. 
— N. 13 »Malinconia«. — N. 16 auch mit Quart.-Begl. — N. 17. JNoct. pastoiale. 

Neue Ausgaben (Bearbeitungen) : 

Ed. Peters (Köhler). — Andre - Br. & H. (Reinecke). - Litolff. — Kahnt 
(Sch(dtz). — ScMes. (A. Holländer). — Steingr. (Riemann) etc. 

18 Nocturnes, rev. und mit einer Vorrede, von Fr. Liszt. Schuberth. 

6 Nocturnes interpretes par A. Rubinstein. Schott. 

3 Noct., als Vorstudien zu den Nocturnes von Chopin, frei bearbeitet von Sara 
Heinze Leipzig, Heirize. 

2 Noct., Malinconia u. L'Esperance. Kahnt. 
Nocturne in Es N. 1. Mehrfach aufgel. u. bearb. 
Nocturne in B N. 5, herausg. von Th. Lpschetizky. Rahter. 
Nocturnes N. 2, 3, 5, mit Cello bearb. von J. de Swert. Junne. 

B. Sonaten nnd andere Stücke. 

3 Sonaten, Op. 1. Adur, Esdur, Cmoll. Leipzig, Kühnel. 

Gew. Muzio Clementi. 

Sonate H dur. Artaria. 

Neue Ausgaben: 
Sonate in A. Schlesinger. — do- (Löschhorn). Bote & Bock. 
Sonate in Es. Schles. 
Sonate in Es (N. J. Hompeseh). Bonn, Cohen. 

Verschiedenes: 
Eondeaux, Fantasien, Divertissements, Variationen, Tänze, Exercices usw. 

Darunter: 
Eondeaux favoris. — Airs russes en Eond. — Le Midi, Rondeau (auch mit 
Quartettbegl.). — Polonaise en Eond — Nouv. Fantaisie, Gdur. — Fant, 
sur ma Zetulbe, Op. 3.-2 Divert. (auch mit Quartettbegl.). — Chanson 
russe var. — Frühlingswalzer. — Sehnsuchtswalzer. — Exercice module 
dans tous les tons. — Nouvel Exercice usw. 

Neue Ausgaben: 

Eomance in A. Andre. 

Compositions choisies (N. 1. Air russe, N. 2. Chanson russe). Cranz. 

Rondo in A. Schles. — Rondo in Es, herausg. von Bülow. Aibl. 

Rondo favori in E. Bote & Bock. — *Le Midi, Rondo. Litolff. 

*Reviens, reviens. Cavatine. In „der junge Classiker". 2. Bd. Br. & H. 

Exercice. Br. & H. — Andante inedit. Petersburg, Bernard, Cranz. — Polonaise 

in Es (Reinecke). Gebr. Reinecke. 
Field-Buch. Ausgew. Klavierkompositionen, rev. von R. Kleinmichel. Senff. 

Vierhändig: Air russe varie, A moll. München, Aibl. — Br. & H. 

C. Konzerte mit Orch. Stücke mit BegL 

Konzerte: 1. Esdur. 2. Asdur. (*1. S.). 3. Esdur. 4. Esdur. 5. Cdur 
(l'incendie par l'orage). 6. C dur. 7. C moll. 
Die Konzerte 1—6 ersch. bis 1828. 



109 

Neue Ausgaben: 
N. 1. Es dur. Schott. — N. 2. As dur. Cranz, Peters (Roitzsch), Br. & H. 

(1. Satz in Klav.-Konzerte zum Gebr. im Conserv. zu Leipzig, herausg. 

von Eeinecke), Br. & H. (für 2 Pfte.). 
Quintett für Pfte., 2 Viol., Alto u. Violonc. As dur. N. Ausg. Br. & H. 

Rondeaux und Divertissements mit Quartett-Begl. 
Eondeaux mit Flöte. 

Von Op.-Zahlen nur angegeben: Op. 1 u. Op. 3. 

Fried. Kalkbrenner. 

(1784[88] — 1849.) 

Frederic Kalkbrenuer, der glänzendste Vertreter der neueren franz. 
Klavierschule, wurde 1784, oder 88, in Kassel geboren. Er kam frühzeitig nach 
Paris, wo er im Konservatorium bei Louis Adam das Klavierspiel studierte und 
den ersten Preis gewann. Auch die Kofyphäen des Klavierspiels : Clementi, 
Hummel, Dussek waren einflußreich für seine Entwicklung. Auf seinen zahl- 
reichen Konzertreisen erzielte K. überall außerordentliche Erfolge. Später 
wendete sich K. mehr der Lehrthätigkeit zu, adoptierte die Methode Logier's 
und bildete in London und Paris zahlreiche Schüler. Seine berühmteste 
Schülerin war Mad. Camille Pleyel. K. starb 1849 bei Paris. 

Seine Klavier-Kompositionen sind technisch glänzend und klang- 
voll, entbehren aber der Tiefe und Innerlichkeit. Die überwiegendste Zahl der- 
selben gehört der Salonmusik ihrer Zeit an. Die besten oder beliebtesten sind 
nachfolgend durch * ausgezeichnet. 

A. Für Klavier allein. 

1. Studien. 

♦Methode pour apprendre le Piano ä l'aide du Guide-mains (Klavierschule). 
Op. 108. 2 Theile. Kistner. 

Allen Konservatorien der Masik in Europa gewidmet. 

24 Etudes dans tous les modes, Op. 20. Mehrfach aufgel. 
*24 Preludes dans tous les tons, Op. 88. Eicordi. 

*12 Etudes preparatoires (ä la Methode), Op. 126. 

25 Etudes de Style et de Perfectionnement (Ergänzung der Methode), Op. 143. 
— Sämtlich bei Kistner. 

12 Etudes progressives, Op. 161. Schott. 
*Etudes faciles et progr., Op. 169. Br. & H. 
4 Toccates, Op. 182. Br. & H. 
Ajax, Etüde nouv. in C. Schles. 

Anleitung zum Präludieren, Improvisieren, Fugen, Etüden usw. (Harmonie- 
lehre für Pfte.-Spieler), Op. 190. Br. & H. 

Neue Ausgaben: 
Kistner (Köhler): Op. 20, 88, 108, 126, 143. — Litolff: Op. 20, 126, 143. 
Ed. Peters (Köhler): Op. 20, 108, 126, 143. — Ausgew. Et. (Roitzsch). 
Studien f. Pfte., 1. Heft. Hamburg, Berens. 
Leichte Etüden, Op. 169. Br. & H. (Volksausg.). 

2. Sonaten. 

3 Sonaten, Op. 1 (L. Adam gewidmet). 

3. Op. 4. — 1, Op. 13. — *Gr. Son. F dur, Op. 28 (J. B. Gramer gew.). — 
1 Adur, Op. 35. — 1 AmoU, Op. 48 (Cherubini gew.). — 1 P moU, Op. 56 
(dem Andenken Haydn's gew.). — 1 Son. pour la main gauche principale, 
As dur, Op. 42. 
Sämtlich bei Kistner. 

9 



110 

Neue Ausgaben: 

Sonate As dur, Op. 42, 1. Satz. In Sonaten-Studien von Köhler, 10. Heft, 

Br. & H. 
Sonate Amoll, Op. 48, 1. Satz. In do., 11. Heft. 

3. Andere Stücke. 

Viele Fantasien (über Motive), Kondos, Variationen usw. 
Darunter: 

*Le Fou (scene dramatique), Op. 136. — *Le Eeve, gr. fantaisie, Op. 113 
(auch mit Orch.-Begl.). — *La femme du marin, pensee fugitive, — *Var. 
sur l'air „Vive Henry IV.", Op. 18. — Var. sur les 3 notes de la celebre 
Eomance de Eousseau, Op. 23. — Rondo in Es, Op. ^32. — Essai sur 
differens caracteres, Op. 34. (*N. 5.) — Les Regrets, Elegie härm, sur la 
mort de la Princesse Charlotte d'Angleterre, Op. 36. — La Solitude, Ron- 
deau, Op. 46. — *Rondeau, Op. 62 (oft aufgel.). — 3 Andantes, Op. 54. 

— Polonaise, Op. 55 (oft aufgel.). — Rondo pastoral, Op. 59. — Rond. 
militaire, Op. 62. — *Gage d'amitie, Rondo, Op. 66 (auch mit Orch.). — 
Rond. villageois, Op. 67 (oft aufgel.). — *Effusio musica. Gr. Fant., Op. 68. 

— *Rondo über „le Colporteur" von Onslow, Op. 89. — La Melancolie et 
la Gait^, Rom. et Rond., Op. 96. — Scherzo u. Rondo, Op. 97. — Adagio 
ed Allegro di bravura, Op. 102. — La Brigantine ou le Voyage sur mer, 
Op. 103. — Rond. fantastique, Op. 106. — Var. sur une Mazourka de 
Chopin, Op. 120. — Le Soupirs, 2 Noct., Op. 121. — La Crainte et 
l'esperance, Rond., Op. 130. — L'ange dechu, Fant, Op. 144. — Fant, über 
Proch's „Alpenhorn", Op. 147. — Les Nationalites music, Op. 185. — 
Dernieres pensees music. Romances. — Walzer. 

Verleger: Br. & H., Kistner, Hofm., Schles. etc. 
Neue Ausgaben: 

Le Fou, le Reve, la Femme du marin. Mehrfach aufgel. (auch Arrang.) — 
Var. Op. 18. Hofm. — Rondo Op. 32 (Breslaur) Grüninger. — Rondo 
Op. 52. Andre. Schles. — Gage d'amitie, gr. Rond. Op. 66. Schles. — 
Fant. Op. 68. Kistn. — Rondo Op. 89. do. — L'Echo, scherzo brill. Wien, 
Schreiber. — Gr. Fant, brill., Op. 177. Hofmeister etc. 

Ausgew. Pianofortewerke. Br. & H. (Volksausg.) 

(Enth. : La femme du marin, Rondino Op. 32, Rondo Op. 52, Gage 
d'amitie, le Fou, L'ange döchu, Fant, über Proch's „Alpenhorn", 20 
leichte Etüden.) 

Kalkbrenner- Album (La femme du marin. Le Eeve. Le Fou. L'Ange dechu. Les 
soupirs, 2 Noct.). Litolff (Winkler). 

Kalkb. -Album (3 Rondos. La femme du marin. Les Soupirs. Le Fou). Ed. Peters 
(Roitzsch). 

B, Vierhändig nnd für 2 Klaviere. 

Vierhändig: 

3 Sonaten, Op. 3, 79 u. 80. — 3 Pieces faciles, Op. 35. 
Valses milit. ou Marches, Op. 40. — Var. Op. 92. 
Leichte vierh. Stücke (2. Theil der Methode, Op. 108). 

Für 2 Klaviere: 
Konzert für 2 Klaviere, Op. 125 (s. Konzerte). 
Gr. Duo, Op. 128. - Marche in G (auch für Harfe u. Pfte.). 
Kalkbr. und Dizi: Duo (auch für Harfe u. Pfte.), Op. 82. 

C. Werke mit Begleitung. 

1. Konzerte nnd Stücke mit Orchester. 

4 Konzerte: *D moll, Op. 61, E moU, Op. 85, Amoll, Op. 107, As dur, Op. 127. 
y Konzert für 2 Pfte. in C, Op. 125. 



111 

Les Charmes de Berlin, Rondo brill. in Es, Op. 70. 

Fant. u. Var. Op. 72. — Var. Op 83 u. 99. — Intr. u. Rondo. Op. 101. — 

Adagio u. Allegro. Op. 108. — Le Reve, Op. 113. — Les Charmes de 

Carlsbad, gr. Rondo, Op. 174. 

Neue Ausgaben: 

Adagio aus dem D moU-Konzert (Jadassohn). Br. & H. 
Gage d'amitie Op. 66. Schles. 

Var. sur l'air „Di tanti palpiti" Op. 83, f. Klav. allein herausg. v. Ad. Henselt. 
Rahter. 

2. Andere Werke mit Begleitung. 

2 Septuors: Es dur Op. 15, A dur Op. 132. 
2 Sextette: Gdur Op. 58, F moU Op. 135. 

2 Quintette: C dur Op. 30, Amoll Op. 81. 

Gr. Marche interrompue par un orage etc., Op. 93. 
Quatuor in D dur, Op. 2.-2 Quat. da camera, Op. 136 u. Op. 176. 
7 Trios. — Duos mit Violine, Flöte, Viola. — Duos (über Motive) von 

Kalkbr. u. Lafont, Panofka, Artot. 

3 Bacchanales mit Harfe, Triangel u. Castagnetten ad lib. (les Soirees de St. Cloud), 

Op. 100. Auch vierhändig. 

Origin. -Ausgaben. Konzerte: Simrock, Artaria, Kistner. Peters. 
Andere Werke mit Begl. : Simrock, Br. & H., Kistner, usw. 

Sämtliche Werke bis ca. Op. 100 ersch. vor 1830. 

D. Gesamt-Ausgabe (alte). 

Oeuvres co mpl. p. le Pfte. seul et ä 4 mains. Kistner. 10 Cahiers. (Rev. 
vom Komponisten.) 

Cah. 1 enth: 6 Sonaten, Op. 1 u. Op. i. 

Cah. 2: 6 Sonaten, Op. 13, 28, 85. 42, 48 n. 56. 

Cah. 3: 9 Fantasien, Op. 5—36. 

Ccih. 4: 8 Fantasien, Op. 37—80, n. 1 Capriccio, Op. 91. 

Cah. 5: 11 Rondeaux, Op. 31—67. 

Cah. 6: 11 Partien Variationen, Op. 10—51. 

Cah. 7: 24 Etüden, Op. 20, 24 Prölades, Op. 88, n. Fuge in G. 

Cah. 8: Op. 34, 54, 55 (s. o. Stücke), 6 Valses Op. 24, Rondo Op. 65, Les Charmes 

de la Valse. 
Op. 73 n. 5 andere kl. Stücke. 
Cah. 9: Rondeau Op. 66 u. 5 Partien Variationen. 
Cah. 10: Vierhändige Stücke, Op. 3, 35, 40, 79 u. 92 (s. oben). 

Carl Czerny. 

(1791—1857.) 

Carl Czerny, geb. 1791 in Wien, ist als der Begründer der neueren 
Wiener Klavierschule zu betrachten. In vieljähriger Lehrthätigkeit bildete er 
zahllose Schüler heran, unter welchen sich berühmte Namen, wie Liszt, Thalberg, 
Döhler, Th. Kullak etc. befinden. Czerny, der allerfruchtbarste der Klavier- 
Komponisten, ist durch seine verdienstvollen technisch-pädagogischen Werke 
für die Entwicklung der Klaviermusik wichtig und einflußreich geworden. Im 
übrigen ein Vielschreiber, dessen Produkte mehr der Industrie als der Inspiration 
entstammen. Musikalisch korrekt und gewandt, erscheinen sie in ihrer Mehrzahl 
harmlos in den Gedanken, gefallsüchtig in Klang und äußerem Flitter. Eine 
umfassende und praktische Thätigkeit entwickelte Cz. in seinen Arrangements 
von Meisterwerken Beethoven's, Mozart's, Spohr's, Mendelssohn's usw. für Klavier 
zwei- und vierhändig. Auch die instruktive Bearbeitung vieler wichtiger Werke, 
wie in erster Linie des Wohltemp. Klaviers von Bach, bildet ein unbestreitbares 
Verdienst Cz's. Außer den Klavierwerken hat er auch Messen, Sinfonien, 
Quartette geschrieben. Cz. starb 1857 in Wien. Die vorzüglichsten und meist- 
verbreiteten seiner Studienwerke sind hier mit * bezeichnet. 

9* 



112 

A. Technik. Studien. Schule. 

1. Spezial-Studienwerke. 
*Die Schule der Geläufigkeit. 40 Übungsst., Op. 299. 4 Hefte. Diabelli. 

3 Hefte eisch. um 1830. 

*Die Schule des Legato u. Staccato. 50 Übungsst , Op. 335. 5 Hefte. Diab. 

Die Schule der Verzierungeu in 70 Studien. Op. 355. 6 Hefte. Diab. 
*Die Schule der linken Hand. 10. Übungen. Op. 399. Diab. 

Die Schule des Fugenspiels. 24 Übungen. Op. 400. 4 Hefte. Diab. 
*Die Schule des Virtuosen. Op. 365. 4 Hfte. Haslinger. (Schles.) 
*Die Kunst der Fingerfertigkeit. 50 Studien. Op. 740. 6 Hefte. Meehetti. 
*30 nouv. Etudes (Introd. ä Op. 299). Op. 849. Diab. (Spina). 

Die höhere Stufe der Virtuosität. (Neue Folge der Schule der Geläuf.) Op. 834. 
Cranz. 

24 Übungsstücke bei stillstehender rechten Hand. Op. 777. Schott. 

25 Etudes progress. pour les pet. malus. Op. 748. 3 Hefte. Schles. 
32 nouv. Exercices journ. p. les pet. mains. Op. 848. Spina. 

*Die Vorschule zur Fingerfertigkeit. 24 Übungsst. Op. 636. Braunschweig. 
Le Progrfes. 25 Etudes. Introd. ä celles de Gramer. Op, 749. B Hefte. Hasl. 
do. 30 Etudes. Op. 753. 4 Hefte. Schles. 
Praktische Fingerübungen. Op. 802. 3 Hefte. Andre. 
*125 Passagen - Übungen. Op. 261. Hasl. 
*40 tägl. Studien. Op. 337. Hasl. 
90 neue tägl. Übungen. Op. 820. Hasl. 
L'Exercice du Matin. Schott. 
Die Kunst des Präludierens. Op. 330. Diab. 
48 Etudes en forme des Pr^ludes et Cadences dans tous des tons. Op. 161. 

Kistner. 
24 Preludes dans les tons les plus usites. Op. 501. Simr. 
60 nouv. Preludes. Op. 696. Simr. 
Anleitung zum Fantasieren. Op. 200. Diab. 

50 Etudes speciales (Vollendungs-Schule). Op. 409. 6 Hefte. Schott. 
L'Infatigable, Gr. Etüde de Velocite. Op 779. Spina. 
Das moderne Klavierspiel. In 20 Beispielen. Op. 837. Spina. 
Gr. Trillerübung in Form eines Rondo. Op. 151. Diab. 
Verzierungs- Blumen in 50 fortschr. Studien. Op. 767. 5 Hefte. Diab. 
Gr. Übung des vollkom. und des Sept-Accordes in gebrochenen Figuren. Op. 152. 

Diab. 
Studien zur prakt. Kenntnis der Accorde. Op. 838. Spina. 
La Melodie, 28 Etudes. Op. 819. 3 Hefte. Hasl. 
Gr. Exercice de la Gamme chromatique. Op. 244. Diab. 
Gr. Exercice des Gammes en tierces et des passages doubles. Op. 245. Diab. 

— Große Übung der Terzenläufe. Op. 380. Hasl. — Terzen-Etude. Op. 735. 

N. 1. Mech. — 24 Etudes p. la main gauche. Op. 718. Simroek. — 

2 Etüden f. die linke Hand. Op. 735. N. 2. Mech. — Esercizio fugato. 

Op. 768. Ricordi. 

Neue Ausgaben: 

Die zahlreichsten Neuausgaben haben aufzuweisen: 
Op. 261, 299, 335, 337, 365, 399, 553, 636, 740, 748, 777, 802, 834, 849. 

Von größeren Sammelausgaben sind anzuführen: 
Künstlerbahn des Pianisten. Ausgew. und zusammengestellte Ausgabe 
von Czerny's Etüden von L. Köhler. Wien, Spina (Schreiber). In 10 Ab- 
theilungen. Enth. : Auszüge aus der kl. Pianof.-Schule, Fingerübungen, 
dann aus Op. 829, 849, 299, 834, 740, 399, 735 etc., Oktaven-Etüden. 
Wiener Konservatoriumsausgabe. Cranz. Ausgew. Etüden, rev. u. herausg. 
von W. Rauch. 13 Abtheilungen in 27 Heften. Progressiv geordnet. 
Unterrichtswerke. Mit Erläuterungen von C. Kühner und Ol. Schultze. 
Etüden und andere Stücke. Litoltf. 



113 

Ausgew. Studienwerke (Germer). Hansen. 4 Bände. 

Einzelausgaben der anerkannten Etudenwerke in großer Anzahl: Ed. Peters, 
Breitk. & H., Steingräber. Üniv.-Edition etc. 

2. Andere StEdienwerke. 

*100 leichte Übungsstücke. Op. 139. 4 Hefte. Haslinger. 

^Melodische Übungsstücke f. erste Anfänger (erster Wiener Lehrmeister). Op. 599. 

4 Hefte. Diab. 
Die ersten Lektionen f. Anfänger, 50 Übungsst. Op. 359. 2 Hefte. Dresden, 

Paul. 
50 Übungsst. f. Anfänger... Op. 481. 3 Hefte. Braunschweig, Meyer. 
*110 leichte und fortschr. Übungen. Op. 453. 6 Hefte. Schott. 
50 neue melod. Übungsst. (Fortsetzung von Op. 453). Op. 840. Schott. 
60 Lecons methodiques. Op. 420. Simrock. 
*Prakt.' Klavierunterricht in 100 Erholungen f. Anfänger. 4 Hefte. Mechetti. 

10 Exercices faciles. Op. 277 b. Berlin, Challier. 
*160 achttaktige Übungen. Op. 821. Sch.les. 
Aufmunterung zum Fleiß. 24 unterh. Übungsst. Op. 684. 4 Hefte. Br. & H. 
Etudes pour la Jeunesse. 25 Preludes. Op. 694. Simr. 
Etudes prepar. et progress. Op. 433. 4 Hefte. Simr. 
Melod.-brillante Studien. 48 Orig.-Melodien mit Etüden, Variationen usw. 

Op. 829...6 Hefte. Spina. 
36 melod. Übungsst. nebst einer gr. Etüde der gebrochenen Accorde ia allen 

24 Tonarten. Op. 792. Spina. 
Gr. Exercice di Bravura. Op. 47. — Gr. Exerc. Op. 82. Hasl. 
*roceata ou Exercice, Op. 92 in C. Kistn. 
Le Coureur, Exerc. brill. Op. 560. Simr. — Etüde courante. Op. 765. Diab. — 

Gr. Exercice. Op. 364 in A moU. Simr. — Gr. Exercice en forme de 

fantaisie improvisee. Op. 348. Br. & H. 
Gr. Sonate d'Etude etc. Op. 268. (N. 10 der gr. Sonaten.) Peters. 
Gr. Capriccio di Bravura, ossia Studio. Op. 369. Diab. 
24 Etudes elegantes. Op. 672. 

24 gr. Etudes de Salon. Op. 692. 4 Hefte. Br. & H. 
Le Perfectionnement. 25 Etudes caract. Op. 755. 4 Hefte. Schles. 
Le Style. 25 Etudes de Salon. Op. 756. 4 Hefte. Schles. 
Studio scherzoso. Op. 699. Hasl. 
Gradus ad Parnassum. Gr. Exercices dans le style elegant et severe. Op. 822. 

Schott. 
Etüde et fugue. Op. 852. (In „das Pianoforte", Samml. herausg. von Fr. Liszt. 

II. Jahrg.) 
Etüde en forme de Taranteile. Op. 853. 
*Der Pianist im klass. Stil. 48 Präl. u. Fugen. Op. 856. 4, Hefte. Kistn. 
3 Etudes brill. de Salon. 

Neue Ausgaben: 
Zahlreiche Neuausgaben von: Op. 139, 599, 453, 92, 100 Erholungen. Viele 
Verleger (s. o.) 

3. Schule. 

* Vollst, theor.-prakt. Pianoforte-Schule vom ersten Anfang bis zur höchsten 

Ausbildung, mit zahlreichen Beispielen. Op. 500. 3 Theile. DiabeUi. 
Neuausgaben (auch franz., engl., ital.) bei Cranz, Costallat, Augener, 

Ricordi. 
Kl. theor.-prakt. Pfte.-Schule f. Anfänger (Auszug aus der gr. Pfte.-Schule). 

Op. 584. Diab. 
Neuausgaben bei: Siegel, Simr., Univ.-Ed. etc. 
Pfte.-Schule (Clara Schumann), 2 Bde. Ed. Peters. 
Fingerübungen u. Studien aus der Pfte.-Schule, Op. 500. Herausg. von Clara 

Schumann. Cranz. 



114 

Die Kunst des Vortrags der älteren und neueren Klavier-Kompositionen, oder 
die Fortschritte bis zur neuesten Zeit. Suppl. oder 4. Theil zur gr. Pfte.- 
Schule (nebst Verzeichnis der besten Klavierwerke aller Tonsetzer seit 
Mozart bis auf die neueste Zeit. Op. 500. Diab. 

Der angehende Pfte.-Spieler. Kurzgefaßte Pfte.-Schule. Op. 835. Spina. 

4, Vierhändiges. 

50 vierh. Übungsst. (prakt. Pfte.-Schule zu vier Händen). Op. 239. 4 Hefte. 

Hofmeister. 
50 neue do-, Op. 481. 4 Hefte. Braunschw., Meyer. 
Leichte Übungsst. Op. 472. 4 Hefte. Dresden, Paul. 
42 Etudes progr. et brill. Op. 495. 4 Hefte. Simr. 
50 Tonleiter-Übungen. Op. 751. Schles. 
Praktische Taktschule. Op. 824. N. Ausg'. : Andre, Litolff. 
25 Etudes mel. et faciles (p. les petites mains). Op. 855. Hasl., Cranz. 

N. Ausg.: 50 Übungsstücke. Op. 481. Ed. Litolff, Cranz, Peters, Univ. -Ed. 

5. Samminngen. Bearbeitungen." 

Die Kunst des Fingersatzes, Sammlung klass. Kompositionen von Bach, 
Beethoven, Gramer, Dussek etc. mit zweckmäßiger Applicatur dargestellt. 
24 Hefte. Diab. 

Eeceuil doigte des plus brill. Passages tires des Oeuvres de Beethoven, Dussek, 
Moscheies etc. 3 Lief. Diab. 

Etüde des Etudes. Encyclopedie des Passages brill. extr. des Oeuvres de Scarlatti, 
Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Hummel, Moscheies, Chopin, Henselt, 
Thalberg, Liszt etc. 4 Hefte. Mechetti. 

Die Schule des Vortrags u. der Verzierungen. Sammlung beliebter National- 
melodien. Op. 575. 4 Hefte. Hasl. 

Gr. Collection de nouv. Etudes de Perfection. 100 Etudes. Op. 807. 10 Hefte. 
N. Ausg.: Kassel, Luckhardt. — Köln, Tonger. 

A. E. Müller's gr. Forte-Pianoschule. 8. Aufl. Rev. von Czerny. Peters. 

B. Verschiedene Klavierwerke. 

1. Für Klavier allein. 

11 Sonaten, darunter: 1. As dur, Op. 7, 3. F moll, Op. 57, 4. G dur, Op. 65. — 
7.. 8. u. 9. gr. fantaisies en forme de Sonate. Op. 143 u. 144. — 10. Sonate 
d'Etude (s. o.). — Viele Sonatinen. 

Viele Variationen, Fantasien, Divertissements, Potpourris, Rondos und Rondinos, 
Impromptus, Caprices, Nocturnes, Romances, Märsche, Tänze usw. 

Darunter: 
Le Souvenir, Var. Op. 4. — 1. gr. Rondeau. Op. 5. — Valses ou Exerc. Op. 6. 

— Var. über den Sehnsuchtswalzer. Op. 12. — 3 Fugues. Op. 31. — 
Leggerezza e Bravura, Rondo brill. Op. 58 (auch mit Begl.). — Rondeau 
passione. Op. 68. — 3 gran AUegri. Op. 75. — Capriccio alla Fuga. Op. 89. 

— Der Brand von Mariazeil, Fant. Up. 157. — Gr. Capriccio. Op. 172. — 
Le Golfe de Naples, Tableau nocturne. Op. 253. — Pfennig- Variationen 
(über den Pfennig -Walzer von Straussj. Op. 340. — Die Brandruinen von 
Wiener- Neustadt, Fant. Op. 345. — Souvenir de mon premier Voyage (en 
Saxe), Fant. Op. 413. — Var. über den Eisenbahnlust- Walzer von Joh. 
Strauss. Op. 431. — Les quatre Saisons, Fantaisies. Op. 434. — Hommage 
ä Beethoven, 6 Fant. Op. 466. — Erinnerung an den Rhein, Fant. Op. 470. 

- Souvenir de mon second Voyage (Paris). Op. 471. — Invitation ä la 
Danse. Op. 482. — 8 Scherzi capr. Op. 555. — Impr. sentimental (Chant 
relig. des Orphelins de Vienne). Op. 580. — Concertino. Op. 650. — 
Scherzo. Op. 671. — Melodie sent. et Cadence agitee. Op. 688 (aus dem 
Mozart-Album). — 12 Rondeaux suisses (Lausanne, Bäle etc.). Op. 695. — 
Taranteile. Op. 699. — 6 Ouvertüren über Nationalmelodien. Op. 710. — 



115 

Rond. chinois. Op. 721. — Souvenir des Soeurs Milanollo, 2 Fant. (Teresa, 
Maria). Op. 731. — Souvenir de Jenny Lind (6 Num.). — Impromptu 
fugue. Op. 776. — Saltarella capr. Op. 830. — Der kleine Ciavierspieler, 
72 leichte Stücke, Op. 823. Andre. — Sonate im Stil von Dom. Scarlatti. 
Op. 788. — Märsche: Ung. Krönungsmarsch. Op. 101. — Marcia funebre 
suUa morte de L. van Beethoven. Op. 146. Diab. — Viele andere Krönungs- 
u. Festmärsche. — Cadenzen zu Beethoven's Konzerten. Op. 315. 

Sammelwerke. 

Decameron, Receuil de Compos. brill. et faciles. 3 Samml. zu 10 Stücken. 
Kistner. 

Souvenir theatral. Coli, des Fant, (über Opernmotive). 90 Hefte. Diab. {Die- 
selben auch vierh.) 

Mus. Blumengallerie. 1000 Tonblumen berühmter Tonsetzer. 20 Hefte. Hasl. 

Flore theatrale. 14 Hefte. Hasl. — Bijoux theatr. 24 Hefte. Diab. 

Musik. Theaterbibliothek. 51 Hefte. Hasl. 

Variations elegantes pour servir d'Etude, 24 Nummern. Simr. 

Les Plaisirs du jeune Pianiste, 160 Recreations. 29 Hefte. 

Melodischer Jugendschatz. Mus. Wochenblatt f. 1847. 52 Nummern. Hasl. 

2, Vierhändiges. (Sechshänd.) 

6 Sonaten. Op. 10, 119 usw. Diab. — Kistner. 
Sonatinen. Op. 50, 156 u. 158. 

Variationen (30—40 Werke), Rondos (20—30), Fantasien (15—20), Nocturnes, 
Märsche, Tänze, Übungen (s. oben) usw. 

Darunter: 
Rondo brill. Op. 2. — Presto caract. Op. 24. — 6 Rond. mignons. Op. 90. — 
Krönungsmarsch der Kaiserin Caroline. Op. 101. — Marcia funebre sulla 
morte de Beethoven. Op. 146. — Idees musicales sur les Romans de Walter 
Scott, 4 Fantas. — Ouvertüre caract. et brill. Op. 54. — Die erste in 
Wien bekannte Galoppe. — Wiener Galoppe, Hasl. — Intr. et AUegro 
agitato. Op. 264. — Festmarsch zur Einweihung der Buchhändlerbörse in 
Leipzig. Op. 406. — 2 Quadrilles royales. Op. 459. — 6 Duos de Salon. 
Op. 480. — Marche p. le Couronnement Ferdinand I. Op. 531. 

Sammelwerke. 
Souvenirs theatrales (Fantas.), 90 Hefte. 
Decameron, 3 Samml. zu 10 Stücken. 
Le Gout moderne (über Opernmotive), 24 Hefte. 
Les deux Soeurs, 18 Rondinos. 

Vierh. Stücke mit Begl. (s. unten). 

Sechshändig: 

Les trois Soeurs, Rondinos etc. Op. 609. 33 Hefte. 

(Weiter fortgesetzt.) 
Rondo brill. — Variationen, 6 Gab. — Fantasien. — Polonaise. — Potpourris. 

3. Für 2 nnd 4 Pfte. 

Gr. Polonaise brill. f. 2 Pfte. Op. 18. 

6 Potpourris f. 2 Pfte. Op. 212 (eines f. 2 Pfte. zu 6 Händen). 

Duo brill. Op. 358. — 10 Fant. Op. 797 f. 2 Pfte. 

Ozerny u. Parish-Alvars: Duos f. Harfe u. Pfte (oder 2 Pfte.). 

Var. über Montecchi f. 2 Pfte. (mit Quartettbegl.). 

Quartette für 4 Pfte. Op. 230 (auch mit Begl.) u. Op. 816. 

4. Für Pfte. mit Begleitung. 
Mit Orchester: 
Konzerte: Op. 28, Diab.; Concertino. Op. 210, Hasl; Konzert A moll. Op. 214. 
Hofm.; Konzert zu vier Händen, Op. 153, Kistn. 



116 

Variationen, Rondos usw. Darunter: Var. über „Gott erhalte". Op. 73. — 
Divert. de Concert. Op. 204. 
(Alles auch mit Quartett-Begleitung.) 
Viele Variationen etc. mit Quartett-ßegl. 

Quartetten: Op. 148, 224, 262. 

Serenade f. Pfte., Klar., Hörn u. Cello. Op. 126. 

Seren, ven^tienne f. 3 Singst, mit Var. f. Klavier, Flöte, Hörn u. Cello. 
Op. 276. 
Trios (6). — Sonatinen, Potpourris usw. mit Viol. u. Cello. 
Vierh. Sonaten mit Viol. u. Cello: Son. milit. Op. 119; Son. sentim.. Op. 120; 

Son. pastor. Op. 121; andere vierh. Stücke mit Begl. 

Duos. Var. conc. f. Pfte. und Violine. Op. 1. Hasl. Ersch. i804. — Gr. Son. 
Op. 686. 
Sonatinen, Variationen, Polonaise, Fantasien usw. mit Violine. 
Duos mit Flöte, Cello, Hörn. 

Die Klavierwerke C. Czerny's reichen bis zur Op.-Zahl 861; viele 
derselben bestehen wieder aus einer Anzahl von Heften. 

Bis 1834 sind 300 Werke (Op.-Z.) erschienen. 

Original -Verleger: Meist Diabelli, Haslinger, dann Schott, Peters, 
Simrock u. a. 

Ign. Moscheies. 

(1794—1870.) 

Ignaz M., geb. 1794 in Prag, verrieth ein frühzeitig entwickeltes Talent. 
Seinen musikalischen Studien bei Dyonis Weber in Prag folgten dann jene bei 
Albrechtsberger in Wien, wohin M. 1808 übersiedelte. Hier war Meyerbeer sein 
Genosse und Rival als Klavierspieler. Von 1816 beginnen seine Kunstreisen, 
die ihn nach Paris und London führten, überall Aufsehen erregend. In London 
war er durch eine Reihe von Jahren als Lehrer thätig, mit Unterbrechungen, 
die er zu Konzertreisen benützte, bis ihn Mendelssohn, mit dem er seit Jahren 
in Freundschaft verbunden war, 1846 an das Konservatorium in Leipzig berief. 
Dort wirkte er als Professor des Klavierspiels bis zu seinem 1870 erfolgten Tode. 
In den Klavier-Kompositionen M's. lassen sich mehrere Phasen unterscheiden. 
Von gefälligen, glitzernden Modeprodukten ausgehend, vertiefen sie sich all- 
mählich dem Inhalte nach, wie auch die Technik einen bedeutenderen, kühneren 
Zug annimmt, bis sie, berührt von neuesten Strömungen, zuweilen in gesuchter 
Originalität und Bizarrerie sich verlieren. Unter M's. Klavier werken nehmen 
die Studien Op. 70 den ersten Rang ein ; hervorragend sind noch : die Konzerte 
in Gmoll, C dur, B dur (Fantastique); das Duo „Hommage ä Händel" für 
2 Klaviere ; die vierh. Sonate in Es dur, die Charact. Studien Op. 95. Diese, 
wie die sonst markanteren oder zu ihrer Zeit beliebten Stücke sind im Folgenden 
mit * bezeichnet. 

A. Werke mit Begleitung. 

1. Konzerte und Stöcke mit Orchester. 

1. Konzert in F dur (GeseUschafts-Konz.), Op. 45. Diab. 

2. Konzert in Es dur, Op. 56. 

*3. Konzert in G moU, Op. 58. (Ferd. Ries gew.) 

4. Konzert in E dur, Op. 64. (Der Kais. Carol. Auguste gew.) 
*5. Konzert in C dur, üp. 87. (S. Neukomm gew.) 
*6. Konzert in B dur, Op. 90 (fantastique). 
*7, Konzert in C moll, Op. 93 (pathetique). 
8. Konzert in D dur, Op. 96 (pastorale). 
Sämtlich bei Haslinger. 
Die Konzerte 1—4 ersch. vor 1830. 



117 

*Alexandermarscli mit Var., F dur, Op. 32. Komp. 1815. 

Fantasien über Motive, darunter: 
*Fant. et Var. sur „Au clair de la lune", Adur, Op. 50. 
*Souvenir d'Irlande, Op. 69. Hofmeister. 

(Die Fantasien auch für Klav. allein, Op. 69 noch zu vier Händen und für 

2 Klaviere arr.) 

Neue Ausgaben: 
1. Konz. mit 2. Pfte. als Begl, bearb. von Henkel. Schott. 
2., 3. u. 4. Konz., mit unterl. zweiten Klavier (Jansen), Hasl. (Schles.). 
3. Konz. Partitur. Heinze. — 3. Konzert mit unterl. 2. Klavier. Litolff. 
2., 3., 4. und 8. Konzert. Leipzig, Klemm. 

2. Andere Werke mit Begl. 

Gr. Septuor f. Pfte., Violine, Alto, Klar., Hörn, Violonc. u. Kontrabaß, D dur. 

Op. 88. Kistn. 
*Gr. Sextuor f. Pfte., Violine, Flöte, 2 Hörner u. Violonc, Es dur, Op. 35. 
Variationen Op. 42. — Eondeau, Op. 43. (Sextuors.) 
Fantasie, Var. u. Finale über: To gsau Kone (Klav.-Quartett), Op. 46. 

Sämtlich auch f. Klav. allein. 
Gr. Trio f. Pfte., Viol. u. Violonc, Cmoll, Op. 84. (Cherubim gewidm.) 
Variationen (Trioj C dur, Op. 17. 
Mosch., Giuliani u. Mayseder: der Abschied des Troubadours, Var. f. Pfte., 

Viol. (Guitarre od. Violonc.) u. Gesang. Diab. 

Duos. 
Für Pfte. u. Violine: 
Potpourris, Eondos, Variationen. — Eondo concert., G dur, Op. 48 (auch mit 
Orch.). 
Für Pfte. u. Violoncell: 
*Sonate in E dur, Op. 121. 

Duo conc. B dur, Op. 34 (auch mit Fagott). — Andere Stücke. 
*Melod.-contrap. Studien. 10 Präludien aus Bach's wohltemp. Klavier mit einer 
hinzugefügten Violonc.-Stimme. Op. 137. (Auch f. ein 2. Klavier arr.) 
P fte. u. Flöte: Sonate cone. A dur, Op. 44. — Sonate conc. G dur, Op. 79 (auch 

mit Violine). — Var. — Divertissements. 
Pfte. u. Hörn: Eondeau eeoss. — Pfte. u. Guitarre: Mosch, u. Giuliani, 
gr. Duo conc. A dur, Op. 20. 

B. Für 2 Pfte. 

*Hommage ä Händel, Duo. Op. 92. Kistn. (N. Ausg.). 

Von Mendelssohn und M. I8d0 m einem Gewandhaus-Konzert in Leipzig gespielt. 
*Duo conc. Über Preciosa (Mosch, u. Mendelssohn). Op. 87b. Mit Orch.-Begl. 
(Auch vierh.) Kistn. 
Gr. Duo conc. in A, Artaria. 
A *Les Contrastes, f. 2 Pfte. zu 8 Händen. Op. 115. Kistn. 
[Arr. f. 2 Pfte. zu 4 Händen (Aug. Hörn)]. 

C. Für Pfte. zu 4 Händen. 

'Sonate in Es dur, Op. 47. Artaria. — N. Ausg. Cranz. 
*Sonate symphonique, H moU. Op. 112. Berlin, Stern. 
Märsche: Triumphmarsch. Op. 10. — 3 Marches heroiques. Op. 31. — Symph.- 

heroischer Marsch über deutsche Volkslieder. Op. 130. 
Eondo brillant A dur, Op. 30. — La belle Union, Eondo brill. Es dur, Op. 76 
*Studien über die harmonisirten Scalen. 59 Stücke, 2 Hefte. Op. 107. 
6 Valses. Op. 33. — Eomance et Tarantelle. Op. 101. — Serenade. Op. 103 
(auch zweih.). — *Eomanesca. Op. 104 (auch zweih.). — Ballade in As. — 
'Humoristische Variationen, Scherzo u. Festmarsch. Op. 128. Kistner 
(auch zweih.). 



118 

Der Tanz, Charakterst. nach Schiller's Gedicht. Op. 129. Br. & H. 
Lied im Volkston, Thema u. Var. Op. 139. 
Familienlehen, 12 Stücke, 2 Hefte. Op. 140. 
3 Charakterstücke. Op. 142. 

D. Für Klavier allein. 

1. Studien. 

♦Studien zur höheren Vollendung etc., bestehend aus 24 charakteristischen 
Tonstücken, 2 Hefte. Op. 70. Kistner. 

Ersch. vor 1830. 

N. Ausg.: 1. Heft herausg. von Henselt. — N. 12 u. 15 für 2 Pfte. einger. 
von Henselt. Kistn. — Viele Neuausgaben: Kistner (Beving), Peters 
(Euthardt), Br. & H. (Volksausg.), Litolff (Schultze) etc. 
♦Charakteristische Studien. Op. 95. Kistn. N. Ausg. (Beving). — Ed. Peters. 

(Zorn, Versöhnung, Widerspruch, Juno, Kindermärchen, Bacchanal, Zärtlichkeit, Volks- 
fest-Szenen, Mondnacht am Seegestade, Terpsichore, Traum, Angst.) 
50 Präludien, als Vorübungen zu den Studien. Op. 73. Kistn. N. Ausg. (Pauer.) 
— Litolff. 
*4 Etudes de Concert. Op. 111. 
2 Etudes (für das Beethoven- Album). Op. 105. 

Gr. Konzert-Etude (für die Klavierschule von Lebert u. Stark). Op. 126. Auch 
bei Kistner. 
*Moscheles u. Fetis: Methode des Mdthodes in 3 Abtheilungen. 
(1. Abth. Die Kunst des Pfte.-Spiels; 2. Abth. Anfangsübungen u. fort- 
schreitende Etüden von: Moscheies, Czerny, Cramer, Scarlatti, Bach: 
3. Abth. 20 Etudes de Perfectionnement, für diese Schule komp. von: 
Chopin, Heller, Döhler, Henselt, Liszt, Mendelssohn, Moscheies, Eosenhain, 
Wolff, Taubert u. Thalberg.) Schlesinger. N. Aufl. der 1. Abth. (Kullak). 
Darin von M. : 2 Etudes: 1' Ambition, l'Enjouement. 

Vierhändig: Op. 107 (s. oben). 

2. Sonaten. 

Sonate in D dur, Op. 22. 

Sonate in B dur, Op. 27 (Wiens Empfindungen bei der Eückkehr des Kaisers). 

Ersch. 1814 bei Artaria. 

Gr. Sonate in E dur, Op. 41. N. Ausg. Hasl. 
(Beethoven gew.) 
*Sonate m^lancolique Fis moU, Op. 49. N. Ausg.: Schles. — Schott. 
Sonatinen, Op. 4 u. 6. 

3. Verschiedene Stücke. 
Fantasien. 
Fant, über den hebr. Euf: Potem mitzwo. 

Erstes Werk. Prag 1804. 

Fant, heroique. Op. 13. — Fant, im ital. Stil. Op. 38. — Viele Fantasien über 
Motive (darunter mehrere über beliebte Arien, gesungen von: Mad. Pasta, 
Henr. Sonntag, Mad. Malibran, Eubini, Jenny Lind). — Die Erwartung 
(nach Schiller's Gedicht). Op. 122. — Sehnsucht (nach Schiller's Gedicht). 
Op. 124. — Fant, ä la Paganini usw. 

Eondeaux. 

L'El^gante. — *La Tenerezza. Op. 52. N. Ausg.: Cranz, Sehott. — *Les 
Charmes de Paris. Op. 54. N. Ausg.: Schuberth, Schott. — Jadis et 
aujourd'hui. Op. 58. — La petite Babillarde. Op. 66. N. Ausg. Schles. — 
Les Charmes de Londres. Op. 74. — 2 Eond. über Motive aus dem Ballet 
„Les Portraits" von Moscheies. — La Gaiete. Op. 85. — Parodie, Eond. 
über „Di tanti palpiti", ein musik. Scherz usw. 



119 

N. Ausg. 3 Rondeaux, Op. 18. Berlin, Barth. — Rondeaux Op. 66, 71, 82a, 

85 u. Rondo militaire (Pauer) Kistn. — Litolflf etc. 
Divertissements, darunter: die Tiroler-Familie usw. 
Variationen, darunter: Var. (je suis encore dans mon Printemps). Op. 1. 

Mechetti. — Var. Op. 2, 5. 6, 7. — Var. über den „härm. Grobschmied" 

von Händel usw. 
Allegri di Bravura (la Forza, la Leggerezza, il Capriccio). Op. 51. N. Ausg.: 

Ed. Peters (Etüden). — Litolff. 
Allegro di Bravura. Op. 77. N. Ausg. Schuberth. 
(Mendelssohn gew.) 

Märsche: Abschiedsmarsch des Regiments Kaiser Alexander, 1815; Marsch 
der Wiener Stadtmiliz. — Tänze: Walzer, deutsche Tänze, Op. 8, 9 (1810), 
Ecossaisen. — Triumpheinzug der Verbündeten in Paris; charakt. Ton- 
gemälde. Op. 26. — Caprice A moll, Op. 25. — *Polonaise brill. Op. 53. 
N. Ausg. Cranz. — *Bonbonniere musicale (Suite des Morceaux). Op. 55. 
Mehrf. aufgel. N. Ausg.: Schies. — Impromptu. Op. 62. — Ballade in 
Es moll, Op. 100. N. Ausg. Hannover, Bachmann. — Serenade, Op. 103. 
— Romanesca, Op. 104. — Gondoliere-Lied (herausg. von der Ges. zur ^^^ 
Beförd. der Tonkunst in Holland) . Op. 110. — Mazurka appassionata. 
Op. 120. — Scherzo in B dur ~Öp. 127. N. Ausg.: Kistner. — Toccata 
(im Mozartalbum). Op. 134. — Präl. u. Fuge. N. Ausg.: Schuberth. — 
Pastorale im Orgelstü. Op. 135. Erfurt. — Marsch u. Scherzo, rhythm. 
Übungen für Schüler. Op. 141. 

*Cadenzen zu Beethoven's Klavier-Konzerten. 

Op.-Zahlen bis 142. 

Die Werke bis Op. 80 ersch. vor 1830. 



lU.*) 

Bach Wilh. Friedemann. 

(1710—1784.) 

Der älteste Sohn und Liebling Seb's., geb. in Weimar. Von hervorragender 
Begabung, entwickelte er sich unter der Leitung seines Vaters zum bedeutenden 
Klavier- und Orgelspieler, wie zum gediegenen Tonsetzer. Doch sein unsteter 
Charakter imd wüster Lebenswandel hinderten die volle Entfaltung seiner An- 
lagen, wie deren Anerkennung. Friedem. B. lebte durch eine Reihe von Jahren 
in Dresden, dann in Halle als Organist, in seinem Berufe lässig, als Kom- 
ponist wenig produktiv, in seinen äußeren Verhältnissen durch Unordnung und 
Trunksucht immer tiefer sinkend; in vollem Elend starb er 1784 in Berlin. 
Die Zahl seiner Werke ist in Anbetracht seiner langen Lebensdauer nur eine 
geringe; nur wenige derselben sind bekannt geworden. Unter diesen sind als 
merkwürdig zu nennen: das Orgel-Konzert in D moll, die 12 Polonaisen, welche 
den tiefsinnigen Tondichter verrathen; interessant sind das Konzert für 2 Klaviere 
in Es dur. dann das Capriccio D moll. Die Sonaten sind ähnlich jenen Em. Bach's, 
doch weniger bedeutend, die Fugen meist von geringem Werth. 

Original-Ausgaben: 

Sonate pour le Clavecin, Es dur. Halle 1739. Im Verlage des Autors. 

(In der Wiener Hofbibl.) 
Sei Sonate per il Cembalo. Dresden 1745. N. 1. D dur. (Die anderen ungedruckt.) 

(N. 1. In d. k. Bibl. in Berlin.) 
Sonate f. Klav. 1768. (Gew. dem Grafen Kaiserling.) 
12 Polonaisen f. das Klavier. Dresden. 

*) Vergl. S. 68. 



120 

8 Fugen. Leipzig 1778. (Der Prinz. Amalie von Preußen gew.) 
6 Sonaten f. Klavier. Amsterdam. 

3 Sonaten mit Begl. der Violine, Op. 2. Amsterdam. 

Handschriften: 
In der k. Bibl. in Berlin : Konzert für die Orgel in D moU (Autograph von 

Seb. Bach), Klavier- Konzerte, Sonaten, Fantasien, kl. Stücke (la Reveille, 

rimitation de la Chasse). 
Einzelnes in der Bibl. des Joachimsth. Gymn. in Berlin, in der k. Bibl. und 

in der k. Privat-Musiksammlung in Dresden (Konzert f. Cemb., 2 Concerti 

a due Cembali). 
Im Arch. d. Ges. d. Musikfr. in Wien: Konzert f. 2 Klaviere, Es dur. 
In der Wiener Hofbibl. : Sonate D dur, 3 Fugen. 

Gesamtzahl (nach Bitter's W. Friedem. Bach): 
10 Konzerte, 10 Fugen, 10 Sonaten, 1 Suite, 7 gr. und 4 kl. Fantasien, 
30 Polonaisen (nach Chrysander) usw. 

Neue Ausgaben: 

12 Polonaisen, mit Bezeichnung ihres wahren Vortrags, wie derselbe auf Forkel 

und dessen Schüler übertragen worden ist. Peters. 
12 gr. Var. (Gestern Abend war Vetter Michel da.) Schlesinger. 
Fugen und Polonaisen. Ed. Peters. (*Polonaise Es moll.) 
Sonate für 2 Pfte., F dur. Eieter-Biederm. (Brahms.) 
*Konzert f. die Orgel, D moll (nach dem Autogr. von J. Seb. Bach herausg. von 

Griepenkerl). Peters. 
Dasselbe für Klav. einger. von Golde. Trautwein. 
Dasselbe für Pfte. bearb. von Aug. Stradal (nebst Cadenz). Br. & H. 
5 Klavierkonzerte mit unterl. 2. Klavier, herausg. von H. Riemann. Steingr. 
Capriccio, D moll. In Perles mus. N. 60 u. in Pauer's Alte Klav.-M. II 2. 
Capr., Fuge u. Sonate in Klav.-M. a. a. Z. Ed. Litolff, 1. Heft. 
Sonate C dur in Pauer's A. M. N. 24. Br. & H. — Fuge in do. N. 8. — Fuge 

u. Polonaise in Klass. Stud. Hasl. 

4 Fantasien f. Pfte., zum erstenmal herausg. von Carl Banck. Kistner. (*N. 4 

E moll.) 
Versch. Klavierstücke, herausg. von Eiemann. Steingr. 
Tema con Var., herausg. von H. Germer. Hug. 
Fuge, rev. von Oskar Beringer. Bosworth. 

Divertimento Amoll, herausg. von N. J. Hompesch. Bonn, Cohen. 
10 leichte zweist. Klavierstücke, herausg. von Hompesch. Eühle. 
Schwerere Klavierstücke, herausg. von Hompesch. Kühle. 
Polonaisen in „Alte Meisterstücke" (Epstein). Univ.-Ed. 

Küffner Joh. Jak. 

(1710[13]— 1786.) 

Organist in Nürnberg, dann Hof-Cembalist des Fürsten Thurn-Taxis in 
Eegensburg. Ausgezeichneter Klavier- und Orgelspieler. 

2 Sonaten f. Klav. Op. 1. Nürnberg (2. Aufl. 1762). 

9 Sonaten f. Klav. u. Viol. — Sammlung kl. Klavierst., Paris. — Sonate zu 
vier Händen (Kat. Trag). — 10 Klav.-Konzerte, Man. (Kat. Breitk. 1780.) 

Paradies Pietro Domenico. 

(1712—1795.) 

Neapolitaner. Schüler von Porpora. Kam 1746 nach London. Einer der 
bedeutendsten ital. Klavierspieler. Auch Opern-Komponist. Seine leichtgefügten, 
graziösen Klavierstücke tragen italienische Züge. 



121 

12 (6) Sonate di Gravicembalo da Pier. Dom. Paradies, Napolitano. London, 
Blanden, 1746. 

(Als Op. 1, Amsterdam 1770.) 

Neue Ausgaben: 
Sonaten D, F, G, C, in Pauer's A. M. N. 15, 53, 54, 55. Br. & H. 
*Sonate A dur in Pauer's Alte Cl.-M. I. 2. Senff (mit der Toccata). 
Sonate E dur in „der junge Classiker". Br. & H. 
Sonate in Weitzm. Gesch. d. Cl.-M. — 2 Sonaten in Ed. Litolff. 8. Heft. — 

Sonate in Mereaux' Clavecinistes. — 10 Sonaten in Farrenc. 17. Band. 
*Toccata A dur in Perles music. N. 6. Br. & H. — Wien, GoU. 

V Schobert 

( —1768.) 

Vorname unbekannt. Geb. in Strassburg. Lebte in Paris zur Zeit der 
ersten Anwesenheit Mnzart's. Sein Klavierspiei und seine Werke wurden zu 
ihrer Zeit sehr gerühmt. 

6 Concertos pour clavecin (mit 2 Yiol., Yiola, Baß u. 2 Hörnern). 

Darunter: Concerto pastoral. Op. 11, 12, 13, 15, 18. Paris. 
6 Sinfonien f. Klav., Viol. u. 2 Homer. 
3 Sonate? en Quatuor. — Trios. — 16 Sonaten f. Klav. u. Violine. Op. 1. 

Straßburg. Op. 2. 3 etc. 
8 Sonaten f. Klav. allein (in 4 Heften). Op. 4, 5 etc. Paris. 
1 Klav.-Sonate in Haffner's Oeuvres melees XIL Nürnberg 1760 etc. 

3 Sonaten u. 2 Sinf. f. Klav. im Arch. d. Ges. d. M. in Wien. 

Ein sonderbar musik. Stück, welches auf dem Klavier, der Violin u. dem Baß, 
und zwar auf verschiedene Art gespielt werden kann (Kat. Artaria 1785). 

S chobert's sämtl. Werke nach den Original-Handschriften des sei. Verfassers 
in London, zum Besten des Sohnes herausgegeben, Op. 1 — 17 (Kat. West- 
phal 1782). 

Neue Ausgaben: 
Andante in Weitzmann's Gesch. d. Klav. 

Menuetto und Allegro in Pauer's A. M. N. 39. — do- in Ed. Litolff. 12. Heft. 
Stücke in Mereaux. 
Sonate in C pour Clavecin, acc. d'un Violon. Herausg. von H. Biemann. Augener. 

Krebs Joh. Ludw. 

(1713—1780.) 

Schüler Seb. Bach's. Zuletzt Hoforganist in Altenburg. Gediegener Ton- 
setzer der alten kontrap. Schule. 

Klavierübung (4 Lief.) enth. : Choräle, Choralfugen, 1 Suite, 6 Sonaten. Nürn- 
berg 1743—49. 

6 Präambulen 1740. — Suite 1741. — Ouvertüre 1741. — Concerto 1743. — 
6 Suiten, Op. 4. 

Musik. Zeitvertreib (2 Son., 6 Son. mit Flöte). 

6 Sonate da Camera per il Cemb. obl. con Flauto (o Viol.). Leipzig 1762. 

Neue Ausgaben: 
Orgel-Kompositionen (Choräle, Choral-Vorspiele, Präl. u. Fugen, Trios, Toccata) 

in Körner's „der Orgelvirtuos". Erfurt. 19 Nummern. 
Gesamtausg. der Tonstücke f. Orgel. In 3 Abth. Herausg. von Carl Geissler. 

Magdeburg, Heinrichshofen. 
Gr. Fant. u. Fuge zum Konzert Vortrag f. Orgel, herausg. von A. W. Gottschalg. 

Rieter-Biederm. 



122 

Konzertfuge in G f. Orgel. Siegel. 

Partita N. 2 in B (*Sarabande), do- N. 6 in Es (*Preludio, Sarabande, Bouree). 

In Pauer's A. M. N. 11 u. 12. 
Burlesca, Bouree (aus den Part. N. 2 u. 6) in Perles mus. N. 80 u. 81. 
Fuge in F dur in Pauer's A. Klav.-M. I 5. 
Partitas N. 2 u. 6 in Ed. LitolfF. 3. Heft. 

Fuge in G und 2 Trios für Orgel, herausg. von Alex. Guilmant. Durand. 
Präl. und Doppelfuge D moll f. Orgel, für Pfte. bearb. von Aug. Stradal. 

Schuberth. 

Wagenseil Georg Christoph. 

(1715—1777.) 

Geb. in Wien. Schüler von Fux. Musiklehrer der K aiserin Maria Theresia 
und der Erzherzoginnen. Fruchtbarer Komponist im formalistischen Zopfstil 
der Zeit. Starb in hohem Alter. 

Suavis artificiose coneentus musicus, continens VI parthias selectas ad clavi- 

cymbalum compositas. Bamberg 1740. 
6 Divertim. da Cemb. Op. 1. Wien bei Nicolai, 1770. — 6 Sonaten, Op. 1. 

Nürnberg. (im Arch. d. Ges. d. Musikfr. in Wien.) 

Sonate F dur. London, Hummel. 

6 Hefte Divert. (den Erzherzoginnen gew.) im Arch. d. Ges. d. Musikfr. in Wien.) 

4 Symphonien f. Klav., mit Begl. von 2 Viol. u. Baß, Op. 4. Wien. 
30 Suiten (in 6 Samml.). Manuskr. (Kat. Br.) 
27 Konzerte. Manuskr. 

4 Konz. Man. in der Wiener Hofb. — 8 Konz. u. 1 do. f. 2 Klav. im Arch. d. Ges. 
d. M. in Wien. 
Divert. für 2 Klaviere, Op. 5. Wien. (Im Arch. d. G. d. M.) 

3 Quartette. — Trios. — Sonaten mit "Viol. Wien. Paris. 
Das Glockengeläute im Vatikan zu Rom, f. das Klavier. Man. 

In der Wiener Hofbibl. — Präambula und 97 Versetten f. Klav. ebend. 

Neue Ausgaben: 

Sonate Fdur, Op. 4 in Pauer's A. M. N. 19. 
Sonate in Ed. Litolff. 3. Heft. 



Eberlin Job. Ernst. 

(1716—1776.) 

Geb. in Schwaben. Um 1757 Kapellmeister in Salzburg. S. Zeit sehr 
geschätzter Tonsetzer von zahlreichen Messen, Oratorien usw., welche meist in 
Manuskript erhalten sind. Die Toccaten u. Fugen sind anregend, ohne besondere 
Tiefe zu besitzen. 

40 Toccaten u. Fugen für die Orgel; davon gedruckt: IX Toccate e Fughe 

per rOrg. Augsburg 1747. 
Versetten u. Cadenzen usw. f. die Orgel. 

2 Klavier-Sonaten ün Haffner's Oeuvr. mel. 1760). 
Präl. u. Fuge f. Klavier. 

Neue Ausgaben: 

9 Fugen, Zürich. — 9 Toccaten u. Fugen, Schott. 

9 Tocc. u. Fugen, in Commer's Musica sacra I. (*Toccaten N. 1 D moll, N. 4 
Amoll, N. 9, Emoll; Fugen N. 1, D moll, N. 3, AmoU.) 

3 Tocc. u. Fugen, in Körner's Orgel- Virt. N. 103, 192 u. 253. 

Präl. u. Fuge in A moll, in Pauer's A. Klav.-M. II 2. — do- in Ed. Litolff. 
5. Heft. 



123 

Nichelmann Christoph. 

(1717—1762.) 

Schüler Seb. und Friedem. Bach's. Hof-Cembalist in Berlin. Schrieb auch 
Lieder. Seine Klaviermusik meist harmlos, altmodisch. 

6 Brevi Sonate da Cembalo, Op. 1. — d». Op. 2. Nürnberg 1749. 

(In der Wiener Hofbibl.) 
Klavierstücke im „Mus. AUerley", 1761 u. 62 (s. Em. Bach). 
Nichelm.'s u. Händel's Sonaten u. Fugen f. Klav., herausg. von Ph. Em. Bach. 

1774. 
Konzerte f. Klav. mit 2 Viol., Viola u. Baß. Man. (Kat. Br.) 

iVewe Ausgaben: 
*Sonate in G, in Klass. Studien, Hasl. 
La Gaülarde et la Tendre. Sarah, u. Gigue. In Pauer's A. Klav.-M. II 3. — 

Dasselbe in Ed. Litolff. 3. Heft. 
Sonaten in Farrenc. 11. Band. 

Slarpnrg Friedr. Wilh. 

(1718—1795.) 

Lebte in Berlin. Bedeutender Theoretiker und Musikhistoriker. Als 
Komponist trocken. 

6 Sonate per il Cembalo. 1756. 

Fughe e Capricci per il Cembalo o l'Organo. Op. 1. 1777. (Ph. Em. Bach gew.) 

(Im Arch. d. Ges. d. M. in Wien.) 
Unterrichtswerke: 
Die Kunst das Klavier zu spielen, 1. Th. 1750. — 2. Tk '(vom Generalbaß) 
1755. Berlin, Haude u. Spener. (Unter dem Namen des „kritischen Musikus 
an der Spree" herausg.) 3. Aufl. 1761 — 62. 
Anleitung zum Klavierspielen etc. (mit 18 Kupfer tafeln). 2. Aufl. 1765. 
Klavierstücke f. Anfänger u. Geübtere. 3 Thle. 1762—63. 

Neue Ausgaben: 
Fugen u. Choralvorsp. in Kömer's Orgelvirt. N. 60, 126, 131 u. 133. 
Präl. u. Capr. in Pauer's Alte Klav.-M. I 5. 
Capriccio in F Op. 1, in Pauer's A. M. N. 4. 
Dieselben in Ed. Litolff, 6. Heft. 

Kirnberger Job. Phil. 

(1721—1783.) 

Schüler Seb. Bach's. Hofmusikus der Prinz. Amalie von Preußen. 
Berühmter Theoretiker. S. Kompositionen, meist handschr. in der k. Bibl. in 
Berlin. Die Klavierstücke solid, bürgerlich. 

Klavierübungen nach der Bach'schen Applikatur, in einer Folge von den leichtesten 

bis zu den schwersten Stücken. 4 Sammlungen. Berlin 1762—64. 
8 Fugen f. Klavier od. Orgel. 1777. Berlin, Hummel. 

Abschrift in dem Arch. d. G. d. M. in Wien. (*N. 2 u. 6.) 

24 Stücke f. Klavier. Leipzig 1779. 

Klavierstücke in den Sammlungen : Mus. Allerley, Vielerley, Eaccolta usw. (Tänze, 
Veränderungen, Choräle etc.) 

6 Sonaten (in der Coli, recreat.) im Arch. d. G. d. M. (*Son. D dar.) 

Neue Ausgaben: 
Choralvorspiel. Fuge. In Körner's Orgelvirt. N. 140 b u, 195. 
Allegro A moll. Andre. 



124 

6 Fugen und andere Stücke in Farrenc. 10. u. 12. Band. 

Allegro Emoll. In Klass. Studien. N. 17. Hasl. — Andre. — ßiet.-Bied. 

*Gavotte D moll. In Perles mus. N. 50. 

Dreist, u. zweist. Fuge in Pauer's A. M. 2. u. 3. Heft. 

Gigue, Gavotte, Courante u. *AIlegro für die Singuhr. In Pauer's Alte Klav.- 

M. 15. 
Dieselben Stücke in Ed. Litolff. 6. Heft. 
Präl. u. Fuge Cis moll in Alte Elav.-M. Ed. Peters. 
2 Fugen in „Alte Meisterstücke" (Epstein) Univ.-Ed. 

Gheyn Mathias van den. 

(1721—1785.) 

Entstammt einer vlämischen Glockengießerfamilie. Geb. in Tirlemont, 
lebte und wirkte in Löwen, wo er 1740 Organist und 1745 Carilloneur (Glocken- 
spieler) ward. Dort starb er 1785. Von seinen 17 Kindern folgte ihm Josse 
Thomas in seiner Stelle. — v. d. Gheyn schrieb Sonaten für Orgel oder Klavier 
und andere Klavierstücke, auch Theoretisches. Die Kompositionen Gheyn's sind 
altmodisch, Händel'scher Stil ins Schwächliche übersetzt, auch mit Anklängen 
an Couperin. Die Divertimenti sind besser als die Suiten. G. ist der belgische 
Wagenseil. 

6 Suites de Clavecin, Op. 3, gedruckt, Löwen ca. 1750. 

6 Divertimenti p. le Clavecin. London ca. 1760. Anderes in Manuskr. 

Neu- Abdruck: 
In Les Clavecinistes beiges, herausg. von X. V. van Elewyk 1863. Enth. von 
Gheyn: 6 Suites, Op. 3. 6 Divertimenti und 4 Präludien (2 f. Orgel, 
2 f. Carillon). Außerdem in dieser Sammlung: Klavierstücke von Paepen, 
Lafosse, Fiocco, Eaick etc. Am anmuthendsten unter ihnen erscheint 
Fiocco. 
In Eitter (N. 33, aus Elewyk). 

Relativ hervorzuheben wären: Aus der III. und IV. Suite je der 
2. iSatz; das 2. Divertimento. 

Couperin Armand Louis. 
(1721—1789.) 
Abkömmling der Familie Fran9ois C's. Organist in Paris. 

2 Senates pour le Clavecin, Op. 1. Paris. 
Trios f. Klav. u. Violine. Op. 3. Paris. 

Benda Georg. 

(1721[22j-1795.) 

Gehört einer ausgebreiteten, berühmten Künstlerfamilie an. Geb. in Jung- 
bunzlau in Böhmen. Langjähriger Kapellm. in Gotha. Schrieb auch Opern und 
Melodramen. 

12 Sonaten f. Klav. allein, Op. 1. Paris. 

Sei Sonate per il Cembalo solo. Berlin, Winter 1757. 

In der Wiener Hofbibl. 

Vermischte Klavier- u. Singstücke. 6 Samml. Gotha 1780 — 87. 

Sammlung vermischter Klavierstücke, 6 Theile. Leipzig, Schwickert. 

Sextett, Op. 3. Offenbach. — 2 Konzerte u. 1 Concertino (mit Begl. des Streich- 
quart.). Schwickert 1779 u. 1783. 

Manuskr. : Sonaten mit u. ohne Begl., 1 do. f. 2 Klav. (Kat. Breitk. 1773), 
kleine Stücke, Quartett u. Quintett usw. 



125 

Neue Ausgaben: 
6 Sonaten. Leipzig. Schwickert. 

Largo Fmoll, in C. F. Becker's Ausgew. Tonst, a. d. 17. u. 18. Jahrh. 
6 Adagios, nebst Bemerkungen über Spiel u. Vortrag. Berlin, Paez. 
Sonate Gmoll in Pauer's A. Kl.-M. II 3. 
Largo und Presto in Pauer's A. M. N. 20. 
Dieselben Stücke in Ed. Litolff. 5. Heft. 

Binder Christ. Signa. 

( —1788.) 

Hoforganist in Dresden. 

6 Sonaten f. Klav., Op. 1. Dresden 1759. — 6 do. mit Viel. od. Flöte. Leipzig 

1760. 
3 Son. p. le Clavecin par Ph. Em. Bach, Binder et Fasch. Nürnberg 1770. 
Manuskr. : 18 Konzerte mit Orch., 31 Sonaten, Trios. 

Bach Joh. Ernst. 

(1722—1777). 

Sohn Joh. Bernh. B.'s. — Geb. in Eisenach. KapeUm. in Weimar. 

3 Sonaten f. Klav. u. Viol. Eisenach 1770. — 2 do- 1772. 

2 Sonaten F dur u. G dur in Haffner's Oeuvr. mel. Nürnberg 1760 etc. 
Fantasie u. Fuge AmoU. Sonate in Adur. 

Handschr. in der k. Bibl. in Berlin. 
Neue Ausgaben: 

Fuge in Fdur f. Orgel in Körner's Orgelv. N. 194. 
Suite in E moll in Klass. Studien, 10. Heft. Hasl. 

*Fant. u. Fuge F dur in Pauer's A. Kl.-M. II 3. — Dieselben in Ed. Litolff. 
2. Heft. — do. in Alte Klav.-M. Ed. Peters. 

Matielli Giov. Ant. 
Schüler Wagenseil's. Lebte in der 2. Hälfte des 18. Jahrh. in Wien. 

6 Sonaten. Wien. — 2 Konzerte mit BegL und 6 Son. (Man. Kat. Breitk. 1 764 
u. 1782). 

Neue Ausgäben: 
Gigue, Adagio u. Allegro in Pauer's A. M. N. 33. — Dieselben in Ed. Litolff. 
8. Heft. 

Pellegrini Ferd. 
Klavierspieler u. Komponist in Neapel. 

6 Son. p. le Clav, (nebst einem Briefe über das Eendeau). Paris 1754. 

3 Son. mit YioL, Op. 7.-6 Konzerte mit Begl., Op. 9. Paris 1768. 

Steffan Jos. Ant. 
(1726— ) 

Geb. in Kopidlno in Böhmen. Schüler Wagenseil's, Hof-Klaviermeister, 
Lehrer der Erzh. Marie Antoinette, nachm. Königin v. Frankreich. 

6 Divertimenti per il Cembalo, Op. 1. Wien 1756. 

10 



126 

6 Sonate, Op. 2.-6 d«-, Op. 3. — 40 Preludii per div. tuoni, Wien 1762. — 
Samml. deutscher Lieder f. Klavier, 4 Abth. 1778—81. — 25 Var. über das 
böhm. Lied: Müg mily Janku, Prag 1802. 

Man.: Konzerte usw. 

Löhlein Georg Simon. 

(1727—1782.) 
Verfasser sehr geschätzter Klavier- und Violinschulen. Lebte in Leipzig. 

Klavierschule, oder kurze u. gründliche Anweisung zur Melodie und Harmonie, 

durchgehends mit prakt. Beispielen erklärt. 1. Band. Leipzig 1765. 
2. Aufl. 1772. 3. do. 1779. — 6. Aufl. von A. E. Müller, Jena 1804. 
— 2. Band. Worinnen eine vollst. Anleitung zur Begleitung der unbeziff. Bässe 

usw. gegeben wird, durch 6 Sonaten mit Begl. einer Violine erklärt. Nebst 

einem Zusatz vom ßecitativ. Leipzig 1781. 
6 Partite per il Clavicemb., Op. 1. Leipzig 1766. 
6 Sonate, Op. 2.-6 Partite, Op. 3. — 3 Trios. — Quatro per il Cemb., 

Viol., Viola u. Cello. Lyon. — Musik. Kleinigkeiten f. Klav. Br. & H. 
Konzerte mit Begl. 1775 etc. Konz. im Arch. d. Ges. d. M. 

Müthel Job. Gottfr. 

(1729— ) 

Schüler Seb. Bach's. Bedeutender Orgel- und Klavierspieler. Später 
Organist in Eiga. 

2 Concerti per il Cemb. (mit Begl.). Eiga u. Mietau 1767. 

(2 Conc. Amsterdam.') 
Duetto f. 2 Klaviere od: 2 Fortepiani. Eiga, Hartknoch, 1771 (Leipzig). 

3 Senates e 2 Ariosi av. 12 Var. p. le Clav. Nürnberg, Haffner. 

Balbastre Claude. 

(1729—1799.) 

Geb. in Dijon. Schüler Eameau's. Beliebter Orgel- u. Klavierspieler. 
Organist der Kirche Notredame in Paris. 

Pieces de Clavecin. Paris. — Quatre suites de Noels av. Var. — Quatuors av. 
ace. de 2 Viol., Basse et 2 cors ad lib. Paris. 

Neue Ausgabe: 
Eomance, in den Klavierst. herausg. von Wilh. Clauss, 3. Heft. 

Hoffmann Leopold. 
(1730[38]— 1793.) 
Oder Hofmann. Kapellm. bei St. Stephan in Wien und kais. Hofkomp. 

2 Trios, Op. 1. Nürnberg 1771. 

Manuskr. : Klav.-Konzerte, Quartett, Sonaten etc. 

Konzerte im Arch. der Ges. d. M. 

Eutin i Giov. Maria. 

(1730-1797.) 

Geb. in Florenz. Hielt sich auch in Deutschland auf. Kapellm. des Großh. 
von Toskana und des Herzogs von Modena. 



127 

Sonaten (30—40) für Klavier: 6 Op. 1, 6 Op. 2 etc. Nürnberg. 6 Op. 12. 

Florenz (Kat. Br. 1781). 
Sonate C dur in Haflfner's Eaccolta. Sonaten im Arch. d. Ges. d. M. 

Sonaten f. Klav. u. Viol., Op. 10 u. 11. Florenz (Kat. Art. 1780). 

Neue Ausgaben: 
Sonaten in C, A u. C in Pauer's A. M. N. 56, 57 u. 58. 

Bach Joh. Christoph Friedr. 

(1732—1795.) 

Der „Bückeburger Bach". Sohn Seb. B.'s, geb. in Leipzig. Konzert- 
meister des Grafen Schaumburg in Bückeburg. Als Komponist wenig bedeutend. 
Er schrieb auch Kirchenmusik, geistl. Lieder und die Oper die „Amerikanerin". 
S. Sonaten sind ähnlich denen Em. B.'s. 

6 Son. f. Klav. mit Begl. von Flöte od. Viol. Riga 1777. — 6 leichte Sonaten. 

1785. 
Sonaten etc. (16 Stücke) im ,.Musik. Vielerley" herausg. von Em. Bach. 1770. 
Son. u. andere Stücke in „Mus. Nebenstunden f. das Klavier", 2 Hefte. Herausg. 

von J. Chr. F. Bach. Rinteln 1787. In der Wiener Hofbibl. 

2 Konzerte (Man). in der k. Bibl. in Berlin. 

Neue Ausgaben: 
Kondo in C dur in Pauer's A. Klav.-M. II 4. — do. in Ed. Litolff, 1. Heft. 
AUegretto con Var. — Sonate A dur zu vier Händen, (ßiemann) Steingr. 

Eckard Joh. Gottfr. 

(1734—1809.) 

Geb. in Augsburg. Kam 1758 nach Paris, wo er als einer der vorzüg- 
lichsten Klavierspieler anerkannt wurde, und seinen bleibenden Aufenthalt nahm. 

6 Sonates p. le Clavecin, Oeuvre 1. Paris 1763 (Leipzig, Hartknoch 1773). 

Im Arch. d. G. d. M. 

2 Sonatas for the Harpsichord or Pianoforte, Op. 2. London. 
Menuet mit Variationen „Le marechal de Saxe*. 

Neu-ÄbdrucJc: 
Stücke in M^reaux. 

Müller Christian Heinr. 

(1734—1782.) 

Domorganist in Halberstadt. Die vierh. Sonaten gehören zu den 
frühesten dieser Gattung. 

3 Sonaten für's Klavier als Doppelstücke für 2 Personen mit vier Händen. 

Dessau 1783. 

Wiedeburg Mich. Joh. 

(1735—....) 

Geb. in Halle. Organist zu Norden in Ostfriesland. Verfasser einer der 
ältesten Klavierschulen. 

Der sich selbst informirende Ciavierspieler, oder deutlicher u. leichter Unterricht 

im Clavierspielen etc. 1. Theil, Halle 1765. 2. u. 3. Th. 1767 u. 75. 
48 Präludien f. Orgel u. Klavier (Beitrag zu ob. Werk). 

10* 



128 

Bach Joh. Christian. 

(1735—1782.) 

Der „Londoner" Bach. Jüngster Sohn Seb. B.'s, geb. in Leipzig. Er kam 
nach seines Vaters Tode nach Berlin zu Em. B., dessen Unterricht er genoß. 
Bald ging er nach Italien und wurde Kirchen-Kapellm. in Mailand. Von 1759 
an nahm er seinen bleibenden Aufenthalt in London, wurde Musikmeister der 
Königin und erreichte eine glänzende, tonangebende Stellung. Chr. B, war, 
obwohl in vortrefflicher Schule gebildet, vorzugsweise Mode-Komponist ohne 
Ernst und Tiefe. Seine zahlreichen Werke sind zumeist für Liebhaber bestimmt. 
Die Sonaten ähneln in Form und Stil in etwas jenen Mozart's. 

Konzerte mit Begl. (ca. 20). Darunter: 6 Konz. mit 2 Viol. u. Cello, Op. 1. 

Amsterdam 1765 (der Königin Charlotte von England gew.). — 6 do-, 

Op. 7. — Andere Konzerte. Leipzig, Kiga, Frankf. usw. — Klavier-Konzert 

nach Tartini's Manier (Man. in Em. Bach's Nachl.) 
Sextuor, Op. 3. Offenbach. — 2 Quintette. — 1 Quartett. — Trios (25 bis 30). 

Amsterdam etc. — Sonaten mit Viol. (Flöte) (6 Son. mit Flöte od. Viol. 

Hartknoch). 
6 Sonates p. le Clavecin ou le Pfte., Op. 6. Nürnberg. Wien. 

6 Sonaten, Op. 17. Amsterd. London. im Arch. d. G. d. M. 
Fuge über den Namen Bach f. Pfte. od. Orgel. — N. Ausg. Peters. 
Sonate zu vier Händen in C. — N. Ausg. Peters. 

Sonate f. 2 Klaviere. 

Six Sonates p. le Clav, ou Pfte.: 4 avec accomp. d'un Violon et d'un Violon- 
celle, la 5™e- ä 4 mains et peut etre jouee par deux personnes sur le 
meme Clavecin, la 6n>e. est une Sonate conc. ä 2 Clav. Op. 15. Berlin. 

Lehrmethode f. das Fortepiano (mit Eicci). Paris, Leduc. 

Neue Ausgaben: 
3 Klavierkonzerte in G dur, E dur, D dur, mit unterl. 2. Klavier herausg. von 

ßiemann. Steingr. (*D dur 1. S.). 
Trio, rev. von Eiemann. Br. & H. 

7 Sonaten in Farrenc's Le Tresor des Pianistes. 18. Band. 

*Sonate C moll, in Pauer's A. M. N. 6. — do. in Perles mus. N. 61. Br. & H. 

— do. (Eiemann) Steingr. 

Sonate B dur in Pauer's A. Klav.-M. IL 4. 

Sonate B dur (1. Satz) in Weitzmann. 

2 Sonaten, B dur u. C moll, in Ed. Litolff, 2. Heft. 

Fantasie u. Fuge, in Pauer's A. Klav.-M. IL 3. 

Andante in Es dur (aus den Son. Op. 6). Perles mus. N. 44. Mehrf. aufgel. 

Präludium u. Fuge C moll, bearb. von Bernh. Ziehn. Hamburg, Pöble. 

Adagio u. AUegretto (Epstein). Univ.-Ed. 

Wolf E. W. 

(1735—1792.) 

Ernst Wilh. W., von 1768 bis zu s. Tode Hofkapellmeister in Weimar. 
Fruchtbarer Komponist von Opern u. Instrumentalmusik, auch musik. Schrift- 
steller. 

7 Konzerte mit Orch. Eiga, Breslau, Leipzig. 1777, 82, 85 etc. 

13 Konzerte Manuskr. 
2 Quintette f. Klav., Flöte, Viol., Viola u. Violonc. Dresden 1786. 2 do. 1791. 

— 6 Trios. Lyon 1779. 

40—50 Klavier-Sonaten. Darunter: 7 Hefte zu 6 Sonaten. Leipzig, Weimar etc. 
1774—1787. — Sonatine u. vier affektvolle Sonaten. Leipzig 1785 (mit 
einer erklärenden Einleitung). — 6 Son. (Oeuvre posth.) f. Clavicord. 
Berlin 1793. 

Sonate für vier Hände. Leipzig 1784. 



129 

Kellner Job. Christoph. 

(1736—1803.) 

Sohn u. Schüler von Joh. Peter K. (s. S. 61). Studierte auch bei Ben da 
in Gotha, lebte einige Zeit in Holland und später als Organist und Lehrer in 
Kassel. Sehr geschätzter Komponist. 

Konzerte mit Begl. (ca. 10). Frankfurt, Andre. 

6 Trios in 2 Heften. Kassel. 

Orgelstücke. 

Du sehe k Franz. 

(1736—1799.) 

Auch Dusek. In Böhmen geb., wurde in Prag, später in Wien (durch 
Wagenseil) ausgebildet, lebte und wirkte dann in Prag als vortrefflicher Klavier- 
spieler und Lehrer. Mozart verkehrte freundschaftlich in seinem Hause. Zu 
seinen Schülern zählt auch Kozeluch. 

Konzerte, Op. 1. Amsterdam (Kat. ßr. 1780). 

Sonaten f. Klav. allein: 1 Son. Leipzig 1773. — 1 do. Prag 1774. — 1 do. 
Paris 1774. — Charakter. Sonate. Wien 1799. 



Grüner Nath. Gottfr. 

( —1794.) 

Musikdirektor in Gera. Einer der beliebtesten Tonsetzer der Zeit. Kirchen- 
musik, Klavierwerke, welche gefällig, zugleich solid sind. 

Konzert. — Quartette. — Trios. 

6 Sonaten, Op. 1. — 6 do., Op. 2. Br. & H. 

Albrechtsberger Joh. Georg. 

(1736—1809.) 

Geb. in Klosterneuburg bei Wien. Wirkte als Hof-Organist von 1772 an 
und als Organist bei St. Stephan (1792 als Nachfolger Leop. Hofmann's) in 
Wien. Berühmter Theoretiker und Lehrer der Tonsetzkunst, in welcher auch 
Beethoven, wie Hummel, Gänsbacher und viele andere seine Schüler waren. 
A. schrieb zahlreiche Kirchenwerke, Orgel- und Instrum.-Stücke; nur weniges 
davon ist gedruckt. 

Fugen für Orgel od. Klavier (70—80 in 12 — 15 Heften). Wien, Witzendorf, 
Hasl, Diab., Art. — Präludien u. andere Orgelstücke. — Fuge über do, 
re, mi, fa, sol, la. 

Klavier-Konzert. — Klav.-Quartett, 1792. 

Vierh. Präl. u. Fugen. Art., Hasl. 

Klavierschule für Anfänger. Artar. 1800. 

Neue Ausgaben: 
Fugen in Körner's Orgelv. N. 35, 167, 199 (Fuge über „Bach") u. 250. 
12 Fugen in Farrenc. 10. Band. 

Fasch Carl Fried. Chr. 

(1736-1800.) 

Kam 1756 als Cembalist an den Hof Friedr. IL, lebte von da an in 
Berlin. Er ist der Gründer der Berliner Singakademie (1792), in deren Leitung 



130 

ihm sein Schüler Zelter folgte. Sein merkwürdigstes Werk ist eine 16 stimmige 
Messe. Von Interesse sind auch seine Klavier- Sonaten. 

Klavier-Sonaten in den Sammlungen: Musik. Mancherley 1762, Musik. Vielerley 
1770 etc. — 4 Son., Oeuvre posth. herausg. von Eellstab. Berlin 1805. — 
Andere Sonaten (Kat. Br. 1804 u. 1806). 

Arietta av. 14 Var. Berlin. — Andere Variationen-Hefte. 

Klav.-Konzert. Manuskr. 

(Son. u. Arietta av. Var. im Arch. d. G. d. M.) 

Rust Fried. Wilh. 

(1739—1796.) 

Geb. bei Dessau. An Bach'scher Kunst herangebildet und in persönlichem 
Verkehr mit Priedem. und Em. Bach, wurde E. ein bedeutender Meister. Nach 
seinen Studien- und Reisejahren wurde er 1775 fürstl. Musikdirektor in Dessau. 
R., vorzugsweise Violinspieler, schrieb außer Instrumental- Werken (namentlich 
vortreiflichcn Violinsonaten) auch dramatische Musik und Lieder. Die von seinem 
Enkel, dem verdienstvollen Bachforscher, Wilh. Rust (1822—1892), in schöner 
Pietät veröffentlichten Klaviersonaten sind nur von diesem Gefühlsstandpunkt 
aus zu würdigen; ihre poetischen Intentionen decken sich keineswegs mit ihrem 
nüchternen Inhalt. 

6 Klav.-Sonaten. Leipzig. 

24 Veränderungen über ein Lied von J. A. P. Schulz. Dessau 1782. 

Neuere Aufl. Leipzig, Kühnel. 
Allegretto grazioso con Var. Leipzig 1797. 
Gr. Sonate f. Pfte. Oeuv. posth. Leipzig, Hinriehs. 
Manuskr.: Viele Sonaten f. Klav. mit und ohne Begl., vierh. Sonaten, Var., 

1 Klav.-Konzert usw. 

Neue Ausgaben: 
*Sonate D moll f. Violine solo, mit Pfte. bearb. von Ferd. David. Ed. Peters. 

Von Wilh. Rust herausgegeben: 
Klaviersonaten : B moll, Leipzig bei Hesse ; C dur, D dur bei Fritzsch ; D moll, 

Des dur, Son. erotica, Son. italiana, Son. seria (mit Viol.) bei Klemm. 
Andantino mit 12 Var., in photolit. Wiedergabe des Autographs. Fritzsch. 

Wanhal Joh. B. 

(1739-1813.) 

Eigentlich Vanhall, geb. in Böhmen; ging später nach Wien, wo er von 
1780 an seinen bleibenden Wohnsitz nahm und Unterricht gab. In seinen zahl- 
losen u. zu ihrer Zeit vielgespielten Klaviersachen war er der Komponist des 
praktischen Bedürfnisses, der Dilettanten, dem Tage dienend, rasch veraltend. 
W. sehrieb auch Kirchenmusik, viele Sinfonien, Streichquartette, Trios usw. 

2 Konzerte. Wien, Cappi. — Concerts faciles. — 8 Klavier-Quartette. Peters etc. 
Viele Trios (Begl. ad lib.). Offenbach 1775 etc. — Viele Sonaten mit Viol. 

(Flöte, Klar.). — Son. mit Viola. Diab. — Stücke mit Guitarre. 
Für Klav. allein: Viele Sonaten, darunter : 6 Gratulations-Son., Son. militaire, 

die Friedensfeier (Son.), die Schlacht bei Würzburg (Son.), Seeschlacht bei 

Trafalgar (Son.), Sonate ultima in F. Hofm. — Sonatinen, Ecossaisen etc. 

Andre, Schott, Simr., Artaria, Hofm. 
Variationen mit u. ohne Begl. (gegen 70 Hefte). 
Capricen, Fugen, Kadenzen, Fantasien, Divert. etc. Sehr vieles. 
36 fortschr. Klavierst. in 12 Sonatinen, Op. 41. Oft aufgel. 
Kurze u. leichte Klavierstücke, 2 Hefte. Elberfeld, Arnold. Mehrf. aufgel. 



131 

Kurze Anfangsgründe f. das Pfte. Witzendorf. 

Viele Sonaten u. Stücke zu vier Händen. Darunter: 13 leichte Übungsst. 
N. Ausg.: Andre; Berlin, Challier. 

Boccherinl Luigi. 

(1740—1805.) 

Geb. 17-40, nach anderen 1730 od. 35 in Lucca. Berühmter und äußerst 
fruchtbarer Komponist von Kammermusik. Er kam 1768 nach Paris, wo er seine- 
ersten Streichquartette veröffentlichte, und nahm dann seinen Aufenthalt in 
Madrid, -wurde 1785 zum Hof-Komponisten ernannt, und starb daselbst 1805. 
B., ein Zeitgenosse Haydn's, auf demselben Gebiete thätig, ist diesem in seinen 
Werken verwandt. Nebst zahlreichen Streich-Quartetten und Quintetten (auch 
Sinfonien), dann Violoncell-Sonaten (in neuen Ausgaben erschienen), schrieb er 
auch Kammermusik für Klavier, welche liter. Interesse beansprucht. 

Quintette für Klav,, 2 Viol., Alt u. Baß: 3 Op. 40, 6 Op. 46, Paris, Pleyel 

(2. Edit., Lavinee), 6, Op. posth. Simrock. (*D moU, E dur). 
Trios (12). — Viele Sonaten mit Viol. Offenbach. Eiga. 
Sonaten f. Klavier allein, Op. 4. Paris. 

Colizzi Giov. Andr. 

(1740- ) 

Ital. Klavierspieler und Komponist; lebte meist in England und Holland. 

2 Klavier-Konzerte, Op. 6. Haag. London. 

4 Konzerte (Manuskr. Kat. Br. 1780). 

Sonaten mit Viol., 3 mit Bratsche. 

La Bataille d'Jvry, f. Klav. allein. Mannheim, HeckeL 

Lucchesi Andrea. 

(1741- ) 

Ital. Komponist. Von 1771 an Kapellm. des Kurfürsten von Köln. Gest. 
Anf. des 19. Jahrb. Schrieb auch Opern und Kirchenmusik. 

2 Klavier-Konzerte. — Sonaten f. Klav. u. Viol. usw. Bonn (Kat. Br. 1772 
u. 73). 

Hässler Joh. Wilh. 

(1747—1822.) 

Geb. in Erfurt. Bedeutender Klavier- und Orgelspieler, der sich nach 
Em. Bach bildete. Nachdem er ein Fabriksgeschäft betrieben, wendete er sich 
erst 1780 vollständig der Kunst zu, unternahm Eeisen und ließ sich 1792 in 
Ruüland nieder. Er starb in Moskau 1822. Seine Kompositionen sind gefällig, 
zum Theil interessant. 

Sonaten: Op. 13, 14, 16. Br. & H. — Fantasie u. Son. Op. 17. — 2 Son. 

Op. 44. Moskau (N. 2 D moll [*1. S.]). — Andere Son. (auch mit Begl.), 

darunter: leichte, 1 kl. Son. ä 3 mains, 1 zu 4 Händen. Erfurt 1780 usw. 

— Gr. Son. ä 3 mains. Br. & H. — 24 leichte Sonaten (auch mit Viol. u. 

Cello ad lib.) in 4 Cahiers. Br. & H. — 6 neue Son., nebst Anhang von 

einigen Liedern und Handstücken. Schwickert. 
6 Klavier-Solos, „halb leicht, halb schwer", Op. 5. Schwick. 
*Gr. Gigue, Op. 31. 
Klavier- u. Singstücke. 2 Samml. Erfurt 1782. 



132 

3 Trios, Op. 15. Br. & H. — Klavierkonzerte 1792. 
48 kleine Orgelstücke. 

Neue Ausgaben: 
Fant. u. Son. Op. 17. Br. & H. — Sonate in Amoll in Pauer's A. M. N. 18. 

— Dieselbe in Ed. Litolff, 4. Heft. — Gr. Gigue, Perles mus. N. 70. — 
do. Dobl. (Marie Wieck). 

6 Sonatinen (Riemann). Litolff. 

3 Sonaten, Op. 16 (Hompesch). Forberg. 

Neefe Chr. Gottl. 

(1748-T798.) 

Hoforganist in Bonn. Lehrer Beethoven's daselbst. Schrieb auch Operetten, 
Lieder. 

Konzert f. Klav. u. Violine mit Orch. Mannheim. 

12 Sonaten f. Klav. Leipzig 1772. — 6 neue Klav.-Son. nebst Var. 1774. — 

Fantasie f. Klav. — Variationen. 
€ Sonaten mit Violine. 

Kozeluch Leop. 

(1748—1818.) 

Geb. in Böhmen. Studierte an der Universität Prag, lebte dann in Wien, 
als Lehrer und Komponist sehr geschätzt, auch als Lehrer am k. Hofe. Nach 
Mozart's Tode wurde er zum kais. Hofkompositor ernannt. Seine unzähligen, 
jetzt verschollenen, Klavierstücke waren in Wien sehr beliebt. Obwohl der Zopf- 
zeit angehörig, lassen sie jedoch auch hie und da Geschmack und Frische nicht 
vermissen. Nebst Klavierwerken komponierte er auch Oratorien, Sinfonien, 
■Quartette usw. In seinen späteren Arbeiten stand K. unter Mozart's Einfluß. 
S. Tochter, verehl. Cibbini (1790 — 1858), noch 1848 in polit. Beziehung genannt, 
■war eine vorzügliche Pianistin. 

40—50 Klavier-Konzerte (ca. 12 gedruckt). — 3 Konz. zu 4 Händen. — Konzert 

f. 2 Pfte. 
Trios (ca. 80). 
Sonaten (ca. 40). Darunter: 3 gr. Sonaten, Op. 51. — 3 do., Op. 53. — Mehrf. 

aufgel.: Op. 30, 35, 38, 51. Art. — Andre. — Schott. — Peters. 
La Chasse ä Cembalo, Op. 5. — 3 Capricen. — Tänze. — Andere Stücke f. 

Klav. allein. 
Vierh. Sonaten (ca. 15), Darunter mehrf. aufgel.: Op. 19 u. 29. 

Vogler Abbe G. J. 

(1749—1814.) 

Berühmter Theoretiker und Orgelspieler. Geb. in Würzburg, widmete er 
sich in Eom dem geistl. Stande. V. machte bedeutende Reisen, hielt sich in 
Mannheim, London, durch lange Zeit in Stockholm, in Prag und endlich in 
Darmstadt auf, produzierte sich überall auf der Orgel und gründete an mehreren 
Orten Tonschulen. In Darmstadt waren C. M. v. Weber und Meyerbeer seine 
Schüler; er starb daselbst 1814. V., ein origineller Charakterkopf, erfand ein 
neues theor. System; als Orgelspieler war er halb Gelehrter, halb Charlatan. 
Er schrieb Kirchenstücke, Opern, Orgel- und Klaviermusik, sowie theor. Werke. 

Konzerte (Sinfon.). Paris, Boyer. — Klav.-Quart. Br. & H. — Der eheliche 
Zwist. Sonate mit Quart.-Begl. Br. «fe H. — Polymelos ou caractere de 
musique de differ. nations, f. Klav. mit Quart.-Begl. Mehrere Hefte. Speyer. 

— 6 Son. f. 2 Klaviere. Darmstadt. — Pieces faciles. Wien, Glöggl. — 
Variationen. — Präludien f. Orgel od. Klav. 



133 

Turini Ferd. 
(1749 bis ca. 1812.) 
Ital. Organist. Auch Opernkomp. 
6 Sonaten f. Klav. allein (Kat. Br. 1781). 

Neue Ausgabe: 
Presto, Sonate. In Pauer's A. M. N. 30. — do. in Ed. Litolff, 9. Heft. 

Edelmann Joh. Fried. 

(1749—1794.) 

Geb. in Strasburg. "Wirkte in Paris. E. fiel unter der Guillotine. 

Konzerte. — Klav.-Quartett. — Trios. — Sonaten mit Viol. — Sonaten f. Klav 
allein. Paris. 

Sterkel Abbe Fr. X. 

(1750—1817.) 

Hofkaplan in Mainz und Kapellmeister in Regensburg und Mainz. 
Beliebter und fruchtbarer Komponist im leichten Stile. Manche seiner Klavier- 
stücke erschienen in wiederholten Auflagen. Schrieb auch Kirchenmusik, 
Sinfonien, Lieder. 

Klav. -Konzerte (ca. 6). — Trios (Son. mit Begl. ca. 30). — Duos. — Sonaten 
f. Klav. allein: 3 Op. 34, 1 Op. 36, 3 Op. 39 etc. — Andere Klavierstücke 
(kl. Stücke, Rondo comique. Schott). — Vierh. Sonaten. — Kl. Präl. u. 
Fugen f. die Orgel. Verl.: London. Paris. Artaria. Andre. Schott. 

Schröter Joh. Sam. 

(1750—1788.) 

Lebte von 1774 an in London als angesehener Lehrer und Komponist. 
Nachfolger Christian Bach's als Musikmeister der Königin. 

Klavier- Konzerte (ca. 20): 6 Op. 3, London etc. — 3 Klavier-Quintette. 
Amsterd. — Son. mit Begl. (Trios, Duos), — Son. f. Klav. allein : 6 Sonatas 
for the harpsichord, Op. 1. London 1776. 3 Op. 8, Schott. — La bataille, 
Fantasie. 

N. Ausg.: Konzert (aus Op. 3) in Mereaux' Clavecinistes. 

ßosetti Ant. 

(1760—1792.) 

Vielleicht Rösler. Geb. in Böhmen. Mitglied der Esterhazy'schen Kapelle, 
später Kapellm. in Schwerin. Schloß sich an Haydn an, dessen Stil er kopierte; 
er schrieb Vieles, auch Oratorien. 

Klavier-Konzerte. — Trios. — Sonaten mit Viol. — Andre. 
Rondeaux und Romances. 

Hüllmandel Nie. Jos. 

(1751—1823.) 

Geb. in Straßburg. Schüler Em. Bach's. Ließ sich in Paris nieder. 
Vorzüglicher Klavierspieler. 



134 

6 Senates p. Clav., Viol. et Basse. Op. 1. Paris 1760. — Sonaten mit Viol. ad 
lib. — Son. f. Klav. allein. Paris. Mannheim. — *Gr. Sonate, Op. 11. — 
Petits airs fac. et progr. Andre. 

Türk Dan. Gottl. 

(1751[56]— 1813.) 

Theoretiker. Professor der Musik an der Universität in Halle. S. „An- 
weisung zum Generalbaßspielen" erlebte 6 Auflagen. Die Klavierschule war 
sehr geschätzt. 

Klavierschule für Lehrer und Lernende. Halle und Leipzig 1789. 2. Aufl. 1802. 
60 Handstücke für angehende Klavierspieler. Halle. 
30 Sonaten in 5 Sammlungen. Halle 1789, 1793, 1798. 
120 leichte vierh. Klavierstücke, 4. Hefte. 

Dalberg Joh. Fried. 

(1762—1812.) 

Domkapitular in Trier, Bruder des Kurfürsten von Mainz. Klavierspieler 
und beliebter Komponist, auch musik. Schriftsteller. Gehört zu den besseren 
Komponisten der Mozart-Hummel'schen Eichtung. 

Quartett f. Klav., Oboe, Hörn u. Fagott. Op. 25. Schott. 

Trios. — Sonaten mit Viol. — Son. f. Klav. allein, Op. 9, Op. 20, Simrock. 

2 Op. 23. 
Sonate ä 5 mains, Op. 19. Simr. 
Vierh. Sonaten: Gr. Son. in Es. Schott etc. 

Reichardt Joh. Fried. 

(1752—1814.) 

Geb. in Königsberg. Von 1775 an k. Kapellm. in Berlin. Fruchtbarer 
Komponist und musik. Schriftsteller. Schrieb Opern u. Liederspiele, Kirchen- 
musik, zahlreiche Lieder (spez. auf Göthe'sche Texte) usw. 

Klav.-Konzerte : 6 Conc. pour le beau sexe, Op. 1. Berlin u. Amst. — 1 Konz. 

Riga 1773. — 1 do. Leipzig 1777. 
Sonaten: Gr. Son. Op. 1. Leipzig. — 6 Son., 2 Theile 1778. — do. 1792. 
Sonaten mit Begl. — Quintett. 
Variationen. — Vermischte Musikalien. Leipzig, Hartkn. 

Neue Ausgaben: 
Kompositionen von J. F. Reichardt, herausg. von Schletterer (Sonate in P, do. 

in Es, do. in G, Rondo, naiver Scherz u. Andantino). Rieter-Biederm. 
Gr. Sonate Fmoll. Br. & H. 
Sonaten N. 3 u. 4. Berlin, Trautwein. 

Knecht J. H. 

(1752—1817.) 

Geb. zu Biberach in Schwaben, wo er auch den größten Theil seiner 
Lebenszeit zubrachte. Gediegener Orgelspieler, Komponist und Theoretiker. 
S. Generalbaßlehre und s. Orgelschule sehr geschätzt. 

Kleine prakt. Klavierschule, 4 Theile. — Kl. theor. Klaviersch., 2 Th. München 

1800—1802... 
Kl. und leichte Übungsst. mit Fingersatz von Haydn, Mozart usw. 3 Hefte. 
48 Vorspiele f. Anfänger. — Var. — Sonatinen. 
Orgel-Kompositionen. 



135 

Giordani Gius. 

(1753 — 1794.) 

Ital. Komponist. Hielt sich mehrere Jahre in London auf. Schrieb Opern 
und Instrum.-Musik. 

Konzerte. — Quintette u. Quartette. — Son. mit Viol. — 3 Son. zu vier 
Händen. — Le5ons p. les commen9ans. Preludes. — Frankf., Paris. 



Hof fme ister Franz Ant. 

(1754-1812.) 

Lebte in Wien. 1800 gründete er die nachmals berühmte Musikalien- 
handlung in Leipzig. Er starb in Wien 1812. H, war ein ungemein fruchtbarer 
Komponist, der geschäftsmäJiig für das Tagesbedürfnis schrieb. Seine Werke 
s. Zeit sehr beliebt, bestehen in zahlreichen Kirchenstücken, Opern, Sinfonien 
Konzerten, Quartetten (156 mit obl. Flöte) usw. 

Konzerte (ca. 12). — Quartette. — Viele Trios und Sonaten mit Viol. (FL). — 
Sonaten f. Klav. allein. — Andere Stücke, Rondos, Var. etc. — Vier- 
händiges. — Peters, Hasl., Schott, Andre etc. 



Easetti Amadee. 

(1754—1799.) 

Oder Eazetti. Geb. in Turin, siedelte sich in Paris an, wo seine Kom- 
positionen beliebt wurden. 

Concert arabe mit Orch., Op. 14. Paris. 
Trios. — Son. mit Viol., Op. 1 u. 2. Offenbach. 

6 Senates p. le Clav, dans les Styles d'Eckard, Haydn, Clementi, Gramer, 
Steibelt, Mozart. Op. 7. — Andere Sonaten. 

Förster Em. AI. 

(1757—1823.) 

Schlesier. Von 1779 in Wien. Wirkte als Theoretiker und Komponist 
ernster Richtung. Von ihm eine „Anleitung zum Generalbaß". 

Klav.-Sextett, Op. 9 (1796). — 4 Klav. -Quartette. 

Sonate zu vier Händen, Op. 23. Hasl. 

Fant. u. gr. Sonate, Op. 15. do. Op. 25. Andere Sonaten, Hasl. 

50 Präludien, 3 Hefte. Prag, Berra. — Fuge Gmoll. Mechetti. 

Orgel-Kompositionen. 

Oelinek Abbe Jos. 

(1757—1825.) 

Geb. in Böhmen. Lernte 1787 in Prag Mozart kennen, der ihn dem 
Grafen Kinsky empfahl, bei welchem G. als Hauskaplan und Musikdirektor in 
Prag, später in Wien angestellt war; von 1795 an trat er in derselben Eigen- 
schaft in die Dienste des Fürsten JEsterhazy, nebenbei als gesuchter Klavier- 
lehrer in Wien lebend. G. war ein ungemein beliebter Klavier-Komponist, 
namentlich unerschöpflich in der Produktion von Variationen nach der da- 
maligen Mode. 



136 

Variationen f. Klav. Über 120 Hefte. 

Darunter, am häufigsten aufgelegt: N. 1. Über „la ci darem" aus Don Juan, 
Op. 1. — N. 7. La Molinara. — N. 29. Die Schweizerfamilie. — N. 36. 
Tirolerlied in „der Lügner". — N. 50. Hummel's Apollo-Walzer. — N. 67. 
Allem. Saxones. — N. 96. Di tanti palpiti. — N. 104. Jägerchor aus 
„Freischütz". — Außerdem: N. 16. „0 du lieber Augustin". — N, 20. 
..Ein Madel u. ein Glasel Wein". — N. 28. Aus den letzten Quartetten 
von Haydn. — N. 92. Theme de Rousseau. — N. 94. Andante aus der 
7. Sinf. von Beethoven. — N. 108. Nepudu domu. — Ferner: Über Themen 
aus Ballets, Singspielen, Volkslieder usw. 

Vierh. Variationen. 

Sonaten (auch mit Flöte od. Viol.). — Trios. 

Zahlreiche Fantasien, Potpourris, Tänze, Märsche usw. Artaria. Hasl. Simrock. 
Schott. Hofm. etc. 

Neue Ausgaben: 
Var. über „Wann i in der Früh aufsteh'" mit Fingersatz. Schles. — do. in 

Pauer's „der junge Klassiker" IL Br. & H. 
Beliebte Var. N. 33 und N. 39. Andr^. 

Pleyel Ignaz. 

(1757—1831.) 

Geb. in Niederösterreich. Schüler von Wanhall, dann 1770—1777 Haydn's 
Schüler und Hausgenosse. Von 1783 an wirkte P. als Musikdirektor am Münster 
von Strasburg, wendete sich später nach Paris, wo er ein Verlagsgeschäft und 
1807 die berühmt gewordene Pianofortefabrik Pleyel gründete. Er starb in 
Paris. P.'s zahllose, gefällige Werke beherrschten zu ihrer Zeit den musik. Markt 
Europas. Sie lehnen sich an Haydn, dessen Manier sie schablonenhaft wieder- 
geben. P. produzierte massenhaft Sinfonien, Streichquartette, Klavierwerke, dar- 
unter viele Bearbeitungen u. Arrangements. 

Konzerte. — Quintette und Quartette (theilw. Arrangements s. Sinfonien u. 

Streichquartette). — Trios (über 100; theilw. Arrangements). — Viele 

Sonaten mit Violine. 
Sonaten f. Klav. allein: 6 gr. Son., Op. 15. Hofm. — Leichte Sonaten. Peters. 

— Sonatinen. Schles. Cranz. 

Variationen, Rondos, leichte Stücke, Tänze. (Vieles.) Darunter: 4 Rondos favoris. 

Peters. 
; Viele Sonaten zu vier Händen (auch Arrang.). 

Unterrichtswerke: 
Klavierschule, nebst 30 Übungsst. Peters (5 Auflagen). 

(Ausgaben und Bearbeitungen ders. von: C. Czerny, Art. — F. X. Chotek, 
Hasl. — Diabelli. — N. Ausg.: Leuckart.) 
Gr. Klavierschule mit 27 Übungsst. Witzendorf. — Bearb. von J. Czerny. 
Klavierschule nach Clementi, Gramer etc. Bearb. von Drechsler. 1. Th. Theorie. 

2. Th. Übungen. Artar. 
Pfte.-Schulen, von : Pleyel u. Dussek. — P., Clementi u. Dussek. 3. Aufl. Cappi. 

— P. u. Wanhall etc. — Instruktive Übungsst. 

Neue Ausgäben: 
Rondos. Ed. Peters. Ed. Litolff. — Menuette. Andre. 
2 Rondos in Pauer's „Der junge Klassiker", Br. & H. 

Adam Louis. 

(1758-1848.) 

Prof. des Klavierspiels am Pariser Konservatorium durch 45 Jahre. Er 
war einflußreich auf die gediegenere Richtung der franz. Klavierschule. Zu seineu 



137 

bedeutendsten Schülern zählen Kalkbrenner, Lemoine u. Andere. Berühmt ist 
seine ungemein verbreitete Methode de Piano. Der Opernkomponist Adolphe 
Adam ist sein Sohn. 

'Methode nouv. pour le Piano ä l'usage des eleves du conservatoire. 3 Theile. 
Paris 1802. (5 Auflagen bis 1831.) 

(1. Theil: Theorie. — 2. Theil: 50 Le?ons. — 3. Theil: Stücke von Em. Bach, Clementi, 
Mozart etc.) 

Ausg.: Simrock (deutsch u. franz.). — Hasl. (Czemy, deutsch). — Br. & H. — Prag, 
Berra. 

Supplement de la Methode. Simr. 

Methode ou principe general du doigte p. le Fortepiano, suivie d'une coUection 

compl. de tous les traits possibles. Par L. Adam et L. W. Lachnith. 

4 Suites. Paris 1798. 
Sonaten (9), darunter: Son. dans le style dramatique, Op. 10. 
Vierh. Sonate. — 3 Son. mit Violine. Paris. 
Var. über „Le Koi Dagobert". Simr. — Andere Var. — Übungsstücke. 



P rein dl Josef. 

(1758—1823.) 

Schüler Albrechtsberger's. Kapellm. bei St. Stephan in Wien. Vortreff- 
licher Organist. Komp. auch Messen. 

Konzerte, Sonaten, Phantasien für Klavier. Haslinger. 



Eichner Ernst. 
Klav.-Komp. 2. Hälfte des 18. Jahrh. 

2 Konzerte, Op. 5. Amsterdam. — do., Op. 9. Mannheim. 
Sonaten mit Viol. u. Cello, Op. 1. Am.st. — do., Op. 2. Paris. 
Son. mit Viol. — Son. f. Klav. allein. 

Krommer Franz. 

(1759—1831.) 

Geb. in Mähren. Kapellm. des Fürsten Grassalkowich und später, nach 
Kozeluch (1818), k. Hofkompositeur in Wien. Seine zahlreichen, damals be- 
liebten Werke (Kirchenmusik, Sinfonien, Kammermusik) sind nicht ohne, Ori- 
ginalität. 

Klav. -Quartett, Op. 95. Haslinger. 

2 Trios: Op. 84 und 87. Hasl. — 6 Son. mit Viol. Andre. 

Polonaisen, Märsche, Walzer. • 

Paradies Maria Theresia. 

(1759—1824.) 

Wienerin. Vorzügliche, feinfühlige Klavierspielerin. Seit dem frühesten 
Kindesalter erblindet. Schülerin Kozeluch's. Sie unternahm erfolgreiche Kunst- 
reisen nach Paris, London usw. Ein Konzert Mozart's soll für sie bestimmt 
gewesen sein. Außer Klaviersachen komponierte sie auch Opern u. Lieder. 

4 Sonaten. Amsterdam 1778. 

6 Sonaten, Op. 1. Paris 1791. — 6 do., Op. 2. 

An meine entfernten Lieben. Phantasiestück f. Klav., 1786. 



138 

Fodor Anton. 

(1759—1849.) 

Holländer. Stammt aus einer Künstlerfamilie. Lebte in Amsterdam. An- 
gesehener Komponist. 

Konzerte. Paris. — Klav.-Quartette, do. — Trios. Andre. — Sonaten mit Viol. 
Vierh. Sonaten (Op. 1. Andre). — Sonate zu 6 Händen. 
Sonaten f. Klav. allein. — Fantasien, Var., Potpouris. 



FreystädtlerF. J. 

(1760 bis ca. 1836.) 

Geb. in Salzburg. Organist daselbst. Von 1786 in Wien, wirkte er als 
Musiklehrer (durch Mozart empfohlen) und fruchtbarer Komponist leichterer u. 
instruktiver Musik. 

Concertino. Hasl. — Conc. facile. — Sonaten mit Viol. — Die Belagerung von 
Belgrad (mit Viol.). — Die Bei. von Valeneiennes (do.). 

18 Originalwalzer zu 4 Händen. Hasl. 

F. Klav. allein: Gr. Caprice. — Capr. facile. Hofm. — Viele Var. — Der Mittag 
u. Abend, Fant. — Der Frühlingsmorgen, Fant. — 50 Präludien etc. 



Wolf Georg Fried. 
(1762-1814.) 
Kapellm. des Grafen Stolberg- Wernigerode. Didaktische Werke. 

Kurzer, aber deutlicher Unterricht im Klavierspielen. Göttingen 1783. 5 Auf- 
lagen. — 2. Theil: Generalbaßlehre. Halle. 
2 Sonaten. Halle. — 3 Vierh. Sonaten. Br. & H. 1796. 

Amon Joh. Andr, 

(1763—1825.) 

Vielseitiger Musiker u. Komponist. Langjähriger städt. Musikdirektor in 
Heilbronn. 

Konzert, Op. 34. Schott. — Trios, Op. 48 (m. Flöte), Op, 58 u. 76. — Viele 

Sonaten mit Viol. (od. Fl). Schott, Andre etc. 
Vierh. Sonaten. 
Sonaten f. Klav. allein: 3 gr. Son., Op. 8. Paris. — Gr. Son. dans le style 

dramatique, Op. 10. Paris. — Andere Son., Op. 63, 68 etc. 
Cadences, Var. 

0-yrowetz Adalb. 

(1763—1850.) 

Geb. in Budweis, Wendete sich später nacTi Wien, machte Eeisen nach 
Italien, Paris, London. Von 1804—1827 war G. Opern-Kapellm. in Wien, wo 
er bis zu seinem Ende verblieb. G., ein ungemein fruchtbarer u. populärer Kom- 
ponist, zeigt Haydn's Stil in das flach Gefällige übertragen; seine Musik war 
nicht bloß in Wien beliebt, sie herrschte auch neben jener Pleyel's auf dem 
musikalischen Markt von Paris und London. Er schrieb zahlreiche Sinfonien, 
Quartette etc., Kirchenmusik, dann viele Opern u. Singspiele, unter welchen der 
„Augenarzt" besonders erfolgreich war. 



139 

Konzerte. — 60—80 Trios (Sonaten, Divert., Notturnos, la Chasse). — Sonaten 
mit Violine. — Son. f. 2 Pfte. — Sonaten f. Klav. allein. — Viele Var., 
Tänze usw. — Paris, Imbault. Andre. Haslinger. 

Sieges- und Friedensfest der verbündeten Monarchen am 18. Okt. 1814. Charakt. 
Fantasie. "Wien, "Weigl. 

Pollini Gius. Franc. 

(1763—1847.) 

Ital. Klavierspieler u. Komponist. Soll in Wien den Unterricht Mozart's 
genossen haben. Ließ sich später in Mailand nieder, wo er Prof. am Konser- 
vatorium wurde. 

Metodo pel Clavicembalo (Klavierschule). Mailand, Eicordi. Dem Vizekönig von 

Italien Eug. Napoleon gewidm. 
Sonaten: 3 Son. Paris 1801. — 3 do. (2. Theil der Klaviersch.). Eicordi. 2 do. 

Artaria. 
Phantasie über ein Thema von Viotti. Paris 1801. Br. & H. 
Toccaten Op. 31, 50, 56, 67. — Var., Phant. — Esercizi. 
Vierh. : Introd. et Eondo pastoral. 
F. 2 Klaviere: 2 Son. p. 2 Cembali. — Gr. Son., Capr. et Var. p. 2 Fortepiani 

(od. Harfe u. Klav.). 
N. Abdruck: Toccata in G in Pauer's „Der junge Klassiker". Br. & H. 

Lentz Heinr. Gerh. 

(1764—1839.) 

Geb. in Köln. Lebte Jahre lang in Paris u. London als Klaviervirtuose 
und Lehrer; auch seine Werke fanden vielen Anklang. Später zog ihn Prinz 
Louis Ferdinand von Preußen in seine Nähe, in welcher er bis zum Eintritt 
Dussek's weilte. Endlich siedelte sich L. in Warschau an, wo er Prof. am Kon- 
serv. wurde und eine Pianofortefabrik gründete. S. Kompositionen sind im 
Haydn'sehen Style geschrieben; 

3 Konzerte. Paris. — 9 Trios. — Sonaten mit Viol. (Flöte). Offenbach. 
Vierh. Sonate. — Präludien. Var. 

Lanska Franz. 

(1764—1825.) 

Vorz. Klavierspieler und Komponist gediegenerer Eichtung. Geb. in Brunn. 
Machte große Kunstreisen. Ließ sich 1798 in Berlin nieder, wo er als Lehrer 
(auch Meyerbeer's) wirkte. C. M. v. Weber widmete ihm seine As dur-Sonate. 
S. Klaviermusik ist elegant, ohne Tiefe. 

20—24 Klavier-Sonaten. Darunter: Op. 1 in C moll. — *Gr. Son. Op. 4. — 
*Son. Op. 20. N. Ausg. (Hompesch) Bonn, Cohen. — Son. pathetique, 
Op. 43. Peters. — Son. ä mon depart en Italie, Op. 45. N. Ausg.: Son. 
C dur, Op. 37. Peters. 

Sonate mit Violoncell, Op. 28. Schles. 

Vierh. Stücke. — Eondos, Var., Polonaisen etc. 

Klavierschule von Lauska u. Beczwarsowsky. Schles. 

Steibelt Daniel. 

(1765—1823.) 

Einer der glänzendsten und berühmtesten Virtuosen seiner Zeit. Geb. 
1765 in Berlin. Schüler von Kirnberger. Von 1790—1798 feierte er in Paris 



140 

Triumphe und wurde Mode; 1800 konnte er in Wien sogar als Rival Beethoven's 
figurieren. 1808 ging S. nach Petersburg, wo er als Kapellm. der franz. Oper 
sein vielbewegtes und etwas abenteuerliches Leben beschloß. S's. zahllose Kom- 
positionen sind äußerlich, ohne Ernst und Bedeutung, und gehören der schnell 
vergänglichen Mode an. Die Mehrzahl derselben diente dem Bedarf der Dilettanten ; 
viele sind das Produkt von Effekthascherei und Charlatanerie, wie die mit 
Schlachten- Namen usw. bezeichneten Stücke, die trivialen Bacchanales mit Tam- 
bourin u. Triangel. Am längsten erhielten sich seine Etüden, Op. 78. 

7 Klav.-Konzerte: 1. C dur, 2. E moll, 3. E dur (letzter Satz: L'orage, pre- 
cede d'un Rondeau pastoral) Op. 35, 4. Es dur, 5. Es dur, 6. G moll 
(Voyage sur le Mont Bernard j, 7. E moll (Gr. Concert militaire mit Begl. 
von 2 Orchestern). Br. & H. — Peters. 

Klav.-Quintette u. Quartette. — Ca. 30 Trios (die Begl. meist ad lib.). Dar- 
unter: Le Combat naval. av. Viol. et Vcelle, Tambourin ad lib., Op. 36. — 
Gegen 100 Sonaten mit Viol. od. Flöte (meist ad lib.). Peters. Andre. 
Artar. etc. 

Duos f. 2 Klaviere. Br. & H. — Vierh. Sonaten. Andre. 

40 — 50 Sonaten f. Klav. allein. Darunter: 3 gr. Son., Op. 7. — La Coquette, 
Op. 9 (ersch. 1793). — Gr. Son. in Es (ded. ä Mad. Bonaparte). — Defaite 
des Espagnols par l'armee fran^aise, Son. milit. — Sonaten, Op. 76. — Son. 
martiale, Op. 82. — Fantas.-Son., Op. 90 etc. — Viele leichte Sonaten. 

Andere Klavierstücke: Fantasien, Rondos, Variationen, Märsche, Tänze 
usw. Darunter: Bataille de Gemappe et de Neerwinden. — Die Zerstörung 
von Moskwa, gr. Fant. — Le Rappel de l'armee, Fant, milit. — Die 
Bedrohung u. Befreiung Wiens. — Les Papillons. Rond. — Capricen, Op. 5, 
6 etc. — 6 gr. Preludes, Op. 8. — Andre. Br. & H. Peters. Schles. etc. 

Bacchanales f. Klav. mit Tambourin, auch Triangel. Andre. Br. & H. 

Unterrichtswerke: 
50 Exercices, Op. 78. 
Methode de. Piano (Schule). Br. & H. 
12 leichte Übungsst. — 8 Exercices. 

Die Werke Steibelt's erschienen bei vielen Verlegern; dabei wiederholen sich oft 
dieselben Werke unter verschiedenen Op.-Zahlen. 

Neue Ausgaben: 
*Exercices, Op. 78. Br. & H. — Ed. Peters (25 Etudes). — Br. & H. (Volks- 

ausg.) 
Sonate in C, Op. 37. do. G moll, Op. 41. Sonatine in C. Schott. 
Les Papillons. Polonaise de Mme. Billington. Eondo turc. Schott. 
*L'Orage et Rond. pastoral (a. d. 3. Conc). Schlesinger. Andre etc. 
6 beliebte Rondos, Op. 33. Andre. — Rondo, Op. 33. Trautwein. 
Savoyardisches Rondeau, A moll. Br. & H. — Sonatine in C. Br. & H. 
*Le Berger et son troupeau (Rondo pastoral). Forberg. — do. Schott. 
3 kleine Stücke, Op. 5 (Prel., Gavotte, Prel.). Wien, Goll. 
5 Rondos (Hompesch). Bonn, Cohen (Wernthal). 



Himmel Fr. Heinr. 

(1765—1814.) 

Preuße. 1795, nach Reichardt, k. Kapellm. in Berlin. Berühmt durch s. 
Operette „Fanchon"; aber auch als Klavierspieler und Klavier-Komp. s. Zeit 
beliebt. 

Konzert in D. Peters. — Sextett, do. — Quatuor. — Trios. Br. & H. — Gr. 

Son. mit Flöte (Viol.), Op. 14. — Sonate f. 2 Pfte. Peters. — Vierh. Son. 

Oeuv. posth. — Phantasien. Var. Märsche etc. f. Klav. allein. 
*Var. über „Ich klage Dir". 



141 
Eberl Anton. 

(1766—1807.) 

Wiener. Sehr beliebter, aber seichter Komponist. War mit Mozart be- 
freundet, unter dessen Namen er einige Werke veröflFentliehte (s. Mozart). 
Schrieb auch Sinfonien, Quartette, Opern. 

Konzerte, Op. 32 u. 40. Peters. — Konzert f. 2 Pfte., Op. 45. Hasl. 

Sextuor. — 2 Quintette. — 2 Quartette. — 6 Trios. — Duos mit Viol., FL, 
Cello. — Hasl, Schles., Peters. 

Sonaten: C moll, Op. 1. Art. — Gr. Son. caract. in F moll, Op. 12 (Haydn 
gew.). Peters. — C dur, Op. 16. Hasl. — G moll, Op. 27 (Cherubini gew.). 
— Son. Op. 39 u. 43. Hofm. 

Die Son. Op. 1, ersch. 1798, soll früher unter Mozart's Namen (als »letzte« Sonate) ver- 
öffentlicht worden sein. 

Variationen: Üb. „Steffen sprach im Traume". — „Bei Männern, welche Liebe 
fühlen". 

Ersch. 1792 anfänglich unter Mozart's Namen. 

Fantasie, Op. 28. — Capricen. Toccata etc. — 2 vierh. Sonaten. 



Ladurner F. X. 

(1766—1839.) 

Tiroler von Geburt. Nahm seinen Aufenthalt in Paris, wo er als Lehrer 
durch 40 Jahre thätig war. Auch Auber und Boely waren seine Schüler. 

Sonate Op. 1. — Andere Sonaten (auch vierh. und mit Viol.). — *Fantasie 
über -Don Juan". — Andere Klavierstücke. 



Hering Karl Gottl. 

Lebte in Leipzig und von 1811 an in Zittau als Oberlehrer der Stadt- 
schule. Musikpädagoge, dessen Werke große Verbreitung fanden. 

Instrukt. Variationen zur leichteren Erlernung des Klavierspiels. 4 Hefte. 

Zittau 1802. — Progressive Var. 1808. 
Klavierschule für Kinder. 4 Bändchen. Leipzig 1804 — 1807. 
Prakt. Präludierschule, 2 Theile. 1812 u. 14. 
Vierh. Übungsstücke, 6 Hefte. Peters. 



Müller Aug. Eberh. 

(1767—1817.) 

Wirkte in Leipzig, nach J. A. Hiller, als Kantor der Thomasschule, 
dann als Hofkapellm. in Weimar. Als Klavierspieler besonders durch seinen 
Vortrag Mozart'scher Konzerte berühmt. S. Lehrwerke waren sehr geschätzt. 

*Gr. Klavier- und Fortepianoschule. Jena 1804. 8. Aufl. herausg. von C Czerny. 

— 9. Aufl. (N. Ausg.) Herausg. von Jul. Knorr. Peters. 
Kleines Elementarbuch f. Klavierspieler. N. Ausg. von Czerny. — Instrukt. 

Übungsstücke. 
Anleitung zum genauen u. richtigen Vortrage der Mozart'schen Klavierkonzerte, 

besonders in Rücksicht der Applikatur. Leipzig 1797. 
*Caprices (16). Op. 4, 29, 31 etc. 
Konzert. — Trio. — Sonaten (ca. 20). — Son. progressives (Supplem. zur 

Klavierschule). — Var. — Walzer. — *Kadenzen zu den 8 vorz. Klav.- 

Konzerten von Mozart (nachgel. Werk). 

11 



142 

Neue Ausgäben: 
6 Caprices. Ed. Peters. — 15 Capr. Br. & H. — Instrukt. Übungsst. Ed. Peters. 
Litolff. — Caprice Des dur in Pauer's „Der junge Klassiker" Br. & H. 

Jadin Hyazinthe. 

(1769—1802.) 

Schüler Hüllmandel's. Der erste Prof. des Klavierspiels am Pariser Kon- 
servatorium nach dessen Errichtung 1792. Seine Konzerte etc. waren beliebt. 

Konzerte. Paris. — Sonaten mit Viol. — Sonaten f. Klav. allein. — Lefons. 
— 2 vierh. Son. 



Jadin Louis Em. 

(1768—1840.) 

Bruder des Vorigen. Nachfolger desselben am Pariser Konserv., 1802. 
Äußerst fruchtbarer Komponist von Opern, Gesängen u. Instrumentalstücken. 
Von ihm zahlreiche seichte Potpourris, Melanges usw. 

Konzerte. — Quintette, Quatuors, Trios, Duette. 

Gr. Duo f. 2 Pfte. (od. Harfe u. Pfte.). Wien, MoUo. — Fant. f. 2 Pfte. Has- 

linger. 
Sonates faciles, Kondos, Fantasien, Var., Potpourris, Melanges, Nocturnes etc. 
La gr. Bataille d'Austerlitz. fait historique. Berlin, Paez. 

Asioli Bonifacio. 

(1769—1832.) 

Ital. Komponist von ernsterer Bedeutung. 1809 — 13 Lehrer an dem neu- 
errichteten Konserv. in Mailand. A. war in allen musik. Kunstgattungen, auch 
als Schriftsteller thätig, schrieb auch eine Gesangschule und theor. Werke. Er 
starb in Coreggio 1832. 

Sextett f. Klav., Klar., Fagott, Hörn, Viola u. Vcelle. Mailand, Eicordi. 
*Sonate mit Violoncell in C dur. Eicordi. N. Ausg. Herausg. von Grütz- 
macher. Senff. 
Sonate f. Klav. allein. — Capriccios, Fant. — Vierh. Capriccios. 
Klavierschule. 3 Theile. — Breve Metodo per Pfte. Mailand. Leipzig, Portius. 



Kir maier Theodor. 

(1770—1814.) 

Geb. in München, wirkte an verschiedenen Orten Deutschlands als 
Klavierspieler und Konzertmeister, unternahm auch Keisen nach Frankreich, 
Italien usw. 

Trios, Sonaten, andere Klavierstücke. 

*Var. über das Menuett aus Don Juan. Bei 12 Verlegern. 

Rinck Joh. Chr. Heinr. 

(1770—1846.) 

Geb. in Thüringen. Studierte bei Kittel (einem Schüler Seb. Bach's) in 
Gießen. Von 1805 bis zu s. Tode wirkte er in Darmstadt als Hoforganist. 



143 

R. schrieb zahlreiche, noch jetzt geschätzte, Orgelstüeke, meist praktischer 
Tendenz, auch Klavierwerke von geringerer Üedeutung. 

Trios. — Sonaten mit Cello. — Vierh. Sonaten. — Variationen. — Tänze. — 

Schott. Simr. 
Präludien für Orgel od. Klavier, Op. 25. Andre. 

Ühungsst. f.. die ersten Anfänger f. 2 u. 4 Hände. 2 Hefte. Op. 60. Simr. 
30 zweist, Übungen, Op. 67. Simr. 
Viele Orgelstücke. — Orgelschule. 

Grazioli Giov. Batt. 
(1770—1820.) 
Organist an der Markuskirche in Venedig. 

6 Klavier-Sonaten, Op. 1. 6 do., Op. 2.-6 do. mit Viol., Op. 3. — Sämtl. 
ersch. 1799. 

Neue Ausgabe: 
Sonata in G dur, in Pauer's A. M. N. 5. — do. in Ed. Litolff, 8. Heft. 



Zulehner Carl. 

(1770- ) 

Geb. in Mainz, wirkte dort als Orchesterdirektor und Lehrer. Lebte 
noch 1830. 

Konzert mit Orch. — Klavierquartette u. Trios. — Andere Klavierstücke. — 
Zahlreiche Arrangements von Opern. 

Wilms J. W. 
(1771—1847.) 
Holländer. Musikdirektor in Amsterdam. Klaviervirtuose. 

Konzerte. — Quartette. — Trios. — Son. mit Viol. (FL). — Vierh. Sonaten. 

Berlin, Leipzig. 
Gr. Sonate p. Piano. Amsterdam. 1793. 
6 Sonatinen, Op. 16. Mehrf. aufgel. — Die Schlacht von Waterloo, Op. 43. 

Louis Ferdinand. 

(1772—1806.) 

Prinz von Preußen. Fiel in der Schlacht bei Saalfeld (gegen die Franzosen) 
am 10. Oktober 1806. Vorz. Klavierspieler und talentvoller, doch mehr dilettan- 
tischer Tonsetzer. In seinen letzten Jahren stand Dussek als Lehrer und Kunst- 
genosse in freundschaftlichem Verhältnisse zu dem Prinzen. Als sein bestes 
Werk wird das Quartett in Fmoll, Op. 6, angesehen. 

Klav.-Quintett CmoU, Op. 1. N. Aufl. Br. & H. 
Quartett in Es, Op. 5. — *do. in F moU, Op. 6. Br. & H. 
Trios: Op. 2, 3, 8 u. 10. Br. & H. 

Octett f. Klav., Klar., 2 Hörner. 2 Violas, 2 Violonc, Op. 12. Br. & H. — 
do. F moU, Oeuv. posth. Herausg. von Dussek (auch für 2 Pfte. arr.). Hasl. 
Eondos mit Orch.-Begl. — Larghetto, Op. 11. Notturno, Op. 8 (Quintette). 
Für Klav. allein: Variationen. — Fuge, Op. 7. N. Ausg. Br. & H. 

11* 



144 

Wölfl Josef. 

(1772—1811.) 

Berühmter Klaviervirtuose. Geb. in Salzburg. Hielt sich längere Zeit in 
Wien auf, wo er als Klavierspieler sogar mit Beethoven rivalisierte (1798), 
machte dann erfolgreiche Kunstreisen und starb in London 1811 od. 14. Seine 
zahlreichen Klavierwerke sind theilweise zur Entfaltung seiner, nach damaligen 
Begriffen, kühnen Technik bestimmt, theils sind sie leichter, und für den 
Geschmack der Liebhaber geschrieben. Unter s. Sonaten wurden „Le diable ä 
quatre" und „Non plus ultra" am meisten genannt. 

6 Konzerte: 1. G, Op. 20. 2. E, Op. 26. 3. F, Op. 32. 4. Gr. Conc. milit., 
Op. 43. 5. Le Coucou, Op. 49. 6. Le Calme. — Conc. da Camera in Es. — 
Br. & H. 

18 Trios. — Duetten mit Viol. od. Fl. (ca. 30). — Andre. Br. & H. 

Sonaten f. Klav. allein (ca. 30). Darunter: 3 Op. 1 (1795). — 3 Op. 6 
(Beethoven gew. *N. 3, A dur 1. u. 2. S.) ~ 3 Op. 15 (Louis Ferdinand 
gew. *N. 2, B dur). — Non plus ultra, Op. 41. — Le Diable ä quatre, 
Op. 50. — Son. pree^dee d'une Litr. et Fugue, C moll (ßep. des Clave- 
cinistes. Zürich, Nägeli). — Gr. Son. C moll, Op. posth. — Andre. 
Br. & H. Peters. 

Viele Var. — Fant. u. Fugen, Op. 9 u. 28. — Eondos. — Tänze etc. 

Vierh. Sonaten. — Duo f. 2 Pfte., Op. 37. 

Methode de Piano (mit 100 Übungen), Op. 56. Andre. 

24 Preludes dans les modes les plus usites. Andre. 

Neue Ausgaben: 
Non plus ultra, Son. Peters. 

Andante u. Rondo aus dem Conc. milit. in „der junge Classiker", herausg. von 
Pauer. Br. & H. 

E Osler Josef. 

(1773—1812.) 

Geb. in Schemnitz. Wirkte in Prag, zuletzt bei Fürst Lobkowitz in Wien. 
Schrieb auch Opern. 

Klavierkonzert Op. 15. Andre. — Sonate Op. 1. — Violinsonate. — Klavier- 
stücke. 

Fischer Mich. Gotth. 

(1773—1829.) 

Vorz. Orgelspieler und Komponist. Durch Kittel (einem Schüler Seb. 
Bach's) in Bach'scher Kunst erzogen. Lebte in Erfurt. 

Klav .7 Quartett, Op. 6. Br. & H. — Sonaten, Op. 3. Erfurt. — Capriccio. — 

Übungsst. — Vierh. Sonate, Op. 12. Br. & H, 
Viele Orgelstücke. 

Weyse C. E. F. 

(1774—1842.) 

Däne. Lebte in Kopenhagen. Klaviervirtuose u. Komponist, Schrieb auch 
Opern. Seine Etüden wurden besonders geschätzt. 

Allegri di Bravura, Op. 1. Berlin 1796. — do. in Rep. des Clavec. Zürich 1809. 
— do. Kopenhagen. 



145 

3 Sonaten. 

8 Etüden, Op. 51. — 4 do., Op. 60. Kopenh. — Ecossaisen, Valse. 

Neue Ausgaben: 
12 Etüden, Op. 51 und 60. Dieselben arr. f. 2 Pfte. — Sonate G molL — 
Toccata D moll (Allegro di Bravura). Herausg. von Aug. Winding. Hansen. 



Tomaschek Wenz. Joh. 

(1774—1850.) 

Lebte in Prag in vieljähriger und hochgeschätzter Lehrthätigkeit. S. 
Kompositionen, weiche einen eigenthümUch energischen Zug besitzen, sind solid 
und gediegen, ohne durch Erfindung hervorzuragen. T. schrieb auch Kirchen- 
werke, Lieder usw. 

Sonaten: C Op. 14, G Op. 15, F Op. 21, A Op. 48. — Son. in B und Eondo 

in G (Eep. des Clav., Zürich). 
Ecloguen: *6 Op. 35, 6 Op. 39, 6 Op. 47, 6 Op. 51, 6 Op. 63, 6 Op. 66, 

6 Op. 83 (en forme de danses pastorales). 
Khapsodien: 6 Op. 40, 6 Op. 41, *3 Op. 110. 
*3 Dithyramben, Op. 65. — Allegri di Bravura: 3 Op. 52, 3 Op. 84. 
Gr. Trio, Op. 7. — Quartett, Op. 22. Br. & H. — Konzert, Op. 18. 

Neue Ausgaben: 
Sonate, Op. 15. Peters. — Ecloguen: Op. 63, 66 u. 83. Hofm. — 6 Ehapsodien, 
Op. 40. Spina. — 6 do., Op. 41. Wien, Goll. — 3 do., Op. 110. Hofm. — 
3 AUegri, Op. 84. Hofm. 

Dumonchau Gh. Pr. 

(1775—1820.) 

Geb. in Strasburg. Studierte am Pariser Konservatorium und bei Wölfl. 
Wirkte dann in Straßburg und Lyon. Schrieb viele Klaviersonaten, Konzerte, 
andere Klavierstücke. Das Konzert in E moll ist musikalisch korrekt auf 
Mozart'scher Grundlage. 

Konzert, Op. 35. Br. & H. — Trio, Op. 34. Br. & H. — Sonaten, Bagatellen, 
Walzer usw. (Meist in Paris gedruckt.) 



Hartknoch C. E. 

(1775-1834.) 

Geb. in Kiga. Schüler von Hummel. Starb in Moskau. 

Konzerte. Hofm. — Sonaten mit und ohne Begleitung u. andere Klavierstücke. 
Sonate E dur (*2. S.). Peters. 

Andre Joh. Ant. 

(1775—1842.) 

Berühmter Musikverleger (namentlich Mozart'scher Werke) in Ofi'enbach 
bei Frankfurt a. M. Vorzüglicher Musiker, Lehrer und fruchtbarer Komponist 
in allen Gattungen. Verfasser einer Harmonielehre. 

Trio, Op. 17. — Sonaten mit Viol. — Vierh. Sonaten. — Var., Tänze etc. 
Andre. — Sonatinen, Op. 45. 



146 

ßiotte Phil. Jak. 

(1776—1856.) 

Geb. in Trier. Kapellm. in Prag und später in Wien, wo er starb. 
Schrieb auch Opern. 

Konzerte, Op. 8 u. 15. Andre. Br. & H. — Konz. f. 2 Klav. — Trios. — 
Sonaten mit Viol. Br. & H. Mechetti. — 10 Son. f. Klav. allein. Br. & H. 
Mech. — Rondos, Var., Polonaisen etc. 

''Die Schlacht bei Leipzig, ein charakt. Tongemälde. Diab. Oft aufgelegt. 



Berger Ludwig. 

(1777—1839.) 

Geb. in Berlin. B. begleitete Clementi, dessen Schüler er wurde, 1805 
nach Petersburg; hielt sich daselbst, dann in Schweden (1812) und in London 
auf. Erst 1815 kehrte er nach Berlin zurück, wo er als trefflicher Lehrer und 
Komponist bis an sein Ende wirkte. Von seinen Schülern sind: Mendelssohn, 
dann Dorn, Taubert, Greulich u. a. zu nennen. Außer den Klavierstücken, 
welche glatt und gefällig, doch ohne tiefere Bedeutung sind, wurden 
seine Lieder sehr geschätzt. Die meisten seiner Werke erschienen nach 
seinem Tode. 

Sonaten: Gr. Son. pathetique C moU, Op. 7 (Clementi gew.). Peters. — P dar, 
Op. 9. Hasl. — *Es dur, Op. 10. Hasl. — Son. über eine Figur, Op. 18. 
N. Ausg.: Hofm. 

Konzert in C dur, Op. 34. Hofm. 

Etüden: 1-2 Etudes, Op. 12. N. Ausg.: Ed. Peters. — 15 do., Op. 22. 
N. Ausg. (Op. 12 u. 22): Br. & H. — 28. u. 29. Etüde, Op. 30 u. 41. 

Andere Stücke: Marche pour les armees angl.-espagn. dans les Pyrenees, 
Op. 1. — Air norveg. var., Op. 3. — Prel. et fugues, Op. 5. — Toccata, 
Op. 6. — AUa Turca, Op. 8. N. Ausg.: Schles. Berlin, Simon. — Air 
russe av. 12 Var., Op. 14. — 3 Pieces caract., Op. 24. — Andante et 
Presto, Op. 25. — 18 Var. über „Ah, vous dirai-je Maman", Op. 32. Hofm. 
(Auf dem Titelblatt von Berger selbst als sein bestes Werk erklärt.) — 
Erondeaux, Bagatelles, Märsche etc. — N. Ausg. : 6 leichte Klavierstücke 
(Hompesch). Eühle. — Vierh. Sonate GmoU, Op. 15. Hofm. 

Oeuvres compl. p. Pfte. 11 Cahiers. Hofmeister (red. von Eellstab und 
.Taubert). 

Logier Joh. Bernh. 

(1777—1846.) 

Erfinder eines Systems für den Klavierunterricht mit Anwendung des 
Handleiters; er gründete auch mehrere Unterrichtsanstalten in England und in 
Berlin. Das Logier' sehe System fand zahlreiche Anhänger. L., in Kassel geb., 
stammt aus einer franz. Familie, hielt sich meist in England, durch mehrere 
Jahre auch in Berlin auf. 

System der Musikwissenschaft u. des musik. Unterrichtes; Anleitung zum 

Pianofortespiel. Berlin 1827. 
Theor.-praktische Studien für das Pfte. 5 Bücher. Berlin. 
Klav.-Konzert in Es, Op. 13. — Trios. — Sonatine, Op. 10. — Var., Märsche, 

Tänze. — Übungen. — Vierh. Sonate. — Trios zu 6 Händen für 2 Pfte. 

— Sämtlich Berlin, Logier. 
Übungen, bearb. von Fr. Stöpel. Erfurt. 



147 
Neukoinm Sigism. 

(1778—1858.) 

Eitter von N. Geb. in Salzburg. Kam 1798 nach Wien, wo er bei Haydn 
Unterricht und liebevolle Aufnahme fand. N. machte große Reisen, hielt sich 
längere Zeit in Petersburg, Paris (wo er die Freundschaft Talleyrand's gewann), 
auch in Brasilien, endlich in London auf. N's. zahlreiche Kompositionen sind, 
mit Ausnahme einiger Kirchenwerke, verschollen ; in weitere Kreise drangen sie 
nie. Die Klavierstücke sind im leichten Stil. 

Sonaten: Op. 14. Peters. — Le Retour ä la vie, Op. 30. Br. & H. — Fant.- 

Son. Artar. 
Versch. Klavierstücke: Elegie härm, sur la mort de J. L. Dussek. — Elegie 

sur la mort de la Princesse de Courlande. — L'amitie et l'amour. Sämtl. 

Br. & H. — Capr., Polon., Valses. — A la memoire de Fr. Chopin, Elegie. 

Diab. etc. 



Horzalka Joh. 

(1778—1860.) 

Wiener Klavierspieler u. Komponist von Begabung. Schrieb auch Kirchen- 
musik. In seinen meist seichten Klavierstücken machen sich einzelne originelle 
Züge bemerkbar. 

Sonate, Op. 9. — Rondos, Capricen, Var., Märsche. — Fant, pastorale — 
Fant, über Motive a. der Son. pathetique von Beethoven, Op. 60. — Fuge, 
E moll. — Fantasiebilder, Op. 62. — Etüden f. geübte Klavierspieler. — 
Kadenzen. 

Vierh. : Fantasie, Op. 22. — Andere Stücke. 

Sämtl. Wien, Art., Diab. etc. 



Kanne Fr. Aug. 

(1778—1833.) 

Geb. in Sachsen. Lebte von 1806 meist in Wien als Dichter, mus. 
Schriftsteiler und Komponist. Mehr als durch sein Talent ist K. durch seine 
exzentrische Lebensweise bekannt geworden. 

Gr. Trio (mit Flöte u. Viola). Hasl. — Sonaten mit Viol. — Sonaten f. Klav. 

allein: Op. 18. Br. & H. — Op. 82 u. 100. Hasl. — Fantasie (dem Erzh. 

Rudolph gew.) Wien, Riedel. 
Vierh. Son., Op. 31. Hasl. 
Bataille de Belle- AUiance, Op. 108. Art. — Rondos, Var., Märsche etc. — 

Wellington in Wien, 6 Triumph-Märsche, Op. 99. Witzend. 



Ki-ufft Nik. V. 

(1779—1818.) 

Freih. v. K., geb. in Wien. Staatskanzleirath. Als Komponist conventionell, 
fast dilettantisch. 

Sonaten mit Cello (od. Fagott u. Hörn.) — Son. mit Viol. — 2 vierh. Sonaten. 
— Sonaten f. Klav. allein. — 24 Präl. u. Fugen. — 12 Exerc. en forme 
des Ecossaises. — 3 gr. Caprices. — Var. Br. & H. — Mechetti. — Fant, 
u. Polon. (von K. 1817 in einem Konzert der Ges. d. Musikfr. in Wien 
gespielt). 



148 

Lessei Franz. 
(1780—1838.) 
„Schüler von Jos. Haydn". Seine Sonaten sind graziös und anregend. 

3 Sonaten, Op. 2 (Haydn gew.) Wien, Weigl. (*1. Son. C dur 1. S., 3. Son. 
Adur 3. S.) — Konzert, Trio, Solostücke. Br. & H. 

Diabelli Anton. 

(1781—1858.) 

Musikverleger und Komponist geschäftlich-praktischer Tendenz. Geb. in 
Mattsee bei Salzburg. Kam 1803 nach Wien, wo er zuerst mit Cappi, dann 
seit 1824 allein ein Verlagsgeschäft betrieb, welches 1854 an Spina überging. 
Seine zahlreichen Klavierwerke sind meist leichter und instruktiver Art; sehr 
häufige Verwendung finden noch seine vierh. 28 melod. Übungsstücke und 
Sonatinen. Czerny und D. beherrschten gemeinschaftlich den musik. Markt 
Wiens. 

Vierhändiges: 
*28 melod. Übungsstücke im Umfang von 5 Tönen, Op. 149. Zahlr. Ausg. 
Sonatinen und Sonaten. Darunter: Jugendfreuden, 6 Sonatinen im Umf. von 
5 Tönen, Op. 163; Op. 24, 32, 33; Op. 45 (Sonates progr.), Op. 48 (Son. 
pastor.), 54 etc., 150 (Son. mignonnes), 152 (Son. aimables), 156 (Sehn- 
sucht nach dem Frühling), 158 (Eösolution). 
Kenntnis aller Dur- u. Molltonarten. Orig.-Sätze u. Kadenzen, Op. 169. 

N. Ausg.: Übungsst., Op. 149; Sonatinen, Op. 24, 32, 33 etc., 150, 163 
in Ed. Peters (6 Cahiers). — Son. und Sonatinen (8 Bände). Schlesinger. 

Für Klav. allein: 
Sonaten u. Sonatinen: Op. 50 (9 Hefte), Op. 53, 85, Skalen-Sonate Op. 117 etc. 

— Die ersten 12 Lektionen, Op. 125. — Kadenzen (100 Op. 154). — 
Einzug und Eückkehr des Kaisers Franz 1814. — Der Sieg bei Brienne. 

— Viele Var., Tänze, Märsche etc. 

Mit Violine (Flöte): Sonaten u. Sonatinen, Eondeaux. Musik. Morgenstunden. 
7 Sonatinen, Op. 168. N. Ausg.: Peters. 

Sammelwerke: 
Vierh : Euterpe. Bei. Tonstücke aus Opern. 530 Nummern. — Eeiz der 

Neuheit. 28 Hefte. 
Zweih. : Euterpe. (Dasselbe w. o.) — Mus. Jugendträume. Potpourris. 44 Hefte 
(auch mit Begl. v. Viol.). — Kleinigkeiten (f. kl. Hände). 102 Hefte. — 
Walzer, Ländler u. Polonaisen. 32 Lief. usw. 
Mit Viol.: Concordance. Potpourris. 107 Nummern. 
Mit Flöte: Produktionen im häusl. Zirkel, Potpourris. 113 Hefte. 
Verl.: Meist Diab., Hasl. 

Neue Ausgaben: 

Gesamtausgaben: 
Unterrichtswerke (A. Krause). 3 Bände vierh., 2 Bände zweih. Br. & H. 

(Volksausg.) 
Vierh. Kompositionen (Eoitzsch). Ed. Peters. 
Vierh. und zweih. Kompositionen. Litolfi". 
Ausgaben bei Eulenburg u. Schlesinger. 

Einzelnes: 
Op. 24, 32, 33. Hansen, Hug, Ed. Peters etc. 

Op. 149. Hansen (Germer), ßühle (Breslaur), Steingr., Ed. Peters etc. 
Zweih,: Op. 125. Ed. Peters, Eühle, Steingr. etc. Eondo militaire. Hug. 



149 

Griff in George. 
(1781—1863.) 
Engländer. Nicht ohne Begabung. 
Klavierkonzerte. Sonaten. — Sonate Op. 10 (Clementi gew.) Simr. (*Menuetto). 

Kies Ferdinand.' 

(1784—1838.) 

Geb. in Bonn. In Wien wurde er 1801 Beethoven's Schüler, und genoß 
durch mehrere Jahre dessen Umgang. R. machte große Kunstreisen und ver- 
weilte 1813—1823 in London; er starb in Frankfurt a. M. R's. Werke, zum 
Theil der gediegenen Richtung angehörend, besitzen nicht genug Originalität, 
um sich in bleibender Bedeutung zu erhalten. Geschätzt sind sein Cis moU- 
Konzert, dann Air suedois mit Orch., das Klavierquartett F moll, Violin- 
Sonaten Op. 38, Le songe Op. 49, 6 Exercices Op. 31. 

7—9 Konzerte. Darunter: Cis moll Op. 55, C moll Op. 115, D dur (pastoral) 

Op. 120, C dur Op. 123, A moU (Les adieux de Londres) Op. 132, As dur 

(Gruß an den Rhein) Op. 151. G dur Op. 177. 
Airs suedois var. mit Orch., Op. 52. — Andere Stücke mit Orch. 
Octett in As, Op. 128. — Septett in Es, Op. 25 (auch arr. als Quintett). — 

Sextett in C, Op. 100; do. für 2 Pfte. mit Klar., Hörn, Fagott u. Kontrab, 

Op. 142. — Quintett Hmoll, Op. 74. — Quartette in FmoU Op. 13, 

Es Op. 17, E moU Op. 129. — 4 Trios. — Trio f. Harfe u. 2 Pfte., Op. 95. 
Viele Sou. mit Violine (auch mit Cello, Flöte, Klar., Hörn). — Son. mit Cello 

GmoU, Op. 125. — Var. und andere Stücke mit Viol., Cello etc. 
Sonaten f. Klav. allein (ca. 50). Darunter: L'infortune, Op. 26. — Le Songe, 

Op. 49, Fantasie. 
Fantasien, Rondeaux, Var., Allegri di Bravura, Bagatelles, Polonaisen, Märsche, 

Andantino u. Allegro Op. 48. 
6 Exercices, Op. 31. — 40 Preludes, Op. 60. — 15 Pieces pour les commen- 

9ans, Op. 124. 
Vierhändig: Sonate Adur, Op. 160. do., Op. 47. — Polonaisen, Var., 

Märsche. 

Verl.: Simr., Peters, Kistner, Schott etc. 
Die Op. -Zahlen erstrecken sich bis 186. 

Neue Ausgaben: 
Konzert in Cis moll: Ed. Peters (Roitzsch), Br. & H. (Reinecke), do. (2. Klav. 

von Maas). Br. & H. 
Sextuor, Op. 142. Schott (auch als Quintett). 
3 Sonaten mit Viol., Op. 38. Böhme. 
Rondo de l'Oeuvre Op. 88. Andre. 

*Duo mit Cello über russ. Lieder, herausg. von Grützmacher. Ed. Peters. 
Polonaise zu 4 Händen, Op. 41. Andre. 
Rondo elegant in As, Op. 122. Schott. 
Sonatine in B. (Hompesch) Cohen. — Leichte instr. Stücke aus Op. 124. 

(Hompesch) Rühle. 

Klengel Aug. Alex. 

(1784—1852.) 

Geb. in Dresden. Schloß sich an Clementi als Schüler und Reisebegleiter 
an, worauf er mehrere Jahre in Petersburg blieb. Von 1816 war er Hoforganist 
in Dresden. Sein Hauptwerk: 48 Canons und Fugen (äußerlich ein modernes 
Gegenstück zu Bach's Wohltemp. Klavier) unterzog er einer jahrelangen Feile: 
es wurde erst nach seinem Tode von M. Hauptmann herausgegeben. Klengel's 



150 

meisterliche Canons, wie auch die Fugen sind nicht bloß im kontrapunktischen 
Satze, sondern auch musikalisch werthvoll. Seine anderen, früheren Klavier- 
werke sind von geringer Bedeutimg. 

*Canons et Fugues dans tous les tons majeurs et mineurs p. le Piano, en 
2 parties (48 Can. u. 48 Fugen). Br. & H. 
Komp. vor 1830. Ersch. 1854. 

Neue Ausgaben: Br. & H. 1876 und 1881. (Volksausg.) 
Einzeln: 6 Canons u. Fugen in Perles mus. N. 16, 17, 23, 24, 30 u. 31, 
Br. & H. 

Les Avant-Coureurs. Exercices cont. 24 Canons, calcules pour servir d'e'tude 
prep. au grand recueil de Canons et Fugues, 2 Suites. Schott. 

Ersch. vor 1840. 

N. Ausg. in 3 Heften. 

2 Konzerte. — Quintett. — Polon. conc. mit Orch. — Gr. Trio, Op. 36. — 
Klav.-Sonaten, Op. 2, 7 u. 9. — Var., Eondos, Fantasien, Nocturnes. — 
Promenade sur mer, interrompue par une tempete, Op. 19. — 3 Kom. 
sentimentales, de caractere melancolique, passione et calme, Op. 34. — Le 
Depart et le Retour, Op. 30. — 15 Lefons progr., Op. 21. — 16 Etüden. 
— Vierh. Fantasie, Op. 31. 
Verl.: Br. & H., Peters. 



Onslow George. 

(1784—1853.) 

Gediegener und feinsinniger Meister der Kammermusik. 0., aus einer 
vornehmen engl. Familie stammend, ist in Clermont in Frankreich geb. Er 
hielt sich mehrere Jahre in Wien auf und nahm dann seinen bleibenden Auf- 
enthalt in Paris und Clermont. 1842 wurde er an Cherubini's Stelle zum 
Mitglied der Academie ernannt. 0. schrieb zahlreiche Streichquartette und 
Quintette, auch Klavierwerke. Formvollendet, geistreich, lebendig, doch innerlich 
kühl, so sind seine besseren Werke. Von den Klavierwerken sind die beiden 
vierh. Sonaten, einige Trios und Duos hervorzuheben. 

Septuor mit Blasinstr., Op. 79. Kistner (dass. als Quintett). 

Sextett f. Pfte., Flöte, Klar., Hörn, Fagott u. Kontrab, (auch mit Streich- 

instr.), Op. 30. Br. & H. — Sextett, Op. 77. Kistn. 
Quintette, Op. 70 u. 76. — Trios: 3 Op. 3 (*Amoll, 'C dur, Gmoll). 

Br. & H. N. Ausg.: HasL — 3 Op. 14 (E moll. Es dur, Ddur). Hasl. — 

D moU, Op. 20. C moll, Op. 26. G dur, Op. 27. Br. & H. — F moll, Op. 83. 
Duos mit Viol.: 3 Sonaten, Op. 11 (*D dur, Es dur, FmoU). Br. & H. — 

1 Son. *Fdur, Op. 15. do. — 3 Op. 16 (F dur, C moll, Adur, auch mit 

Cello od. Viola). Hasl. - Duos Op. 29 (E dur), 31 (Gmoll). Br. & H., 

Hofm., Kistn. — N. Ausg.: Op. 11 u. 15. Br. & H. 
Für Klav. allein: Sonate C moll, Op. 2. Br. & H. — Capr. 'ou Toccate, 

Op. 6. N. Ausg.: Br. & H. — Variationen. 
Vierh. Sonaten: *E moll, Op. 7. *F moll, Op. 22. N. Ausg.: Ed. Peters. 

Ersch. vor 1830, wie auch das Sextett, die Trios usw. 



Louis Spohr. 

(1784—1859.) 

Spohr, der große Meister der Violine, wurde 1784 in Braunseh weig 
geboren. Aus seiner langen Lebensbahn sind der Aufenthalt in Wien 1812 bis 
181.5, in Frankfurt, in London 1820 hervorzuheben. Als Kapellmeister in Kassel 
wirkte er dann durch mehr als 30 Jahre; er starb daselbst 1)^59. Einer der 
hervorragendsten Tonsetzer, umfaßte seine Thätigkeit: die Oper, das Oratorium, 



151 

die Sinfonie, das Streichquartett, das Violinkonzert, in welchen Gattungen er 
zahlreiche Werke schuf. In allen diesen Werken spricht sich sein individueller, 
elegisch-weicher, etwas begrenzter Stil aus. Diese Eigenthümlichkeit besitzt 
auch seine Klaviermusik, aus welcher sein Quintett C moll und die Trios 
A moll und F dur hervorzuheben sind. 

Septett f. Pfte., Flöte, Klarinette, Hörn, Fagott, Violine u. Violoncell, AmoU, 
Op. 147. 
(Auch als Quintett mit Streichinstr.) Peters. 

Quintette: *C moll, f. Pfte., Fl., Klar., Hörn u. Fag. Op. 52. Peters. 
(Dasselbe mit 2 Viol., Viola u. Violonc.) Op. 53. Ersch. vor 1829. 
D dur, Op. 130. Schuberth. 

Trios: 1. E moll, Op. 119. — 2. *F dur, Op. 123. — 8. *A moll, Op. 124. — 
4. B dur, Op. 133. — 5. G moll, Op. 142. Sämtlich bei Schuberth. 

Titel: Trios concertants. 
Duos. Für Pfte. u. Violine: 

Sonate f. Pfte. (od. Harfe) u. Violine. Op. 16. 
Gr. Duo Gmoll, Op. 95. Br. & H. 
Gr. Duo concert. E dur, Op. 112. 
Kondos. — Fantasien. — Salonstücke. 

Nachklänge einer Reise nach Dresden und die sächsische Schweiz. Op. 96. 
Elegisch und humoristisch, 6 Duettinen (Lieder ohne Worte), Op. 127. 
Schuberth. 

Für Pfte. (oder Harfe) u. Cello: 

Sonaten Op. 113, 114, 115. 

Die Harfen-Werke sind für seine Frau, eine Harfenvirtuosin, komponiert. 

Neue Ausgäben: 
Ed. Peters: Rondo, Op. 51, 6 Salonstücke, Op. 145. 
Schuberth: 6 Salonst., Op. 135. 
Für Klavier allein: Sonate in As, Op. 125. (Mendalssohn gew.) Mechetti. 
(*2. u. 3. S.) 
Rondoletto, Op. 149. N. Ausg. Peters. 
Vierhändig: Erinnerung an Marienbad, Walzer, Op. 89 (auch zweih.). Haslinger. 
An Sie am Ciavier. Sonate, für Pianoforte zu 4 Händen arrang. von 
G. Jansen. Kassel, Luckhart. 



Karr Henri. 

(1784— ) 

Franz. Modekomponist seichter, zu ihrer Zeit beliebter Klavierstücke. 
Vater des Schriftstellers Alphonse Karr. 

Sonaten. — Viele Fantasien, Divert., Melanges (alles üb. Motive). — Viele 
vierh. Salonstücke. — Stücke mit Viol. — Duo f. 2 Klav. 



Zimmermann Pierre Jos. 

(1785—1853.) 

Geb. in Paris, Sohn eines Klavierfabrikauten. Studierte am Pariser 
Konservatorium, an welchem er von 1816 als Klavierprofessor wirkte. Zu seinen 
Schülern zählen Alkan, Lacombe, Prudent, Marmontel. 

Klavierkonzerte. — Sonaten. — 24 Etüden, Op. 21. — Eneyclopedie du Pianiste 
(Unterrichtswerk). 



152 

Plachy Wenzel. 

(1785—1858.) 

Wiener Musiklehrer und sehr fleißiger Produzent von Klaviermusik für 
den Bedarf der Dilettanten. Schrieb auch Kirchenmusik. 

Sonate, Op. 6. — Rondeaux: Op. 2, R. russe, R. arabe, R. hongrois etc. — 
Elegie an Slawik, Op. 63. — Der Leichtsinn, Scherzo, Op. 64. — 12 Prä- 
ludien, Op. 65. — Viele Var., Opern-Arrangements, Tänze. 

Sammelw. : Erinnerung an Bellini (8 Rondos), Op. 82. — Bonbonniere mus. 
12 Hefte, Op. 97. — Melorama, 12 Hefte, Op. 100. — Les Colibris, 
12 Hefte, Op. 109. 

Unterrichtsw. : Anfangsgründe, Op. 25. — Die ersten Übungsst., Op. 79. — 
Revue mus. en 24 Etudes, Op. 101. — Kurze prakt. Übungsst., Op. 110. 

Vierh. : Var., Op. 1, Polonaisen, Rondinos. — Märsche: 3 M. caract., Op. 9. 

— Märsche der drei verbündeten Mächte Rußl., Engl. u. Frankr. 
Rondos u. Var. mit Quart. -Begl. — Var. etc. mit Viol.-Begl. 

Verl.: Hasl., Diab., Witzend., Mech. 
Meist ersch. bis 1830. 

Eiüilau Friedr. 

(1786—1832.) 

Geb. in Lüneburg. Schüler Schwenke's in Hamburg. Kam 1810 nach 
Kopenhagen, wo er später Hofkomponist wurde. Seine Opern, besonders „die 
Räuberburg", machten ihn bekannt. Er war auch Flötist. Seine zahlreichen 
Klavierwerke folgen einer ernsteren Richtung ; sie sind großentheils Lehrzwecken 
gewidmet und fanden weite Verbreitung. Hervorzuheben sind seine Sonaten 
Op. 52 u. 127, die vielgespielten Sonatinen und vierh. Sonaten. 

Sonaten (12—15): Op. 4, 5, 8 etc. — 3 Op. 52, Kistn. — 3 Op. 60 (mit Var.). 

— Gr. Son. brill., Op. 127. Kopenh. 

Sonatinen (16): Op. 20, 55, 59. — Op. 88 (auch mit Viol. ad. lib.). 
Vierhändig: Sonaten u. Sonatinen, Op. 8, 17, 44, 66. — Der Wachtelschlag 
von Beethoven var. — Allegro pathetique, Op. 123. — Var., Rondeaux. 
Viele Son. u. Var. mit Violine (Flöte). 
Konzert, Op. 7. — 3 Quatuors. 

Verl.: Hofm., Br. & H., Kopenhagen, Lose etc. 

Neue Ausgaben: 

Sonatinen Op. 20, 55, 59, 88 u. Son. Op. 60. Ed. Peters, 2 Cahiers. — Ed. 
Litolff. — Br. & H., Siegel, Hansen (Germer), Steingr., Cranz, Augener etc. 

Sonate Op. 34. Br. & H. — Rondos. Ed. Peters etc. — Rondos u. Var. Ed. 
Litolff. — Var. Op. 42. Hofm. — Vierh. Sonatinen. Ed. Peters, Litolff, 
Br. & H., Schott. — Mit Violine: Son. Op. 64. Cranz. — 3 Duos, Op. 110. 
Litolff. 

6 Sonatinen Op. 20 u. 55, mit einem dazu komponierten zweiten Klavier ver- 
sehen von Aug. Riedel. Riet.-Biederm. 

Eummel Chr. 

( —1849.) 

Kapellm. in Wiesbaden. Komp. zahkeiche Klavierst. und Stücke für 
Blasinstr. 

Conc. militaire, Op. 68. Schott. — Var. (mit Orch., Sextett, Quart.). — Duos 

mit Viol. (Klar.). 
Vierh. Sonaten: Op. 20 u. 59. Schott. — Andere Stücke. 
Fantasien, Var. — Exercices ä l'usage des Commen9ans, Op. 19 u. 43. 
Sämtl. ersch. vor 1830. 



153 

Mockwitz Friedrich. 

(1785—1849.) 

Geb. in Sachsen. Lebte als Klavierlehrer in Dresden. Er war einer der 
ersten, welcher die klassischen Instrumentalwerke durch gute vierhändige 
Arrangements der klavierspielenden Welt vermittelte. 

Vierh. Arrangements der Sinfonien, Quartette, Konzerte von Haydn, Mozart, 
Beethoven usw. 

Schneider Friedr. 

(1786—1853.) 

Der Komponist des „Weltgerichts" und anderer Oratorien war auch 
ungemein fruchtbar in der Gattung der Klaviermusik. Seh. war von 1821 bis 
zu seinem Tode Anhalt-Dessau'scher Kapellm. Der größte Theil s. Klavierwerke 
stammt aus seiner früheren Zeit. 

Konzerte. — Quatuors. — Trios. — Duos mit Viol. (Fl.) 

Vierh. Sonaten (Op. 2, 8 etc.) und andere Stücke. 

6 Polonaisen f. 2 Pfte., Op. 23. Peters. 

Viele Sonaten f. Klav. aUein: 3 Son. Op. 1 (komp. 1804), 3 Op. 3 (*N. 2 
D dur). — Sonate G moU Op. 6 (*1. u. 3. S.) — Sonate pathetique Op. 14 
(*2., 3. u. 4. S.) — Son. di bravura, Op. 40, Son. Op. 76, 80. 

Eondos. Capriccio Op. 73. Andante mit Var. Op. 77. 

Elementar - Übungen im Pianofortespiel. N. Ausg.: Leipzig, Klemm. 
Verl.: Br. & H., Peters, Hofm. 

Oeuvres compl. p. Pfte. seul et ä 4 mains. 4 Gab. Hofm. 

(Enth. nur 6 Sonaten, Var. Op. 77, 1 vierh. Sonate u. 1 do. Polonaise.) j 

Böhner Joh. Ludw. 

(1787—1860.) 

Ein Künstleroriginal, das der Novellist Hoffmann in seinen Pantasie- 
stücken als Joh. Kreisler dargestellt hat. Geb. bei Gotha, machte er 1810—20 
erfolgreiche Kunstreisen als Klavierspieler und Komponist, dann aber ergab er 
sich durch viele Jahre einem vagabundierenden Wanderleben in seiner Heimath 
Thüringen und sank bis zur Verkommenheit herab. 

5 Konzerte (ersch. vor 1830). — Stücke mit Begl. — Sonate, Op. 15. — 

Fant.-Son., Op. 130. — Gr. Sonate, Op. 188. Erfurt. 
Fantasien, Caprices, Bagatelles, viele Var. (Var. Op. 3. N. Aufl.: Br. & H.) — 

Adagio romantique. — Aquarellen. — Lieder ohne Worte. Langensalza. 
Tänze: 6 Valses en Caprices, les Antipodes, Trauer- und Klosterwalzer, Schweizer 

Walzer (mit Orch.), instrukt. Walzer (a. d. Nachlaß) usw. 
Etüden durch alle Tonarten, nach Prinzipien des A. E. Müller, S. Bach etc., 

3 Lief. Langensalza. 
Vierh.: Fant, romanesque, Op. 60. N. Ausg.: Br. & H. — Langensalza. 
Verl.: Hofm., Br. & H. etc. 

Neue Ausgabe: 
Böhner-Album. Sammlung auserl. Kompositionen f. Pfte., herausg. von 
P. Bodensch. 2 Bände. Langensalza, Schulbuchhandlung. 

Pixis Joh. Peter* 

(1788—1874.) 

Bedeutender Pianist. Geb. in Mannheim; ließ sich 1825 in Paris als 
Lehrer nieder, zog sich später nach Baden-Baden zurück, wo er auch starb. 



154 

S. zahlreichen Klavierwerke stammea sämtlich aus der Zeit bis 1840; sie sind 
technisch brillant und gefällig. 

Konzerte Op. 68 u. 100. — Var. milit. f. 2. Pfte. mit Orch. (ad lib.), Op. 66. 

— Les trois clochettes, Eondo mit Orch. und 3 obl. Glöekchen, Op. 120. 

N. Ausg.: Hofm. — Fant, milit. av. Orch. et musique milit. (ad lib.l 

Op. 121. '' 

Quintett, Op. 99. — Quartett. — Trios. — Duos mit Viol. (Fl.). 
Für Klav. allein: Sonaten (Hommage ä J. B. Gramer, Son. Op. 85), 

Fantasien, Eondos, Polonaisen, Var., Walzer etc. 
Exercices en forme de Valses, Op. 80. — Scene populaire de Eome, Op. 145. 
Viele vierh. Stücke. — Eondo hongrois f. 2 Pfte. Mech. — Andere Duos f 

2 Pfte. 

Op. -Zahlen bis 150. 

Verl.: Kista., Holm., Hasl., Diab., Mech., Witzendorf (Op. 1), Caffi, Br. & H. 



Schmitt Aloys. 

(1789—1866.) 

Der Clementi'schen Schule angehörig. Ausgezeichneter Lehrer und als 
Klavierkomp. durch seine Unterrichtswerke bedeutend. Er lebte in Frankfurt a. M. 

Studien: *Etudes, Op. 16, 3 Hefte. Simrock. — Nouv. Etudes, Op. 55, 
2 Hefte (J. B...Cramer gew.). — 6 do., Op. 61. — 18 Studien, Op. 67. — 
*Ehapsodien (Übungen), Op. 62. (*N. 1 E moll). — 3 Toccaten. — 36 nouv. 
Etudes en forme de Var. — 8 Etudes (liv. 12). Peters. — Methode des 
Klavierspiels, Sammlung von Tonstücken, Op. 114, 115 u. 116. 

Kistn., Diab., Hofm., Andrd. — Die Studien bis Op. 62 ersch. vor 1880. 

N. Ausg.: Op. 16: Peters (Euthardt), Litolff (Schnitze), Steingräber (Bernh. 
Wolff), Firnberg (J. 0. Armand, instrukt. Ausgabe), Eulenburg (Beving, 
verschiedene Etüden), Schott, Hug. — Auswahl aus versch. Etudenwerken : 
Andre, Bote & B., Bosworth (Germer), Cranz (Eauch) etc. 

6 Konzerte mit Orch.: Op. 14, 34, 60, 66, 75 (le Eetour ä Francfort) u. 76. 
Andre. Art. — Die Konzerte bis Op. 66 ersch. vor 1830. 

Sextuor. — Variationen mit Begl. (dar. Var. über „Noch ist Polen nicht ver- 
loren" f. Pfte., 1 od. 2 Singst, u. Chor mit Orch.). — 3 Trios. — Sonaten 
mit Viol. Hofm. Siegel. — Duetten mit Viol. u. Cello. — N. Ausg.: Son. 
mit Cello, Op. 127. Andre. 

Sonaten u. Sonatinen: Op. 6, 7, 8 etc. Sonata di bravura, Op. 26. (*Var.) 

Coli, de Senates, Eond. et Var. p. les jeunes amateurs, Op. 52. (7 Son. und 
andere Stücke in 12 Cah.) 

N. Ausg.: 3 Sonatinen, Op. 10 u. 3 do., Op. 11. Andre. — 3 do., Op. 14. 
Schott. 

Andere Stücke: Eondos (Souv. ä John Field, Op. 101), auch mit Orch. — 
All. brill. Op. 68. — Andacht, Fantasie, Op. 69. — Fant. u. Fughetta, 
Op. 100. — Märsche, Var. — Fant, pathetique, Op. 112. — Scherzo, 
Op. 1 10. — Kl. dramatische Szene in der Art einer ital. Cavatine. Leipzig, 
Siegel usw. 

N. Ausg.: 2 Eond., Op. 3. Andre. — Eondo capr., Op. 18. Andre. — La 
Marseillaise, Var. — Souv. d'amitie, Op. 78. Schuberth. 

Vierh.; Sonaten (Schles.), Märsche u. andere Stücke. 

N. Ausg.: Scherzo (Puppenspiel), Op. 42. Andre. 



Halm Anton. 

(1789—1872.) 

Angesehener Wiener Musiklehrer und Komp. Stand noch mit Beethoven 
im Verkehr. 



155 

6 Trios, Op. 12—58. Mechetti. Diab. — Sonaten mit Viol. (Cello, Flöte). 
Sonaten: Op. 15, 43, 51. Mech. Witzend. — Andere Klavierst. — Die Krönungsfeier 

der Kaiserin Carolina Augusta in Preßburg 1825. Charakt. Tongemälde. Wien. 
Etüden: gr. Etudes de Concert, Op. 59, E. melodiques, Op. 60, E. pathet., 

Op. 61, E. beroiques, Op. 62. — Hofm. 
Vierh. Sonate, Op. 56. Diab. 
Alles ersch. vor 1840. 

Szymanowska Marie. 

(1790—1831.) 

Geb. Wolowska, Polin. Vorzügliche Pianistin. Schülerin von Field. 
Machte auch Kunstreisen. Wurde von Goethe poetisch besungen. 

12 Exercices. Br. & H. — Fantasie. — 24 Mazurkas. Br. & H. — 4 Valses ä 
3 mains. Warschau. 

Worzisehek Job. H. 

(1791—1825.) 

Böhme. Schüler von Tomaschek. Später Hoforganist in Wien. Geschätzt 
waren seine Khapsodien. 

12 Rhapsodien, Op. 1. Diab. — Sonate B moU, Op. 20. Diab. — Le Desir, 
Op. 3. Le Plaisir, Op. 4. — *Fantasie, Op. 12. — Leichenfeier auf den 
Tod Moreau's. — Var. etc. 

Für 2 Pfte.: La Sentinelle, Op. 6. — Gr. Ouvertüre, Op. 16 (Original). 

Duos: Son. mit Viol., Op. 5. Mech. — Andere Stücke. 

Mit Orch.: Tripel-Rondo f. Pfte., Viol. u. Cello, Op. 25. Diab. — Rondo 
espagnol, Op. 17. 

Leidesdorf M. J. 

(....— 1839.) 

Wiener Klavierspieler und sehr produktiver und beliebter Komponist für 
Dilettanten. Starb in Florenz. 

Konzert, Op. 100. Hasl. — Quintett, Op. 66. Br. & H. — Quartett, Op. 123. 
— Trio, Op. 70. — Sonaten mit Viol. (Cello, Flöte). — Son. mit Cello, 
Op. 164. Diab. 

Vierh. : Gr. Sonate, Op. 44. Rondos, Var., Scherzi, Märsche. Vieles. 

Polon. f. 3 Hände. Valse f. 6 Hände. 

Duo f. 2 Pfte. Mech. 2. Aufl. Ricordi. — Var. f. 2 Pfte. (mit Begl.), Op. 158. 
Wien, Leidesdorf. 

Für Klav. allein: Sonaten (brill., pathet. etc.). — La Perseverance, Son. — 
Son. en Fantaisie, Op. 134. — Capricen, Rondos, Var. etc. Darunter: 
Einzug der Verbündeten. — Genesung des Kaisers Franz. — Le Retour 
du printemps. — Les Adieux, Fant, allegorique. — Bagatelles. — Mom. 
melancoliques. — Waterloo-Tänze. — Olympische Walzer. 

24 gr. Exercices (3 Hefte). Mech. — Cadences dans tous les tons. — Ton- 
leitern, Übungen (2 Hefte). 

Würfel Wim. 

(1791—1852.) 

Böhme. Später in Wien, wo er mit Chopin während dessen Anwesenheit 
verkehrte, auch durch einige Jahre Professor am Konserv. in Warschau. Starb 
in Wien. 



156 

Konzert, Op. 28, Peters. — Allegro u. Rondo caract. Mech. — Fantasie, 
Op. 45. — Eondos, Var., Tänze. — Polonaisen, Op. 21, 24, 26, 27 (pathet.). 
Peters. — Schlacht bei Belle- Alliance, Tongemälde. Prag, Enders. Hofm. 
(anonym ersch.). — Vierh. : Wellington's Sieg. Fantasie, Op. 13. — do., 
Op. 14. 

Mozart W. A. (Sohn). 

(1791—1844.) 

Wolfg. Amad., der jüngere von den beiden Söhnen M's. Schüler von 
Albrechtsberger und A. Streicher, talentvoller Klavierspieler. Lebte von 1813 
in Lemberg. Er starb 1844 in Karlsbad. Als Komponist erhob er sich nicht zur 
Bedeutung. 

Konzerte, Op. 14 u. 25. Br. & H. Peters. — Quatuor, Op. 1. Hasl. — Sonaten 
mit Viol. — Sonate f. Klav. allein, Op. 10. Andr^. — Var. — Polonaises 
melancoliques. Br. & H. Peters. 
Alles ersch. vor 1830. 



Pleyel Camille. 

(1792—1855.) 

Sohn von Ignaz P., Schüler Dussek's. Er übernahm 1824 die Klavier- 
fabrik. Die berühmte Pianistin Mad. Pleyel war seine Frau. 

Klav.-Quartett, Op. 3. — 3 Trios, Op. 1. Paris. — Son. u. Stücke mit Viol. — 
Viele Stücke f. Klav. allein. 



Albeniz Don Pedro. 

(1795—1855.) 

Begründer der modernen spanischen Klavierschule. Schüler von H. Herz. 
Prof. an dem Madrider Konservatorium, Lehrer am k. Hofe. 

Pianoforteschule, 1840. — Viele Etüden, Variationen, Fantasien etc. 
Schmitt Jacob. 

(1796—1853.) 

Bruder und Schüler von Aloys S. Lebte in Hamburg. Äußerst fruchtbarer 
Klavierkomponist, besonders instrukt. Werke. 

Unterrichtswerke: 
Prakt. Schule des Pianof.-Spiels, Op. 301. 5 Kurse. 

(Erster Lehrmeister, 3 Kurse. — Zweiter Lehrm., 2 Kurse. — Supplem. 
133 Erholungen, Op. 325 (s. unten). — 4 gr. Concertetuden, Op. 330.) 
Schuberth. 

N. Ausg.: Op. 301. 1. Kurs, 15. Aufl. (Köhler) Schuberth. — Op. 325. 
Steingr., Litolff, Univ.-Ed., ßühle. — Schule der Geläufigkeit, 32 Etüden 
(Schwalm). Steingr. 

(Einzelausg. : Tägl. Übungen ; Vorschule der Geläufigkeit.) .. 
9 Etüden, Op. 37. — 6 Etudes de Salon, Op. 321. — 100 mel. Übungsst. 
Sonaten (viele, Op. 24 — 84). Sonatinen: 6 instrukt. Son., Op. 207. — 8 do., 
Op. 248 u. 249. Schuberth. 

N. Ausg.: Op. 248 u. 249. Ed. Peters, Litolff, Steingr. (11 als Vorstufe 
zu Clementi) etc. 



157 

Andere Stücke: Rondos, Fantasien, viele Var., Potpourris, Nocturnes, Märsche, 
Polonaisen, Walzer usw. Darunter: Eondo, Op. 1. — Nachtstück, Op. 6. — 
Rondo milit., Op. 88. — La Coquette, Rondo, Op. 113. — La Serenade, 
interrompue par l'orage, Op. 143. — La Demande, Op. 149. — Douleur 
et Triomphe, Fant., Op. 225. — Das Gewitter im Alpengebirge, Fant. — 
Die Fuchsjagd, Fant., Op. 280. — Tendre reproche, Noct., Op. 123. — 
Musik. Schatzkästlein. 133 kl. Tonstücke, Op. 326. 10 Auflagen. 

N. Ausg.: Kompositionen (Var. Op. 90, 102, 111 u. 119, Noct, Op. 81 
u. 125, Transcr., 20 Hefte, Op. 220, Sonatinen Op. 248 u. 49, 6 Morceaux 
Op. 253, 2 Mazurkas Op. 255, Mus. Schatzk. Op. 325, Souv. de Vienne, 
6 Eondeaux). Schuberth (Klauser). — Andre: Sonatine Op. 29. — Noct. 
Op. 6, 123, 149. — Rondo, Op. 80. — Fant., Op. 280. 

Vierh.: Sonaten, Sonatinen, Rondos, Var. etc. 

N. Ausg.: Son. Op. 31 u. 46. Andre. — do., Op. 39. Hofm. — Instrukt. 
Sonatinen, Op. 206, 208 u. 209. Schuberth. — Var. Op. 102 u. 119. 
Schuberth. — Var. Op. 30 u. 60. Noct. Op. 114. Andre. — Sonate 
Op. 49. Cranz. — Ouvertüre Op. 100. Niemayer. — Sonatinen Op. 208 
u. 209 (Rieh. Epstein) Univ.- Ed. — Leichte Kompositionen. Steingr. 

Mit Violine: 2 Sonatinen, Op. 32. N. Ausg.: Andre. — Augener. — Viele Var. 
(auch mit Quart.- Begl.). 

Gr. Konzert mit Orch., Op. 300. 

Die Werke bis inkl. Op. SOI ersch. vor 1840. 



Greulich Carl Wilh. 

(1796—1837.) 

Schlesier. Schüler von L. Berger. Lebte von 1816 in Berlin in angesehener 
Stellung als Lehrer. 

Pianof.-Schule in 4 Abth., Op. 20. Berlin, Rücker. 

Kl. prakt. Klav.-Schule, Op. 28. — Exercices, Op. 19. 2 Hefte. (1. Heft für die 

linke Hand.) 
2 Sonaten. — Rondos, Var., Polonaisen, Märsche Op. 36 etc. 
Vierh. Var., Pieces. — Divert. f. 2 Pfte., Op. 23. 



Löwe Carl. 

(1796—1869.) 

Der berühmte Balladen-Komponist hat auch Vieles, meist in seiner 
früheren Zeit, für Klavier geschrieben. L., bei Halle geb., lebte seit 1820 in 
Stettin. 

Sonaten u. Fantasien: Son. Op. 16, 33, 41 u. 47. — Abendfantasie, Op. 11. — 
Mazeppa, eine Tondichtung nach Byron, Op. 27. — Der barmherzige 
Bruder, eine Tondichtung, Op. 28. — Son. elegiaque, Op. 32. — Der 
Frühling, Tondichtung, Op. 47. — Alpen-Fant, Op. 53. — Biblische 
Bilder, Op. 96. — Zigeuner-Sonate, Op. 107. — 4 Fantasien (der Abschied 
des Auswanderers usw.), Op. 137. 

Gr. Trio, Op. 12. — Schottische Lieder mit Viol. (Klar.), Op. 112. 

Prakt.-theor. Klavier- u. Generalbaßschule. Berlin. 

Neue Ausgaben: 
Kompositionen (6p. 11, 16, 27, 28 u. 32). Berlin, Challier 1876. 
Op. 47. Schles. — Op. 53. Hofm. 



12 



158 

Sammlungen. 

ßaccolta delle piü nove composizioni di Clavicembalo 1756—57. (Marpurg). 
Br. & H. (Enth. aus dieser Epoche : Bertoni, Galuppi, Paganelli, Eutini etc.) 

Collection recreative. 1760—61. Nürnberg (enth. aus dieser Epoche: 
Em. Bach, Fasch, Kirnberger etc.). 

Andere ähnliche Sammlungen der Zeit. 

Vaterländischer Künstlerverein. Veränderungen f. d. Pfte. über ein 
vorgelegtes Thema, komp. von den vorzüglichsten Tonsetzern und Virtuosen 
Wiens und der k. k. österr. Staaten (50 Veränderungen über einen Walzer 
von Diabelli). 

Ersch. 1823. Wien, Diabelli. 
(1. Band enth. 33 Var. von Beethoven.) 

2. Band enth. 50 Var. von: Assmayer, Bocklet, Czerny, Graf Mor. Dietrichstein, 
Drechsler, Em. Förster, Freystädtler, Gänsbacher, Gelinek Halm, Horzalka, Hummel, 
Hüttenbrenner, Kalkbrenner, Kanne, Conr. Kreutzer, Leidesdorf, Liszt, Mayseder, 
Moscheies, Mozart Sohn, Pixis, Plachy, Schubert, Sechter, Tomaschek, Worzischek 
u. a. m. 

Die Neueren Sammlungen sind im Text bei den einzelnen Komponisten 
angeführt. 



IV.*) 

Hasse Joh. Ad. (1699 — 1783). Berühmter Opernkomponist der alten 
Neap. Schule. — Sonaten (6 Son. Paris). — 6 Concerts for the Harpsiohord 
or Organ, Op. 3. London. — Andere Konzerte. — 7 Handschr. Sonaten. (Alles 
in der k. Bibl. in Berlin.) — 6 Klaviersonaten (in der k. Priv.-Musiksamml. in 
Dresden). — 3 Sonaten (Abschr. in dem Arch. der G. d. M. in Wien). 
N. Ausg.: Sonate in Pauer's A. Klav.-M. I 4. — Allegro in Pauer's A. M. 
N. 23. —- Dieselben in Ed. Litolff, 6. Heft. 

Galuppi Bald. (1706—1785). Ital. Opernkomp. — Sonaten (Son. C moll 
in Haffner's Raccolta. Nürnberg ca. 1760). — N. Ausg. : Son. in Pauer's A. 
Kl.-M. I 2. — 2 Sonaten, A dur u. C moll, in Pauer's A. M. N. 48 u. 49. 
Br. & H. — Son. in Ed. Litolff, 7. Heft. 

Arne Thom. (1710—1778). Engl. Opernkomp. — Sonaten. — N. Ausg.: 
Son. N. 3 G dur in Pauer's A. Klav.-M. IL 6. — do. in Ed. Litolff, 13. Heft. 
— In Pauer's Oid Engl. Composers. 

Jomelli Nicolo (1714—1774), Ital. Opernkomp. — Konzerte (Manuskr. 
Kat. Breitk. 1770 u. 74). 

Guglielmi Pietro (1727 — 1804). Ital. Opernkomp. — Concert p. les 
Commen9ans. — 6 Klav.-Quartette, 6 Son. mit Viol., 6 Son. f. Klav. allein. 
London (Kat. Br. 1773 u. 74). 

Hiller J. A. (1728—1804). Komp. deutscher Singspiele, Lieder usw. 
Lebte in Leipzig. Anspruchslose, naive Klavierstücke. — Sonaten u. kleine 
Stücke f. Klavier. Leipzig 1760. — do. 1762. — Musik. Zeitvertreib. Sammlung 
kl. Klavier- und Singstücke. (Redig. von Hiller, enth. auch eigene Kompos ) 
Breitkopf 1762. 

Piccini Nie. (1728—1800). Ital. Opernkomp. Rivale Gluck's in Paris. — 
3 Sonate e una Toccata per il Cembalo. Paris (Kat. Westphal 1782). 

*) Vergl. S. 69. 






159 

Sarti Gius. (1729—1802). Ital. Opernkomp. — Sonaten mit Violine, 
Op. 1, 2 etc. Wien. — 3 Sonatas for the Harpsichord. London 1769. 

Sacchini A. M. (1734—1786). Ital. Opern- u. Instr.-Komp. — 12 Sonaten 
f. Kl. u. Viol., Op. 3 u. 4. Paris u. London (ca. 1780). — N. Ausg.: Sonate 
in Pauer's A. M. N. 22. — do. in Ed. Litolff, 9. Heft. 

Dittersdorf Carl (1739-1799). Der Komp. von „Doktor und Apotheker" 
und anderer deutscher kom. Opern. — Konzerte f. Klav. mit Begl. Berlin. 
Man. (Kat. Br. 1773 u. 80.) 

Gretry A. E. (1741 — 1813). Franz. Opernkomp. von „Richard Löwen- 
herz" etc. — 2 Senates p. le Clav. acc. de la Flute, du Viol. et de la Basse, 
Op. 1. Offenbach 1775. — 6 Sonates. Paris 1768. 

Paisiello Giov. (1741 — 1816). Ber. ital. Opernkomp. „La Molinara" etc. 

— 6 Klav.-Konzerte. Paris. — 12 Klav.-Quartette. — Klavierstücke, 2 Bände. 
(Für die Großfürstin v. Eußland.) 

Kauer Ferd. (1751 — 1831). Wiener Komp. populärer Singspiele, wie „das 
Donauweibchen" etc. — Zahlreiche Klavierstücke. Sonaten: La prise d'Oczakow, 
die Schlacht von Würzburg, Nelson's große Seeschlacht etc. - Son. mit Viol. 

— Fant., Var. — Vierh. Hongroises. (Wien, Bermann, Artaria.) Klavier- 
schule. Art. 

Wranitzky Paul (1756—1808). Sehr fruchtbarer u. beliebter Wiener 
Komp. von Opern, Singspielen u. Instrum. -Werken (Sinfonien etc.). — Sonaten 
f. Klav. allein u. mit Begl. — 3 Trios, Op. 21. — La Chasse mit Begl. von 
Blasinstr., Op. 44. — Andre. 

Cherubini Luigi (1760—1842). Einer der bedeutendsten Tonsetzer der 
Oper und Instrumentalmusik. Komp. der Opern „der Wasserträger", „Medea" 
usw. — 6 Sonaten. — N. Ausg.: Fuge in C. Peters. — Son. N. 3 in Pauer's 
A. M. N. 17. — do. in Ed. Litolff, 7. Heft. 

Mehul Etienne H. (1763—1817). Der Komp. von „Josef und seine 
Brüder". — 3 Sonaten, Op. 1. Paris. — 3 do. mit Viol. — N. Ausg.: Sonate 
N. 3 in Pauer's A. M. N. 5. — do. in Ed. Litolff, 12. Heft. — Menuett daraus 
in Perles music. N. 79. 

Paer Ferd. (1771—1839). Ital. Opernkomp. „Sargino". — 3 Trios. 
Br. & H. — Var., Märsche. Paris. Wien. 

Catel Ch. S. (1773—1830). Franz. Komponist u. Theoretiker. Opern: 
„Semiramis" etc. — 3 Son., Op. 1. Paris. — 3 do. mit Viol. — Sonatinen. 

Boieldieu F. Adr. (1775—1834). Der Komp. der „Weißen Dame". 
Prof. des Klavierspiels und später der Komposition am Pariser Konserv. — 
3 Son., Op. 1. Paris 1795 (auch bei Andre). — 3 do., Op. 4. — Gr. Son, 
Op. 6. — Konzert. — Trio, Op. 5. — Sonaten mit Viol. — Duos f. Klav. u. 
Harfe (od. 2 Pfte.). — Petites Pieces. Exercices. Berlin, Paez. 

Kreutzer Conradin (1782-1849). Komp. des „Nachtlager". — 3 Kon- 
zerte. Peters, Hofm. — Klav. -Quartett in E moU. N. Ausg.: Hasl. — Trios: 
Op. 43 mit Klar. u. Fagott. Peters. — Viele Duos. ~ Vierh. Stücke. — Für 
Klav. allein: 3 Solos. N. Ausg.: Stuttgart. — 2 do. Mannheim. — Divert., 
Fantasien, Polon., Var. — 6 leichte Stücke. Hofm. — N. Ausg.: 4 kl. Stücke. 
Ed. Peters. — 8 do. Ed. Litolff. 

Auber D. F. E. (1784—1871). Der Komp. der „Stummen von Portici", 
von „Maurer und Schlosser", „Fra Diavolo" etc. — Trio f. Klav., Viol. u. 
Cello, Op. 1. Paris, Lavinee. 

12* 



160 

Herold L. J. (1791—1833). Franz. Opernkomp. „Zampa". — 3 Konzerte. 

— Sonaten. — Fantasien, Rondeaux. Le dernier soupir, Andante. 

Rossini Giaeh. (1792—1868). Der berühmte Komp. des „Teil" und des 
„Barbiers". — Fant. f. Pfte. u. Klar. (od. Viol., Fl.). Mainz. (Kat. Br. 1836.) 

— Prelude convulsif p. Piano. Taranteile pur sang (avec traversee de la Pro- 
cession) p. Piano. Mailand, Ricordi 1881. 



Homilius Gottfr. (1714—1785.) Organist u. Kirchenkomp. in Dresden. 

— Orgelstücke: Choräle, Trios etc. (Man.). — Klav.-Kouzert u. Sonate (Man.). 

— N. Ausg.: Choralvorspiele u. Trios in Körner's Orgelv. N. 127, 142, 171, 
188 u. 189. 

Eolle J. Heinr. (1718—1786). Komp. von Oratorien (Abraham, der Tod 
Abel's). — 3 Klav.-Konzerte, Op. 1. Berlin. — Sonaten u. andere Klavierst. 
(Mus. Allerley, Vielerley, s. Em. Bach). — N. Ausg.: Fuga f. Orgel in 
Körner's Orgelv. N. 193. — Sonate in Es dur in Pauer's A. M. N. 25. — do. 
in Ed. Litolff, 6. Heft. 

Haydn Joh. Michael (1737—1806). Jüngerer Bruder von Jos. Haydn. 
Organist in Salzburg. Kirchenmusik und Instrumentalwerke. Handschr. 
Variationen für Klavier. — N. Ausg.: Haydn- Album. Sammlung auserlesener 
Werke f. Pfte. (originale und bearbeitete). Herausg. von Otto Schmid. Br. & H. 

Naumann J. G. (1741 — 1801). Kirchen- u. Opernkomp. — Konzert. — 
Klav.-Quartett, Op. 1. Berlin. — 6 Son., Op. 4. — 6 Sonaten f. die Glas- 
harmonika oder das Klavier. Dresden. 

Stadler Abbe Max (1748—1833). Benediktiner. Lebte in Wien. Kirchen- 
komp. — Sonate. Wien 1799. — 2 Son. u. 1 Fuge (Rep. des Clavecinistes, 
Zürich). — 6 Sonatinen. Artaria 1796. — Fugen f. Klav. und Orgel. — Fuge 
über den Namen des zu früh verblichenen Fr. Schubert. Diab. 

Seydelmann Franz (1748 — 1806). Kapellm. u. Kirchenkomp. in Dresden. 

— 6 Son. zu vier Händen. Dresden (Kat. Br, 1781). — Sonaten f. Klav. allein 
u. mit Viol. — 1 Son. f. 2 Klaviere. 

Gänsbacher J. B. (1778 — 1844). Domkapellm. in Wien. Kirchenkomp. 

— Trios. Hasl. Augsburg. — Son. mit Viol. — Vierh.: Var. Op. 9, Divert. 
Op. 20 u. 29, Son. facile Op. 30. Diab. 

Klein Beruh. (1793 — 1832). Lebte in Köln und Berlin. Oratorien und 
Kirchenwerke. — 3 Sonaten. Hamburg. Br. & H., Elberfeld, Ricordi. — Fantasie, 
Op. 8. — Var. — Vierh. Sonate. Bonn. 



Mozart Leopold (1719— 1787). Vater W. A. Mozart's. Gediegener Musiker 
u. Verfasser einer geschätzten Violinschule. — Der Morgen und der Abend, den 
Inwohnern der hochfürstl. Residenzstadt Salzburg melodisch und harmonisch 
angekündigt; oder 12 Musikstücke für das Klavier usw. Augsburg 1759. — 
3 Klaviersonaten in Haffner's Oeuvres melees (5., 6. u. 9. Theil). — Musik. 
Schlittenfahrt. Arr. f. Klav., auch mit Viol. Peters. 

Stamitz Joh. Carl (1719—1761). Ber. Violinist, Gründer der Mann- 
heimer Schule. — 6 Son. f. Klav. u. Viol., Op. 1. Paris. — 2 Klav.-Konzerte. 
— Sonaten (Man.). — N. Ausg.: Caprice f. Pfte. u. Viol. bearb. von 
F. David. Br. & H. — Orchester-Trio C dur, f. 2 Viol., Violoncell u. Pfte., 
bearb. von H. Riemann (*3. u. 4. S.) Br. & H. 



161 

Abel Carl Fried. (1725—1787). Virtuose auf der Viola di Gamba (Knie- 
geige). Lebte in London. — Konzerte. — 6 Quartette. — Trios, Op. 2 u. 5 
(1762 u. 66). — Son. mit Viol. (Flöte). — Sonaten f. Klav. allein. — Amster- 
dam, London, Br. & H. 

Viotti G. B. (1753—1824). Einer der bedeutendsten Meister der Violine 
u. Gründer der franz. Schule. Zahlreiche Violin-Konzerte usw. — Konzerte. — 
Trios. (Zum Theil Arrangements von: Cherubini, Clement!, Dussek, Steibelt, 
Isouard, Adam.) — Sonaten f. Klav. u. Viol. und f. Klav. aUetn. — Andr^. 
Paris. 

Kreutzer Eudolf (1766—1831). Ber. Violinist. Prof. am Pariser Konserv. 
Vielseitiger Komponist. — Sonaten f. Klav. u. Viol. Berlin, Zürich. 

Romberg Andreas (1767—1821). Vorz. Violinspieler u. Komp. beliebter 
Streichquartette, Sinfonien, Kantaten (die Glocke) etc. — Klav.- Quartett, Op. 19. 
Hamburg. — Son. f. Klav. u. Viol., Op. 9. Simr. 

Romberg Beruh. (1767—1841). Ber. Cellist. Vetter von Andr. E. — 
Klav. -Quartett, Op. 22. Peters. — 3 gr. Sonaten f. Klav. u. Violonc, Op. 6. 
Böhme. 

BaiUot Pierre (1771—1842). Meister der franz. Violinschule. — Son. f. 
Pfte. u. Viol., Op. 32. Paris. Offenbach. 

Mayseder Johann (1789—1863). Vorz. Wiener Violinspieler und frucht- 
barer Komponist. — Var. concertautes (Klav.-Quartett), Op. 24, 57 u. 63. 
Artaria. — Trios. — Son. u. andere Stücke mit Viol. — (Viele Arrang. s. 
Werke zu 4 Händen u. f. Klav. allein von: Gelinek, Ries, Czerny etc.) 



Sorge Georg Andr. (1703—1778). Organist u. Akustiker. — 6 Sonaten, 
Op. 1. Nürnberg 1738. — Klavierübung, 24 melodiöse Präludiis. Nürnberg. 
Balth. Schmid, ca. 1738, — 6 Sonatinen. Lobenstein. — Wohlgewürzte Klang- 
speisen, best, in 6 Klav.-Parthien. — Sonaten f. die Orgel u. Klav., nach 
neuerem Gusto gesetzt. Nürnberg. — Toccata durch alle Tonarten. — Anleitung, 
das Klavier aus dem Kopfe zu spielen (mit 17 Kupfertafeln). Lobenst. 1767. — 
N. Ausg.: Fugen in Körner's Orgelv. N. 137a u. 158. 

Scheibe Job. Ad. (1708—1776). Theoretiker u. Schriftst. — 3 Sonate 
per il Cemb. obl. e Flauto trav., Op. 1. Nürnberg. — Manuskr.: Konzerte, 
Trios etc. (Kat. Forkel, Br. & H.) 

ßnrney Charles (1726—1814). Ber. engl. Musikhistoriker. — 6 Son. 
London. — Son. for the Harpsich. with accomp. for a Violine and Violonc. 
London. — Vierh. Stücke, 2 Hefte (1778). 

Forkel Job. Nik. (1749—1818). Bedeutender Musikhistoriker. Sehr 
verdient um die Bach-Literatur. — 6 Klav. -Sonaten. 2 Sammlungen. (Theilw. 
mit Viol. u. Cello.) Göttingen 1778 u. 79. Breitk. (*N. 5 D moll). (2. Samml. im 
Arch. d. G. d. M.) — 3 Son. for the Pfte. with Accomp. London. — 24 Var. 
über God save the King. — Trios, Op. 2 (Kat. Art. 1780) u. Op. 7. — Konzert 
(Kat. Br. 1782). — Nach Forkel's Katalog im Manuskr.: 22 Klav. -Konzerte, 
Sonaten, 1 Duett f. 2 Klaviere, Var. 

Nägeli Job. Georg (1768—1836). Schweizer. Verdienter Musik-Schrift- 
steller, Verleger u. Pädagog. — 12 Toccaten. Zürich. 

Reicha Anton (1770—1836). Ber. Theoretiker. Prof. der Komposition 
am Pariser Konserv. — Klav.-Quartett (mit Blasinstr.). Paris. — Trios. — 



162 

Son. mit Viol. — Son. f. Klav. allein, Op. 40, 43 u. 46. — *36 Fugues d'apres 
un nouveau Systeme. Hasl. — 6 Fugen, Op. 81. — L'Art de varier, ou 57 Var., 
Op. 57. — Fantasien, Var. — Etudes et Exercices, Op. 31. — *Etudes dans 
le genre fugue, Op. 97. Paris. 

Weber Gottfried (1779—1839). Theoretiker u. musik. Schriftst. — Son. 
mit Viol. ad lib. Simrock. 

Fetis Franp. Jos. (1784 — 1871). Belgier. Musikgelehrter, Historiker, 
fruchtbarer Schriftsteller. — Etudes et Preludes, 3 Hefte. — Methode des 
Methodes de Piano (mit Moscheies, s. d.). — Sextuor a 4 mains mit Begl., 
Op. 5. Schott. — 3 vierh. Sonaten. — Fant., Var. 

Sechter Simon (1788—1867). Gründlicher Kontrapunktist und her. 
Lehrer der Theorie in Wien. Seine Klavierkompositionen, zum Theil voll 
Gelehrsamkeit, gefallen sich auch hie und da in schalkhaften, altwienerischen 
Zügen. — Klav.-Sonaten. — Fugen f. Pfte. oder Orgel: Op. 1, 2 etc Wien. — 
Präludien, Versetten. — Faschings-Canons, Op. 15, Mechetti. — Präl., Canon, 
Fuge u. Rondo, Op. 16. Mech. — do., Op. 73. — Var. im strengen Style, 
Op. 7. Cappi. Andere Var. — Themen von Mozart, Weber etc. koutrapunktisch 
bearb. Op. 17 u. 39. Mech. — Tänze kontr. bearb., Op. 13. — Einweihung in 
die gebundene Schreibart, kontr. Sätze, Op. 51. Wien, Trentsensky. — 24 Fugen 
über populäre Melodien, Op. 55. — Fuge, dem Andenken Schubert's geweiht. 
Diab. — Wichtiger Beitrag zur Fingersetzung beim Pianofortespiel, Op. 42. — 
Fuge über „Gott erhalte" f. Klav. od. Orgel. 2. Ausg. Spina. — *12 kontr. 
Stücke, Op. 62. — Musik. Scherz, Op. 71. — Prosa u. Musik, Op. 76. Br. & H. 
— Var. über „Brüderlein fein". — Vierh.: 24 Fugen (4 Hefte). Diab, — 
Orgelstücke. 

Hauptmann Moriz (1792 — 1868). Verf. des wichtigen Werkes „Die 
Natur der Harmonik u. der Metrik". Gediegener Kirchenkomponist. Prof. am 
Konserv. zu Leipzig u. Kantor der Thomasschule. — Sonaten mit Viol., Op. 5, 
6 u. 23. — Concerto facile, Op. 20. — 12 Pieces detachees, Op. 12. 2. Aufl., 
Spina. (Meist ersch. vor 1830.) — N. Ausg.: Sonatinen für Klavier u. Violine 
Op. 6 u. 10 bei Cranz, Siegel, Andre, Litolfif, Br. & H., Ed. Peters, Eulenburg 
(Sitt). — Sonaten Op. 5 u. 23 (Dello). Litolff. 



Schröter Chr. Gottl. (1699—1782). Erfinder des Hammerklaviers. 
Konzerte, Sonaten etc. 

Schulz J. A. P. (1747—1800). Komp. zahlreicher volksthümlicher Lieder. 

— Sonate, Op. 2. Berlin, Trautwein. 

Martinez Marianna di (1744—1812). Mündel Metastasio's. Klavier- 
schülerin von Haydn. Auch Sängerin. Komponierte Oratorien, Sinfonien, Klavier- 
stücke. Letztere sind im Stil Em. Bach verwandt. (Manuskripte in dem Arch. d. G. 
d. M. in Wien.) — N. Ausg.: Sonaten in E dur und *Adur in Pauer's A. M. 
N. 59 u. 60. Br. & H. 

Ogynski Graf Mich. (1765—1833). Pole. S. Polonaisen waren berühmt. 

— Polonaisen: CoU. compl. (14). Warschau, Brezina. — 12 Pol. Wien, Hasl. — 
Polonaise P dur (gespielt bei dem Selbstmord Ogynski's[?] — Recueil compl. 
(12 Polon.) herausg. von l^pkermann. Dresden. — 3 Marches. Dresden. 

Herbart Joh. Fried. (1776—1841). Begründer eines philos. Systems. — 
Sonaten f. Klav., Op. 1. Peters. 

Gallenberg Graf Wenz. Eob. (1783—1839). Aus Beethoven's Lebens- 
gesch. bekannt. Beliebter Komp., besonders von Ballets. — Gr. Son., Op. 15. — 



163 

Fantasie, Op. 4. — Rhapsodie, Op. 5. — Fant, der Trauer, Op. 35. Art. — 
Pol., Tänze, Märsche. — Vierh. Marches caract, Op. 11. — Wien, Weigl. — 
Triumphmarsch. Diab.' 

Rudolph Erzherzog (1788—1831). Kardinal-Erzbischof von Olmütz. 
Schüler und Freund Beethoven's. — Son. f. Klav. u. Klar., Op. 2. Hasl. — 
Aufgabe von Beethoven 40 mal verändert (Museum f. Klavierspieler, 7. Heft). 
Steiner. Ersch. 1819. 

Töpfer J. G. (1791 — 1870). Organist und bedeutender Schriftst. über 
Orgelbau. — Trio, Op. 6. Br. & H. — Sonate, Op. 3. Peters. — N. Ausg.: 
Son. herausg. von A. W. Gottschalg. Leipzig, Kahnt. 

Hüttenbrenner Anselm (1794—1868). Freund Schubert's. Geb. in Graz. 
Kam 1815 nach Wien, wo er die Rechte studierte und auch bei Salieri Unter- 
richt nahm. Er wurde später Leiter des steierm. Musikvereins in Graz. 
H. schrieb Kirchenmusik, Sinfonien, Ouvertüren, Kammermusik, Opern, endlich 
Klavierstücke. — 6 Var., Op. 2. Hasl. — Sonate Op. 10. Graz. — Nachruf an 
Beethoven. Hasl. — Tableau mus. Diab. — Erlkönig- Walzer. Diab. — Andere 
Tänze. — *Nachruf an Schubert, Adagio F moll. Wien. 



V.*) 

Die einschlägigen Werke dieser Gruppe sind schon bei den betreffenden 
Komponisten angeführt. 

*) Vergl. S. 69. 



Allgemeines Register der Komponisten. 

(V = Vorb.-Epoche. — I := Erste Epoche. — II := Zweite Epoche.) 
Die nebenstehenden Ziffern bezeichnen die Seitenzahl. 



Abel II 161. 
Adam II 136. 
DAgincourt I 63. 
Agrell I 60. 
Albeniz II 156. 
Alberti I 49. 
Albrechtsberger II 129. 
Ammerbach V 4. 
Amon II 138. 
Andre II 145. 
Anerio V 8. 
DAnglebert I 62. 
Antegnati V 8. 
Aresti I 47. 
Arne II 158. 
Asioli II 142. 
Attaignant V 2, 12. 
Auber II 159. 



Bach J. Bernh. I 56. 

Bach J. Christoph I 53. 

Bach J. Christoph Fr. II 127. 

Bach Christian II 128. 

Bach Ernst II 125. 

Bach Friedem II 119. 

Bach Heinr. I 51. 

Bach Phil. Eman. II 70. 

Bach Job. Sebast. I 30. 

Baillot II 161. 

Balbastre II 126. 

Banchieri V 9. 

Bariola V 6. 

Beethoven II 84. 

Le Begue I 61. 

Benda II 124. 

Bendusi V 4. 

Berger II 146. 

Bertholdo V 6. 

Besardus V 17. 

Binder 11 125. 

Bird V 11. 

Blow I 64. 



Boceherini II 131. 

Böhm I 54. 

Böhner II 153. 

Boieldieu II 159. 

Brignoli V 9. 

Bruhns I 55. 

Buchner V 2. 

Bull V 12. 

Burney II 161, 

Buttsedt I 55. 

Buus V 3. 

Buxheimer Orgelbuch V 1. 

Buxtehude I 42. 



Cabezoue V 5. 
Castello D. I 47. 
Castello G. I 50. 
Catel II 159. 
Chambonnieres I 40. 
Cherubini II 159. 
Cima V 9. 
Clementi II 90. 
Coelho I 64. 
Colizzi II 131. 
Cornet V 12. 
Couperin Franf. I 23. 
Couperin A. L. II 124. 
Couperin L. I 61. 
Gramer II 105. 
Czerny II 111. 



Dalberg II 134. 
Dandrieu I 62. 
Daquin I 63. 
Denss V 16. 
Diabelü II 148. 
Diruta V 8. 
Dittersdorf II 159. 
Dowland V 17. 
Dumonchau II 145. 
Dumont I 61. 



165 



Durante I 46. 
Duschek 11 129. 
Dussek II 103. 



Eberl II 141. 
Eberlin II 122. 
Ebner I 51. 
Eckard H 127. 
Edelmann II 133. 
Eichner II 137. 
Erbach V 10. 



Fabricius V 5. 
Farnaby V 12. 
Fasch II 129. 
Fetis II 162. 
Field II 107. 
Fiocco I 63. 
Fischer J. C. I 56. 
Fischer M. G. II 144. 
Flor I 53. 
Fodor II 138. 
Förster II 135. 
Forkel II 161. 
Francesco d. Mil. V 15. 
Franciscus Boss. V 14. 
Franck V 10. 
Frescobaldi I 22. 
Freystädtler 11 138. 
Froberger I 41. 
Fax I 54. 



Gabrieli A. V 6. 
Gabrieli G. V 6. 
Gänsbacher II 160. 
Galüei V 16. 
Gallenberg 11 162. 
Galuppi II 158. 
Gardano V 4. 
Gastoldi V 7. 
Gaultier V 17. 
Gebel d. Ä. I 58. 
Gebel d. J. I 60. 
GeUnek II 135. 
Gerle V 15, 
Gheyn II 124. 
Gibbons V 13. 
Giordani II 135. 
Gorlier V 4. 
Graun I 59. 
Graupner I 57. 
Grazioli II 143. 
Gretry II 159. 
Greulich II 157. 
Griffin II 149. 
Grüner II 129. 
Guammi V 9. 



Guglielmi II 158. 
Gyrowetz II 138. 



Händel I 27. 
Hassler V 10. 
Hässler II 131. 
Halm II 154. 
Hartknoch II 145. 
Hasse II 158. 
Hauptmann II 162. 
Haydn II 74. 
Haydn Mich. II 160. 
Heckel V 16. 
Heinlein I 53. 
Herbart II 162. 
Hering II 141. 
Herold II 160. 
HiUer II 158. 
Himmel II 140. 
Hoffmann II 126. 
Hoffmeister II 135. 
Hofheimer V 2. 
Homilius II 160. 
Horzalka II 147. 
Hüllmandel 11 133. 
Hummel II 93. 
Hüttenbrenner II 163. 



Jadin E. II 142. 
Jadin H. II 142. 
Jomelli II 158. 
Judenkunig V 14. 



Kalkbrenner II 109. 
Kanne II 147. 
Kargel V 16. 
Karr 11 151. 
Kauer II 159. 
Kellner J. C. II 129. 
Kellner J. P. I 61. 
Kerl I 52. 
Kindermann. I 51. 
Kirnberger II 123. 
Kirchhoff I 58. 
Kirmaier II 142. 
Kleber VI 2. 
Klein II 160. 
Kiengel I 149. 
Knecht II 134. 
Kotter V 2. 
Kozeluch II 132. 
Krebs II 121. 
Kreutzer C II 159. 
Kreutzer R. II 161. 
Krieger I 54. 
Krommer II 137. 
Krufft II 147. 



166 



Küffner II 120. 
Kuhlau II 152. 
Kuhnau I 44. 

Ladurner II 141. 

Lauska II 139. 

Leidesdorf II 155. 

Lentz II 139. 

Lessei II 148. 

Loeilly I 62. 

LöMein II 126. 

Löwe II 157. 

Logier II 146. 

Louis Ferdinand II 148. 

Lucchesi II 131. 

LuUy I 62. 

Luys Milan V 15. 

Luython V 12. 

Luzzaschi V 9. 

Maichelbeck I 59. 
Marcello I 49. 
Marchand I 62. 
Marpurg II 123. 
Martinez II 162. 
Martini I 50. 
Maschera V 7. 
Matielli II 125. 
Mattheson I 56. 
Mayseder II 161. 
Mehul II 159. 
Merulo V 7. 
Mockwitz II 153. 
Morlage V 16. 
Morley V 11. 
Moscheies II 116. 
Mozart Leop. II 160. 
Mozart W. A. II 78. 
Mozart Sohn II 156. 
Müller A. E. II 141. 
Müller Chr. H. II 127. 
Müthel II 126. 
Muffat Georg I 43. 
Muffat Gottl. I 58. 
Murschhauser I 55. 

Nägeli II 161. 
Naumannn II 160. 
Neefe 11 132. 
Neukomm II 147. 
Neusiedler H. V 15. 
Neusiedler M. V 16. 
Nichelmann II 123. 
Noordt I 63. 

Ochsenkuhn V 16. 
Ogynski II 162. 
Onslow II 150. 



Pachelbel Job. I 43. 
Pachelbel W. H. I 58. 
Paer II 159. 
Paisiello II 159. 
Paix V 6. 
Palestrina V 13. 
Paradies Dom. II 120. 
Paradies M. Ther. II 137. 
Pasquini I 48. 
Paumann V 1. 
Pellegrini II 125. 
Pescetti I 50. 
Petrueci V 14. 
Petzold I 56. 
Phalesius V 15. 
Philips V 12. 
Piccini II 158. 
Pimentel V 7. 
Pixis II 153. 
Plachy II 152. 
Pleyel Ig. II 186. 
Pleyel Cam. II 156. 
Podio V 10. 
Poglietti I 48. 
Pollini II 139. 
Porpora I 49. 
Preindl II 137. 
Purcell I 64. 



Rameau I 45. 
Easetti II 135. 
Eeicha II 161. 
Eeichardt II 134. 
Eeinken I 52. 
Eeutter d. Ä. I 54. 
Richter F. T. I 53. 
Eies II 149. 
Einck II 142. 
ßiotte II 146. 
EoUe II 160. 
Eolta V 16. 
Eomberg A. II 161. 
Eomberg B. II 161. 
De Rore V 2. 
Eosetti II i;'3. 
Eösler II 144. 
Eossi I 47. 
Eossini II 160. 
Le Eoy V 16. 
Rudenius V 17. 
Eudolph Erzh. II 163 
Eummel II 152. 
Eust II 130. 
Eutini II 126. 



Sacchini II 159. 
Sarti II 159. 
Scarlatti AI. I 48. 



167 



Scarlatti Dom. L 25. 
Schaffrath I 60. 
Scheibe U 161. 
Scheidemann I 51. 
Scheidt I 40. 
Scherer I 51. 
Scheuenstuhl I 60. 
Schlick V •2_, 14. 
Schmid d. A. V 5. 
Schmid d. J. V 10. 
Schmitt AI. II 154. 
Schmitt Jak. II 156. 
Schneider II 153. 
Schobert II 121. 
Schröter Chr. G. II 162. 
Schröter J. S. II 133. 
Schubert II 100. 
Schultheiss I 52. 
Schulz II 162. 
Sechter 11 162. 
Seydelmann II 160. 
Sorge II 161. 
Speth I 53. 
Spiridione I 47. 
Spohr n 150. 
Stadler 11 160. 
Stamitz II 160. 
Steffan II 125. 
Steibelt II 139. 
Steigleder I 50. 
Sterkel II 133. 
Stivori V 7. 
Stölzel I 59. 
Susato V 4. 
Sweelinck I 21. 
Szymanowska II 155. 



Tallis V 11. 
Telemann I 57. 



Tischer I 60. 
Töpfer II 163. 
Tomaschek II 145. 
Trabacci V 10. 
Türk II 134. 
Turini II 133. 



Valente V 5. 
Viotti II 161. 
Vogler II 132. 



Wagenseil 11 122. 
Walther I 58. 
Wanhal II 130. 
Weber C. M. II 97. 
Weber Gottfr. II 162. 
Weyse II 144. 
White V 11. 
Wiedeburg II 127. 
Willaert V 8. 
Wilms II 143. 
Wölfi n 144. 
Wolf E. W. II 128. 
Wolf G. Fr. II 138. 
Woltz V 11. 
Worzischek II 155. 
Wranitzky II 159. 
Würfel II 155. 
Wyssenbach V 16. 



Zachau I 55. 
Zipoli I 48. 
Zimmermann II 151. 
Zolehner II 143. 



Sammlungen I 61, 64, II 158. 



Von demselben Verfasser sind früher erschienen: 

Compendium der Musikgeschichte 

bis zum Ende des 16. Jahrhunderts. 

Für Schulen und Konservatorien. 
IL Auflage. 



Wien, Alfred Holder. 
1901. 



Compendium der Musikgeschichte 

1600—1750. 

Für Scliulen und Konservatorien. 



Wien, Alfred Holder. 
1900. 



Grundriß der allgemeinen Musiklehre 

für Musiker und Musiklehranstalten. 

Erstes Heft. Siebente Auflage. 

Wien, L. Doblinger (B. Herzmansky). 
1905. 

Zweites Heft. Vierte Auflage. 

Wien, L. Doblinger (B. Herzmansky). 

1897. 



DATE DUE 


MAR 26 1997J 




tuwi ^ o 198f 
































































DEMCO, INC. 38-2971 



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